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Violette Fragonard von PhoenixNoctulus 2017-04-26

Violette empfinde ich als sehr fruchtig. Neben einer blumigen, nur leicht puderigen Veilchennote bemerke ich süße Waldfrüchte: gleichermaßen Brombeere als auch eine Himbeernote, die nur ganz leicht säuerlich ist. Dazu gibt es noch ein wenig fruchtig-süße Orange und eine marmeladige, süßliche Rosennote. Die Blumigkeit des Veilchens begegnet zudem einem Hauch süßlichen Jasmins. Und all das ist ganz leicht puderig durch Moschus unterfüttert. Blumig-fruchtig-süßlich, schön!

Nicht so "parfümisiert" wie z.B. Insolence (das ich allerdings auch sehr mag), sondern sehr natürlich, wie die vorhandenen Blumen und Früchte halt riechen, wenn man sie vor sich hat. Der Duft ist auch gar nicht so warm, eher moderat temperiert, vielleicht sogar leicht erfrischend mit seinen spritzigen, leicht säuerlichen Beerennoten. Übersüß ist er auch nicht, denn die süß-fruchtigen Akzente werden durch Puder und Veilchen und außerdem die feine Säuerlichkeit der Himbeeren gedämpft.

Ein harmonisch gemischter Duft, blumig, fruchtig, eher leicht. Kein Wandel, nicht zu komplex, aber qualitativ definitiv gut und für jeden, der fruchtige Veilchendüfte mag, sicherlich ein interessanter Duft zum Testen. Haltbarkeit und Sillage sind moderat. 100 ml kosten 26 Euro, es gibt in derselben Reihe auch noch Bodylotion, Duschgel und Seife.

Les Naturelles: Fleur de Vanille Fragonard von PhoenixNoctulus 2017-04-26

Fragonards Vanilleduft ist eher leicht und frisch, sehr blumig, hell, cremig und zartpuderig, im Auftakt noch geringfügig zitrisch. Herbe Anteile bemerke ich keine, Holzigkeit höchstens minimal, und wenn, dann nur in der Art cremigen, hellen Sandelholzes. Die cremig-weiche Vanillenote ist zwar schon etwas puddingartig-gourmandig und lecker süßlich, noch mehr erinnert sie mich allerdings an zart süßlich aromatisierte Körperpflegecreme (eher leicht, blumig, nicht so süß, frisch-gepflegt).

Als blumige Akzente erkenne ich eine taufrische, minimal säuerliche Rose, ansonsten hätte ich auf luftige Weißblüher getippt. Die Üppigkeit und leichte Würzigkeit von Ylang erkenne ich nicht. Die starke mandelige Vanilligkeit von Heliotrop ebensowenig. Höchstens einen winzigen mandeligen Hauch, eher wie Mandelblüte. Aber nicht so kräftig süß wie Heliotrop.

Schoko- oder Kakaonoten bemerke ich ehrlich gesagt auch nicht so wirklich. Eine sehr puderige Moschusbasis ist aber definitiv vorhanden und unterfüttert den Duft sehr gleichmäßig.

Insgesamt ein leichter, cremiger, definitiv blumiger, sogar ein wenig frischer Vanilleduft. Nicht sehr komplex, auch ohne jeglichen Wandel, nicht sonderlich spektakulär. Aber durchaus angenehm. Die Haltbarkeit ist leicht überdurchschnittlich, die Sillage moderat.

Die Fragonard-Website gibt für diesen Duft übrigens aktuell ein wenig andere Duftnoten an: Mandel, Zitrus - Ylang, Rose, Benzoe - Schoko, Vanille.

Eau de Seducteur Fragonard von PhoenixNoctulus 2017-04-26

Die Mischung aus "maskuliner" Zeder und warmer, gar nicht so flacher, Tonkabohne erinnert mich etwas an Yves Rochers Hoggar. Beim Eau de Seducteur wird beides aber ziemlich durch puderig-kühlen Moschus gedämpft und aufgefrischt, dazu kommt auch noch helles, sägespanartiges Sandelholz. Ein weiter großer Unterschied: Die Gewürze. Muskat und Kardamom machen den Duft prickeliger. Dazu kommt auch noch würzige, leicht grüne Geranie. Und die Zitrusnoten sind süßlicher; statt einfach "nur" säuerlicher Zitrone und herber Bergamotte findet man hier auch relativ viel süß-fruchtige Orange. Im Vergleich zu Hoggar ist Eau de Seducteur fruchtiger, süßlicher und puderiger, außerdem sind aber auch würzige Noten vorhanden, die in Hoggar nicht vorkommen. Der Fokus ist bei beiden Düften aber recht ähnlich: Warme, etwas vanillige Tonkabohne und dazu eher kühles, maskulines Zedernholz.

Was den natürlichen Eindruck der einzelnen Duftnoten betrifft, überbietet der Fragonard-Duft den von Yves Rocher mit Leichtigkeit. Aber das war ja zu erwarten. Im Grunde riechen alle Fragonard-Düfte schon in einem erstaunlichen Ausmaß wunderbar natürlich. Dafür kostet Eau de Seducteur auch etwas mehr, wobei es so viel eigentlich gar nicht ist: Der 100-ml-Flacon schlägt mit 28 Euro zu Buche. Die Sillage ist leider eher etwas unterdurchschnittlich (vielleicht nicht direkt hautnah, aber 1 Meter strahlt sie auch nicht aus). Bei der Haltbarkeit ist auch nach gut 3 Stunden schon wieder Schluss (auf Kleidung hält der Duft ein kleines Bisschen länger, aber auch nicht übermäßig). Dennoch empfinde ich Eau de Seducteur als gar nicht mal schlecht, wenn man denn eher süße, warme Herrendüfte mag, die die Unisex-Grenze deutlich streifen.

Jetzt stellt sich höchstens noch eine Frage: Wer ist der Herr auf dem Flacon? Für mich sieht er ja aus wie Wallenstein in spanischer Renaissance-Kleidung, aber ich glaube, das wäre ziemlich abwegig - gerade auch für einen Duft mit diesem Namen ;)

Living Lalique Lalique von KarateArwen 2017-04-26

Living ist ein ganz besonderer Duft.Ich brauche an manchen Tagen einen Duft der mich runterfährt und entspannt.Living ist so ruhig und einspurig ,das er sehr wohltuend ist.Er hat wie alle Lalique Düfte den Hang zum unisex Duft.Den Anfang muss man mögen.Es kommt eine gehörige Portion Weihrauch in der Kopfnote , die sich aber sofort verflüchtigt.Zurück bleiben ein Büschel Lavendel, der mit hölzernen Noten aufgewertet wird.In der Basis machen Tonkabohne und Iris ihn schön cremig.Ein Duft für anstrengende Bürotage ,oder an Tagen, wenn es der Ruhe bedarf.

Manifesto Le Parfum Yves Saint Laurent von KarateArwen 2017-04-26

Le Parfum ist der intensivste Duft aus der Reihe ,aber auch der Schönste.Er ist sehr vanillig und die Tonkabohne gibt ihm die lange Haltbarkeit.Er ist ein ganz edeler und wertvoller Tropfen für jeden Gourmandliebhaber.Der Duft wirkt edel und dunkel.Raffiniert werden hier alle Zutaten zu einem köstlichen Dessert vermengt.Ein Duft für klirrende Wintertage oder gemütliche Abende.Ein richtig schöner intensiver Vanilleduft mit einer Haltbarkeit von über 12 Stunden.

Jazz Yves Saint Laurent von KarateArwen 2017-04-26

Jazz war das erste Männerparfum welches ich richtig gut fand.Ein Bekannnter trug diesen wunderschönen erfrischenden Duft.Er ist sehr krautig ,aber gerade das macht ihn interessant und zieht definitiv Blicke auf sich.Er riecht wie in einem pfeffrigen Kräutergarten.Ich kann keine Zutat markant erkennen.Alles vermengt sich zu einem wunderschönen strahlenden Duft ohne aquatischen Einschlag.Er wirkt gepflegt und männlich.Sehr gut für den Sommer geeignet oder einen Discoabend.Lange war er verschwunden ,nun gibt es ihn wieder im Laden.

Ultrasense Jil Sander von PhoenixNoctulus 2017-04-25

Zuerst scharfe Pfefferbombe mit waldiger Tanne und einem Hauch herber Bergamotte (anders gesagt: scharf-grün-zitrisch); darunter eine aquatische Basis, vermutlich durch Salbei (wobei ich den weniger als Salbei erkenne, sondern einfach nur als kühl-wässerig).

Nach einer Weile wird der Pfeffer schwächer und bleibt nur noch als leichte Würzigkeit zurück, dazu rieche ich eigentlich nur noch Moschus (leicht puderig, mittelmäßig sauber), und bisschen Grün (das dürfte weiterhin die Tanne sein). Darunter noch immer Aquatik.

Moschus. Grün. Bisschen würzig. Und insgesamt verwässert. Generisch? Leider ja. Synthetisch? Absolut. So sehr, dass ich den Salbei eher als "Wasser-Note" und die Tanne als "kühle grüne Note" bezeichnen wollen würde, weil sie eben absolut nicht so komplex riechen, wie diese Dinge nun einmal in der Natur riechen. Aussagelos? Ja, der Duft sagt für mich wirklich nichts aus, und dabei ist er nicht einmal (einfach nur) angenehm (es gibt ja genug Düfte, die nicht spannend sind, aber zumindest erfreulich riechen, das würde ich in diesem Fall aber leider auch nicht sagen wollen). Auch die Sillage finde ich eher etwas unterdurchschnittlich, dieser fade Hauch ist dann aber immerhin für bis zu 8 Stunden präsent (wenn man das denn präsent nennen kann) - das war dann doch etwas überraschend. Wiegt bei dem Gesamteindruck aber auch kaum mehr was auf.

Der Duft sieht sich offiziell als Duft für Männer, die ein "unaufdringliches Selbstvertrauen" und "eine besondere zurückhaltende Art von Verführungskraft" besitzen. Der Fokus liegt offenbar auf "unaufdringlich" und "zurückhaltend" - zu "Selbstvertrauen" und "Verführungskraft" hat es dann wohl leider nicht mehr gereicht... ;) Sorry, aber das war wohl nichts.

Style Jil Sander von PhoenixNoctulus 2017-04-25

Plastik. Ich weiß, es klingt etwas verrückt, aber für mich riecht Style in den ersten Momenten ein wenig wie Klarsichthüllen ;) Ist es das Veilchen in Kombination mit Moschus, Vanille und Pfeffer? Ultraviolet von Paco Rabanne hat eine ähnliche Komposition, und diesen Duft finden auch recht viele Menschen plastikartig (ich allerdings gerade nicht...).

Wie dem auch sei, dieser plastikartige Eindruck schwindet ohnehin mit der Zeit. Übrig bleibt ein puderig-violetter (Veilchen, Iris) Blumenduft mit ein paar süßlichen, teilweise auch leicht würzigen Weißblühern (Freesie, Jasmin), in die Puderigkeit spielt vermutlich auch noch etwas Magnolie mit hinein, und dazu recht viel Pfeffer oben drauf... Ganz stark rieche ich sofort auch den Moschus, der einerseits puderig, andererseits aber auch leicht würzig und hautartig, nicht ganz sauber, wirkt. Bis dahin finde ich Style gar nicht mal so schlecht, aber dann kippt der Eindruck leider:

Mit der Zeit schwindet der Pfeffer, dafür wird der Duft ziemlich blumig-süß (der Jasmin scheint nun richtig aufzudrehen, bis hin zum Indolischen, ebenso die Freesie), etwas monofruchtig (saftige Mango) - für mich in seiner Süße leider etwas zu viel. Zwar tauchen im Untergrund gourmandig-cremig-warme, etwas puddingartige, Vanille und warmes Ambra auf, außerdem eine leichte getreidige Note, die ganz gut zur Vanille passt, und die die grelle Süße von Frucht und Jasmin glücklicherweise etwas eindämmt. Aber(!), dann kommt zu der überstarken Süße plötzlich auch noch eine leicht metallische Note (violette Blüten und Moschus?) hervor?! Zusammen mit süßen bis indolischen Weißblühern und der arg kräftigen Mango, dann noch etwas Würzigkeit hier, etwas Puder da, und dann auch noch die gourmandige Vanille... Ich muss ehrlich sagen, das wird mir ein wenig zu chaotisch, um harmonisch zu sein.

Irgendetwas passt da einfach nicht. Ich denke, das Metallische, auch leicht Bittere, stört mich am meisten. Es scheint sich mit den warmen-cremigen Noten von Vanille und Getreide regelrecht zu beißen, zu den puderigen Blütentönen passt es auch nicht, zur leicht würzigen, üppigen Freesie noch viel weniger. Zudem riechen die Noten alle nicht allzu natürlich, auch nicht auffallend wertvoll... Andererseits passt das Künstliche, das Abstrakte, auch das Kalt-Metallische meines Erachtens zum minimalistischen Stil der Marke Jil Sander. Dennoch, wirklich angenehm riecht Style für mich leider nicht. Es ist schon ein etwas ungewöhnlicherer Duft (nicht in Sachen Qualität, aber in der Komposition durchaus), aber das macht ihn ja nicht automatisch angenehm. Vielleicht passen wir auch einfach nicht zusammen (und meine Hautchemie verursacht hier einen Totalschaden) - das soll es ja auch geben. Die meisten anderen Jil-Sander-Düfte finde ich ja zumindest gefällig, Sun trage ich phasenweise wirklich gerne, aber das hier... Da muss ich passen. Schade. Vielleicht haben Andere mehr Glück mit ihm!

Varensia White Ulric de Varens von KarateArwen 2017-04-25

Varens White ist ein schmeichelnder Duft mit einer Fülle an weißen Blüten.Er entwickelt sich mit der Hautwärme zu einem reinen und warmen Duft.An mir kommen besonders die Äpfel in Kombination mit Tuberose zum Vorschein.Eine feine frische Süße in Verbindung mit Vanille und seichten Pfirsichtönen,die sich wie eine zweite Haut anfühlen.Der Duft umgibt einen mit einer gewissen Sauberkeit und Reinheit.Die Haltbarkeit liegt bei über 7 Stunden.Ein Duft für kühlere Tage.Jeder der weiße Düfte mit Tuberose mag , wird diesen ebenfalls gern haben.

Escada pour Homme Escada von PhoenixNoctulus 2017-04-24

Escada pour homme ist ein warm-süßlicher vollmundiger Cognac-Duft mit aromatisch-kühlen Akzenten - und einer unglaublich cremigen Basis.

Die den Duft prägende Cognac-Note wird in ihrer Vollmundigkeit verstärkt mit prickeligem Zimt und fruchtig-süßer Orange, und zarten würzigen Noten von Lorbeer, Kardamom und Muskat; auf aromatischer Seite steht in erster Linie Lavendel, allerdings rieche ich auch noch relativ viel Wacholder und kühlen Kümmel.

Sowohl die süß-warmen Noten als auch die aromatischen Noten ruhen auf einem cremigen (tatsächlich an Körperpflegecreme erinnernden) Bett aus Sandelholz, Moschus und Vanille, etwas aufgefrischt mit Zitrusnoten (Bergamotte, Zitrone). Insgesamt macht die cremig-puderige Basis den Duft unglaublich weich und rund.

Für mich ist der Duft in seiner Kombination aus Cognac und aromatischen Noten in klassischer Hinsicht durchaus ein Herrenduft. Mit seiner cremigen, gepflegten, zarten Vanillesüße ist er für mich aber auf jeden Fall unisextauglich.

Der Duft zeigt nicht viel Wandel, ist aber in sich sehr harmonisch. Haltbarkeit und Sillage sind leicht überdurchschnittlich.

Anmerkung zum Schluss: Der Duft wurde vor Jahren eingestellt. Meine Probe ist demzufolge natürlich auch schon älter (zeigt aber keine Veränderungen in Farbe und Konsistenz, und riecht auch nicht gekippt); garantieren, dass der Duft früher, also im "frischen" Zustand, genauso roch, kann ich aber natürlich nicht, weil ich ihn damals nie getestet hatte. Andererseits sind alle Flacons, die man heute noch erhält, genauso alt... Und düften vom Duft her dementsprechend ähnlich gealtert sein. Aber, wie gesagt: Garantieren kann ich nichts. Allerdings werden die alten Flacons auf Ebay mittlerweile ohnehin für um die 200-250(!) Euro gehandelt, was sowieso kein wirklicher Blindkaufpreis ist...

Hoggar Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-04-24

Den Auftakt von Hoggar empfinde ich als geringfügig laut - ziemlich spritzig-saure Zitrusnoten mischen sich mit verschiedenen Gewürzen (ich tippe auf Kardamom, Koriander und einen winzigen Hauch leicht schärflichen Ingwer), darunter riecht man schon nahend das kühle Zedernholz und eine kleine Ahnung von Tonka.

Nach einigen Momenten öffnet sich dann aber auch schon das süß-warm-orientalische Herz des Duftes. Unter einer sanften, runden Würzigkeit (und der schwindenden Zitruskopfnote) tut sich nun nämlich eine (synthetische, aber sich wirklich gut bemühende) Tonkanote auf. Zartherb, leicht coumarinig-frisch, würzig, süßlich, etwas mandelig, etwas vanillig, sogar leicht tabakartig - sie ist gar nicht mal so flach, sondern zeigt verschiedene tonkatypische Aspekte. Außerdem ist sie zart puderig, allerdings durch das ausgleichende, kühle Zedernholz auch nicht überwarm. Die Holznote empfinde ich darüber hinaus als ein wenig bitter und den ganzen Duft, wenn er auch vanillig, süß und warm ist, als gewissermaßen auch relativ trocken.

Vielen Herren mag dieser Duft wohl schon zu vanillig und zu süßlich sein, ich finde allerdings, dass er durch die Holzigkeit schon einen traditionell maskulinen Anklang hat. Er wirkt nicht sehr spritzig, eher altmodisch - aber ich empfinde sein Aroma als wirklich angenehm, irgendwie sehr entspannt. Ein ruhiger Duft. Irgendwie assoziiere ich mit ihm tatsächlich warmen Sand. Das dürfte ganz der Absicht entsprechen, denn der in warmen Naturfarben (von Creme über Goldorange bis hin zu einem rötlichen Braun) verlaufende Flacon (wobei der Farbverlauf, zugegeben, auf dem Foto etwas besser aussieht, als in echt) und der Name Hoggar (ein Gebirge in der Zentralsahara in Algerien, wo hauptsächlich Tuareg leben) weisen auch auf einen wüstenwindwarmen Duft hin. Hier passen Flacon, Duft und Vermarktung tatsächlich mal sehr gut zusammen, was mir gut gefällt (wobei der Flacon leider einen Plastikdeckel hat, der gerne edler aussehen könnte - aber das ist nur ein winziger Nebenaspekt).

Was die Sillage betrifft, ist Hoggar ziemlich hautnah. Die Haltbarkeit ist mit 3 Stunden auch nicht allzu ausgeprägt (gut, danach könnte man ihn potentiell noch ein paar Stunden riechen - aber NUR dann, wenn man die Nase direkt auf das Handgelenk drückt und sehr tief einatmet ;) ). Es ist aber wirklich ein schöner, entspannter Duft, und der Preis mit ca. 15 Euro für 75 ml auch nicht allzu hoch.

Vielleicht ist Hoggar keine haute parfumerie, der Duft ist eher linear, nicht so komplex, riecht auch leicht synthethisch... Aber ich finde ihn an kühleren Abenden mit seiner zartpuderigen Wärme sehr angenehm.

Shalimar Ode a la Vanille Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-04-24

Nun rezensiere ich also auch mal die 2010er Ode :) Die Madagascar- und die Mexique-Variante kenne ich ebenfalls, natürlich auch das originale Shalimar (als EdP, EdT, EdC und Extrait).

Die 1. Version der 2010er Ode beginnt auch für mich erst bemerkenswert rauchig, auch sehr zitrisch und irgendwie grün, fast ein wenig wie Wermut. Danach wird der Duft spritzig zitronig, nach einer Weile aber letztlich unglaublich cremig und fast schon sahnig vanillig. Klar, warmes, leicht würziges Ambra ist auch noch vorhanden, aber die Mischung aus Vanille und Harzen und zarter Würzigkeit fällt insgesamt eher warm - süßlich - rund aus.

Im Gegensatz zum originalen Shalimar EdP sind animalische, ledrige und bittere Noten deutlich gemildert (wobei man die Verwandtschaft natürlich noch immer ohne Zweifel erkennt), der Duft wirkt runder, allerdings auch etwas weniger tief und weniger komplex. Aber er fällt noch immer stärker und würziger als das EdT aus, und als das EdC sowieso.

Was die bislang 3 verschiedenen Oden betrifft: Im Vergleich empfinde ich die Variante Madagascar als noch vanilliger und süßer (sogar ein bisschen in Richtung Toffee und Mandel), auch etwas puderiger. Mexique hingegen hat eine wunderschöne milchige Schoko-Note. Ehrlich gesagt, für meine Nase haben die Oden sich von Jahr zu Jahr gesteigert: die 2010er empfinde ich als durchaus gelungen, die 2012 Madagascar allerdings als noch schöner in ihrer Cremigkeit, und das bisher absolute Optimum war die schokoladige Mexique aus dem Jahr 2013. Letztere durfte dann auch in Originalgröße bei mir einziehen.

Schön ist aber auf jeden Fall auch die Version aus dem Jahr 2010, und auch in Sachen Sillage und Haltbarkeit fällt sie so überdurchschnittlich aus, wie man es von Shalimar gewohnt ist.

Zino Davidoff Davidoff von odoratus 2017-04-24

Die Kopfnote ist mir zu stechend herb würzig-holzig und ich muss meine Nase in Deckung bringen. In der Mittelnote zähmen sich die Kopfnoten-Aromen und es kommt etwas Blumiges mit auf die Bühne. Die Basisnote wird zur Sensation, zur Offenbarung.
Insgesamt ein herrlicher, schwerer Holz-Patschuli Herrenduft für die kälteren Jahreszeiten, aber auch ganzjährig für den Abend. Passt besser zu etwas älteren als zu jungen Männern.

Shocking Schiaparelli von aquaria 2017-04-24

Aus dem Discovery-Päckchen:
Nach einem für meine Nase wirklich schockierenden Auftakt, in dem mich nicht nur die Zibetkatze aggressiv fauchend anspringt, sondern sich auch noch mit einer beißenden Bergamotte paart, was den Duft die ersten paar Minuten unangenehm unsauber, animalisch und säuerlich wirken lässt, entwickelt er sich in weiterer Folge gar nicht mehr so „shocking“.
Innerhalb weniger Minuten zieht sich das Zibet auf das Niveau eines warmen Hautdufts zurück, während ringsherum honigwarme Blüten aufblühen.
In den nächsten Stunden balanciert „Shocking“ zwischen einem animalischen Weißblüher (Honig, ich vermute einen Touch Bienenwachs, Moschus, ganz leicht indolischer Jasmin und natürlich Zibet) und einem sehr warmen, sehr charmanten Blütenduft mit frischen, natürlich süßen Blüten, die vor einem honigfarbenen Hintergrund wunderschön leuchten. Neben den voll erblühten frischen Narzissen und dem warmen Jasmin zieht sich eine Ahnung von pudrigen Blütenpollen durch den Duft. "Shocking" ist satt gelb-cremig und vollmundig blütig, bietet aber eine angenehm pudrige Oberfläche. Alles natürlich durchgehend begleitet von diesem warmen Zibet-Hautton, der ab und zu etwas überwarm und für meinen Geschmack zu deutlich auftritt, meistens aber als angenehm lebendige, "menschliche" Wärme hinter den Blüten pulsiert.
Leichte Gewürzanklänge verleihen dem Duft trotz seiner animalischen Schwere eine gewisse Atmungsaktivität, allen voran die frisch-rauchige „Klimaanlage“ in Form von Gewürznelken, aber auch leicht erdiges, frisches Patchouli und eine in Ansätzen merkbare, seifig-saubere Rose lassen den Duft atmen, während die Aldehyde zusätzlich aufwirbeln und die Komposition zum Schweben bringen.
So empfinde ich „Shocking“ als zwar dicht gewobenen, sehr warmen, auch sehr gehaltvollen, blumigen Duft, der aber gleichzeitig nicht drückend wird oder sich schwer an die Haut pappt.
Animalische Töne muss man allerdings mögen, denn, wie gesagt, schleichen sich hinter der ganzen Blumigkeit und den Gewürzen auch deutlich vernehmlich die Zibetkatze und andere animalische Untertöne während des gesamten Duftverlaufs durch die Komposition.

Aus dem Discovery-Päckchen:
L'Eau D'Ambre Extrême startet an mir extrem frisch, ich möchte sagen, beinahe brisig mit sehr scharfen und rauchigen Gewürzen. Pfeffer auf jeden Fall, ich vermute auch entweder eine rauchige Gewürznelke oder eine schwache, rauchige Zedernnote in der Auftaktphase.
Mein Eindruck ist der eines grün-und scharfwürzigen Duftes, in dem die Gewürze die animalische Seite des Ambras zu unterstreichen und hervorzuheben scheinen, indem sie den Duft kräftig aufwirbeln.
Nach einer Schreck-Viertelstunde „nein, der ist mir zu rauchig, zu animalisch und scheint auch in eine sehr holzige Richtung zu gehen“, beruhigt sich der Duft langsam. Er wird weicher, runder, voller. Der Gewürzteppich enthält nun auch wärmere und etwas süßere Gewürze. Ich würde nicht darauf schwören, aber ich denke, sowohl Zimt als auch die leicht süßliche, grüne Würze von Kardamom zu riechen, wärhend die schärferen Gewürze sich in den Hintergrund zurück ziehen, von dort aber nach wie vor den Duft lebendig und ätherisch rauchig halten.
Schließlich merke ich nach ca. einer halben Stunde milchiges Sandelholz, das hier, vermischt mit den vielen Gewürzen zunächst einen stechenden Eindruck auf mich macht. L’Eau D’Ambre trocknet im weiteren Verlauf aber zunehmend ab, wird an der Oberfläche pudriger, samtiger, wunderschön sandelholzig, während sich aus dem Zentrum heraus eine cremige Vanillenote aufbaut.
Das Ambra bleibt holzig, auch leicht animalisch, wird aber sukzessive heller und verschmilzt mit den süß-würzigen, samtig sandelholzigen und vanilligen Tönen zu einer warmen Wohlfühl-Kuscheldecke.
Ein behaglich süßer und anschmiegsamer Ambraduft, der trotz seiner Wärme und seines Kuschelcharakters auch eine elegante Duftprojektion liefert, was wohl an den noch immer schwach vernehmlichen Gewürzen und der zarten Holzumrandung liegen dürfte, die den Duft nicht allzu zu süß werden lassen. Und sie dürften für noch einen weiteren Pluspunkt verantwortlich sein: Dieser Ambraduft riecht nicht „altbacken“, was ich bei manchen Ambradüften schon angetroffen habe (ihr wisst schon, dieses etwas stickige oder „muffige“ Element, das bei holzigen Ambradüften manchmal mitschwingt); er riecht im Gegenteil trotz seiner Süße relativ frisch, sauber und atmungsaktiv.

The Infidels Agonist von PhoenixNoctulus 2017-04-23

Erster Eindruck: Ein Hauch Räucherstäbchen, aber eher etwas scharf denn weich. Anfangs rieche ich noch etwas Grün (Wermut), etwas Zitrone, viel Gewürz (etwas Nelke, mehr Kümmel und Pfeffer).

Danach entwickelt sich das vollere, und auch rundere, Bild von blumigem Räucherwerk. Einerseits rieche ich das räucherstäbchentypische Sandelholz, andererseits aber auch viel ambratisches, aber gleichzeitig auch holzig-erdiges Patschuli. Den Kern macht aber eine Mischung aus verschiedenen Harzen aus: Warme, würzige Töne von Ambra, Myrrhe und Oppoponax (wobei Letzteres auch etwas cremig wirkt), etwas Labdanum, etwas Tolubalsam, eine zunehmende Dosis cremig-zitrisches Elemi. Vielleicht einen winzigen Hauch Vanille, aber die Harze stehen auf jeden Fall im Vordergrund.

Auf der ebenso ausgeprägten blumigen Seite finde ich viel Jasmin (süß, teils leider auch etwas indolisch), viel süße, üppige Rose, mit einem minimalen leicht säuerlichen Anteil. Tropisches, würzig-warm-intensives Ylang-Ylang rieche ich ebenso recht deutlich. Magnolie und Iris kommen nur als Puderigkeit im Hintergrund vor - aber auch die ist überdurchschnittlich weich und üppig. Insgesamt wirken die Blüten-Noten aber auch ziemlich seifig auf mich, vermutlich ist das das Zusammenspiel zwischen Rosen- und Jasmin-Noten.

Es ist ein süßer Duft, gut tragbar im Winter und an kühleren Herbstagen. Die Räucherwerk-Noten sind unverkennbar. So ähnlich, ja, ehrlich gesagt für mich sogar noch etwas schöner, finde ich dieses Räucherstäbchen-Bild nur bei Molinard Musc - wobei der Duft deutlich weniger süß, weniger würzig, weniger blumig, weniger harzlastig ist, und das Räucherstäbchen-Gefühl komplett ins Zentrum setzt... Nag-Champa-Räucherstäbchen, um genau zu sein. Wer es allerdings weniger "pur Räucherstäbchen" mag, findet in The Infidels einen wunderbaren, qualitativ auch sehr hochwertig wirkenden, "parfümisierten", blumigen Duft. Die Sillage ist deutlich überdurchschnittlich, die Haltbarkeit mit über 10 Stunden (auf der Haut, auf Kleidung noch länger) ebenso. 50 ml sind ab 125 Euro zu haben.

Patchouli Intense Molinard von Lonicera 2017-04-23

Nach dem Aufsprühen ist das Patchuly dominant vor einem süßlichen Hintergrund. Leider "verduftet"es recht schnell. Nach einer Stunde ist es auf Haut und Kleidung kaum noch wahrzunehmen, nach zwei Stunden bleibt nur noch ein süßlich schokoladiger Duft zurück, der an Muglers Angel erinnert.

Tonka Imperiale Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-04-22

Eine ganz edle Mischung: Marzipanig, balsamisch, gleichzeitig likörartig süß, mit einer feinwürzigen Pfeifentabaknote garniert. Gleichzeitig aber auch leicht frisch mit aromatischem Rosmarin, dezent herb-fruchtiger Bergamotte und einer minimalen Dosis Baumnadeln. Ätherischen, aber auch rauchigen Weihrauch bemerke ich im Hintergrund - er wird mit der Zeit sogar noch etwas kräftiger, ohne jedoch die Süße des Duftes zu übertönen. Auch eine minimale Menge kühles Zedernholz nehme ich wahr. Beides sorgt dafür, dass der Duft nicht zu süß und auch nicht zu warm wird, wenngleich trotzdem die süßen und fast schon ambratisch warmen Noten überwiegen.

Mit der Zeit kann ich außerdem auch noch ein Herz aus süßlichem Jasmin wahrnehmen, der mir bei höheren Temperaturen mit seiner stickigen Süße leider etwas zu viel wird (gerade, da der Duft auch relativ statisch ausfällt). Tonka Imperiale ist mit seiner opulent femininen, seidenweich fließenden Wärme und gourmandigen Likörigkeit allerdings ohnehin eher ein Winterduft - und was für ein schöner! Die Sillage strahlt intensiv aus, die Haltbarkeit sprengt locker die 10-12 Stunden. Eine ungewöhnliche, wirklich luxuriös anmutende Mischung, aus Duftnoten, die auch in sich sehr hochwertig wirken. Würden nicht 200 Euro für den 75-ml-Flacon fällig werden, stünde er schon hier.

So New York Bond No 9 von aquaria 2017-04-21

Wenn ich nach amerikanischen Rezepten backe, lasse ich immer mindestens ein Drittel des angegebenen Zuckers weg. Die Amerikaner mögen’s süß. Insofern erinnert mich dieser Duft wirklich an meine USA-Aufenthalte bzw. an die Gerüche, die einem auf dem Gehsteig vor einem New Yorker Coffeeshop entgegen wehen.
„So New York“ empfinde ich in der ersten Stunde als anstrengend. Der Duft startet sehr, sehr süß, wie eine Mehlspeise, die mit gezuckertem Pflaumen- und Aprikosensirup serviert wird zu einer Tasse Milchkaffee mit Kakaotopping.
Die Mischung aus dem extrem Süßen (Sirup und milchige Noten) mit dem eher bitteren Kakao macht mir die Anfangsphase schwierig.
Rasch schleicht sich noch ein leiser, aber doch vernehmlicher Unterton nach verbranntem Kaffeesatz ein. Ich könnte diese leicht metallische und „schwül-angebrannte“ Note auch mit einem Dampfbügeleisen, aus dem nicht Bügelwasser, sondern Kaffee dampft, vergleichen. Dieses Duftbild kriegte ich bei jedem Test verlässlich wieder geliefert. Der Duft ist in der ersten Stunde für meine Nase unruhig, eine Mischung aus bitterem Kaffee und Kakao, aus diesem leichten metallischen Begleitton und aus sehr süß-fruchtigen Noten. Ich empfinde den Duft als süß und warm, sogar ein bisschen schwül, und in dieser ersten Phase auch als etwas drückend.
Er beruhigt sich aber nach und nach. Die metallischen Anflüge merke ich ab dem Mittelteil nicht mehr, auch die Süße wird unaufdringlicher. Statt dessen verwandelt sich der Duft an mir in Milchkaffee, eine schön aromatische Kaffeenote, aber hell gehalten und mit viel Milch serviert. Die Kakaonote verliert den bitteren Beigeschmack und wird zu Milchschokolade. „So New York“ ist in den nächsten paar Stunden ein unaufdringlicher Schoko-Kakao-Milchkaffeduft mit noch immer leicht vernehmlichen fruchtigen Akzenten.
Erinnert mich wirklich an die Aromen, die in einem Kaffeehaus mit angeschlossener Konditorei in der Luft liegen. Der Duft ist auch relativ leise, kein Schokohammer oder gourmandiger Hammer, sondern eine feine und eher luftige Mischung aus allen genannten Aromen.
Je näher sich der Duft Richtung Basis bewegt, desto „parfümiger“ wird er. Ich rieche etwas leicht Blütiges und Helles, weiß aber nicht sicher, was das ist, tippe auf eine schwache, leicht seifig-saubere Rose, und etwas angenehm frisch Grünes, das ebenfalls nur sehr schwach zu vernehmen ist, aber den Duft insgesamt nicht zu „foody“ werden lässt, sondern ihm einen deutlichen Parfümcharakter mitgibt. Ich rieche also neben den Kaffeehausaromen auch noch ein kleines, hübsches Blumensträußchen mit frischem Grün in der Vase vor mir auf dem Kaffeehaustisch.
Vielen Dank für die Probe, Glückskind. Gefällt mir gut, der Duft, würde mir an anderen in meiner Umgebung auch gut gefallen, nur die relativ lange Anfangsphase empfinde ich als etwas anstrengend.

Mirus I Lanoe von aquaria 2017-04-20

Aus dem Discovery-Päckchen:
Ich kann phoenix’ Kommentar nur zustimmen. Pheromon-Parfüms halte ich grundsätzlich für Humbug. Abgesehen davon, dass jeder Mensch seinen Eigengeruch hat und sich die Pheromone individuell zusammensetzen, sollen diese ja auch nicht bewusst riechbar sein. Was findige Parfümeure versuchen können, ist, einen Duftstoff zu finden, der den jeweiligen Eigengeruch verstärkt, aber das kann in der Masse natürlich nicht funktionieren.
In „Mirus“ rieche ich einen hauchzarten Moschusduft, der ganz leichte, fast transparente florale Akzente und später eine helle, transparente Zitrustönung aufweist.
Ja, der Duft riecht weiblich, aber das tun viele ähnliche, zarte Moschusdüfte ebenfalls.
Mir ist der Duft nicht unsympathisch. Auch wenn’s komisch oder auf den ersten Blick nicht so ansprechend klingt: Der Duft erinnert mich an eine Mädchenumkleide nach dem Sportunterricht und, wichtig, NACHDEM alle geduscht haben. Ein leichter Anklang nach sauberem (!) Schweiß, nach von der Dusche erhitzten Körpern und nach diversen Deos, die als diffuses Duftgemisch in der Luft hängen, teils schwach blümelig, teils zitrisch.
Kurz gesagt, ist Mirus für mich ein sehr sanfter, nach einer halben Stunde extrem hautnaher, beinah transparenter, sauberer Moschusduft.

No. 3 Lanoe von aquaria 2017-04-20

Aus dem Discovery-Päckchen:
Ich erkenne hier nicht so viele einzelne Facetten, wie es phoenix konnte. Als ich den Duft aufsprühte, begrüßte mich eine aromatische Süße, die sich für mich nach einer Mischung aus süßer Zypresse und süßer Zeder anfühlte. Eine ähnlich süß-mehlige, pudrige Holzigkeit wie im Versace „Versense“, hier aber weniger holzig, sondern mit mehr Betonung auf aromatischer Süße, die meine Nase als zypressen-ähnlich interpretiert. Es ist vor allem dieser aromatisch süß-„holzige“ Ton, der den Duft an mir bis zum Schluss prägt.
Wenn ich mir jetzt die Duftpyramide anschaue, kann ich nur mutmaßen, dass holziger Bambus mit einer trockenen Grapefruitnote für den „mehlig-holzigen“ Ton sorgen könnte, während die Früchte und der Jasmin eine dichte, süße Wärme beisteuern.
Aber, um ehrlich zu sein, erkenne ich außer der warmen und süßen Jasminnote nichts aus der Duftpyramide.
Mein Blindtest lieferte mir einen aromatischen, irgendwie koniferenartigen oder zypressigen, süßen Duft mit einer süß-pudrigen, trocken-mehligen Aussage, der mich an aromatisch kräuterige, „süßholzige“ Spa-Produkte denken ließ, die ganz leicht mit frischen, hellen, floral-fruchtigen Akzenten parfümiert wurden.
Für mich eine wärmere und um einiges süßere Ausgabe des „Versense“ oder auch eine mildere, nicht so zedernlastige, sondern blumigere Version des D&G „Light Blue“.

Murmure Van Cleef & Arpels von verbeene 2017-04-20

das köstlichste murmeln, was man sich vorstellen mag:
da flüstert die freesie einer gerade erblühenden rose ein herzensgeheimnis ins ohr,
die rose plappert es aus und schon mischen sich alle anderen blüten ins gespräch: die lilie mit cremiger süsse, die tuberose mit betäubender tiefe, jasmin, leichtfüssig und hell.
das ganze süsse, zarte geflüster wird untermalt von sanften holztönen.zimt weht ganz entfernt hinein.

es bleibt nahe an der haut, verschmilzt mit ihr und wird immer leiser.....
ein duft für verinnerlichte stunden....

Roma Laura Biagiotti von PhoenixNoctulus 2017-04-20

Ein würzig-warmer Ambra-Myrrhe-Duft. In den ersten Momenten noch frisch-grün mit Maiglöckchen, Minze und Zitrusnoten (etwas meditarran anmutend, hauptsächlich saure Grapefruit, aber auch etwas herbe Bergamotte), außerdem mit einer auffälligen Hayzinthen-Note - aber diese frischen Noten vergehen mit der Zeit. Dazu kommen würzige Akzente von Gartennelke und etwas animalisches Zibet. Als Fundament cremiges Sandelholz und süße Vanille und ein leichter krautig-chypreartiger Hauch von Patschuli und Eichenmoos. Und als Herznote die klassische zarte, frische Blumigkeit von Rosen und Jasmin. Hauptsächlich aber balsamisch-süß: Myrrhe und Ambra. Auf puderig-cremig-zartkrautiger Basis, und mit sanften Blütentönen. Durch die Puderigkeit und diverse frischere Noten (wie gesagt, Zitrus, Maiglöckchen und der krautige Untergrund, außerdem die Blumigkeit im Kern des Duftes) wird Roma auch weder zu warm noch zu süß.

Der Duft wirkt auf mich sehr klassisch und elegant, hat auch, zumindest in der Endphase, eine leichte Ähnlichkeit mit Shalimar (vermutlich ist es die Mischung aus Harzen, Vanille, Sandelholz, Zitrus und Zibet), wobei Roma leichter und blumiger ist. Ein moderner Klassiker, der mittlerweile schon fast 30 Jahre auf dem Buckel hat, aber immernoch einen schönen orientalischen Duft abgibt. Und allzu teuer ist er auch nicht, der 25-ml-Flacon ist für rund 25 Euro zu haben. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich.

Angemerkt sei aber, dass ich eine alte Abfüllung getestet habe. Die aktuelle Formulierung soll leider etwas weniger rund sein, und insgesamt auch ein wenig frischer und blumiger, und nicht ganz so harzig-würzig (besonders die Zibetnote soll deutlich schwächer sein).

Eau Fraiche Bvlgari von PhoenixNoctulus 2017-04-20

Die folgende Rezension basiert auf einer älteren Originalprobe, die ich von diesem Duft habe. Wie der Duft damals, Ende der 90er Jahre, roch, weiß ich nicht, habe also keinen Vergleich. Allerdings riecht die Probe nicht gekippt und alle offiziell angegebenen Duftnoten sind für mich wahrnehmbar. Möglicherweise hat die Intensität des Duftes abgenommen (ich empfinde sie als hautnah - wobei die Haltbarkeit noch immer das moderate Maß leicht überschreitet), darauf sei an dieser Stelle kurz hingewiesen. Aber nun zum Duft:

Ganz zum Auftakt rieche ich herb-grünlich-zitrische Noten von Bergamotte und Tee, außerdem eine leichte Würzigkeit von Koriander und Pfeffer. Aber das verfliegt schnell.

Danach kommt eine ganze Menge an Weißblühern hervor (vor allen Dingen Jasmin, aber auch etwas Orangenblüte und Magnolie), einerseits luftig und frühlingshaft leicht, andererseits aber auch schon ein wenig indolisch - und sehr süßlich, für mich schon etwas unangenehm. Wobei die Magnolie auch Puderigkeit beisteuert - ein Aspekt des Duftes, der mit der Zeit immer deutlicher wird, u.a. dadurch, dass auch noch Iris und strahlend sauberer Moschus hinzukommen, und später auch noch eine sowohl frisch-säuerliche als auch puderige Rosennote. Und dann ist da noch die Mimose. Geringfügig fruchtig, hauptsächlich hell und puderig, warm untermalt mit etwas Rosenholz. Der Gesamteindruck wird in dieser Phase, so finde ich, durch Mimose, Weißblüher und puderige Noten geprägt und ist frisch-blumig-puderig.

Die 3. Phase des Duftes folgt bald, und ist dann auch die, die am längsten bestehen bleibt. Sämtliche aufdringliche Süßlichkeit und alles Indolische der Weißblüher ist zum Glück verschwunden! Eigentlich riecht man nun nur noch puderige, helle, zarte Blütentöne, leicht und sanft wie ein Frühlingstag. Dabei sind die einzelnen Noten so dicht verwebt und durch Moschus miteinander verbunden, dass man sie kaum individuell identifizieren kann, mal abgesehen von einer gewissen Seifigkeit, die, meiner Vermutung nach, von der Rose kommt. In seiner sanften, dichten Blumigkeit mit seifiger Note, erinnert mich der Duft nun irgendwie an ein blumiges Schaumbad... Angenehm, aber sehr hautnah, sehr unauffällig. Ein wenig wässerig wirkt der Duft auch, erinnert fast etwas an Lotus (etwas synthetisch allerdings, aber nicht in störendem Ausmaß). Es gab vor Jahren genau genommen sogar mal ein Schaumbad von fa, "Asian Spa - Reine Seide & Lotusblüte", das roch ziemlich identisch. In der riesigen Flasche war damals ein Dreiviertelliter Schaumbad, gekostet hat es knapp 3 Euro ;) Ich habe es ziemlich oft benutzt und erkenne den Duft daher zweifelsfrei wieder.

Abschließend lässt sich sagen, dass ich die 1. Phase von Bulgari Eau Fraiche in seiner Kürze fast vernachlässigbar, die zweite aufgrund der enormen Süßlichkeit und der Indolik der Weißblüher etwas unangenehm, und die dritte und letzte Phase sehr angenehm, aber relativ unspektakulär finde (leicht seifiges Lotusblumenschaumbad - gern, aber nicht zwingend als Eau de Toilette einer eher hochpreisigen Marke). Da der Duft vor Jahren eingestellt wurde, kursieren momentan nur noch Restbestände zu ziemlich hohen Preisen. Ich habe 30ml-Flacons für 90 Euro gesehen, 100 ml für über 150 Euro. Für den Duft lohnt es sich, meines Erachtens, nicht. Er ist nicht so wunderbar und individuell, dass es dafür keine Alternative zu einem vernünftigeren Preis geben dürfte. Wer den Preis für diesen Duft zahlt, tut das vermutlich aus rein nostalgischen Gründen, weil er oder sie unbedingt diesen Flacon wiederhaben möchte. Wer diese Gründe nicht hat, muss Bulgari pour femme Eau Fraiche nicht unbedingt nachjagen - auch, wenn der Duft in der Endphase durchaus angenehm ist.

Taylor Taylor Swift von PhoenixNoctulus 2017-04-20

Anfangs - nach dem Abklingen des leider in den ersten Momenten vorhandenen Alkoholnebels - süße, fruchtige Litschi, etwas verwässert durch Orchidee. Danach süße Aprikosen! Marmeladenartig, üppig, ganz rund, fruchtig, und auch sehr puderig und leicht hell-blumig untermalt (ob das Magnolie und Pfingstrose sind?). Apfelsine riecht man auch ein wenig darunter, aber vor allen Dingen ist es Aprikose - mit immer weiter zunehmender Puderigkeit und Cremigkeit (milchiges Sandelholz, puderiger Moschus, ganz geringfügig etwas kühles nicht genauer identifizierbares Holz). Ich muss an Aprikosenjoghurt denken, oder an Eiscreme. Tatsächlich ist der Duft ziemlich milchig. Richtig lecker. (Und im Drydown wird er dann sogar noch etwas vanillig und entwickelt sogar eine ganz leichte getreideartige Note wie bei Lann-Ael).

Für Aprikosen- und allgemein Gourmand-Freunde könnte das ein kleiner fruchtiger Traum sein - wäre der Duft nicht leider merklich synthetisch (ich habe eine Weile überlegt, womit ich es am Besten vergleiche... plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Taylor riecht in seiner Hauptphase exakt wie Campino-Joghurt-Bonbons! Ich glaube jedenfalls, dass es da auch mal eine Variante "Aprikose" in einer Mischpackung zusammen mit Erdbeer und Kirsche gab). Andererseits kosten 15 ml kaum 8 Euro, 100 ml sind schon ab 20 Euro zu haben. Und qualitativ schlechter als die meisten Mainstream-Düfte (auch teurere) ist dieser Duft in der Hinsicht dann auch nicht. Trotzdem wäre er noch einen Tick schöner, würde er natürlicher ausfallen. Wobei ich das Gefühl habe, das Synthetische fällt besonders auf, wenn man bewusst am Handgelenk riecht und versucht, den Duft zu erkennen und zu entschlüsseln. Weht nur mal etwas Sillage vorbei, ist es gar nicht mal so schlimm... Aber letzendlich ist das dann auch wieder eine individuelle Frage, wo man die Linie zwischen "etwas synthetisch, aber okay" und "zu künstlich, nicht mehr tragbar" zieht.

Bleibt höchstens noch zu sagen, dass der Duft in seiner Milchigkeit und Fruchtigkeit ziemlich(!) süß ist und auf mich eher jung wirkt. Etwas "girly" (wobei es immerhin Fruchtsüße ist, keine Zuckerwatte o.ä.), vielleicht sogar ein wenig kindlich? Aber was spielt das für eine Rolle, wenn man sich abends zuhause (alleine oder bei der Familie) einen lecker fruchtig-milchigen Gourmandduft aufsprühen will?! Der einzige Kritikpunkt wäre für mich tatsächlich das Künstliche (bei dem ich mir noch nicht einmal selber sicher bin, ob es mich "schlimm genug" stört... einerseits finde ich den Eindruck synthetisch, was mir auch immer wieder auffällt, andererseits läuft mir von der Aprikosenmilch aber auch fast das Wasser im Mund zusammen...). Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich - mit einem einzigen Spritzer kommt man schon über Stunden aus (wenn man mehr aufträgt, wird er aber in seiner Süße leider auch etwas aufdringlich - aber das kann man ja kontrollieren, wenn man ihn selber trägt). Wer den Geruch von Campino-Bonbons liebt, kann ihn im Grunde auch blind kaufen ;) Alle Anderen, für die der Duft im Grunde spannend klingt, sollten Taylor lieber vor dem Kauf testen.

By Night White Profumi del Forte von PhoenixNoctulus 2017-04-20

Der Damenduft "By Night" von Profumi del Forte riecht, so kann man es wohl am kürzesten zusammenfassen, nach feinstem Körperpuder. Einerseits elegant und mit leichter zitrischer Frische, sogar mit einem zart grünen Aspekt, andererseits hat der Puderduft aber auch warme, süßliche Nuancen, die etwas mehr an Babypuder erinnern (Vanille, Heliotrop, Tonka, milchiges Sandelholz). Der Rest ist richtig typisches, klassisches Rosen-Veilchen-Moschus-Puder. Zartblumig und keineswegs staubtrocken, sondern eher etwas cremig.

Im Vergleich zu anderen Puderdüften würde ich sagen, By Night erinnert etwas an Teint de Neige von Lorenzo Villoresi, ist aber deutlich weniger frisch und insgesamt runder; es ist auch etwas Ähnlichkeit zu Soffio di Talco von Pino Silvestre vorhanden, allerdings ist By Night etwas weniger frisch und weniger grün. Der Hauch von Babypuder erinnert mich tatsächlich an den süßen Baby Powder von Demeter, ist allerdings deutlich schwächer dosiert, und damit auch bei Weitem nicht so süß und warm. Insgesamt ist By Night - für meinen persönlichen Geschmack - genau richtig abgestimmt, was frische, blumige, grünliche und süße Nuancen betrifft.

Insgesamt empfinde ich den Duft allerdings (leider, muss ich sagen), als ziemlich leise. Die Sillage wird schnell hautnah, auch wenn die Haltbarkeit durchaus im moderaten Bereich liegt. Für meine Nase könnte dieser schöne Puderduft durchaus noch etwas intensiver ausfallen. Gut gelungen finde ich ihn dennoch. 75 ml sind regulär für 150 Euro zu haben.

Fior di Loto Tesori d`Oriente von aquaria 2017-04-20

Aus dem Discovery-Päckchen:
Ich weiß nicht, wahrscheinlich spinnt meine Nase, aber ich rieche hier keine Lotusblüte. „Fior di Loto“ zeigt sich mir von der ersten bis zur letzten Minute als richtig satter, molliger, dicht cremiger Vanilleduft.
Anfangs erschreckt mich die gewaltige Süße des Duftes. Er scheint beinahe essbar zu sein, irgendein leicht orangig angehauchtes Dessert mit dicker Vanillesauce, die noch extra gezuckert, sogar überzuckert wirkt. Die umwerfende Süße gibt sich nach ca. einer halben Stunde, ab dann ist der Duft zwar weiterhin sehr süß, aber er hat angenehmere Dimensionen angenommen. Anfangs und bis zum Mittelteil rieche ich im Duft auch noch einige helle, süße Weißblüher, vielleicht auch später noch, aber so wirklich deutlich rieche ich nur Cremevanille hoch drei.
Direkt an der Haut geschnuppert, glaube ich, eine leicht aquatische Note zu erschnüffeln, die mich aber auch nicht an Lotus denken lässt. Diese leicht grünlich wässrige und etwas herb pflanzliche Note verschwindet bei mir in der Duftprojektion auch völlig. Ich muss dazu sagen, dass ich Lotus noch nie in natura gerochen habe; ich kenne seinen Duft nur aus der Aromatherapie, und hier finde ich ihn nicht.
Je näher zur Basis, desto deutlicher merke ich eine milchig sandelholzige Unterlage unter der Vanille.
Was soll ich noch sagen? Ich rieche wenig aus der Duftpyramide.
Phoenix’ Eindruck eines „schwülwarmen“ und sehr kräftigen Duftes kann ich nur unterstreichen. „Fior di Loto“ hat gewaltige Kraft, hält lange an und kann mit seiner Sillage einen ganzen Raum füllen. Also, als Büroduft würde ich mich den nicht zu tragen trauen. An einem Winterabend mich in diesen Duft wie in eine vanillige Decke zu hüllen, kann ich mir allerdings sehr gut vorstellen.
Mich erinnert der Duft an den Zeromolecole „Nerocacao“, der ebenfalls ein alles einhüllender, sehr plüschiger Vanilleduft ist.

Voyage d`Hermes Hermes von aquaria 2017-04-19

Aus dem Discovery-Päckchen:
Wenn es einen Preis für das Parfüm gäbe, das am überzeugendsten das Gefühl von tiefgehender Ruhe und Erdverbundenheit ausstrahlt, würde dieser wohl an Voyage d’Hermes gehen.
Der Auftakt, genauer gesagt, die erste halbe Stunde (an wärmeren Tagen die erste Stunde), ist atemberaubend schön. Eine perfekte Mischung aus würzigen Tönen und einem frischen Zitrusakkord mit angehauchter grüner Aromatik, und das alles fast umgehend abgefangen und weichgezeichnet durch erdige, mineralische Noten.
Ich rieche ebenfalls den Kardamom mit seiner frischen Aromatik und Würzigkeit am deutlichsten heraus. Kombiniert mit der frischen, aber nicht lauten Zitrone, mit verhalten mild grünen Akzenten und einer unaufdringlichen, beinahe transparenten Holzigkeit ergibt dieser Duft für mich den Duft nach Wüstenerde. Seltsamerweise sehe ich bei diesem Duft ständig den Werbespot für „Sauvage“ mit Johnny Depp vor mir; der trifft hier mein Duftbild fast perfekt. Ich rieche die trockene, rote Erde in Utah, ich rieche aber auch ein Gefühl von Freiheit, Weite und Frische, das wohl die begleitenden würzigen und frischen Noten so traumhaft schön vermitteln. Ellena hat hier mit minimalen Kombinationen etwas Traumschönes gezaubert, das nicht ganz von dieser Welt ist, das mich in eine Fantasielandschaft versetzt, in der ich mich ruhig, gelassen und frei fühle und mich gleichzeitig der Erde auf eine urtümliche Weise verbunden.
Leider flacht der Duft an mir sehr schnell ab. Nach ca. einer Stunde merke ich nur mehr eine –für mich- überraschend leblose Duftaura. Ein bisschen Tee, ein bisschen Erde, etwas warmer Moschus und nach wie vor diese leise, trockene Holzigkeit, alles auf Ellenas Art sehr minimalistisch hingehaucht. Mir erscheint der Duft in dieser Phase als schiefergrau bzw. graubraun mit matten, grünen (Tee-)Akzenten.
Noch immer ist die Aussage des Duftes eine Ahnung von getragener Ruhe und Stille, mir persönlich geht der Minimalismus aber hier zu weit, aus der Stille wird bald Leere. Der Duft bleibt sanft-würzig, da stimme ich den vorangegangenen Reviews zu, allerdings ist er mir dann doch um einiges zu sanft. Nach der wunderschönen Auftaktphase, die Frische und erdverbundene Natürlichkeit ausdrückt, verliert er an meiner Haut allzu rasch genau diese Energie, verliert viel von dieser natürlichen Aussagekraft, die mich anfangs so begeistert.

Desir de Nature Yves Rocher von noa69 2017-04-19

Sicher fuer Freunde von Maigloeckchen.
Cremige schwere unschuldige Bluemchen, stechend und markant. Nicht jedermann/jederfrau Sache. Ich mag's. Hier wird die ganze Kraft dieser Blueten vom Eichenmoos unterstuetzt. Hoelzer sind ziemlich zurueckgezogen, als Hintegrund. Es gibt eine gewisse Frische, die auch nicht so leicht und typisch ist, also keine Zitrusfruechte oder Bergamotte. Und das kann Minze sein, durchaus.
Nature ist tatsaechlich gruen: von der frischen leichten jedoch starken Minze und waldigem Moos.
Das Gruen wird aber von enorm kraeftigem Weiss erhellt, oder erschwert, je nachdem, denn das Weiss kommt von Maigloeckchen.
Ich war sicher, fuer die ueppige, schon an der Grenze zur Migraene verursachende Cremigkeit, eigentlich Seifigkeit kommt von Aldehyden, die ich normal kaum ertragen kann, der migraenenhaften Wrkung derer.
Aber es scheint keine Aldehyde in Nature zu geben. Also, vermute ich, es liegt an den weissen schoenen so unschuldig und brav aussehenden Bluemchen.
Ich mag diesen schon etwas schweren aber sehr weiblichen, warmen, weichen und hellgruenen Duft.
Frueher hatte ich die EDP Version, die mir jedoch nach laengerem Benutzen zu viel des Guten war.
Die EDT Version ist genau richtig. Altmodische saubere Cremigkeit,quasi frisch...damals, heute eher schwer und vielleicht sogar muffig? Aber vielleicht ist mein Waesserchen schon etwas gekippt.Mich stoert es irgendwie nicht. es ist so anders aber schoen. Und ich fuehle mich nicht aelter darin sonder juenger, an meine Jugendzeit erinnert :).
Langlebigkeit ok, Sillage auch, aber ich druecke den Spruehkopf schon oefter am Tag und spare nicht an "Druecken" ;)
Fuer Freunde von Vintages, Maigloeckchen und der Farbe Hellgruen :)

gs02 biehl parfumkunstwerke von PhoenixNoctulus 2017-04-19

Campari (sehr bitterorangenlastig, aber nicht pure Bitterorange) mit etwas krautig-herbem Extra-Grün in Form von Wermut (kein Absinth, auch, wenn man es immer wieder in den offiziellen Beschreibungen findet... klingt wohl "hipper" als einfach Wermut?! Aber Absinth besteht halt nicht nur aus Wermut, sondern aus einer Vielzahl von Kräutern, z.B. auch Fenchel, und oft ist auch Anis dabei - das findet man hier beides nicht) und lippenstiftartig cremiger Angelika. Thymian? Minimal. Dafür sofort auch die süß-warmen Basisnoten von marzipaniger Tonka, süß-cremiger Vanille und warmem, zartwürzigem Ambra. Würziges, grobes Leder spielt ebenso mit hinein, wie ein kleines bisschen Castoreum. Der Gesamteindruck ist anfangs fruchtig-herb (Bitterorange ist wirklich der beste Vergleich, denke ich) mit grün-kräuterigen Noten, und leichten ledrig-würzig-animalischen und süß-warm-vanilligen Akzenten. Soweit gefiel er mir ganz gut...

Nach einigen Minuten nimmt allerdings die Fruchtigkeit schon deutlich ab. Auch die Vanille und die Tonkabohne nehme ich deutlich weniger wahr, denn das Castoreum kommt nun sehr kräftig hervor. Wahnsinnig animalisch, für manche Nase vielleicht sogar schon unangenehm (bei mir anfangs grenzwertig... auf die Dauer leider ermüdend), mischt es sich mit Kräuternoten und einem letzten fruchtig-herb-süßlichen Hauch. Offiziell wird der Duft vermarktet als: "Charisma. Determination. Arrogance can be erotic after all." Offenbar haben Herr Geza Schön und ich andere Vorstellungen von Arroganz. Jedenfalls riecht Arroganz für mich nicht nach altem, verschwitztem Sattelleder und muffigem Biberfell (sorry!), selbst, wenn man darauf noch etwas Campari verschüttet und ein paar getrocknete Kräuterchen streut. Ich stelle fest, das klingt jetzt eher nach altem Cowboy... Gut, vermutlich können auch die arrogant sein, aber das ist nicht die Form, die ich mir nur ansatzweise als erotisch vorstellen könnte ;)

Erst gegen Ende, im Drydown, nimmt die animalisch-schwitzige Note wieder deutlich ab. Man riecht dann hauptsächlich Vanille mit leicht würziger Ledrigkeit, etwas Krautigkeit, und ja, tatsächlich auch wieder ein wenig Fruchtigkeit. Das ist wieder ganz angenehm, allerdings ist das wirklich nur die letzte Phase, kurz darauf ist der Duft auch schon verschwunden. Generell empfinde ich die Haltbarkeit für einen so animalischen Duft als erstaunlich gering (sie überschreitet nicht den moderaten Bereich), auch die Sillage ist nur anfangs moderat, bald darauf schon deutlich hautnaher.

Eines muss man dem Duft allerdings lassen: Er ist ziemlich ungewöhnlich, auffällig, die Verwendung der einzelnen Duftnoten sehr kreativ, außerdem riechen sie an sich ziemlich natürlich und hochwertig (dass daraus dann der Geruch eines schweißigen Biberfells entsteht, ist, naja, dann wohl Geschmackssache - aber vielleicht spielt auch einfach meine Hautchemie nicht mit).

Starring For Men Avon von PhoenixNoctulus 2017-04-19

Starring for men ist ein Avon-Duft, der schon etwas älter ist - möglicherweise riecht er deswegen recht gut?, denke ich mir jedenfalls, nachdem mir neuere Avon-Düfte leider immer als unangenehm synthetisch und kratzig begegnet sind...

Hier rieche ich jedenfalls eine extrem cremige Moschusnote, zusammen mit Vanille, Bergamotte und Orange (und einem Hauch frischem grünem Apfel) riecht sie sogar etwas nach leicht süßlicher, aber insgesamt schon sauberer Körperpflegecreme. Kühl, gepflegt... Vermengt mit (was zuerst sicher seltsam klingt, aber es harmoniert) zartwürzigen Noten von Muskatnuss und Kardamom, und etwas fruchtigem Rum. Vanillige Cremigkeit, Muskat und Rum - klingt fast, wie ein Rezept, aus dem man etwas backen könnte (natürlich nicht aus Körperpflegecreme, aber aus vanilliger Sahne vielleicht)?

Mit der Zeit rieche ich dann immer mehr Rum, außerdem auch noch eine ausgeprägte Lorbeer-Note. Das macht den Duft schon etwas maskuliner, seine cremig-vanillige, eher feminine Basis behält er allerdings darunter bei. Insgesamt eine schön runde, nicht dysharmonische, interessante Mischung (wenn man denn Lorbeer mag); allein den schon deutlichen Alkohol-Ton der Rumnote könnte manche Nase vielleicht stören. Abgesehen davon aber ziemlich spannend (wenn der Duft auch relativ statisch ist), nicht zu synthetisch (dass es nicht pure Natur ist, bemerkt man schon, aber der Duft riecht nicht in einem störenden Ausmaß künstlich), und vor allen Dingen eine für einen Herrenduft wirklich ungewöhnliche Mixtur. Durchaus unisextauglich (aber schon maskulin angehaucht... Von der Idee her ähnlich würde ich beispielsweise Damendüfte mit viel Eichenmoos, Leder und Tabak einordnen - z.B. Cabochard... klischeehaft gesagt: die alten "Skandal! Dame trägt herrenduftartiges, alkoholisch oder tabakartig duftendes Parfüm!"-Geschichten ;) ). Ein schöner Duft ist Avon da vor mittlerweile 20 Jahren gelungen! Ich sehe ihn am ehesten als Herbstduft. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich. Ach ja, und natürlich ist dieser Duft mittlerweile schon wieder von Avon "eingestampft" worden... Ein wenig traurig, wenn ich bedenke, was dort nun stattdessen für kratzige Synthetik-Monster geführt werden...

David Beckham Classic David & Victoria Beckham von PhoenixNoctulus 2017-04-19

Beckham Classic besteht, in aller Kürze zusammengefasst, aus frisch-zitrisch-grünen Aspekten auf einer warmen, puderigen Ambra-Basis.

Ich rieche hauptsächlich Limette und Zypresse, dazu ein wenig Galbanharz, ein wenig Minze. Und: Eine kräftige Gin-Note, die tatsächlich nicht einfach nur typisch nach Wacholder, sondern auch sehr alkoholisch riecht. Leider, denn ich finde diesen Eindruck, sich mit Hochprozentigem bekleckert zu haben, bei den meisten Düften eher nicht besonders stilvoll (interessanterweise hauptsächlich bei klaren hochprozentigen Alkoholen, sei es Gin oder Wodka, - hingegen gibt es so einige Düfte mit tollen Cognac- und Amaretto-Noten, die mir richtig gut gefallen; Rotwein kann auch eine interessante Note darstellen... aber mit den frisch-scharfen klaren Alkoholen habe ich so meine Probleme). Doch Classic ist nicht einfach nur frisch und brisig-alkoholisch, sondern bietet auch gleich eine sehr stark ausgeprägte warm-süßliche Ambranote, die sehr rund und dicht ist, etwas cremig, leicht vanillig sogar, und an sich gar nicht mal so maskulin. Dazu ein Hauch würzige Muskatnuss, die auch eher warm wirkt; etwas trocken und lederig anmutendes Vetiver ist auch noch dabei. Holz? Unauffällig, aber als Basis durchaus vorhanden, moderat temperiert, "Füllmaterial" quasi, scheint den Duft auch irgendwie leicht cremig-puderig zu machen.

Anfangs überwiegen die frischen, kühlen und zitrischen Noten, sie werden mit der Zeit aber immer mehr vom warmen, süßlichen Ambra übertönt. Im Falle der Gin-/Alkoholnote, die nach etwa einer Viertelstunde komplett verschwunden ist, gar nicht mal verkehrt ;) Doch auch die anderen frischen Noten schwinden, und mit der Zeit rieche ich eigentlich nur noch cremig-puderiges Ambra mit minimaler Holzigkeit und ein bisschen aromatisch-grüner, kaum mehr aufschlüsselbarer, Zierde darüber. Etwas synthetisch, aber angenehm (sobald der Gin weg ist). Dafür, dass der Duft in Drogerien steht (bei DM z.B. 12 Euro für 40 ml!), und dass der Namenspate ausgerechnet David Beckham ist (war der nicht mal Fußballer? Hätte dann einen eher frischen, sportlicheren Duft erwartet), bin ich wirklich positiv überrascht.

Wäre da nicht dieser kleine sanft kühl-aromatische Rest, der Duft könnte problemlos als Damenduft durchgehen. Ich finde ihn sehr rund, cremig, süßlich-ambratisch - keineswegs eckig, "sportlich"-brisig oder dunkel. Auf seine Art und Weise empfinde ich ihn als eher "alt" (auf eine positive Art und Weise!) - oder, besser gesagt: ruhig, irgendwie bodenständig. Ja, erwachsen. Kein "Super-Power-Aquatik-Zitrus-Sport-Action-Duft", wie ich sie eher jüngeren Männern zuschreiben würde (Ausnahmen bestätigen die Regel), auch nichts übertrieben Aufdringlich-Brünftiges ;) "Elegant" wäre vielleicht übertrieben, es ist auch kein superklassischer Herrenduft anno 1900, aber Beckham Classic strahlt schon eine gewisse Souveränität aus; der Duft ist zwar nicht besonders originell, aber solide gemacht. Ein schöner "Herren-Ambra". Leider in Sachen Sillage und Haltbarkeit etwas unterdurchschnittlich, aber abgesehen davon für den Preis wirklich ganz gut gelungen.

Azalee Lalique von KarateArwen 2017-04-19

Gestern in der Parfümerie Vollmar in Bonn ,eine wunderschöne Duftapotheke ,in welche ich gerne Düfte teste und mich austoben kann.Diesmal waren die Lalique Düfte in mein Begehren.Die Düfte sind so verschieden und entwickeln sich immer wieder anders.Azalee ist ein blumiger sanfter Duft.Die erste Duftwolke ,die mir entgegenschwebt ,ist allerdings eine dumpfe Patchoulinote.Der Patchouli gibt dem Duft als Trägersubstanz die nötige Haltbarkeit.Nach kurzer Zeit ist er aber komplett verschwunden und es gesellt sich ein feiner und runder Pfirsich dazu.Er gibt dem Duft eine fruchtige und warme Fülligkeit.Der Moschus macht den Duft appetitlich.Ein warmer und femininer Duft ,so ganz ohne maskulinen Anteil.Ich finde ihn toll , er kann zu jeder Gelegeheit getragen werden.Er wirkt gepflegt und feminin.Der Flacon ist sehr schön gehalten und sieht sehr edel aus.Ich denke es wird bald ein Fläschen einziehen.

Forever Elizabeth Elizabeth Taylor von KarateArwen 2017-04-19

Forever ist ein subtiler Duft.Ich kann ihn nicht genau zuordnen.Er ist in einer Weise frühlingshaft frisch ,aber er hat auch einen dunklen Touch ,als wenn die Frühlingsblumen in ein wenig Schokolade getaucht werden.Das macht den Duft insgesamt sehr intensiv und sehr lange haltbar.Ich finde ihn nicht sehr frisch ,sondern ich erlebe ihn warm und mit vielen grünen Tönen auf meiner Haut.Eine kleine Köstlichkeit.Wie Frühlingspralinen.Er ist wärmend und von hoher Qualität.Ich habe diesen Duft noch in keinster Weise vernommen.Der perfekte Frühlingsduft für noch kalte Apriltage.Einen grünen Apfel kann ich nicht erschnuppern.Bei mir wird es etwas mehr Maiglöckchen.Ich denke er entwickelt sich je nach Hauttyp anders.Ein schöner interessanter Duft.Der Flacon erinnert mich an eine schillernde Seifenblase.

Gardenia Elizabeth Taylor von KarateArwen 2017-04-19

Elizabeth Taylor ist bekannt dafür die Gardenie in ihren Parfum Kreationen immer wieder mit einzufügen.Die Gardenie war einer ihrer Lieblingsblumen.Dieser schöne Duft verbreitet frühlingshafte Stimmung.Ich erkenne grüne Noten untermalt mit Maiglöckchen.Die Gardenie ist aber die intensivste Blüte.Der Duft ist so gut gemacht ,das er sehr real und intensiv erlebt wird.Eine wunderschöne erblühte Gardenie.Wer Gardenie in seiner reinsten Form mag ,sollte diesen Duft unbedingt testen.Die Haltbarkeit ist enorm mit über 12 Stunden.Der Duft ist klar und hell ,strahlend frisch.Der Flacon wunderchön in schillerndem grün.Taylor Düfte haben eine besondere und hochwertige Qualität.Hier bekommt man einen sehr authentischen Duft für einen tollen Preis.

Hajar Al Haramain Perfumes von aquaria 2017-04-18

Aus dem Discovery-Päckchen:
Schwer zu beschreiben. Ich nehme den Duft in mehreren Schichten wahr. Die Duftnoten kommen zwar brav geordnet und Hand in Hand eine nach der anderen zum Vorschein, verabschieden sich aber nicht und werden auch nicht schwächer, sobald die nächste Riege an Duftnoten dran ist, sondern bleiben bestehen und vermischen sich mit den neu dazugekommenen, bis schließlich mehrere, zum Teil sich kontrastierende Dufteindrücke einzeln erkennbar und dennoch harmonisch vereint sich umtänzeln.
Der Auftakt ist zunächst sehr holzig und harzig. Einerseits rieche ich eine dunkle, sehr trockene, fast sperrige Variante von Sandelholz, andererseits lugt etwas balsamisch und harzig Süßes schwach aus dem Hintergrund hervor. Während ich auf die Rose und die Ylang-Blüte warte, verdichtet sich dieser holzige Eindruck noch um einige Grade. Gerade, wenn ich glaube, „Hajar“ wird mir jetzt doch zu herb harzig und zu holzig, zeigt sich plötzlich das Ylang-Ylang. Bis dahin dauert’s aber bis zu einer halben Stunde, und dann ist es eine sehr schüchterne, nüchterne und unsüße Ylang-Note, die sich hier zeigt. Die Rose merke ich gar nicht; möglich, dass sie in der harzigen, ambrierten Wärme, die sich im Hintergrund aufbaut und dann stetig deutlicher hervortritt, ihren Part spielt.
„Hajar“ entwickelt sich nach der ersten Stunde dann doch noch in einen für meinen Geschmack freundlichen Duft. Ich rieche eine behagliche, ruhige und unaufdringliche Mischung aus Harzen, teilweise mit leicht erdigen, trockenen Tönen, warmem, leicht süßlichem Ambra und dieser stolzen Ylang-Blüte, die sich nobel zurückhält, aber dem Duft dennoch ihre ruhige Cremigkeit und einen Touch Exotik mitgibt.
Eine weitere Schicht wird durch etwas leicht seifig-Sauberes gebildet, das ganz weit im Hintergrund den Duft am Atmen hält. Je länger das Öl auf der Haut ist, desto deutlicher merke ich diesen Begleitton. Ich nehme an, es handelt sich auch hier wieder um Rosengeranie. Zumindest bleibt nach dem Duschen bzw. Händewaschen ein schwacher Hauch von „Geranienseife“ auf der Haut.
So empfinde ich „Hajar“ nach einigen Stunden schließlich als warm und kühl zugleich, als harzig-balsamisch, gleichzeitig aber auch als luftig-sauber, sowohl als blumig als auch als orientalisch holzig, als trocken-pudrig und gleichzeitig als ylang-cremig… Ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Eindrücken.
Trotzdem, auch nach Stunden, muss ich sagen, dass die holzigen Anteile an meiner Haut noch immer dominieren. Nicht unangenehm, aber sehr „nüchtern“ und ernst. Weiß nicht, wie ich’s beschreiben soll. Ich krieg bei diesem Duft das Bild von trockenem, hellbraunem, von der Sonne fast ausgebleichtem Holz bzw. Holzmehl, beträufelt mit ein paar Tropfen balsamischer Harze (irgendein dunkles, warmes, aber nicht zu süßes Harz) und ein paar Tropfen Ylang-Öl.
Ein ruhiger Duftcharakter, der erdet und beinah meditativ wirkt. Und definitiv unisex; würde mir an einem Mann sogar besser gefallen als an mir.

Pure Poison Elixir Christian Dior von aquaria 2017-04-18

Aus dem Discovery-Päckchen:
Dass ich den Duft von „Poison“ in all seinen Varianten gerne mag, mir die Düfte zum Selbertragen aber zu mächtig sind, habe ich ja schon oft angemerkt. Nun durfte ich dieses Elixir testen, und was soll ich sagen: Das ist die erste Poison-Version, die ich selbst auch tragen könnte.
Die übliche (für mich über-intensive) Jasminbombe erscheint mir hier abgemildert und atmungsaktiv abgefedert durch zitrische und grünlich frische Einsprengsel in Form einer sehr hellen, nicht-indolischen, fruchtig duftenden Orangenblüte und durch die Pomeranze, die leicht herb zitrisch im Hintergrund lange während des Duftverlaufs erhalten bleibt.
Das Pure Poison Elixir empfinde ich als weicher, frischer und auch als verträumter als andere Poisons. Dieses Elixir gibt sich sanft und ruhig. Ich rieche während des gesamten Duftverlaufs, neben einer in ihrer Intensität gezügelten Jasminnote, hier vor allem die sehr schöne und ruhige Mischung aus den Basisnoten. Keine der Basisnoten rieche ich einzeln, aber das leicht holzige Ambra und eine dunkel-pudrige Kakaonote ergeben an meiner Haut zusammen den Eindruck von ruhiger, beigefarbener Sandelholzigkeit, aufgelockert durch etwas Vanille-Helligkeit.
Der Duftcharakter erinnert mich an manche Rancé-Düfte, die diese Art von nostalgischer Pudrigkeit aufweisen, auch der „Sofia“ von Detaille geht in eine ähnliche Richtung. Dennoch ist der Poison-Charakter noch zu merken, aber, wie gesagt, abgeschwächt und abgerundet… und „pazifiziert". ;-)

Jaipur Bracelet Boucheron von aquaria 2017-04-18

Aus dem Discovery-Päckchen:
Volle Zustimmung zu noas Kommentar; ich empfinde den Duft ähnlich.
Ein sehr dicht verwobener Blütenduft, der an der Oberfläche zwar frisch und hell blütig wirkt, aber ein intensiv warmes und, besonders in der zweiten Hälfte des Drydowns, auch schweres und holziges Zentrum hat. Er bietet mir quasi die Düfte typischer Frühlingsblumen, wie Hyazinthe und Maiglöckchen, allerdings in eine Heizdecke gehüllt.
Der erste Sprüher lieferte mir bereits einen deutlichen Cashmeran-Effekt. Nach kurzem „Ohje, der wird schwitzig werden“ entwickelte sich der Duft in den nächsten 2-3 Stunden aber doch noch in eine charmant blütige Richtung. Auch ich rieche frische, helle Frühlingsblüten, ich rieche aber auch das Wächserne, das mir den Eindruck vermittelt, die Blüten in Wachs gegossen wahrzunehmen.
Eine längere Phase lang wirkt „Jaipur Bracelet“ wirklich betörend. Ein sehr cremiger und äußerst dichter Duft nach kräftigen, weiß-rosa Blüten, ein Spaziergang durch einen blühenden Frühlingsgarten, während ich noch eine dicke, sehr warme Daunenjacke trage.
„Jaipur Bracelet“ zeigt mir in diesen ersten paar Stunden ein aromatisch süßes und sehr warmes Duftzentrum (Zypresse, Cashmeran), das sich noch zurückhält und den kühl-wächsernen, hell leuchtenden Blüten und den frischeren, frühlings“brisigen“, herberen Akzenten (wie Bitterorange, Pomeranze und Veilchenblatt) noch genug Raum zum Strahlen lässt.
Ab dem Mittelteil verliert der Duft an mir aber seine frische Duftprojektion und die sehr warmen Basisnoten übernehmen die Hauptrolle.
Ab diesem Zeitpunkt wird mit die Cashmeran-Zypressen-Kombi zu warm, zu drückend und auch zu holzig. Das anfangs weiße Wachsartige, das die Blüten umgab, verwandelt sich mehr und mehr in ein sonnenbeschienenes (für mich überwarmes) Nest aus Holzwolle, aus dem Blüten wachsen.

Roma Passione Laura Biagiotti von aquaria 2017-04-18

In den ersten 2-3 Stunden ein schöner Blütenduft in sattem, samtigem, süß-cremigem Rot, später dann ein doch enttäuschender Verlauf.
Roma Passione startet warm und süß, nach tiefroten Blüten duftend, mit behaglicher Wärme und einer Textur, die sich wie Samt anfühlt. Und, nein, ich habe mich nicht vom roten Flakon beeinflussen lassen; den habe ich erst viel später gesehen.
Ambrierte Rose und Pfingstrose, eingehüllt in süße, orangige Fruchtigkeit und einen Hauch von Vanille, dieser kräftige und einhüllende Dufteindruck hat mich drei Stunden beim Wandern durch Wald und Flur begleitet. Zuerst dachte ich noch, der Duft würde mir zu süß-rot werden, aber nach ca. einer halben Stunde mischte sich zunächst eine aromatisch dunkle, saftige Fruchtigkeit und etwas leicht „aufgeraut“, mild herbes unter das warmrote Rosengemisch und lockert es auf, nimmt also der zunächst überbordenden Süße die Spitze (dunkle Johannisbeeren habe ich richtig vermutet; die Grapefruit allerdings nicht als Grapefruit erkannt).
Und schließlich merkte ich auch noch eine sehr ruhige und etwas dunklere Würzigkeit als Begleitton. Ich erkannte diesen Akzent nicht, jetzt, nach einem Blick auf die Duftpyramide weiß ich, dass es eine würzige, leicht erdige Tonkabohne sein muss. Mein Eindruck beim Blindtest waren Mohnblumen oder ähnliche, etwas dunklere Blüten, die sich unter die Rosensymphonie gemischt hätten. Es war kein 08/15 rosiger Rosenduft für mich; da war diese leicht herbe, nüchterne und teils erdige, würzige Blumigkeit, die den sehr warmen, süßen und anschmiegsam cremiger Rosenduft interessant machte. „Roma Passione“ zeigte sich zwar als sehr süß, aber die Süße empfand ich durchaus als aromatisch und behaglich, nicht zuckrig.
Nach einiger Tragedauer schwächelt der Duft allerdings. Ich weiß nicht, genau, was ich in der zweiten Hälfte des Drydowns rieche, der Duft verliert an Aussage, verliert das Behagliche und wird an mir zu einem schwachen, süßlichen, schwer zu beschreibenden Duftgemisch, in dem ich einzelne Noten nicht mehr differenzieren kann. Eine Basis, die für mich ein bisschen nach beduftetem Pappkarton riecht, nur mehr eine schwache Erinnerung an die ersten Stunden des Duftverlaufs bietet und mit x anderen Düften austauschbar ist.
Vielleicht hat ja jemand mehr Glück und kann den Duftcharakter der ersten 2-3 Stunden länger an sich genießen. Diese Phase empfinde ich nämlich wirklich als sehr schön.

CK One Calvin Klein von PhoenixNoctulus 2017-04-18

Auch für mich ist CK One einer der Düfte, die mich sehr an meine Jugend erinnern. Nicht, weil ich ihn selbst trug (mein Geschmack war er damals schon nicht - mal abgesehen davon, dass ich ihn irgendwie auch einfach nicht vertrage), sondern, weil so gut wie alle anderen Jugendlichen so rochen... Besonders die Jungen (wenn sie nicht gerade Hugo Boss trugen - gab es da nicht auch einen ganz ähnlichen Duft?). Die Mädchen trugen eher Glow von Jennifer Lopez (und noch ein paar Jahre früher war es das "Vanilla Kisses"-Deo von Impulse). CK One ist für mich also typisch 90er, Anfang der 2000er Jahre war er auch noch aktuell. Die Werbeanzeigen, die man oben durchklicken kann, passen stilistisch auch absolut in die Zeit (und die Kleidung der Models... da werden Erinnerungen wach, und zwar nicht die besten ;) ).

Der Duft an sich ist zitrisch-grün und "sportlich" (und total geschlechtslos). Zitrone und Bergamotte machen den Auftakt herb-säuerlich, Grasnoten und Maiglöckchen lassen ihn frisch und tauartig wirken. Sofort merke ich auch eine Basis aus kühlem Zedernholz, außerdem ein wenig krautiges Eichenmoos, welche aber kaum charakteristisch wirken, allerdings die allgemeine Frische des Parfüms weiter verstärken. Dazu kommen ein paar Gewürznoten wie Muskat und Kardamom. Ausgleichende Süße bemerkt man auch noch ein wenig, etwas spritzige Ananas, etwas Papaya, ein bisschen Orange.

Darüber hinaus rieche ich, aber das kommt erst nach einer Weile, noch etwas Moschus-Puderigkeit als Basis. Bei meinen neueren Tests ist mir außerdem eine frisch-cremige Basisnote (ich tippe auf eine Mischung aus Veilchen und Sandelholz zusammen mit der Frische des Maiglöckchens und einem Hauch Jasmin und Rose) begegnet, die an Körperpflegecremes wie Nivea erinnert (Nivea basiert zum großen Teil auf dem Akkord Maiglöckchen-Jasmin-Rose mit puderigem Veilchen und etwas Zitrus), und die mir früher nie aufgefallen ist.

Wieso mir das noch nie auffiel? Ich muss zugeben, früher war CK One ein richtiger Schreckensduft für mich, den ich lieber nicht so genau begutachtet habe. Die Duftnoten kamen mir alle ziemlich synthetisch vor... und brachten mich öfters zum Niesen. Besonders die Kopfnoten verursachten darüber hinaus ein grauenvolles Brennen in meiner Nase und im Rachen. Das habe ich bei meinen neueren Tests nicht mehr so übel erlebt (auch, wenn der Duft mir noch immer nicht sonderlich angenehm ist)... Möglicherweise liegt es daran, dass ich den Duft zum Testen sehr vorsichtig dosiert habe, während viele Pubertierende damals zu meinem Schrecken nahezu in dem Parfüm badeten? Wie auch immer, ich bin, ehrlich gesagt, froh, dass der Duft heute nicht mehr so präsent ist (und diverse ähnliche Düfte der damaligen Zeit gleich mit)...

Insgesamt würde ich CK One also als frisch, grün, sauber, zitrisch, cremig-gepflegt mit Ananas und säuerlichen Zitrusfrüchten beschreiben. Ich finde das nicht allzu spannend, etwas aussagelos. Allerdings kann ich mit der Kategorie der "Sport"-Düfte eh wenig anfangen. Dazu kommt bei diesem Duft hier aber auch noch das Synthetische, das mir wenig gefällt (ein gutes Gegenbeispiel für einen sportlichen, aber dennoch unglaublich natürlich wirkenden Duft wäre z.B. Concerto von Fragonard, der zwar auch nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht, dessen Natürlichkeit ich aber im positiven Sinne anerkennen muss).

Zum damaligen Zeitgeist passt ck One allerdings wie die Faust auf's Auge. Unisex, sportlich, frisch, jugendlich, irgendwie auch abstrakt-modern. Auch der Flacon geht eher in die schmucklose Richtung eines Gebrauchsgegenstands und hat bewusst nichts Edles an sich, und passt im Grunde gut zu diesem Duft (amüsant übrigens, dass selbst diese Farbgebung mit Silber und satiniertem gräulich-weißem Glas so extrem in die damalige Zeit passt). Eben ganz ein Kind seiner Zeit... Für mich persönlich steht er nahezu wie eine Ikone für diese Epoche (deswegen wundere ich mich ein wenig, dass hier so wenige Rezensionen über ihn vorhanden sind), taugt gut als Erinnerung daran. Regelmäßig tragen muss man ihn aber nicht mehr, sagt meine Nase ;)

Forbidden Euphoria Calvin Klein von PhoenixNoctulus 2017-04-18

Süß-säuerliche Himbeere trifft auf aquatisch anmutendes Blumenbouquet (verwässerte Orchidee, bisschen Konserven-Kirschblüte und ansatzweise puderige Pfingstrose), dazu kommen nach einigen Momenten eine kräftige, etwas indolische Jasminnote, und durch die Orange auch etwas süße Fruchtigkeit, die auch langsam die Wässerigkeit deutlich zurückgehen lässt und dem Duft insgesamt - wie würde man es bei Wein nennen? - mehr Körper gibt. Was den Gesamteindruck schon einmal etwas aufwertet...

Mit der Zeit rieche ich dann hauptsächlich Fruchtigkeit (süß-säuerlich durch Himbeere und Orange), dazu bisschen Frühlingsblümelei im Hintergrund, die Basis sättigt den Duft dann noch mehr: Ambratisches Patschuli und viel Puder-Fluff (hauptsächlich Cashmeran, der mit der Zeit auch geringfügig holzig wirkt; etwas Moschus). Dadurch wird er wärmer, wattiger... und lässt mich ein wenig ratlos darüber zurück, welcher Jahreszeit man ihn wohl zuordnen sollte. Als Winterduft sind Früchte und Blumen wohl etwas zu schwach, als Sommerduft ist er zu warm und süß. Vielleicht wäre er etwas für noch ein wenig kühlere Frühlingstage.

Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit erreicht ebenso den moderaten Bereich. Die Duftnoten als solche wirken leider etwas synthetisch, aber das ist bei vielen CK-Düften so. Trotzdem liefert die Frühlingsblumen-Orangenfrucht-Cashmeranwatte so ziemlich das, was man wohl von einem mainstreamigen CK-Duft so erwartet. Für das Genre nicht schlecht, nicht unüblich (irgendwie schleicht durch die Patschuli-Orchideen-Frucht-Kombi auch mal kurz V&R Flowerbomb vorbei - Forbidden Euphoria ist aber himbeeriger, fluffiger und auch die Kirschblüte macht einen Unterschied aus - nur der Charakter hat trotzdem Ähnlichkeit), aber eben auch nicht so spannend, dass ich ihn weiter beachten würde. Ein typischer "Riecht man so oder so ähnlich an jeder Ecke"-Duft. Schade (es ist ja, denke ich, bekannt, dass ich mich über mehr Vielfalt freuen würde). Aber es verkauft sich wohl.

Downtown Calvin Klein von PhoenixNoctulus 2017-04-18

Anfangs frisch-blumige Gardenie, mit saftig-süßer Pflaume und Zitrus (Zitrone, etwas weniger Bergamotte, noch weniger Neroli) garniert, dazu durch die Birne relativ aquatisch-frisch, und mit rosa Pfeffer on top.

Nach einigen Minuten kommt auch der Hintergrund unter den blumig-fruchtigen Noten langsam hervor: Zartwürzige Puderigkeit (Moschus, geringer Veilchenblatt), dann aber auch eine kühl-holzige, eher maskulin auf mich wirkende Basis. Erstaunlich viel Zedernholz, dazu auch noch ein wenig zartherbes Vetiver und ein wenig kühler, leicht würziger Weihrauch. Diese Basis kommt nach einigen Momenten weiter hervor, sie entwickelt sich bei mir aktuell sogar sehr stark, was ich für einen totalen Mainstream-Damenduft ungewöhnlich finde (allerdings glaube ich, habe ich diese maskulineren Noten bei meinen letzten Tests, im letzten Sommer, deutlich weniger wahrgenommen, da fiel der Duft deutlicher blumig-fruchtig aus - mag an den Temperaturen gelegen haben).

So entwickelt sich der Duft bei mir im Moment, bei nicht allzu hohen Apriltemperaturen (um die 10 Grad), in erster Linie zu einem leichten Gardenienduft mit deutlich aquatisch-zitrisch-holzigen Anteilen und etwas Pfeffer oben drauf, bei höheren Temperaturen scheint die Blumig- und Fruchtigkeit noch etwas ausgeprägter herauszukommen, gerade auch die Pflaume, dadurch wirkt der Duft dann merklich femininer und süßlicher/fruchtiger. Daher würde ich den Duft dann wohl doch eher als Sommerduft einordnen, da dürfte die Sillage vielleicht auch noch geringfügig ausgeprägter ausfallen (im Moment ist sie nur sehr hautnah, die Haltbarkeit liegt auch nur gerade so im moderaten Bereich).

Insgesamt empfinde ich den Duft allerdings leider, egal, ob im Frühling oder im Sommer, als nicht so besonders spannend. Totaler blumig-fruchtiger Mainstream eben (abgesehen von dem Plus an Zedernholz bei niedrigeren Temperaturen, aber das macht es auch nicht viel interessanter), nicht sehr charakteristisch, auch wirken die Noten relativ synthetisch auf mich. Allzu komplex ist das Konzept "Gardenie + Zitrus + bisschen Fruchtsüße + kaltes Holz + Pfeffer + Aquatik" auch nicht. Seine FreundInnen finden wird er trotzdem, da bin ich mir sicher, über Geschmack lässt sich eben nicht streiten :)

Baiser Vole Cartier von Lonicera 2017-04-18

Ein zarter, eleganter und frischer Duft, der leider nicht lange hält (EdP). Häufiges Nachsprühen erforderlich. Die Lilie ist erkennbar, aber weit entfernt von der Komplexität, der Tiefe, des originalen Lilienduftes.

Classic Opoponax Von Eusersdorff von PhoenixNoctulus 2017-04-17

Dieser Oppoponax-Duft wirkt auf mich sehr hell, klar und fließend. Müsste ich ihm eine Farbe zuordnen, wäre es ein helles Gelborange. Die würzigen und ambratisch-harzigen Töne, die Oppoponax-Düfte oftmals haben, kommen hier kaum zur Geltung - vom Ambra rieche ich erstaunlicherweise eher wenig, Animalisches absolut gar nicht, auch die Patschuli-Note hält sich extrem hintergründig (ich habe den Duft bei Frühlingstemperaturen getestet). Der Oppoponax-Duft von Les Nereides fällt bei mir im Vergleich dazu deutlich würziger, aber auch harziger und sirupartiger aus. Von Eusersdorffs Classic Opoponax ist hingegen cremig und eher sanft. Als Nebennoten dominieren eine sehr leichte, fast schon luftige Vanille, milchiges und helles Sandelholz und eine sehr zarte, leicht zitrische, Benzoenote. Ein Hauch Blumigkeit ist auch noch vorhanden, in Form von luftig-leichtem, ganz sanft wässerigem Jasmin und einem Hauch süßlicher Rose (allerdings hält die Blumigkeit sich, am Gesamtbild gemessen, auch eher zurück). Diesen Oppoponax-Duft finde ich sogar im Frühling gut tragbar, da er leicht und nicht zu warm oder süß ausfällt. Ich frage mich nun, ob im Winter wohl die animalischen und würzigen Noten besser zur Geltung kommen... Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Oil Fiction Juliette Has A Gun von PhoenixNoctulus 2017-04-17

Üppig, prachtvoll, wollüstig, orientalisch. So SOLL Oil Fiction offiziell ausfallen. Ich rieche hingegen ein (nicht im negativen Sinne) altmodisch puderig-cremiges Blumenbouquet, sehr tuberosenlastig, mit tropischen Blüten wie Ylang garniert, schwimmend in einem ambratischen, hellen, leicht verwässerten Schälchen voll Ambroxan. Und erstaunlich sanft! Ein milder, idyllischer, regelrecht stiller Duft.

Die Note strahlt nicht, sie ist für meine Nase aber auch nicht direkt dunkel. "Abgedunkelt" wäre vielleicht passender. Ich muss an ein altes Zimmer mit Biedermeier-Möbeln und dünnen Seidenvorhängen denken, die vor einem einen Spalt geöffneten Fenster hängen und leicht im Wind wehen, und durch die das Sonnenlicht von draußen gedämpft in den Raum scheint, so fein, dass man die einzelnen Lichtstrahlen deutlich erkennen kann, und auf dem Vorhang erkennt man das sanfte Schattenspiel der Zweige des vor dem Fenster im Garten stehenden Baumes im Wind ;)

Sämtliche orientalischen Noten scheinen sich bei mir kaum zu entwickeln. Keine Würzigkeit, kaum Harz. Safran? Vielleicht minimalst. Patschuli findet kaum statt. Papyrus rieche ich nur einen Hauch (vielleicht fällt er mir auch nur auf, weil sein Aroma an sich so charakteristisch ist?), dann noch ein wenig Vanille (süßlich, leicht), einen Hauch puderiger Iris, vom Sandelholz eine sanfte cremig-milchige Variante. Bergamotte? Auch nicht so wirklich, nicht einmal der Auftakt ist merklich zitrisch. Eigentlich rieche ich fast nur Blumen und Puder, ein wenig Sandel und Vanille, und darunter sanft warm ambratische Noten. Cremig-puderig-blumig, leicht angewärmt.

Ehrlich gesagt, ich finde den Duft unglaublich atmosphärisch und mag ihn daher sehr (während ich die anderen JhaG-Düfte bisher meist nicht so interessant fand). Er ist außergewöhnlich und in seiner Ruhe sehr entspannend. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich, was auch kein Manko ist. Allerdings der Preis von regulär 240 Euro für 75 ml, der schreckt mich dann leider doch ab. Ein klarer Fall von "vielleicht irgendwann ein Mal im Ausverkauf oder bei Ebay", aber der Normalpreis ist mir einfach zu abgehoben. Schade.

Porshe Titan Porsche Design von PhoenixNoctulus 2017-04-17

Die ersten Momente ist Porsche Titan erfrischend grün, mit einer schönen, keineswegs süßen (also auch absolut nicht kaugummiartigen) Minznote, außerdem mit kräuterigem Basilikum. Der Eindruck ist minimal wässerig, hauptsächlich ist es ein schön natürlicher, sommerlicher Kräuterduft. Grapefruit bringt eine feine zitrische Fruchtigkeit hinein, außerdem rieche ich die ersten Anklänge von krautig-zartherbem, aber gleichzeitig luftig-leichtem Lavendel. Insgesamt wirkt der Duft recht zart und unauffällig, und bis dahin auch relativ unisex.

Nach einer ganzen Weile erst kommt ein wenig Würzigkeit dazu, Geranie in erster Linie, dazu eine winzige Menge Pfeffer, die keineswegs kratzig oder scharf wirkt (ich bin selber ganz verwundert). Auch etwas dunkles, aber warmes Holz kommt nun hervor, noch einmal süßlich-ambratisch untermalt. Durch die Holznote wirkt der Duft nun geringfügig maskuliner, er gewinnt durch Holz und Ambra auch ein wenig an Schwere (wobei es insgesamt doch noch ein relativ leichter Duft ist) und Wärme. Markant ist er aber noch immer nicht, sondern immernoch irgendwie zart, rund. Vermutlich auch, weil alle Duftnoten so langsam in einer puderigen Moschuswolke einsinken.

Ein sehr gefälliger Duft, angenehm, eher frisch durch die Kräuternoten, aber dennoch nie scharf oder unrund, was an der sehr puderigen Moschusbasis liegen dürfte. Leider aber auch etwas ausdruckslos, unauffälligere Herrendüfte sind mir bisher kaum begegnet. Ich bin doch sehr erstaunt, da das moderne Design des Flacons so futuristisch, kühl und extravagant wirkt. Der Duft hingegen ist sommerlich, zart fruchtig, fast fröhlich, erinnert an Kräutergarten und ist daher nicht ultramodern, sondern eher etwas heimelig (andererseits empfinde ich Porsche als Marke aber auch als eher bodenständig - existent seit den 40er Jahren, ansässig im beschaulichen Stuttgart). Ja, das Bild trifft es wohl gut: Kräutertöpfe mit Minze und Basilikum auf der Gartenterrasse, daneben ein kleines Lavendelbeet, ein paar Kästen mit Geranien. Und in der Luft liegt ein Hauch von Holz und von Obst. Und das mit der Zeit immer ambratischer werdende Holz erinnert dann auch noch an einen Sonnenuntergang. Idyllisch.

Wenn ich meine Eindrücke mit denen aus anderen Rezensionen vergleiche, bekomme ich das Gefühl, dass entweder mit meiner Nase, meiner Hautchemie oder meiner Probe etwas "nicht stimmt". Aber ich habe Titan nun mehrfach getestet und hatte immer wieder diesen eher runden, angewärmten, kräutergartenartigen Eindruck. Und der ist gar nicht mal so übel, wäre der Duft nicht so unglaublich leise und trotz moderater Sillage (und sogar leicht überdurchschnittlicher Haltbarkeit, wobei man die letzte Zeit nur noch ambratisches Holz wahrnimmt) enorm unauffällig. Trotzdem: Das Testen hat Freude gemacht und der Dufteindruck war sehr angenehm.

Ein wenig erinnert Titan mich an Tabac Gentle Men's Care - nur ist Titan etwas weniger fruchtig, noch weiter unisex, und deutlich ruhiger. Eine Ähnlichkeit zu Declaration von Cartier sehe ich eher nicht, ist jener doch sehr viel frischer, maskuliner, eckiger, lauter, rauchiger und pfefferiger. Also fast das Gegenteil zu Titan, mal abgesehen davon, dass beides Herrendüfte sind.

Light Blue pour Homme Dolce&Gabbana von PhoenixNoctulus 2017-04-17

Kühl-krautige Noten (eine Menge Wacholder und Rosmarin, etwas weniger Eichenmoos) mischen sich mit säuerlich-aquatischen Zitrusfrüchten (sehr viel saure Grapefruit, eine moderate Menge herber Bergamotte und geringfügigst süße Orange) und schwarzem Pfeffer. Zitrisch, kühl, krautig, herb, pfefferig. Darunter noch etwas würziger Weihrauch und ein wenig moderat temperiertes Holz (Rosenholz rieche ich aber, ehrlich gesagt, nicht explizit), und eine geringe Menge etwas puderiger Moschus, um die Noten zu verbinden.

Der Gesamteindruck ist frisch, maskulin, für meine Nase leider etwas aufdringlich und laut, auch bei sparsamem Auftrag. Und die einzelnen Duftnoten finde ich auch unangenehm synthetisch, gerade die Zitrusnoten erinnern mich eher an Spülmittel - sorry! Von der Formel her auch nichts Besonderes; solche zitrisch-aquatisch-frisch-krautigen Düfte gibt es etliche. Wäre der Duft früher erschienen, hätte man ihm vielleicht noch eine Vorreiterrolle bei diesem Genre zugestehen können, aber er erschien erst 2007, da war das lange nichts Neues mehr. Mit dem Geschmack ist es ja immer eine subjektive Sache, aber auch ganz objektiv kann man hier wohl sagen, dass der Duft ziemlich durchschnittlich und nichts Besonderes ist, weder in der Qualität seiner Duftnoten noch in der Komposition. Möglicherweise hat er es deswegen zu so einer hohen Popularität gebracht - er schwimmt eben mitten im Strom. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Dolce&Gabbana Pour Homme Dolce&Gabbana von PhoenixNoctulus 2017-04-17

Eine schöne Nerolinote mischt sich mit süß-fruchtiger Orange und anderen sanften Zitrusfrüchten, luftigem Salbei und aromatischem Lavendel. Dazu kommt schwarzer Pfeffer, den ich anfangs in seiner Schärfe etwas anstrengend finde - aber das verfliegt zum Glück schnell.

Die besonders durch zarte Orangigkeit und sehr weichen, fast schon puderigen Salbei geprägte Mischung wird dann noch etwas durch warm-würzigen Pfeifentabak und eine süßliche Tonkabohnennote untermalt, außerdem mit einem kleinen bisschen Holz. Der Gesamteindruck des Duftes ist kräuterartig-frisch und zartfruchtig, mit leichter Süße, alles unglaublich dicht miteinander verwoben und puderig. Hat fast schon Unisex-Qualitäten.

Ein schöner Salbeiduft - leider aber synthetisch wirkend. Trotzdem noch nett, aber die Synthetik dämpft dann doch etwas die Lust, ihn in meine Sammlung einziehen zu lassen. Da schaue ich mich lieber nach Alternativen um (so als grobe Grundidee: Salbei + Orange + Tabak + Vanille oder Tonka)... Aber dennoch muss ich sagen, dass Dolce & Gabbana Pour Homme zu den angenehmeren Vertretern im Mainstream-Herrenduft-Bereich behört. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit leicht überdurchschnittlich.

Neonatura Cocoon Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-04-16

Feinster Schoko-Patschuli - oder, anders gesagt, eine wunderbare Mischung aus vanillig-cremig-süßlicher (aber keineswegs übersüßer, sondern auch kakaoartig zartherber) Schokolade und hauptsächlich balsamisch-ambratischem, aber auch geringfügig erdigem und holzigem, Patschuli.

Beides passt unglaublich gut zusammen, der Duft ist durch die ansatzweise kühle und sanft holzig-erdige Patschulinote weder übersüß noch überwarm, er ist relativ cremig (man riecht den zartherben Kakao schon, nur wirkt er auch nicht zu pulverig oder gar staubig, was ja auch wieder unangenehm wäre), angenehm zartpuderig, und deutlich milchiger und vanilliger, als andere Schoko-Patschuli-Düfte, die mir bisher untergekommen sind. Was die Dosierung der einzelnen Duftnoten betrifft, fällt Neonatura Cocoon für mich genau richtig aus. Ein leckerer Gourmand-, gleichzeitig aber auch einhüllend-tröstlicher Wohlfühlduft (Cocoon trifft es namentlich sehr gut), gerade toll für graue Herbst- oder Wintertage, mit moderater Haltbarkeit und Sillage.

Heute ist er leider nur noch zu sehr überhöhten Preisen verfügbar, da der Duft vor mehreren Jahren eingestellt wurde (der Originalpreis lag bei gut 25 Euro für 50 ml, heute liegen die Preise für gebrauchte Flacons um die 90-100 Euro bei Ebay und Co). Bin ich froh, zumindest noch eine kleine Miniatur dieses Duftes zu besitzen (die nach all den Jahren noch immer nicht im Geringsten ihren Duft verändert hat)... Ich kann nur hoffen, dass Yves Rocher diesen Duft vielleicht doch eines Tages wieder zurück ins Sortiment holt. Viele Fans würden es ihnen danken.

Amour De Cacao Comptoir Sud Pacifique von Glückskind 2017-04-16

Amour de Cacao duftet gleich zu Beginn nach Orangenschalen.
Das riecht erstmal verdächtig nach Fruits de Noel Orange & Chocolat von Yves Rocher.

Amour de Cacao bekommt aber durch die intensive
Kakaonote die nun folgt, wesentlich mehr Tiefe.
Die Orangenschalen werden immer schwächer.

Und auch ich rieche jetzt wie Janine eindeutig
Kaba Kakao! Mein Testumfeld bestätigt das und
fordert einen großen Becher.

Vanille ist hier das perfekte Gegengewicht zum Kakao.
So wird es nicht zu staubig und monoton.

Der Duft wird insgesamt cremiger und geschmeidiger.
Ganz so, als hätte jemand zart schmelzende Kakaobutter untergerührt.

Am nächsten Tag bleibt ein Rest echter Vanilleschote übrig.
An mir hält der Duft mit sanfter Sillage ca. 10 Stunden.

Ein Schokoschmankerl :)
Danke für die Möglichkeit zum ausgiebig testen aquaria :*

Amir Tonatto Profumi von PhoenixNoctulus 2017-04-15

Die ersten Momente rieche ich eigentlich nur Petitgrain. Aber angenehm und bestechend natürlich! Und nach einigen Minuten kommt sie dann auf einen Schlag hervor: Eine üppige, dichte Mischung aus Räucherharzen, dunklem Holz, Pudermoschus, und Zitrusfrüchten und -blüten (fruchtige Orange, ein Hauch Zitrone und, für meine Nase, auch Bergamotte und Neroli; die strahlend-warme Fruchtigkeit der Orange wird noch einmal durch Ambra verstärkt).

Der Duft entwickelt sich in so viele Richtungen gleichzeitig, ohne dabei aber dysharmonisch zu wirken. Etwa gleich stark rieche ich fruchtig-süße und warme Noten, kühles und dunkles Holz, grüne und zitrisch-säuerliche Akzente, und letztlich auch noch Räucherwerk, gleichzeitig luftig und hell, aber auch rauchig, harzig, würzig. Eine wunderbare Mischung aus Weihrauch und Myrrhe. Ich meine, das, was alles gewissermaßen auf ein Level bringt und miteinander angenehm verbindet, dürfte die sanft puderige Moschusbasis des Duftes sein.

Ich bilde mir übrigens ein, dass dieser Duft ursprünglich als Herrenduft hier verzeichnet war. Tatsächlich ist Amir eine Schreibvariante des Wortes "Emir", was vom Befehlshaber militärischer Truppen über den Stammesfürsten bis hin zum obersten Herrscher eines Emirats unterschiedliche Dinge bedeuten kann - die allerdings alle etwas Kriegerisches und Herrisches an sich haben. Aber ist Amir nun ein Herrenduft? Ich würde meinen, klassischerweise schon (mit Zitrus, Holz, Weihrauch) - aber mit seiner enormen Fruchtigkeit durch die Orangennote dann doch ein etwas ungewöhnlicher. Und auch Damen können natürlich einen Duft tragen, auch wenn er herb-holzige Elemente besitzt - als Damenduft im klassischen Sinne würde Amir aber wohl nicht durchgehen. Unisex - ja, da würde ich mitgehen, aber es bleibt ein ungewöhnlicher Duft auch für diese Schublade.

Übrigens habe ich bei meinen letzten Tests mit Amir eine merkwürdige Erfahrung gemacht: Es kommt mir vor, als würde ich, wenn ich direkt am Handgelenk rieche, hauptsächlich die Zitrusnoten wahrnehmen. Als feiner Sillage-Nebel kommt mir aber doch immer wieder fast pures Räucherwerk (Holz und Harze - zusammen an echte Räucherstäbchen erinnernd) in die Nase, da rieche ich die Zitrusfrüchte kaum. Das habe ich so noch bei keinem Duft erlebt - Amir ist also auch in der Hinsicht wirklich ungewöhnlich. Ein wirklich spannender Duft. Haltbarkeit und Sillage sind deutlich überdurchschnittlich.

Dama Tonatto Profumi von PhoenixNoctulus 2017-04-15

Irispuder, zartblumig, sauber, aber keineswegs brisig, sondern eher sanft und idyllisch. Beigemengt ist ihm ein Hauch von (ebenfalls puderigem) Veilchen. Ordentlich unterfüttert wird dieses Puderblumen-Duo von einer cremig-goldenen Oppoponax-Note (noch einmal verstärkt mit süß-cremiger Vanille und warmem Ambra). Die balsamisch-vanillig-süßen Noten wärmen den Duft auf - machen ihn für mich bei den aktuellen Frühlingstemperaturen aber zum Glück auch noch nicht überwarm. Allzu rauchig fällt er bei mir auch nicht aus, es ist eher ein feines goldfarbenes Leuchten, das durch den cremeweißen Iris-Veilchen-Pudernebel hindurchscheint. Sicher auch ein tröstlich-kuscheliger Duft für den Winter, allerdings auch jetzt im Frühling noch sehr gut tragbar. Für mich in erster Linie ein Puderduft, wenn auch mit deutlich cremig-balsamisch-warmen Untertönen. Die Sillage fällt tatsächlich sehr hautnah aus, die Haltbarkeit liegt allerdings durchaus bei bis zu 8 oder 9 Stunden (wobei in der letzten Zeit hauptsächlich eine nur noch leicht "angepuderte" cremige Oppoponax-Vanille-Ambra-Mischung erhalten bleibt). Kein allzu komplexer Duft - aber für Freunde/Freundinnen warm-süß-cremiger Puderdüfte definitig einen Test wert!

Sandalo Per Teti Tonatto Profumi von PhoenixNoctulus 2017-04-15

Teti, italienisch für Tethys: 1. eine Titanin der griechischen Mythologie; 2. ein Saturnmond; 3. ein Meer im Erdzeitalter des Mesozoikums; 4. eine Gattung gehäuseloser Meeresschnecken. In der Schreibweise mit "i" statt "y" steht der Name außerdem für eine griechische Meeresnymphe und einen Asteroiden, außerdem gibt es diverse Seen und Berge, die so benannt wurden. Und diverse Schiffe. Nachdem ich das recherchiert hatte, war ich nicht schlauer als zuvor... Habe lediglich das Gefühl, dass der Name oftmals einen Bezug zum Meer hat. Aber sagt das etwas über Sandalo per Teti von Laura Tonatto aus? Nicht wirklich.

Allerdings finde ich den Namensbestandteil "Sandalo" auch fast schon etwas irreführend. Sandalo per Teti ist nämlich ein astreiner Teeduft! Wunderschöner vollmundiger Schwarztee, leicht süßlich-fruchtig - auch noch mit Zitrone und fruchtiger Orange verstärkt - andererseits aber auch leicht krautig und sogar ein wenig rauchig, noch einmal gestützt durch eine ganz zarte Lavendelnote und etwas (Eichen?)Holz. Sandel ist zwar tatsächlich auch dabei, und zart in Form einer weichen, hellen Holznote, die sich zwischen Schwarztee und zartfruchtiger Zitrone einreiht, zu erkennen. Man nimmt sie wahr, aber sie dient letztendlich doch nur dazu, die Teenote zu stützen. Eine prominente Sandelholznote kann man hier wirklich nicht erwarten, weder weich und milchig noch herb-holzig-maskulin; nein, hauptsächlich riecht man hier eine wunderbar abgerundete, natürliche Teenote, mit etwas hellem Holz unterfüttert. Nicht sehr komplex, aber ein wirklich schöner, nicht zu "flacher", Teeduft. Für LiebhaberInnen von Teedüften definitiv einen Test wert! Haltbarkeit und Sillage sind leicht überdurchschnittlich.

Allure Homme Edition Blanche Chanel von odoratus 2017-04-15

Für mich ein leckerer Sommerduft, der sich auch prima als Frauenduft eignen würde. Als Basisduft bleibt eine angenehm säuerliche Zitrus-Bergamotte-Note, etwas Sandelholz, Vetiver, Zeder und Puder (von Amber und Moschus). Irgendwie finde ich, es schwingen auch noch blumige Noten von weissen Blüten mit, obwohl solche nicht erwähnt werden. Hauptsächlich durch das Puderige und Holzige eignet es sich im Sommer auch als Abendduft.

Ecume de Rose Les Parfums de Rosine von verbeene 2017-04-15

eine rose mit dornen: würzigen, hellen, kräftigen dornen.
johannisbeere und wasserlilie eröffnen frisch und streng.und dann schleicht sich rosenduft ein, leise, sehr rein und kein bißchen sentimental.
wie eine rose, die auf nasse erde fiel und nun erdgeruch, regen und kräuterhauch auf ihren blättern widerspiegelt.
eine herbstrose.... vielleicht die letzte vor dem nächsten frost...

eine herbe, rätselhafte rose, die man nicht vergisst....

eigentlich eher ein herrenduft...
und auch hier assoziiere ich keinen jungen mann.

er ist noch jung und unerfahren... der schmetterling aus dem hause dali. schwerelos und glücklich segelt er in einem meer von weissen blüten. völlig betäubt von einer eleganten tuberose, torkelt er in ein bett von maiglöckchen.in bodennähe, mit leichtem holzgeruch , fängt er sich wieder,
schwingt sich erneut auf , schüttelt den blütenstaub der lilien von seinen flügeln und hält ausschau nach stärkeren, würzigeren blüten.....
spielerisch kommt dieser duft daher. blütig, ohne schwer zu sein.
elegant, ohne streng zu wirken....
leichtes mit der vorahnung von substanzreicherem...

Für den klassischen Duft im Alt-Innsbruck ist ausschliesslich Tabak verantwortlich. Das Tabakaroma wird aus den Blättern der Tabakpflanze gewonnen. Ein intensiver warm-süsslicher, blumiger Duft mit Ausprägungen entweder zu Moos, Holz, Melasse oder Honig, je nach Hersteller. Für mich gehört Tabak eher zu den BALSAMISCHEN Düften, als zu den AROMATISCHEN. Aber das kann man auch anders sehen. Durch die süss-warme, balsamisch-orientalische Komponente eignen sich Tabakdüfte auch bestens für den Winter und Abend.

Für mich ist der Tabakduft im Alt-Innsbruck ebenfalls süss-warm, hat einen Hang zu Honig und Moos und eine mitschwingende Note von weissen Blüten und Rosen. Ich liebe diesen Duft. Allerdings ist er mir insgesamt einfach zu süss, deshalb trage ich ihn selten. Übrigens ist im Alt-Innsbruck auch eine geballte Ladung Menthol enthalten, welches man auf der Haut intensiv spürt, jedoch überhaupt nicht riecht. Dieser hohe Menthol-Anteil macht Alt-Innsbruck im Sommer nach dem Rasieren zu einer herrlichen Erfrischungsbombe.

Marlborough Cologne D.R.Harris von odoratus 2017-04-14

Bin froh, dass ich es testen konnte. Meine Erwartungen lagen höher. Obwohl ich die holzigen Aromen überaus liebe, finde ich Marlborough von Harris ziemlich eindimensional. Es gibt nichts Aufregendes zu entdecken. In der Kopfnote nehme ich etwas Farniges/Krautiges/Würziges wahr, das nirgends erwähnt ist und das mir gar nicht gefällt. Nach 5 Minuten verfliegt es und es bleiben nur noch Zeder und Sandelholz übrig, wobei Zeder viel dominanter ist. Nach weiteren 10-15 Minuten tritt die Zeder etwas zurück und ein schönes, weiches Sandelholzaroma tritt in den Vordergrund. Erst jetzt vernehme ich im Hintergrund auch leichte Zitrusnoten, die etwas Frische beitragen.

Zusammenfassend bin ich etwas gespalten: Die Kopfnote missfällt mir, die Mittelnote (Herznote) mit der dominanten Zeder schafft es nicht, mich zu begeistern. Erst die bleibende Basisnote (Sandelholz und Zitrus) stellt mich zufrieden. Leider hält sie nicht besonders lange an und die Sillage wünschte ich mir auch ausgeprägter. Also, obwohl mir die Basisnote gut gefällt, sind "Harris Marlborough" und ich nicht wirklich Freunde geworden.

Red Thyme Panier des Sens von PhoenixNoctulus 2017-04-14

Obwohl der Duft den Namen Thym Rouge trägt, riecht man hier gar nicht so viel Thymian. Es ist schon eine leichte, frische, krautig-süßherbe Note vorhanden, hauptsächlich empfinde ich den Duft aber als durch Beerennoten geprägt. Da sind leicht säuerliche dunkle Johannisbeeren, Brombeeren, außerdem aber auch saftig-süße Blaubeeren. Hintergründig riecht man auch noch eine ganz zarte Weißblühernote (luftiger Jasmin?), außerdem macht Pfingstrose den Duft blumig und sehr puderig - was toll zu der Waldfrucht-Note passt. Nicht außer Acht zu lassen ist außerdem das Sandelholz, das unglaublich milchig ausfällt. Gerade mit den Blaubeeren zusammen hat der Duft somit sogar etwas Milchshakeartiges an sich. Der krautige Thymian sorgt dabei gut dafür, dass der Duft insgesamt nicht zu süß und eintönig fruchtig wirkt, außerdem bekommt er dadurch etwas ein wenig Erwachseneres.

In der Anfangsphase fand ich Thym Rouge noch gar nicht so spannend, um ehrlich zu sein; ich roch fast nur Cassis. Mit der Zeit sillagierte aber schließlich immer mal wieder ein Hauch köstlicher Waldbeermilch mit leckerem Thymiankraut und einem Hauch Puder in meine Nase. Ich muss sagen, der Bestellfinger zuckt ;) Und das schlechte Gewissen ruft, weil ich doch schon zu viele Düfte habe... Andererseits: Thym Rouge hat, obwohl als Eau Fraiche angeboten, eine moderate bis leicht überdurchschnittliche Sillage. Die Haltbarkeit liegt auch bei gut 5-6 Stunden. Qualitativ wirkt er sehr gelungen, die einzelnen Duftnoten fallen extrem natürlich aus. Und beim Preis von unter 20 Euro für 50 ml ist der Duft auch noch relativ kostengünstig. Wer milchig-puderige Waldfruchtdüfte mag und nichts gegen Thymian hat, sollte sich Thym Rouge mal ansehen.

Sea Fennel Panier des Sens von PhoenixNoctulus 2017-04-14

Ein paar Fakten zu Beginn: Der Meerfenchel wird auch als Bazillenkraut bezeichnet. Es handelt sich um eine sukkulente Pflanze, die direkt in der Gischt an felsigen Meeresküsten wächst, und die schon seit der Antike regional als Gewürz verwendet wird.

Wie Meeres- oder Seefenchel real riecht, weiß ich nicht; Sea Fennel von Panier des Sens fällt allerdings deutlich aquatisch und auch etwas salzig aus. Das resultiert vermutlich aus der Mischung von zartfruchtiger, aber hauptsächlich aquatischer Wassermelone und klar-grünlichen Noten von Lilie und Maiglöckchen. Auch etwas Zedernholz ist dabei, das kühl und ebenfalls leicht wässerig wirkt. Ebenso rieche ich eine sehr zarte, verwässerte Zitronennote. Dazu kommt allerdings noch eine ganze Menge Freesie.

Außerdem ergibt sich ein merkwürdig rosiger Eindruck, genau genommen hätte ich, ohne Blick auf die Duftpyramide, schwören können, dass in dem Duft eine größere Menge säuerlich-klar-taufrischer Rose vorhanden wäre. Oder, noch präziser: Ich hätte ich den Haupteindruck von Sea Fennel insgesamt als Mischung aus einer eben solchen Rose, Freesie und einem Hauch Fenchel, außerdem diversen aquatischen Meerwassernoten beschreiben wollen. Ein klarer, wässeriger, grünlicher Duft mit leichter Fruchtig-, Blumig- und Würzigkeit. Sillage und Haltbarkeit sind moderat.

Baiser Fou Cartier von PhoenixNoctulus 2017-04-14

Dieser Flanker von Baiser Volé soll, so heißt es, an puderigen Lippenstift erinnern, was ursprünglich auch mein Testgrund war. An Lippenstift fühlte ich mich nun beim Testen aber absolut nicht erinnert - eher an cremige weiße Schokolade mit flüssiger Himbeerfruchtfüllung.

Tatsächlich ist es ein relativ süßer weißer Schokoduft, vanillig, cremig. Die Orchidee wirkt eher milchig denn blumig, was aber auch zur Schokonote passt. Dazu kommt die Himbeernote, die sehr intensiv ist, und auch ziemlich säuerlich. Sie wirkt relativ naturnah (eigentlich alle Noten, auch die Schokolade), aber eben doch sehr stark dosiert im Verhältnis zu den anderen Noten.

Süße weiße Schokolade mit Himbeersoße also. Wer das mag, sollte Baiser Fou definitiv auf seine Testliste setzen. Mir persönlich ist die Süße ein wenig zu intensiv, bzw. fehlt mir bei diesem Duft irgendwie das ausgleichende Element. Wobei ich ihn an sich qualitativ schon sehr gut gemacht finde, nur ist er eben nicht ganz mein persönlicher Geschmack. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.

Allure Homme Sport Chanel von odoratus 2017-04-14

Ein frischer Frühlings- und Sommerduft für den Tag. Ganz ok, aber insgesamt nichts Aufregendes. Die süsslichen Tonka- und Vanillenoten sind für mich an der obersten Grenze.

Dirty English for Men Juicy Couture von NebelGeîst 2017-04-14

Dirty English war auch bei mir ein Blindkauf. Aber eigentlich eher, weil es damals oft mit dem eingestellten Gucci Pour Homme verglichen wurde.
Mit dem es sowas von rein gar nichts zu tun hat, genau so gut könnte man sagen, Uralt Lavendel röche ähnlich.

ALs der Flakon bei mir ankam, ich die Verpackung aufriss, kam die erste Enttäuschung. Ich kannte nur Produktbilder, bei denen die beiden Anhänger mit Lederband am Deckel befetigt waren, diese fehlten. Der Deckel wirkte sehr billig, das Plastik war nicht mal richtig silbern.
Aber man soll ja ein Buch nicht nach dem Einband beurteilen, heißt es so schön, also enthusiastisch aufgesprüht. Kaum etwas gerochen. Noch mehr aufgesprüht. Noch immer nur ein blasser Hauch von Duft.
Dezente, wässrige Würze mit imaginärem Holz. Mehr war nicht da.
War meine Nase kaputt?

Danach gings ins Kino, ich fühlte mich nackt, duftlos und auch meine Begleitung fand, dass das recht schwach duftete, trotz der mehr als zehn Spritzer.
In der Folge hab ich den Flakon erst mal sehr vernachlässigt. Als ich ihn wieder hervorkramte und nochmal trug, ich glaube es war damals nur so, zu Hause, geschah etwas, dass in den vergangenen Jahren immer öfter vorkam. Nachdem der Flakon erst mal angebrochen und etwas Luft hinein gekommen war, begann eine Metamorphose, der duft reifte, wie ein Wein nach dem dekantieren.
Ja, man konnte ihn jetzt tatsächlich riechen. Nur roch es immer noch ganz anders als erwartet, bei all den Beschreibungen und Vergleichen und den angegebenen Noten.
Für mich kaum ledrig, auch gar nicht so stark holzig, dafür ziemlich würzig. Nicht nur Kardamom, ich meinte da auch Sternanis heraus zu riechen, vielleicht auch eine wässrige Kümmelnote, aber so undominant, das man da wirklich nicht mit dem Finger drauf zeigen konnte.
Holz war zwar da, aber Oud konnte ich nicht wirklich ausmachen. Mir schienen das eher eine (synthetische) Zeder und unspezifische Holzaspekte zu sein.
Das Ganze wirkte niemals wirklich dicht und komplex, eher, und ich benutze dieses Wort inflationär in den letzten Rezensionen, transparent. Und das ist der offenkundigste Unterschied zum Gucci-Duft.

Ich mochte es nicht.

Aber das lag wohl eher an der Erwartungshaltung, denn mittlerweile trage ich es ab und zu ganz gerne mal, aber seiner selbst wegen, nicht wegen vermeintlichen, imaginären Ähnlichkeiten.

Mittlerweile weiß ich auch, woher die Transparenz kommt. Dirty English ist einer der Düfte, die auf einer überdosierten Iso E Super-Basis aufbauen.
Zahm passt hier übrigens ganz gut als alternative Beschreibung.
Mittlerweile bin ich generell davon abgekommen, Düfte haben zu wollen, nur weil andere Menschen Ähnlichkeiten zu teuren oder nicht mehr verfügbaren Parfums sehen, jedes Menschen Nase funktioniert anders, und olfaktorische Eindrücke werden anderen Erinnerungen zugeordnet. Es endet daher meist nur in Enttäuschung. Und wenn man mit einem Duft darob Enttäuschung assoziiert, bleibt die Nase vielleicht blind für etwas, das einem eigentlich gefallen könnte.
Riechen ist eben doch eine ungemein emotionale Sache und Gefühle können da durchaus mal stören.

Die Haltbarkeit ist bei mir schwach bis moderat, trotz des Iso E Super. Die Sillage würde ich ebenfalls als moderat bezeichnen.
Im TK Maxx waren 100ml Flakons einige Zeit für unter 20€ zu haben, leider wollte sie anscheinend niemand, sie hingen ewig. Auch ich hab mir keine Backup-Flasche gekauft, denn auch wenn ich sehr viel davon aufsprühe, wenn ich ihn trage, so trage ich ihn doch generell eher selten und sollte er dereinst einmal leer sein, gehe ich davon aus, dass es kein Duft sein wird, den ich schmerzlich vermisse.

Le Male Jean Paul Gaultier von odoratus 2017-04-14

Vor vielen Jahren hatte ich dieses EdT im Abstand von etwa drei Jahren gleich zweimal geschenkt bekommen und konnte mich nie wirklich damit anfreunden. Die Vanille- und Tonkabohnen-Noten sind für mich zu dominant; ebenso die starken, fast stechenden, Gewürz-Komponenten.
Wer es mag, erfreut sich an der Ausdrucksstärke und Langlebigkeit.

Le Voluttuose Notturno Fiorentino Bois 1920 von Glückskind 2017-04-14

Silver Iris von Atelier Cologne

Kopfnoten:Tangerine,rosa Pfeffer,schwarze Johannisbeere
Herznoten:Mimose,Veilchenblatt,Iris
Basisnoten:Patschuli,weiße Ambra,Moschus

Le Voluttuose Notturno Fiorentino von Bois 1920

Kopfnoten:Bergamotte,schwarze Johannisbeere,Pfeffer Herznoten:Jasmin,Rose
Basisnoten:Moschus,Virginiazeder,Tonkabohne,Vanille.

Ich habe ganz bewußt erstmal die Duftpyramiden von Silver Iris und Le Voluttuose Notturno Fiorentino zum vergleichen untereinander gestellt.

Denn als ich die schöne Abfüllung von aquaria (vielen Dank dafür) aufsprühte, erinnerte der Duft mich sofort an Silver Iris von Atelier Cologne!

Nur eben ohne Iris ;)

Beide haben im Auftakt spritzige Zitrusnoten, super saftigen Johannisbeeren und einer Prise Pfeffer.

Auch ich nehme wie aquaria eine krautige Note wahr.
Diese riecht für meine Nase eher wie die Blätter der Johannisbeere im Hochsommer. Krautig, beerig und etwas grün. Auch die Tonkabohne steuert hier etwas krautige Waldmeisternoten bei.

Beide Düfte haben eine leckere Süße im Hintergrund.
Eher fruchtig und angenehm als klebrig.

Die Blumen kommen an mir bei Le Voluttuose Notturno Fiorentino nicht so sehr zum tragen.

Es ist die schwarze Johannisbeere, die für mich der absolute Star dieser unglaublichen Hochsommernacht ist.

Ich bin wieder ein Kind, sitze im Nachthemd bei weit geöffnetem Fenster auf dem Fensterbrett und atme die süße Nachtluft ein.
Es ist Sommer, die Luft kühlt sich einfach nicht ab.
Und so duftet der ganze Garten bei Nacht noch lieblich nach den Gaben von Mutter Natur. Direkt neben meinem Fenster steht der Johannisbeerstrauch.

Ich klettere leise raus um ein paar Beeren zu naschen.
Das Gras ist noch warm und leicht feucht unter meinen nackten Füßen. Ein köstlicher Moment bei dem einem vor Freude das Herz in der Brust hüpft. Die nächtliche Stille untermalt von gelegentlichem Grillenzirpen, die berauschende Nachtluft eines grandiosen Sommers und die heimlich gepflückten Früchte in der Hand und im Mund. Ein einzelnes, träumendes Menschenkind das der Natur lauschend durch den nächtlichen Garten streift....


Vielen Dank für diese duftende Erinnerung!


Fazit:

Ein unglaublich tragbarer und schöner Johannisbeertraum in Duftform!

Gefällt mir um Längen besser als die Silver Iris.
Bei der staubigen Silver Iris fehlte mir einfach diese Leichtigkeit,
die Le Voluttuose Notturno Fiorentino hier trotz Vanille und Tonka erreicht.

Le Roy Soleil Salvador Dali von aquaria 2017-04-13

Ich roch beim Blindtest sehr süßen Pfirsich in süßem Pfirsichsirup, garniert mit anderen, „fleischigen“ Früchten und kriegte ungefähr denselben Eindruck wie beim Aqaba Spring: Viel zu süß fruchtig für meinen Geschmack. Ich sehe jetzt in der Duftpyramide, dass es sich um Marille handelt, ändert aber nichts an meinem Eindruck.
Dieser Duft könnte, genau wie der Aqaba Spring ein äußerst charmanter, femininer Duft sein, aber er entwickelt sich an meiner Haut zu Fruchtmus. Noch schlimmer, er erzeugt phasenweise einen Hauch von überreifem, gärendem Obst. Da auch die Umgebung mit Ambra, Rose, anderen süßen Blüten, Vanille und süßen, wie gezuckert wirkenden Gewürzen sehr süß geraten ist, fehlt mir hier eindeutig ein frisches, erdendes oder sonst wie ausgleichendes Element, was merkwürdig erscheint, wenn ich mir die umfangreiche Duftpyramide anschaue. Da wäre einiges enthalten, das den Duft frischer machen könnte; zeigt sich aber an mir nicht.
Mag an meiner Hautchemie liegen, aber mir ist dieser Duft viel zu klebrig und unangenehm süß. Auch wenn er sich im Verlauf etwas beruhigt, kriege ich die zuckrigen Fruchtmus-Eindrücke der ersten Stunde nie ganz aus der Nase.

La Liturgie des Heures Jovoy Paris von PhoenixNoctulus 2017-04-13

Ein wunderschöner, durchaus "kirchlicher", Weihrauchduft. Anfangs noch nadelwaldig und gleichzeitig tauartig grün, kommt mit der Zeit immer deutlicher die letztendlich den Duft komplett prägende Mixtur aus Myrrhe und Olibanum-Weihrauch zum Tragen. Einerseits hat das Räucherwerk etwas Ätherisch-Leichtes und strahlend Helles an sich, was mich ein wenig an Messe de Minuit von Etro erinnert. Allerdings ist die Myrrhe hier kräftiger dosiert, sodass La Liturgie des Heures mit der Zeit wunderschön tiefharzig, würzig, leicht ambratisch und auffällig rauchig daherkommt. Insgesamt wirkt dieser Duft etwas wärmer als Messe de Minuit, durch seine Rauchigkeit aber auch etwas maskuliner. Wer weiß, vielleicht zieht er bei mir ein, wenn Messe de Minuit irgendwann aufgebraucht ist... Die Haltbarkeit beträgt locker 10-11 Stunden, die Sillage ist überdurchschnittlich. Für Fans rauchiger Weihrauchdüfte definitiv einen Test wert!

Solitaire Al Haramain Perfumes von PhoenixNoctulus 2017-04-13

Im Auftakt eine Explosion aus herb-säuerlichen Zitrusfrüchten (Zitrone, Bergamotte) und Kümmel. Kühl, krautig-bitter, säuerlich. Ich schreibe es noch einmal ;) : Kümmel. Dazu bemerke ich kühles, maskulines Zedernholz im Hintergrund.

Mit der Zeit wird es langsam etwas wärmer und ein wenig würzig. Pfeifentabak und Leder kommen hervor, ein wenig ambratisch anmutendes Patchouli, ein Hauch helles (aber wieder eher kühles) Holz. Ich muss allerdings sagen: Die warmen Noten entwickeln sich nur sehr schwach und sehr langsam. Sie gehen in der Kümmelnote so gut wie unter. So blieb der Duft bei meinen letzten Tests in erster Linie kühl, krautig-bitter und auch leicht wässerig. Ich hoffe, das liegt daran, dass es aktuell nicht allzu warm ist (die Temperaturen überschreiten nicht die 15 Grad); vielleicht braucht Solitaire (man bedenke das Klima im arabischen Raum) heißere Temperaturen, um sich richtig zu entwickeln. Von daher werde ich den Duft im Hochsommer noch einmal testen - und hoffe, dass sich dann neben kühl-bitterem Kümmel und verwässertem Zitrus auch noch schöne, warm-würzige Noten von Tabak, Leder und Patchouli entwickeln, die beim aktuellen Wetter leider deutlich zu kurz kommen.

Immerhin, was Sillage und Haltbarkeit anbelangt, ist Solitaire jetzt schon ein Kracher: Beides ist deutlich überdurchschnittlich (aber könnten die langsame Duftentwicklung und dementsprechend ewig anmutende Haltbarkeit nicht wirklich darauf hindeuten, dass der Duft mehr Wärme braucht?).

Vorerst abschließend ein paar Worte zum Flacon: Er besteht aus stabilem Metall, das käfigartig (und außerdem in sehr dekorativer Lyra-Form) um ein Glasröhrchen, in dem das Parfümöl sich befindet, herum gearbeitet ist. Ob der Flacon einen Sturz überleben würde, kann ich nicht genau sagen, aber das Metall wirkt schon sehr schwer und widerstandsfähig. Der Deckel lässt sich abschrauben, oder besser gesagt, schraubt man damit einen langen Applikator-Stab aus Glas heraus, mit dem man das Öl auftragen kann. Qualitativ wirkt das Fläschchen mit allen seinen Einzelteilen wirklich hochwertig gefertigt, was ich bemerkenswert finde, angesichts der Tatsache, dass ein Flacon regulär für nur etwa 15-20 Euro erhältlich ist.

Blackpepper Comme des Garcons von PhoenixNoctulus 2017-04-13

Ausgerechnet ICH teste einen Pfefferduft? Einen, der sich selbst beschreibt mit: "An electric collision of molecules: the crash of spicy pepper seeds suspended within infinite darkness"? Einen, der sich schon BlackPepper nennt, was ja deutlich den Fokus des Duftes angeben sollte? Kurz gesagt: Ja. Was hier liegt, wird getestet ;) Denn manchmal kommt dabei Unerwartetes heraus.

In diesem Fall beispielsweise die Erkenntnis, dass ich BlackPepper weder besonders pfefferig finde (im Ernst, da sind mir schon öfters deutlich "schlimmere" Schwarzer-Pfeffer-Noten in Düften begegnet, die den Pfeffer nur als gewöhnliche Kopfnote verwenden!), noch besonders dunkel.

Ja, es stimmt schon, der Pfeffer spielt in diesem Duft eine Rolle. Er kommt vor - von Anfang bis Ende. Er ist leicht scharf, definitiv würzig, aber nicht im Geringsten so heftig, wie ich ihn bei der Namensgebung des Duftes erwartet hätte. Er kommt moderat daher, etwas abgerundet, er sticht nicht in der Nase; ich mag die Note an sich noch immer nicht sonderlich, aber es überkommt mich nicht der Pfeffer-Horror, den ich eigentlich erwartet hätte.

Was ich allerdings unter dem Pfeffer errieche, ist für mich deutlich spannender: Eine wunderschöne authentische Tonkabohnennote! Mit all den natürlichen Nuancen, die Tonka so an sich hat, also nicht einfach nur marzipanig süß oder cremig-vanillig, aber auch nicht einfach nur Coumarin; nein, sie riecht wirklich wie eine echte Tonkabohne, wenn man sie in natura vor sich hat: süßlich, aber auch herb und würzig, ein Geruch, der mir sehr gut gefällt. Insgesamt aber schon, im Vergleich zum Pfeffer natürlich, eher warm und süßlich.

Dazu kommt eine Mischung aus ambratischem Patschuli, einer verhältnismäßig weichen Zedernnote und leicht puderigem Moschus, die man zusammengefasst wohl nur als warm und samtig bezeichnen kann. Sie ist nicht besonders stark ausgeprägt, vermengt sich aber harmonisch mit der Tonkanote und gibt so schon ein kleines weiches und warmes Gegengewicht zum Pfeffer. Leicht rauchig-warme Anteile bemerke ich auch, sollte das die Oud-Note sein?

In dem Sinne: BlackPepper könnte durchaus als Pfefferduft durchgehen, ist aber orientalisch-holzig, warm und süß unterfüttert, was dem Pfeffer viel von seiner Explosivität nimmt. Ich sehe hier kein schwarzes Loch, keine ewige Dunkelheit, sondern einen pfefferig-tonkalastigen (Herren-)Duft, der durchaus auch weniger exzentrischen Nasen schmeicheln dürfte und ziemlich gut tragbar ist. Ich persönlich liebe die Tonkanote in diesem Duft, mag aber persönlich keinen schwarzen Pfeffer, daher wird der Duft bei mir nicht einziehen (dass ich einen Pfefferduft nicht abschrubben musste, bedeutet aber wirklich schon sehr viel!). Aber gut gemacht finde ich ihn schon, für Leute, die Pfefferdüfte mit warm-süßlichem Gegengewicht mögen, definitiv testenswert. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Comme Une Evidence L`Eau de Parfum Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-04-13

Nun hatte ich also auch ein Pröbchen von der 2017er-Version von Comme une Evidence in der Eau-de-Parfum-Variante vor mir. Es ist, natürlich, noch immer die altbekannte, leider wenige spektakuläre (aber durchaus gefällige) Mischung aus ambratischem (nicht im Geringsten erdigen, kalten, krautigen oder holzigen) Patschuli und einer einerseits leicht puderigen, andererseits aber auch zart frischen, frühsommerlichen Rosennote, mit einem Hauch von herbsäuerlicher Bergamotte oben drauf. Für mich in erster Linie ein Rosenduft.

Im Vergleich zum Eau de Toilette, von dem ich eine Miniatur besessen habe, das ich daher auch öfters mal trug, fällt das Eau de Parfum eher wärmer aus, ich würde auch meinen, die Rose ist etwas süßlicher und puderiger, während das Eau de Toilette insgesamt etwas frischer und kühler ausfiel (ich glaube, da war damals auch etwas Maiglöckchen und Moos dabei, dadurch war der Duft anfangs auch etwas grüner).

Also, insgesamt lässt sich wohl sagen: Nichts Neues aus dem Hause Yves Rocher. Aber wer Comme une Evidence in einer der älteren Versionen mochte/mag, kann bedenkenlos auch wieder zur 2017er-Version greifen.

Sous le Vent Guerlain von aquaria 2017-04-13

Aus dem Discovery-Päckchen:
Ein grün-chypriger, aromatischer Traum vom Feinsten. „Sous le Vent“ bringt mich zum Träumen. Ich sehe mich inmitten saftig grüner, fruchtbarer Wiesen mit aromatisch duftenden Kräutern, über die ein milder, warmer Wind weht und eine freundlich milde Sonne lächelt.
Zitrone, spritzig, fröhlich, nach natürlichem Zitronensaft duftend, und herbere, etwas "schärfere", aber nichtsdestotrotz ebenfalls ultrafrische Bergamotte machen in Kombination mit Estragon an mir den Auftakt. Ich vermute stark, auch einen Touch von Verbenenkraut und eventuell Zitronenmelisse zu riechen, bin mir aber nicht sicher. Jedenfalls findet meine Nase hier alles an hellen und etwas aromatischeren Zitrusnoten vereint, die einen Duft zu einer prickelnden Erfahrung machen.
Aldehyde erzeugen die Ahnung einer leichten Brise, bringen die Zitrusnoten zum Schweben und Leuchten. „Sous le Vent“ ist in dieser Phase zum Niederknien schön. Glitzernde Zitruströpfchen, die von sanftem Grün abgefangen und abgemildert werden, die nicht nur frisch säuerlich zitronig reichen, sondern auch eine kleine Andeutung von sonniger Süße in sich tragen; allerdings nur angedeutet, vergleichbar mit der Süße von Dill und anderen frischen Kräutern. Lavendel rieche ich nicht extra heraus, aber ich merke seine glasklare, „brisige“ Schärfe, die den Duft zusätzlich belebt, förmlich aufwirbelt.
Der Auftakt ähnelt übrigens dem „Philtre d’Amour“, der ähnlich belebend startet, dann allerdings in eine herbere Richtung geht, während die Reise mit „Sous le Vent“ in Richtung Hobbiton geht. Frisch, grün, sonnig, fröhlich.
Auch die ersten Minuten des „Eau de Rochas“ bieten eine ähnlich frische, bezaubernde Zitrusdusche, „Sous le Vent“ hält diesen wunderschönen Charakter aber wesentlich länger und verfügt im weiteren Duftverlauf über mehr Tiefe.
Warum ich dem Auftakt soviel Text widme, hat schlicht und einfach den Grund, dass diese Eindrücke sehr, sehr lange anhalten und diese für mich den Grundcharakter des Duftes während des gesamten Duftverlaufs ausmachen.
Im Mittelteil mischt sich etwas andeutungsweise „Farniges“ dazu, der Duft wird ruhiger, gedämpfter, wirbelt aber nach wie vor als Zitruslächeln und als frischer, grüner Wind um mich herum. Die anfangs nur sehr schwach vernehmliche Süße wird nun etwas deutlicher. Nicht nur das milde Grün entwickelt sich etwas süßer (aromatisch süßer), ich merke auch mild blumige Akzente, die den frischen Duft „auffüllen“, ihm Textur verleihen, ihm zwar nichts von seiner Frische nehmen, ihn aber nicht zu kühl erscheinen lassen.
So geht’s weiter bis zum Schluss. Der hellgelbe Zitruscharakter und die hellgrüne, milde Kräuterigkeit bleiben bestehen; der Duft drumherum entwickelt sich langsam, je näher zur Basis, desto blumiger, wärmer, milder und pudriger... und auch etwas moosiger, von Stunde zu Stunde weicher und anschmiegsamer.

Ich liebe diesen Duft. Ich würde ihn ohne Zögern kaufen, gäbe es ihn noch zu annehmbaren Preisen. Im Moment ist ein Angebot um 400$ im Netzt zu finden. Kurz war ich am Überlegen, aber 400$ ist er mir dann doch nicht wert. Das heißt, wert wäre es mir der Duft schon, aber irgendwo muss ich mir vernünftiger Weise auch (Schmerz-)Grenzen setzen.
Es macht mich wieder einmal ein bisschen traurig, dass ich die besten Düfte oft erst dann entdecke, wenn es sie kaum mehr zu kaufen gibt; und wenn, dann zu astronomischen Preisen.

Großes Danke an die edle Probenspenderin. Mit dieser Probe hast du mir, und wahrscheinlich der ganzen am Wanderpaket beteiligten Truppe, einen riesigen Wunsch erfüllt.
Und ihr werdet den Duft alle testen können. :-)) Da das Pröbchen nur mehr halb voll war, habe ich nur einen kleinen Sprüher auf meinem Handrücken getestet. Auf diesem kleinen Sprüher basiert auch meine Beschreibung, und ich hoffe, ich bin dem Duft gerecht geworden, auch wenn ich ihn nicht ausführlicher kennen lernen kann.
Der eine winzige Sprüher ist übrigens auch jetzt noch nach 8 Stunden und mehrmaligem Händewaschen auf meinem Handrücken schwach zu riechen. Soviel zur Haltbarkeit.

Sculpture pour Homme Nikos von odoratus 2017-04-13

Ein EdT das ich seit Jahren immer wieder benütze. Die zitrischen und blumigen Komponenten machen es für mich zu einem typischen Frühlings- und Sommerduft. Der blumige Duft bleibt recht lange und deutlich erhalten. Die holzig-harzigen Komponenten bleiben in der Basis erkennbar, aber ziemlich zurückhaltend.
Wenn man Sculpture pour Homme am späten Nachmittag oder frühen Abend aufträgt, so verfliegen die Zitrusdüfte in der Kopfnote bald und es bleiben die blumigen und die harzig-holzigen Basisdüfte, somit es sich auch prima als Abend-/Nachtduft im Frühling und Sommer eignet.
Der einzige Kritikpunkt bleibt für mich die etwas zu dominante Note der Tonkabohne.

Spirit of Cashmere Musk Spirit von aquaria 2017-04-13

Suuuper Qualität für wenig Geld!
Den Auftakt empfinde ich noch etwas plastikartig, aber eine Viertelstunde gewartet und ein sehr dichter, satter Moschus-Vanille-Ambraduft macht sich breit.
Aufgelockert durch sauberen, weißen Moschus und helle, süß-blumige Noten, aus denen ich vor allem eine fruchtige Orangenblüte herausrieche und eine in sanftem Cremeweiß leuchtende Tuberosennote erahne, verschmilzt „Cashmere Musk“ in ein plüschiges, sehr warmes und ziemlich süßes Creme-Erlebnis.
Warmer, molliger Moschus, ein warmes, auf mich leicht karamellig wirkendes Ambra-Vanille-Duett und die genannten „Auflockerer“ verleihen dem Duft eine Textur, die sich weich und einhüllend anfühlt wie Kaschmir. Möglich, dass sogar ein kleiner Touch Cashmeran dabei ist, aber hier stört er nicht extra bzw. wird er von der gewaltigen Vanille-Ambra-Tonka-Moschus-Welle einfach überrollt.
„Spirit of Cashmere Musk“ entwickelt an mir dieselbe Dichtheit, Schwere und Süße wie „Hypnotic Poison“, ist aber für meine Nase angenehmer zu tragen. Weiß nicht genau, woran es liegt, aber the Spirit empfinde ich als atmungsaktiver und weniger aufdringlich, auch wenn es wirklich ein ziemlich süßer, warmer und dichter Duft ist.

Aus dem Discovery-Päckchen:
Ein sehr „runder“ und weicher Rosenduft, der es schafft, zugleich warm als auch brisig-würzig-frisch zu wirken.
Nach einem Auftakt mit dem satten und authentischen Duft rosafarbener, samtig cremiger Rosen und rosafarbener, fülliger Pfingstrosen mischt sich rasch etwas Ultra-Frisches dazu. Muss die Rosengeranie sein, die mir hier eine brisig kühle, anfangs beinahe mentholartige Frische beizutragen scheint, ähnlich einem kühlen Frühlingswind, der über die voll erblühten Rosen und Pfingstrosen streicht, später macht sie sich vor allem mit einigen hellgrünen Akzenten und einer Andeutung herbzitrischer, sauberer Frische bemerkbar.
Das Faszinierende daran ist, dass die Rosenmischung nie ihren warmen, rosigen Schimmer und die sonnige Wärme dabei verliert. Im Gegenteil; die frischeren, herberen Akzente scheinen diese Wärme und Weichheit im Kontrast noch deutlicher fühlbar zu machen. Unterstützend cremig und Tiefe gebend wirkt die Moschusbasis, und ich nehme an, es sind unterschiedliche Moschusarten. Ich glaube sowohl kühlen, sauberen, weißen Moschus als auch wärmeren, fülligeren und cremigeren Moschus zu riechen.
So entwickelt sich „Rosa Geranium“ an mir zu einem anhaltenden, skinnigen Rosenhauch, der angenehm dezent begleitet. Für Rosenliebhaber, die es dezent mögen, müsste dieser Duft ein Gedicht sein.

Iris Nobile Sublime Acqua di Parma von aquaria 2017-04-13

Danke, liebes Glückskind, für die Probe!
Den Iris Nobile kannte ich schon, war nie so recht mein Duft, da er sich holzig an mir entwickelte. Iris Nobile Sublime startet vielversprechender mit einer zitrisch-sonnigen, weiß leuchtenden Iris, entwickelt sich aber nach spätestens einer halben Stunde ebenfalls als zu holzig für meinen Geschmack.
An mir läuft die Iris nur unter „ferner liefen“. Was ich in der ersten halben Stunde vor allem rieche, ist kräftiges, leicht öliges, grünes und wunderschön zitrisch frisches Neroli mit pudriger Irisbegleitung, etwas später zeigt sich „Iris Nobile Sublime“ an mir vor allem als Orangenblütenduft, ebenfalls mit pudriger Irisbegleitung, aus der bald aber eine ziemlich holzige Pudrigkeit wird. Birke und Zeder merke ich relativ deutlich in der Mischung. So ergibt sich für mich ein nüchterner, oft herber Duft, in dem eine sehr trockene Iriswurzel mit trocken-pudrigen, mehligen Holznoten konkurriert.
Das Ylang-Ylang nehme ich nur als leise Süße wahr, die schwach aus dem Hintergrund hervor leuchtet, die Orangenblüten bleiben lange deutlich vernehmbar, ihr zitrischer Charakter bleibt als letzter Duftrest sogar noch nach dem Abwaschen auf der Haut, aber, wie es so oft bei mir der Fall ist, muss ich mühsam um die herb-holzigen Noten herum riechen, um den Rest des an sich schönen Duftes mitzukriegen.
Schade. Es wäre ohne Frage ein eleganter Duft, und damit meine ich seine feine Transparenz und die unaufdringlich zurückhaltende und ätherisch pudrige Duftprojektion. Auch die Art, wie alles verwoben ist, spricht für Qualität.
Aber dennoch nicht meine Art von Duft. Trotzdem alles gut. Ich bin jetzt froh, nicht den Iris Nobile Sublime bei dir eingetauscht zu haben. :-)

Choco Musk Al-Rehab von aquaria 2017-04-13

Für mich das bessere „Chocolate Greedy“. :-)
Kakaopuder, der weder schwitzig noch buttrig wird, sondern durchgehend trocken pudrig bleibt. Anfangs rieche ich cremiges Schokoladen-Milcheis, wenn sich Vanille, Moschus und Kakao besonders deutlich zeigen. Die Schoki ist zu diesem Zeitpunkt süß und fließt in zartcremigem Schmelz.
Der Duft entwickelt sich aber zunehmend trockener und pudriger. Im Mittelteil rieche ich eine geöffnete Box Kakaopulver; der Duft ist noch immer süß, hat aber bereits merkbare würzige und durch die Myrrhe frisch-balsamische Anteile. In der zweiten Hälfte des Drydowns spielt er schließlich seine zimtig-trockene, aromatische Würzigkeit voll aus, pudrig-samtiges Sandelholz kommt dazu und die Vanille wird fluffiger.
So trage ich einen traumhaften schokoladigen Duft mit cremigem, warmem Zentrum und umwerfend schöner, schokopudriger und würziger Duftprojektion.
Interessant ist, dass sich der Duft bei kühlerem Wetter eher zurückhaltend und nicht besonders lange anhaltend zeigt, bei wärmeren Temperaturen, oder wenn ich selbst leicht ins Schwitzen komme, verwandelt er sich in einen lang anhaltenden, balsamisch-cremigem Schokohimmel mit Puderwölkchen. Ich geb die Haltbarkeit deshalb mit "moderat" an. Kommt eben drauf an, wann man den Duft trägt.
Vielen Dank für diese schöne Entdeckung, Glückskind!

Come la Luna Bois 1920 von aquaria 2017-04-13

Aus dem Discovery-Päckchen:
An mir startet dieser Duft wie eine Mischung aus Ginger Ale, Almdudler und einem Spritzer Zitrus.
Ein hell-kräuteriger, süßer und prickelnder Auftakt. Auch beim Blindtest habe ich das mild grüne und sehr „parfümige“ Galbanharz aus der Ferne lächeln gesehen.
Dieser grün-harzige Eindruck verstärkt sich später. Das Galbanharz zeigt neben seinem hellgrünen Leuchten auch seine etwas herbere und dunklere Seite. Auch die kräuterigen Anteile werden kräftiger, dunkelgrüner und damit etwas herber. Zusammen mit den stetig prominenter werdenden holzigen Noten, die anfangs mild rauchig wirken, später einen bitteren und dunklen Hintergrund ergeben, entwickelt sich "Come la Luna" an mir zu einem aromatisch frischen, teils scharf würzigen und kräuterigen, teils noch immer dunkelzitrischen und galbanharzigen Duft.
Gefällt mir gut, wird mir aber im Verlauf dann auch etwas zu maskulin, vor allem durch die rauchigen Holznoten in Verbindung mit etwas herb krautig wirkendem, dunkelgrünem Patchouli. Die Rasierwasser-Assoziationen von ceb9002 kann ich dennoch erst nach mehr als 8 Stunden Tragedauer nachvollziehen oder wenn ich den Duft über Nacht an der Haut lasse.
Ich rieche ab den Herznoten einen frisch-krautigen, noch immer leicht zitrischen, frisch-würzigen und trocken-holzigen Duft, der im Hintergrund auch einiges an milder Ambra-Wärme mitschwingen lässt.
Mein Duftbild dazu ist ein lichter Wald, irgendwo in Skandinavien. Helle, lichtdurchflutete Birkenwälder und kühle Temperaturen. Kein Unterholz, keine nadelholzigen Gewächse. Eigentlich rieche ich hier nur belebend aromatische Waldluft mit sehr feinen Kräuteraromen, mit dunkelgrünem, krautigem Patchouli und mit dem Duft von Birkenholz.
Durch die Mischung aus Ambra, zitrischen Akzenten und Galbanharz lässt „Come la Luna“ auch durchaus einen „parfümigen“ Charakter mitschwingen. Außerdem vermute ich einige Aldehyde in den Übergängen, die für mich den Eindruck nach frischer Luft und Weite erzeugen.
„Come la Luna“ ist wieder mal ein Duft, der für mich Weite spürbar macht, eine endlos sich vor mir erstreckende Landschaft abbildet, und er drückt für mich auch Einsamkeit und angenehm stille Leere aus, wie eine urtümliche, unberührte Landschaft. Ein Birkenwäldchen im Mondlicht, in einer kühlen (aber nicht kalten), hellen Vollmondnacht? Erklärt das den Namen? Für mich nicht so wirklich. Statt Mondlicht sehe ich eine schwach zitrische Sonne im Duftbild.
Für mich Klimts „Birkenwald“ in einem Duft. Ich rieche aber nur die Baumstämme, nicht das auf dem Boden verteilte Laub.

No. 48 Roter Mohn Frau Tonis Parfum von PhoenixNoctulus 2017-04-12

Ein typisches Mohnblumen-Parfümerie-Aroma, erinnerend an Opium, in der Kopfnote einerseits mit Zitrus, andererseits mit einer kühlen Anis-Fenchel-Mischung aufgefrischt (wobei ich zugeben muss, die Kombination Anis-Fenchel erinnert mich immer ein wenig an Magentee ;) ). Eine geringe Menge prickeliger, aber auch nicht zu scharfer, Pfeffer ist auch noch mit dabei. Der Fokus liegt aber definitiv auf der Mohn-Note - frisch und zartwürzig aufgewertet. Abgesehen von dem Bisschen Würze (und etwas Zitrus und Kräuter im Auftakt) ein erstaunlich leichter blumiger Duft (jedenfalls für Mohn - oder liegt das daran, dass diese Note einem sonst meistens in schweren, rauchig-würzig-süßen Orient-Krachern begegnet?).

Insgesamt nicht sonderlich komplex, aber wer eine leichtere, etwas einfacher gestrickte, auch zu wärmeren Zeiten tragbare, Variante von Opium sucht, der könnte "Roter Mohn" auf jeden Fall mal testen.

No. 70 Habanera Frau Tonis Parfum von PhoenixNoctulus 2017-04-12

Habanera war tatsächlich eine Zeit lang für mich das, was einem Signaturduft noch am nächsten kommen würde. Jedenfalls abseits der warmen Monate - denn es ist ein warmer, sogar etwas ambratisch anmutender Duft, der sich mit größerer Hitze leider nicht so recht verträgt. Abgesehen davon ist er aber wirklich schön, wenn man es denn ledrig, tabakartig, holzig, rauchig mag.

Pfeifentabak ist das Stichwort. Warm, würzig, süßlich (fast schon ein wenig vanillig oder in Richtung Tonkabohne) - vermengt mit ebenso warmem, würzigem, süßlichem Leder ;) Dazu kommt eine Eichenholznote, die einerseits etwas kühl-maskulin, andererseits aber auch wieder rauchig wirkt - und damit für mich auch irgendwie wieder etwas wärmend. Muss wohl die Assoziation zum Abend am warmem Kamin sein... Übrigens bin ich mir auch ziemlich sicher, dass in dem Duft Weihrauch vorhanden ist, auch wieder pendelnd zwischen, einerseits, ätherisch-kühl und etwas maskulin, und, andererseits, warm-harzig-ambratisch.

Insgesamt wirkt der Duft aber doch warm und leicht würzig, von den einzelnen Duftnoten ausgehend ein klassischer Herrenduft, wobei er sich in seiner Wärme und Süßlichkeit schon ein wenig der Unisex-Grenze annähert. Und für Frauen, die die Geschlechtergrenzen bewusst (oder aus purer Gleichgültigkeit Konventionen gegenüber) missachten, ist er sowieso absolut tragbar.

Habanera ist, das muss man schon zugegeben, kein besonders komplexer Duft. Aber er ist markant und man begegnet ihm außerordentlich selten. Die Sillage ist sehr ausgeprägt, man sollte also sparsam sprühen - es sei denn, man WILL die Blicke auf sich ziehen. Die Haltbarkeit liegt ebenso deutlich über dem Durchschnitt und kann durchaus 12 Stunden erreichen. Wer lederig-rauchig-balsamische Tabakdüfte mit einer gewissen Süßlichkeit und Wärme mag, für den dürfte das Testen sich auf jeden Fall lohnen.

No. 37 Veilchen Frau Tonis Parfum von PhoenixNoctulus 2017-04-11

Das Veilchen spielt hier, wie der Name schon ganz simpel ausdrückt, die Hauptrolle: Ein intensives, eigenwilliges Aroma, leicht kühl, sehr klar, blumig, ganz zart fruchtig (beerig); dabei aber auch etwas vanillig-süßlich, sogar ein wenig lakritzig, mich hauptsächlich an Veilchenpastillen und Veilchenlakritz erinnernd. Für meine Nase auch gar nicht so wirklich puderig, sondern eher grün, waldig, tauartig, ja, sogar leicht aquatisch, was sicherlich auf die grünen und dunkel-holzigen Nebennoten zurückzuführen ist. Und dabei aber eben auch pastillig süß. Ich würde tatsächlich vermuten, dass diesem Duft die u.a. in Skandinavien und Frankreich verbreiteten Veilchen-Süßigkeiten Pate standen. Falls es tatsächlich so ist, ist der Duft wirklich sehr gut getroffen. Die Haltbarkeit ist leicht überdurchschnittlich und liegt bei etwa 7-8 Stunden (was ich für einen Duft dieser Art bemerkenswert finde), die Sillage ist moderat.

No. 74 Laguna Frau Tonis Parfum von PhoenixNoctulus 2017-04-11

Laguna kommt mir nicht einfach nur wie irgendein Zitrusduft vor. Er ist nicht einfach nur säuerlich-spritzig, auch nicht bloß limonadenartig, sondern von einer entspannten, ruhigen, idyllisch-wässerigen, sommerlichen Harmonie.

Natürlich rieche ich durchaus auch säuerliche Zitrone, spritzige Grapefruit und kühle Limette. Allerdings ist da auch eine sanfte, fast schon ein wenig milchige Süße im Hintergrund - evtl. Vanille? Außerdem ist da noch irgendeine ganz zarte aquatische Note vorhanden, geringfügig salzig. Wie warmes, sonnenbeschienenes Wasser. Vielleicht auch ein wenig helles Sandelholz, für die Cremigkeit. Oder bemerkt man noch eine leicht puderige Moschusnote? Ich denke, was ich sagen möchte, ist klar.

Ein Sommertag. Weicher, heller Sand. Warmes Wasser, zum Baden einladend. Sanfte Noten cremiger Zitrusfrüchte. Der Name Laguna passt jedenfalls außerordentlich gut zu dem Duft. Fröhlich, sonnig, aber auch gleichzeitig leicht erfrischend.

Allerdings auch ein wenig statisch, und auch Haltbarkeit und Sillage fallen leider nur unterdurchschnittlich aus, aber direkt beim Hersteller ist der Duft überaus günstig (wir reden hier von 5 Euro pro 100! ml Eau de Cologne), da kann man den Duft problemlos öfters nachsprühen, ja, bei dem Preis könnte man sogar, im wahrsten Sinne des Wortes, darin baden...

No. 88 Bahia Frau Tonis Parfum von PhoenixNoctulus 2017-04-11

Süße, marzipanige-milchige Mandelcreme, aufgepeppt mit einer leicht feurigen Portion Zimt. Darüber ein wenig weißblühende, etwas cremig-puderige, blumige Magnolie, die zugegeben in der Mandel-Zimt-Mischung (die an sich, wie gesagt, an Marzipan oder auch ein wenig an Chai Latte - nur ohne jegliche zartherbe, grünliche oder aquatische Note von Tee - erinnert), etwas wunderlich wirkt, wenn aber auch nicht wirklich störend. Zitronengras fällt mir bei Bahia nicht so wirklich auf, wenngleich im Auftakt ein wenig zitronige Säuerlichkeit wahrzunehmen ist. Die verschwindet allerdings nach wenigen Momenten auch schon wieder.

Insgesamt kein besonders komplexer Duft, auch ziemlich statisch. Eine kleine Abfüllung besaß ich davon, die ich manchmal ganz gern benutzte (gerade auch als Liebhaberin von Chai Latte...), aber auf Dauer ist der Duft mir dann doch zu einseitig und gleichförmig (auch, wenn die Zimtnote etwas Pepp ins Mandelmilch-Thema hineinbringt und den Duft damit davor schützt, übersüß zu werden), also habe ich ihn nicht noch einmal nachgekauft. Wer süßliche, mandelige Düfte mag, könnte Bahia aber durchaus mal testen. Die Haltbarkeit ist deutlich überdurchschnittlich, die Sillage überschreitet den moderaten Bereich leicht.

Concentre d`Orange Verte Hermes von odoratus 2017-04-11

Im Hochsommer mein absoluter Favorit.
Nach meinem Empfinden handelt es sich beim Hauptduft "grüne Orangen" eher um Bitterorangen (Pomeranze) als um die (normale, süsse) Orange. Die Bitterorange wird jedoch in der Duftkomposition gar nicht erwähnt.

White Tubereuse Reminiscence von KarateArwen 2017-04-11

Gestern in den Niederlanden hatte ich wieder die Möglicheit Düfte zu testen ,die es hier in Deutschland nicht mal eben so im Geschäft gibt.White Tuberose ist mir sofort aufgrund seines wunderschönen Flacons aufgefallen.Der Deckel hat etwas vom Hippie Style.
Ich mag Tuberose ,aber meistens ist diese Blume immer sehr kräftig an mir und nimmt die Luft zum Atmen.White Tuberose ist luftig ,hell mit einer schönen Würzigkeit.Der Duft ist perfekt für die beginnende Frühjahrszeit.Aber auch an einen kalten Wintertag ist er bestimmt schön ,als Seelentröster.Der Duft hat die Tuberose im Vordergrund.Am Duftrand bewegen sich diverse grüne und krautige Noten ,die den Duft leichter und beschwinglicher erscheinen lassen.Die leichte Holzigkeit machen den Duft haltbarer.
Ich finde ihn ganz toll und werde mir in der nächsten Zeit den Flacon zulegen.Haltbarkeit liegt bei über 8 Stunden.

Reve d'Ossian Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-10

Ein Kiefernwald, kühl und holzig, voller frosterstarrtem Baumharz. Reste erloschener Lagerfeuer, der letzte Nachhall ritueller Räucherungen. Aldehyde emulieren kühle, auch etwas feuchte Luft. Auch ein wenig waldnasse Erdigkeit kann ich herausriechen, etwas würziges Leder.

Anfangs ist der Wald eher dunkel und nass, fast schon etwas ungemütlich. Er wirkt verlassen, die Feuer sind aus, nur noch Asche ist zurückgeblieben.

Mit der Zeit wird es wärmer und trockener, aber für mich zum Glück nie überwarm. Feuriger Zimt, golden strahlende Harze, süßliche Aromen von Tonkabohnen, es riecht ein wenig nach Süßigkeiten, nach Honig, nach gebrannten Nüssen. Noch immer ist da aber der kühle Wind, der Wald, die Erde. Aber gleichzeitig strahlt es hell und warm daraus.

Ein schöner wärmender Duft für kalte Tage, egal, ob zum letzten spätherbstlichen Mittelaltermarkt vor Saisonende oder zur Waldweihnacht. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit beträgt etwa 10 Stunden.

Violettes du Czar Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-10

...und mal wieder Russisches Leder. Zartwürzig, leicht ambratisch und süßlich-vanillig, mit wunderschönen balsamischen und holzigen Rauchtönen. Dieses Mal allerdings mit Noten gepaart, die deutlich femininer wirken: Feines Iris- und Veilchenpuder, dazu auch eine frische, scheue Wildveilchennote. Blumig, klar, unverwechselbar - typisch Veilchen eben.

Schade finde ich, dass der Duft wohl bei vielen Leuten weniger gut ankommt. Die, die ihn als (Damen-)Veilchenduft sehen, bemängeln die von einigen Menschen schon als sehr heftig empfundenen Leder- und Rauchnoten im Hintergrund, die sie als harsch und männlich empfinden. Die, die einen Herren-Lederduft erwarten, stören sich an den als feminin empfundenen Puder- und Blütennoten. Ich würde sagen, manchmal sollte man diese Unterscheidungen, diese selbsterlegten Grenzen, einfach mal streichen. Und wenn man diese Weiblich-/Männlich-Schranken im Hirn mal abschaltet, dann sieht man, dass blumiges Puder und rauchiges Leder durchaus harmonieren können. Und zwar sehr gut. Allerdings störe ich mich auch nicht an "männlichen Damendüften" oder "weibischen Herrendüften". Violettes du Czar ist in der Hinsicht tatsächlich etwas eigen - aber genau das macht den Duft auch markant. Mir gefällt er.

Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Heliotrope Blanc Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-10

Vanillig-mandeliger (marzipaniger) Heliotrop, wirklich ziemlich süß, noch einmal untermalt mit Tonkabohne und süßlichem, zart zitrisch anmutendem Benzoe-Harz. Unterfüttert ist diese süß-marzipanige Note mit Massen an Puder: Einerseits moderat sauberer Moschus, andererseits Veilchenblatt und ebenso zartblumige Iris, dazu noch eine klassische Reispudernote und eine fröhlich-sonnige Mimose, sehr üppig, man kann sich richtig vorstellen, wie der Blütenstaub durch die Gegend fliegt. Und damit wäre der Haupteindruck dieses Duftes für mich auch zusammengefasst: Marzipanig-süßer Heliotrop und puderig-fröhliche, sommerliche Mimose.

Nicht extrem komplex, aber man bemerkt schon, dass der Duft aus mehr als nur einer Heliotrop- und einer Mimosen-Note besteht, man kann die diversen unterstützenden Noten schon herausriechen. Alle wirken sehr hochwertig und perfekt aufeinander abgestimmt. Insgesamt finde ich den Duft persönlich aber schon ein wenig zu süß; ja, die Puderigkeit ist schön, die Mimose finde ich richtig toll, aber insgesamt wäre mir der Duft schon angenehmer, wenn da noch etwas Ausgleichendes, vielleicht Kühleres, oder zumindest nicht ganz so Süßes, mit in der Rezeptur wäre. Aber das ist ja auch immer Geschmackssache. Auf jeden Fall ist Heliotrope Blanc ein sehr gut gemachter, qualitativ vorbildlicher Duft. Sillage und Haltbarkeit sind leicht überdurchschnittlich.

Marions-Nous Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-10

"Marions-Nous" - "Lass uns heiraten": Was für einen Namen hatte sich das Haus Oriza 1928 da für seinen neuen Duft ausgesucht! Und doch empfinde ich ihn als sehr passend. Marions-Nous wirkt auf mich einerseits sehr elegant, edel und formell, andererseits aber auch fröhlich und ja, sogar ein wenig verspielt. Ein Gegensatz, der einerseits an den hochoffiziellen und ernsthaften Akt einer Eheschließung erinnert, andererseits an die manchmal leicht-verspielt-fröhliche, auf jedenfalls emotionale Angelegenheit der Verliebtheit. Und dabei ist es ein sehr ungewöhnlicher Duft, einer, der heutzutage so ziemlich einmalig unter den Düften ist (oder jedenfalls habe ich in den letzten Jahrzehnten nichts Vergleichbares gerochen).

Deutlich fällt die Aldehyd-Note ins Gewicht, klar, luftig, wie ein Frühlingstag. Passenderweise liegt eine kräftige Hyazinthen-Note in der Luft, aber auch sanfte Weißblüher wie Jasmin und Orangenblüte, die sich mit einer würzigen Gartennelke, süßlich-tropisch anmutender Ylang-Ylang-Blüte und einer cremigen Mischung aus zarter Rose, Iris, milchigem Sandelholz und Moschus vermengen. Zur Würzigkeit trägt weiter Gewürznelke bei, die Süße der Ylang-Blüte wird noch einmal verstärkt durch vanillig-mandelige Tonkabohne. Interessant finde ich, dass sich in diese blumig-kühl-würzig-cremige (und leicht süßliche) Mischung dann auch noch eine deutliche animalisch anmutende Zibetnote hinein ergießt. Sie passt toll zu den anderen würzigen Noten, besonders zur Gewürznelke. Außerdem bringt sie etwas sehr Opulentes in den Duft mit hinein.

Einerseits also verspielte Frühlingsblüten und fröhlich-sonnige Töne von Ylang, andererseits seifig-cremig-würzig, irgendwie formeller und ernsthafter ("erwachsener") wirkende Nuancen. Und dazu sogar noch die animalische Üppigkeit von Zibet. Marions-Nous ist ein wirklich vielschichtiger und facettenreicher Duft, der mich allein durch seine Ungewöhnlichkeit schon fasziniert. Der Duft wirkt insgesamt und auch in seinen einzelnen Duftnoten sehr hochwertig und ist sehr stimmungsvoll komponiert worden. Die Sillage ist leicht überdurchschnittlich, in Sachen Haltbarkeit gelingt Oriza hier wieder ein ein bemerkenswertes Ergebnis von gut 10-11 Stunden und mehr. Wer sich für ungewöhnliche Düfte mit einem deutlichen historischen Anklang interessiert, sollte Marions-Nous auf jeden Fall mal testen!

Jardins d'Armide Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-10

Bei ALzD konnte ich über die Idee hinter diesem Duft lesen: "Armida war eine Zauberin von großer Schönheit und Verführungskraft. Nachdem sie sich in den Ritter Rinaldo verliebt hatte, erschuf sie einen verzauberten Garten, in dem sie ihn als liebeskranken Gefangenen hielt." Großes Kino! Und entsprechende Erwartungen hatte ich, gerade auch, da die anderen Düfte von Oriza mir bisher immer sehr stimmig erschienen.

Allerdings erfüllt Jardins d'Armide meine Erwartungen in der Hinsicht leider nicht, trotz tatsächlich sehr verführerisch aussehender Duftpyramide. Der verzauberte Garten scheint nämlich schlaraffenlandartig aus Zuckerwatte und Marzipan zu bestehen und ist für meine Nase einfach übersüß, im negativen Sinne.

Rosenwasser + Mandeln + Honig + Tonkabohne = zuckersüßes Marzipan. Tatsächlich ist die Marzipannote auch noch heftig puderig (Puder, Moschus, Veilchen, Iris, evtl. auch noch ein wenig Rose) unterfüttert, was die Süße und Wärme des Duftes aber keinesfalls mindert, im Gegenteil. Frische Akzente finde ich in diesem Duft einfach nicht. Keine Glyzinie, die Orangenblüte fällt auch nur süß aus und versackt in der Honigmasse. Kein Gegengewicht. Ja, ein wenig Nelke merkt man noch, etwas blumig-würzig, ein wenig grün, aber sie fällt gegenüber der klebrig süßen Marzipan-Honig-Masse einfach nicht ins Gewicht. Vielleicht ist es meine individuelle Hautchemie, ich weiß es nicht, aber außer Marzipan rieche ich tatsächlich kaum etwas. Puderiges, übersüßes, überwarmes Marzipan.

Dabei wirken die einzelnen Duftnoten durchaus hochwertig, von sehr guter Qualität ist der Duft schon, das rieche ich heraus. Aber die Süße ist mir persönlich dann doch einfach zu erschlagend. Für Liebhaberinnen sehr süßer, honigartiger Düfte mag Jardins d'Armide allerdings möglicherweise ein puderiger Traumduft sein. Bei der Haltbarkeit von über 12(!) Stunden und überdurchschnittlicher Sillage kann man auf jeden Fall nicht meckern, wenn einem der Duft an sich gefällt. 100 ml sind für 120 Euro erhältlich.

Sweet Inspirations Zoella Beauty von Glückskind 2017-04-10

Zoella ist die Körperpflegelinien der Bloggerin Zoe Sugg.
Eigentlich lese ich keine Blogs.

Es sei denn ich möchte von einem bestimmten Produkt ein Swatch sehen. Oder allgemein eine Review zu einem Produkt lesen. Wäre ich heute nicht über einen riesen Aufsteller von Zoella bei Rossmann gestolpert, ich hätte dieses Körperspray wohl nie kennengelernt.

Leider steht weder auf dem Body Mist noch auf dem Aufsteller wie dieses Spray denn nun eigentlich duftet.

Zum Glück gibt es ja Fragrantica :) Also das Handy gezückt und erstmal in Ruhe hier gestöbert.

Da es keinen Tester gab, mir die Duftnoten aber sehr zusagten, mußte der hübsche Flakon mit. Bei knapp 10 Euro konnte ich auch nicht wirklich wiederstehen ;)

Die Körperpflegelinie Sweet Inspirations soll von dem himmlischen Geruch süßer Macarons inspiriert sein.

Also Macaron als Duftnote (ohne das eine Sorte angegeben ist) schließe ich hier schon mal aus.
Wenn dort in den Duftnoten Macarons au chocolat stehen würde, dann könnte ich zustimmen ;)

Es riecht nicht nach Gebäck im eigentlichen Sinne.
Aber das Body Mist läßt die Haut ganz köstlich nach Kakao und Vanille duften.

Der Duft geht fast schon in Richtung Milchschokolade.
Also für mich Süßzahn genau das Richtige!

Hier darf ganz großzügig der ganze Körper eingesprüht werden. Die Sillage ist mittelmäßig, pflegende Wirkung darf man keine erwarten, da es hier nur um die Beduftung des Körpers geht.

Da hätte man doch gleich ein richtiges Parfum auf den Markt bringen können! Denn das Body Mist sprüht für Kleidung und Haare dann doch zu nass.

Wer mehr Duft braucht, der kann ja mit den Körperpflegeprodukten vorbeduften.

Wobei mir da die Inhaltsstoffe nicht so besonders zusagen. Und doch liebäugle ich mit dem Zoella beauty Body Fondant Schimmerbalsam ;) Ein wenig duftender Schoko Schimmer auf den Armen oder Beinen, wird mir im Sommer schon nicht die Haut ruinieren. Außerdem bin ich da ein echtes Verpackungsopfer! Zum anbeißen süß! Und auch noch mit Quaste... *hach*

Gucci Guilty Absolute Gucci von NebelGeîst 2017-04-09

Ich war überrascht als ich vernahm, dass die neue Leitung des Hauses Gucci wieder die alten Zeiten aufleben lassen wolle, namentlich jene Tage, in denen Tom Ford noch das Sagen hatte. Wo man doch nach dessen Fortgang möglichst alles beseitigen wollte, dass an ihn erinnerte. Ein Umstand, dem tragischer Weise auch Gucci pour Homme zum Opfer gefallen war.
Und tatsächlich, als ich dann die Noten des neu angekündigten Gucci Guilty Absolute las, war das so gar nicht mit dem, Pardon, Müll vergleichtbar, mit dem das Haus seit mehr als einer Dekade den Parfummarkt verseuchte.
Zu sagen ich war aufgeregt wäre aber dann doch eine Übertreibung gewesen, dafür hat mich Gucci in der Vergangenheit dann doch zu herb enttäuscht.
Aber es war eine Veröffentlichung, die ich zumindest tatsächlich mal wieder testen wollte, womit auch schon das höchste der Gefühle erreicht war.

Kürzlich war es dann soweit, Gucci Guilty Absolute stand in den Regalen, und ich ließ es mir auf einen Papierstreifen sprühen.
In der Tat, was da meine Nase kitzelte, hatte nichts mit den Unsäglichkeiten der letzten Jahre gemein. Und ja, die versprochenen Noten waren tatsächlich da.
Das war eine positive Überraschung und ließ Hoffnung für Guccis Parfumabteilung aufkommen.
Doch griff man auch den modernen Aspekt des Minimalismus auf, so schien es, denn nur wenig mehr als die dominantesten Noten Leder und Vetiver waren neben den vernachlässigbaren Statisten Patchouli und Zypresse zu erschnuppern. Nunja, eigentlich tatsächlich garkeine.
Für den doch recht hohen Preis der großen Flasche, die dazu noch nur 90ml Inhalt aufzuweisen hatte, war das wiederum etwas mau.
Vor einigen Jahren hätte mich das noch zu einem Kauf bewogen, aber mein kleines Alchimistenlabor hat mittlerweile soviele Zutaten, dass ich gleich dachte, sowas in der Art könne ich mir genau so gut selbst mischen, wenn auch natürlich nicht annähernd so ausbalanciert (dafür für einen Bruchteil des Preises).
Und tatsächlich hatte ich kurz zuvor ein Experiment mit Patchouli und Leder gestartet, dass in der Art gar nicht so unähnlich diesem Duft war.

Diese Woche bekam ich dann auch ein paar Pröbchen, und so trug ich ihn denn auch mal auf der Haut.
Wo er dann tatsächlich doch etwas anders roch, nämlich etwas komplexer als auf Papier.
Hier kamen dann die grünen Aspekte der Zypresse etwas besser zum Tragen, dafür erschien das Vetiver hier anders, es zeigte unerwartete säuerliche Aspekte.
Wo auf Papier zudem das Leder die Oberhand über den Thronfolger Vetiver behielt, oszillierten beide Noten auf der Haut: mal war das Süßgras dominanter, mal die gegerbte Haut, während der holzige Fond mit Patchouli und einer überraschend lange hintergründig präsenten Zypresse relativ linear blieb.
Oder mit anderen Worten, Guitly Absolute erschien doch interessanter, als zunächst gedacht.

Ausdauer und Sillage zeigten sich beim ersten vollwertigen Tragen auch von der Schokoladenseite, und das bei frühsommerlichen Temperaturen, die mich doch etwas ins Schwitzen brachten.
Ob das tatsächlich mal wieder ein Gucci ist, der bei mir einziehen darf, kann ich hingegen noch nicht sagen. Dieser säuerliche Aspekt des Vetivers ist etwas, über das ich noch kein abschließendes Urteil gefällt habe. Einerseits mag es dazu beitragen den minimalischt konzipierten Duft interessant zu halten, andererseits kann es sein, dass ich das mit der Zeit zunehmend als störend empfinden könnte.
Nichts desto trotz, wer in der vergangenen Dekade von den Herrendüften von Gucci enttäuscht war, sollte trotzdem einen Test in Betracht ziehen. Zumindest wenn er die gelisteten Noten mag und aus dem genereischen Einheitsbrei herausstechen möchte.

Passage d'Enfer L`Artisan Parfumeur von NebelGeîst 2017-04-09

Passage d'Enfer hat als Beinamen Eau d'Encense. Dieser Beiname war es, der mich zuerst auf den Duft aufmerksam machte. Konnte man doch wohl einen Weihrauchduft erwarten, dazu noch aus dem Nischenbereich.
Froh war ich also, als er im Ausverkauf auftauchte, umso mehr aber, dass einer jener unsäglichen Kunden einen Verkaufsflakon einfach ausgepackt und angetestet hatte.
Denn was ich da roch hatte so überhaupt nichts mit dem gemein, was ich mir beim Anblick der Noten vorstellte, nämlich einen holzigen Weihrauchduft mit vermutlich eher kühlen Anklängen von weißen Lilien, die in dieser Konstellation gar etwas metallisch anmuten könnten.
Denn eigentlich roch ich fast nur Lilien, nicht annähernd so kühl (aber freilich auch nicht wirklich warm) und gar nicht metallisch, mit einem minimal holzigen Hintergrund.
Ich hab die Flasche schnell wieder hingestellt und eine der anderen mit zur Kasse genommen (ich glaube, es war der Voleur de Roses).

Ein paar Monate später war er wieder bei jenem Händler, der die alten L'Artisan-Flakons nur so verschleuderte, diesmal noch günstiger. Und da konnte ich letztlich nicht mehr widerstehen und hab mir eine Flasche mitgenommen. Schließlich bestand immer noch die Möglichkeit, dass das Ganze auf der Haut ganz anders roch.
Die Hoffnung sollte sich nicht erfüllen.

Für mich bleibt dieses Weihrauchwasser sehr viel mehr ein Blumenwasser. Die Lilie ist gleich vom Start weg sehr dominant. Obwohl ich davon ausgehe, dass hier Duftmoleküle und keine natürlichen Essenzen verwendet wurden, zeigt sich die Lilie aber von einer fast schon narkotischen Seite, durchaus auch ein wenig indolisch. Das könnte einem schnell zuviel werden, wäre das Duftkonzept nicht zeitgleich von einer ätherischen Transparenz getragen, wie sie vielen Düften des Hauses inne wohnt, vornehmlich denen, die In-House-Parfumeur Bertrand Duchaufour geschaffen hat. Um ehrlich zu sein, ich hatte eigentlich angenommen, dass auch dieser aus seiner Feder stammt und war überrascht, einen anderen Namen zu lesen.
Auch auf der Haut zeigen sich die holzigen Noten anfangs äußerst zurückhaltend, nach einiger Zeit gesellt sich dann noch ein noch leichterer, dennoch dezent animalischer Moschus dazu (oder kommt das Animalische doch von der Lilie?), man nimmt ihn aber fast nicht wahr.
Und etwa so bleibt er dann ein paar Stunden, bevor sich die die Blume der Unschuld und des Todes zurückzieht und endlich die Hölzer etwas aufleben lässt. Um was es sich bei diesen genau handelt, kann ich nicht sagen, das riecht für mich sehr abstrakt und das wiederum lässt mich vermuten, dass der Akkord überwiegend aus synthetischen Riechstoffen aufgebaut ist. Ob der Transparenz könnten hier auch Iso E Super und Verwandte eine tragende Rolle spielen. Da diese Hölzer aber nie wirklich intensiv duften, vermutlich auch gar nicht wirklich stärker wurden, sondern nurch nicht länger von der Lilie überstrahlt wurden, lässt sich da nicht all zu viel deuten.
Der Moschus seinerseits bleibnt so zurückhaltend, wie er sich bei seinem ersten Auftauchen zeigte.
Mit dem Welken der Lilie kommt dann auch endlich der Acteur, den ich bei diesem Duft eigentlich suchte, der Weihrauch, nicht wirklich harzig, auch dieser eher holziger Natur.
Auch dieser ist von einer typisch untypischen Transparenz; typisch für L'Artisan, untypisch für Weihrauch an sich.
Er beherbergtzudem eine seltsam anmutende Frische. Nicht wie beim Olibanumharz, mit seinen zitrisch-terpenischen Nuancen. Aber mir auch nicht wirklich unbekannt. Erst als ich sah, wer Passage d'Enfer wirklich komponiert hatte, konnte ich aber diese Erinnerung zuordnen.
Olivia Giacobetti war auch für einen Weihrauchduft von Penhaligon's verantwortlich, Elixir. In der dortigen Pyramide war Eukalyptus enthalten. Und das passt auch zu meinem Eindruck hier, nur dass man ihn natürlich weniger dominant eingesetzt haben wird.
Übrigens ist die unschuldige Todesblume passender Weise auch dann noch präsent, wenn der Duft langsam auf der Haut erstirbt. Bei einer solchen Ausdauer muss ich dieses "Eau d'Encense" dann auch endgültig als Eau des Fleurs oder Eau de Lis bezeichnen.

Elixir habe ich letzendlich wieder weg gegeben, er war zu schwach, zu kurzlebig und zu sehr nicht das, was ich von einem Weihrauchduft erwarte.

Passage d'Enfer hält bedeutend länger, 5 bis 7 Stunden kann ich da durchaus verzeichnen. Die Sillage ist allerdings nicht wesentlich besser, ich würde sie als schwach bis moderat einstufen, ein wirklicher Hautduft ist es bei mir aber nicht.
Das dritte Kriterium hat es aber wieder mit Elixir gemein, was mich zum dem Schluss bringt, dass Frau Giacobetti wohl besser die Finger von Weihrauchdüften lassen sollte.
Betrachte ich diesen Duft aber nicht als solchen, ist er durchaus als schön zu bezeichnen. Wenn man eine gewisse Melancholie bei einem Parfum zu schätzen weiß, die ob der Leichtigkeit hier aber nicht all zu drückend erscheint.
Ob ich Passage d'Enfer wirklich behalten soll, habe ich aber noch nicht entschieden. Heute hatte ich mal Lust darauf, aber ansonsten habe ich ihn kaum aufgesprüht. Es wird wohl auch zukünftig nur wenige Gelegenheiten geben, bei denen ich mich olfaktorisch mit dieser weißen Blüte schmücken würde, denn wenn ich mal blumiger Stimmung bin, dann sind es eher Rose und Jasmin, die mich anziehen.

Masumi Coty von 2017-04-09

Wo kann ich Masumi Coty Roll On bestellen?

Amore Mio Jeanne Arthes von KarateArwen 2017-04-08

Arthes Düfte sind immer für eine Überraschung gut.Ich frage mich,wie diese Düfte so günstig herstellt werden können und dabei so hochwertig duften können.In Frankreich und Luxemburg gibt es eine riesige Auswahl an diesen Düften.Aber auch hier hat man manchmal die Möglichkeit einige Düfte erwerben zu können.Amore Mio duftet richtig herrlich erfrischend nach Orange,Zitrone und zuckrigen Noten.Leichte Gourmandnoten mit Vanille und ich glaube auch Marzipan zu erschnuppern.Kirsche kann ich überhaupt nicht erschnuppern.Eine kleine fruchtige Köstlichkeit ,die in das Frühjahr passt.Er ist sehr jugendlich und überträgt dies auch auf die Trägerin.Ideal auch für sportliche Aktivitäten.Er erinnert mich auch an etwas Grapefruit.Die Flasche ist nett anzuschauen.Wer fruchtige verspielte Düfte mit einer leichten Süße mag ,sollte ihn testen.

Sun Jil Sander von KarateArwen 2017-04-08

Sun ist der Duft ,der warme in der Sonne gebräunte Haut in einem Flacon eingefangen hat.Ich liebe diesen Duft allerdings nur im Winter,wenn die Tage dunkel und kalt sind.Wenn man Wärme braucht und Sonnenstrahlen.Oder Fernweh nach einen Sommerurlaub,Strand und Meer.Das alles ist Sun für mich.Es kommt selten vor ,das ich einen Duft unbdingt haben muss ,aber als es mal wieder kalt und dunkel war ,holte ich mir sofort Sun.Es kann angenommen werden ,das er eine Art Sonnenaromatherapie in einem Duft ist.Der Preis ist unschlagbar.Auch die passende Körperpflege ist immer wieder schön anzuwenden.Gute Laune ist mit Sun garantiert.

Style Pastels Blush Pink Jil Sander von KarateArwen 2017-04-08

Pink macht seinem Namen alle Ehre.Es ist ein ganz sanfter Vertreter.Ein wunderschöner pudriger Duft,er ist mit zarten heliotropen Noten unterlegt,welche ihn sehr deliziös wirken lassen.Wie eine gepflegte und gecremte Haut.Sehr sinnlich.Dieser Duft verströmt eine köstliche pudrige Note ,die einen behüten.Er wirkt sehr tröstlich und feminin.Amber macht ihn tragbar und haltbar.Obwohl er noch ganz schwach zu erschnuppern ist.Für mich war er der schönste Duft aus der ganzen Triologie.Leider wurde die Produktion eingestellt.Für alle Puderfans einer der schönsten Düfte.

Stylessence Jil Sander von KarateArwen 2017-04-08

Styleessence ist ein grüner ,dunkler floraler Duft.Er wirkt wie die düstere Schwester von Style.Den Urduft erkennt man , aber er ist mit Nadelholz unterlegt und wird damit sehr schwer.Vanille und Nadelholz mit Amber.Eine tolle Kombination ,die den Duft außergewöhnlich machen.Er vermittelt nicht wie der urduft diese Sauberkeit und Reinheit ,sondern es ist ein Duft der verführt und mit der Hautchemie zu einem wahren Sillagemonster wird.Ich finde ihn gerade desahalb so schön ,weil grüne Noten mit eingearbeitet worden sind.Er ist sehr lange haltbar mit über 12 Stunden.Zwei Sprüher reichen aus ,für ein intensives Dufterlebniss.Wer ätherische grüne ,aber auch vanille Düfte mag ,sollte ihn testen.

Pure Purple Hugo Boss von KarateArwen 2017-04-08

Pure Purple erinnert an Marzipan.Warm unterlegt mit Ambertönen ,die den Duft feminin machen.Pure Purple war einer der ersten Düfte die eine Marzipannote mit sich tragen.Er ist aber nicht stickig ,sondern sanft und bestens für ein Rendevouz geeignet.Leder kann ich überhaupt nicht erahnen.Ein bischen geht er in die Hugo Deep Red Richtung.Nur bei Red steht die Orange im Vordergrund und hier eben das Marzipan.Ein toller Duft dessen Flacon ebenfalls sehr schön anzusehen ist.In der Basis wird er pudrig.Eventuell durch das Alpenveilchen.Schade das er eingestellt worden ist.Ein Winterduft mit einer sehr guten Haltbarkeit.Wer Marzipan und pudrige Düfte mag ,wird ihn mögen.

Jardin des Nymphes Yves Rocher von KarateArwen 2017-04-08

Jardins ist ein sanfter aquatischer Duft ,mit feinen zitrischen Tönen.Diese limitierten Düfte werden immer zu beginn einer Sommersaison auf den Markt gebracht.Nymphes war einer für mich Schönsten davon.Er riecht klar ,wie der Flacon vermuten lässt ,nach feinen Seerosen.Er könnte auch an Searose von Davidoff anknüpfen.Schön wie ein leicht rosenlastiger Weichspüler mit der gewissen Saubernote.Der Flacon schillert ebenfalls in blau,-grünen Facetten.Ich hoffe das er nochmal irgendwann als limitierte Version erscheint.Ein absoluter Sommerduft.An kalten Tagen würde er allerdings untergehen.Dafür hat er zu wenig Strahlkraft.

Immer auf der Suche nach Düften die nach frischer Wäsche oder absoluter Sauberkeit riechen ,habe ich Chevrefeuille getestet.Er stand an einem sehr heißen Sommertag ganz cool im Regal.Er entfaltet sich wie ein warmes weißes Laken auf der Haut.Richtig natürlich und absolut sauber ,leicht würzig.Besser vielleicht wie getrocknete Baumwollhandtücher ,die einen warmen Tag in der Sonne getrocknet sind.Es ist ein Duft der Geborgenheit ausstrahlt.Die weiße Blüte macht ihn kuschelig.Der Preis ist günstig.ich finde ihn für ein Cologne ganz gut haltbar.Nach ca 6 Stunden darf man sich ruhig wieder parfümieren.Eine zeit lang gab es eine komplette Pflegelinie mit Deo und Duschgel.Zur Zeit gibt es ihn sehr günstig bei Yves zu erwerben.Der perfekte Sommerduft.

Charlie Blue Revlon von KarateArwen 2017-04-08

Charlie ist ein absoluter Preisknaller.Für jeden geeignet der seifige Düfte mag.In den 80 ger Jahren war er sehr beegehrt.Ebenso die Verpackung war ein Eyecatcher und machte neugierig auf den Duft.In der Kopfnote kommen Rose und Aldehyde zum Einsatz.Unterlegt werden die Noten mit Sandelholz und einer Prise Nelke.Er ist fein würzig.Ein Sauberduft ohne viel Blümchen.Der Moschus macht ihn sehr haltbar.Der Duft ist immer zu einem sehr günstigen Preis zu erwerben.Der Duft ist sehr nostalgisch.Wie ein reines Seifenstück kann man ihn getrost für Tage verwenden ,wenn man nicht weiss ,was man tragen soll.Wenn zu süße Düfte nicht gewünscht sind.Charlie duftet gepflegt , elegant und hat eine gute Haltbarkeit.

MCM Obelisk Mode Creation Munich von KarateArwen 2017-04-08

Obelisk ist ein schöner warmer Amberduft mit warmen holzigen Untertönen.Er wird untermalt von Vanille und feinen Gewürzen.Es ist für jeden geeignet dem Opium zuviel ist ,obwohl er diesen Duft gerne tragen würde.Obelisk ist würziger und süßer.Er geht aber in die gleiche orientalische Richtung.Eine zeitlang gab es diesen Duft nicht mehr und der Preis für einen Flacon war immens hoch.In dieser Zeit wollte ich ihn unbedingt nochmal testen.Jetzt ist er wieder in den Geschäften erhältlich.Ein warmer Begleiter für kalte Tage oder für den Herbst geeignet.So bunt wie Herbstblätter ist auch Obelisk.Ein Amberduft mit hellen strahlenden Harzen.

Chloe Chloe von KarateArwen 2017-04-08

Auf der Suche nach dem perfekten Seifenduft bin ich auf Chloe aufmerksam geworden.Er trägt viele seifige Komponenten in sich und erinnert an eine milde Blumenseife.In irgeneiner Weise erinnert er mich auch an ein Dove Seifenstück.So wie die damalige Version ,als Dove ganz neu auf unseren Markt kam.Er ist ein Duft mit nostalgischen Werten.Er passt nicht so ganz in die heutige Zeit.Ich finde ihn sehr haltbar und er kommt zum Einsatz ,wenn der Duft gepflegt ,sauber und leicht feminin sein soll.Er hat keine störenden Komponenten.Man sollte aber Aldehyde mögen und leichte Rosetöne.Ein cremiger warmer Seifenduft ,für jeden Sauberduftfan ein kleines nostalgisches Duftstück.

Eau des Merveilles Bleue Hermes von KarateArwen 2017-04-08

In der Parfumfiliale des Vetrauens stand gestern dieser wunderschöne Flacon.Ich war ganz überrascht ,denn ich habe es nicht gewusst das es einen Neuen gibt.Wie Glückskind muss ich mich anschließen , es ist ein maritimer Duft ,der an Salzwasser erinnert. Davidoff kam mir in den Sinn.Ich finde ihn aber nicht so synthetisch , es ist eine ausbalancierte Meereswasserkombi.Auch wie Glückskind anmerkte ,sind keine Übereinstimmungen mit dem URduft zu erkennen.Wer maritime Düfte mag wird aber vielleicht glücklich mit ihm.Der Preis rechtfertigt dies aber meiner Meinung nach nicht.Der Flacon ist dafür umso schöner.
Ich werde ebenfalls einen erneuten Test wagen ,wenn die Tage heiß sind und eine Abkühlung erwünscht ist.

Narciso gab es am Anfang seiner Lancierung nur schwer.Er war in der Nische der Düfte angesiedelt.Er wurde als Hautduft angepriesen.Daher war das Begehren danach stark.Den Duft gab es am Anfang nur in ausgwählten Onlineshops.Erst als er in der blauen Filiale angeboten wurde ,hatte man die Möglichkeit das Objekt des Begehrens zu testen.Ich empfinde ihn sehr moosig ,waldig mit feinen süßen pudrigen Untertönen.Er ist sehr schön auf der Haut und entwickelt sich mit der Hautchemie zu einem warmen ,cremigen und reinen Duft.Tatsächlich wie eine zweite Haut.Das macht ihn Besonders.Leider entwickelt er sich bei mir wie einige Düfte wieder sehr maskulin.Das Moosige kommt stark zum Vorschein.Es liegt vielleicht am Sandelholz der sich hier breit macht.Für jeden geeignet ,der einen Hautduft sucht geeignet.Aber vorher auf der Haut testen.

Eau des Merveilles Bleue Hermes von Glückskind 2017-04-08

Ich hatte mir sehr viel von diesem neuen Merveilles erhofft. Bis jetzt gab es keinen Duft dieser Reihe, den ich nicht richtig klasse finde.

Nun, Eau des Merveilles Bleue wird da die Ausnahme.
Leider erkenne ich hier den Urduft absolut nicht mehr.

Bleue reiht sich nicht im geringsten ein.
Eine aquatische, synthetische Wolke hüllt mich ein.

Mit der Zeit kommt eine Note hinzu, die ich irgendwie
von Narciso Rodriguez for Her Musk intense kenne.

Erinnert stark an Menthol...

Unterschwellig kommt noch salzige Luft dazu.

Ich muß gestehen, aquatische Düfte wahren noch nie so wirklich meine Favoriten. Aber ich hoffte hier meinen ersten Liebling dieser Kategorie finden zu können.

Eau des Merveilles Bleue und ich finden so gar nicht zueinander. :( Die Haltbarkeit ist aber für einen Aquaten sagenhaft gut!

Wer solche Düfte mag, findet hier vielleicht eine neue Sommerliebe :) Narciso Rodriguez meets Hermes. Ich werde ihn im Sommer noch einmal testen. Kann sein das er Wärme zum entfalten braucht.

Wish Chopard von KarateArwen 2017-04-08

Wish , das Pendant zu Angel.Chopard hat versucht an den erfolgreichen Angel anzuknüpfen.Der Flacon ist sehr elegant und auffällig.Das Parfum erstrahlt in einem schönen blau.Man muss es einfach ausprobieren.In der Basis erblühen sinnliche Noten mit Vanille und dezenten Honig ,rauchige Noten unterstreichen diesen Duft.Er kann aber auch zu maskulin wirken.Deshalb ist er nicht mehr in meiner Sammlung.Als er noch nicht reformuliert wurde , hatte er noch diese sinnlichen femininen schweren Noten.Jetzt finde ich ihn sehr männlich ,was ihn zu einem unisex Duft macht.Mit Angel hat er noch sehr entfernt etwas zu tun.Wish ist herber und nicht so satt an Gourmandnoten unterlegt.Er ist frischer und maskuliner.Er entwickelt sich aber an jedem Hauttyp anderes.Also erstmal auf der Haut testen.

L de Lolita Lempicka Lolita Lempicka von KarateArwen 2017-04-08

Lolita Lempicka war einer der ersten Düfte ,welches salzige Noten mit Gourmandnoten vermengte.Warum dieser tolle Duft eingestellt worden ist ,verstehe ich nicht.Er verkörpert den Duft einer sinnlichen Meerjungfrau.Vanille in luftiger Weise ,mit salzigen Untertönen.Dazu noch eine prise Zimt ,der an einer Orange vorbeigehuscht ist.Ich finde ihn sehr sinnlich und er ist ein Komplimentefänger.Es wurde gefragt ,ob Kekse gebacken worden sind.Der Duft hat etwas von einem fluffigen Keksteig.Ein schöner Frühlingsbegleiter.Wenn der Tag noch nicht so warm wird und noch ein einhüllender Duft gewünscht wird ,der zum einkuscheln einlädt.Ebenfalls ist der Flacon wunderschön in hellblauen Meerestönen.Verspielt mit kleinen Muscheln und Perlen.
Einer der schönsten Flacons die es gegeben hat.
Wer Düfte mag ,die nach Vanilleplätzchen riechen ,sollte versuchen noch ein Exemplar zu erwerben.

Prada Candy Prada von KarateArwen 2017-04-08

Wunderschöne weiche Karamellbonbons zum aufsprühen.Das vermittelt Candy.Ich erschnupper aber auch eine wunderschöne Kokosnote , obwohl dieser hier nicht gelistet ist?Auch Moschus vernehme ich.Und dieser macht den Duft warm und orientalisch.Aber alles in einer sehr schönen Form.Nicht zu aufdringlich oder stechend ,sondern perfekt ausbalanciert.Er hat eine wunderschöne warme umhüllende Aura.Er ist köstlich wie ein Werthers Echte Sahnebonbon.Und die Haltbarkeit ist enorm.Liegt bei über 12 Stunden.Die Bodylotion ist ebenfalls sehr schön und kann als Duftersatz herhalten.Mit ihr wird der Duft noch cremiger und sinnlicher.Wer Karameldüfte mag , wird Prada Candy definitiv mögen.

Alien Mugler von KarateArwen 2017-04-08

Alien ist ein wunderschöner Jasminduft.Jasmin ist in manchen Düften sehr scharf und für mich untragbar.In Alien wird der Jasmin sehr harmonisch umgesetzt und ich empfinde ihn cremig.Es fühlt sich an ,als würde man in einen Luxustopf aus weißen Blüten baden.Amber macht den Jasmin sanft und warm.Wenn der Duft mit der Hautwärme harmoniert ,entwickelt er sich richtig schön.Nichts ist unangenehm.Der Duft hat eine enorme Strahlkraft.Ein schöner Komplimentenfänger.Männer mögen diesen Duft.Er ist ein Kopfverdreher.Ich habe schon oft gehört , welcher Duft riecht hier so gut.Alien ist ein cremiger , sehr sinnlicher Duft.Wer Jasmindüfte mag , wird mit einem Alien glücklich.

Amber Elixir Night Oriflame von KarateArwen 2017-04-07

Night ist ein würziger Orientale.In der Kopfnote machen sich pfeffrige Noten bemerkbar ,die Blumen sind in einen Topf mit schwarzen Weihrauch unterlegt worden.Night ist ein schwerer ,holziger Duft.Die Iris ist hier sehr dominant ,dunkel und schwarz wie der Flacon.Fein und süß untermalt mit pudriger Vanille.Hier wurde an Iris Noir von Bvlgari angeknüpft.Night duftet exakt so.Ein kräftiger Duft ,der tagelang an der Kleidung duftet.Kein heller Duft ,sondern ein düsterer Begleiter für kalte Wintertage.Für den Sommer zu schwer.Wer dunkle Irisdüfte mag ,wird auch Night mögen.

Mirage Daydream Oriflame von KarateArwen 2017-04-07

Daydream ist ein fluffiger süßer Duft.Er ist eine Schwester von Candy.Allerdings ist Daydream leichter und sanfter unterlegt.Vanille und pudrige Noten ,wie etwas Kakaopulver mit Jasmin angehaucht ,machen ihn fröhlich und lecker.Lilie kann ich überhaupt nicht erschnuppern.Kastanie macht den Duft leicht holzig und nicht zu süß.Ein schöner Frühlingsduft mit hellen Unterton und sanften Gourmandnoten.Wem Candy zu intensiv ist oder eine günstigere Alternative sucht ,sollte diesen schönen Duft testen.Der Flacon verspricht , was den Inhalt betrifft.Zart und sanft ,wie ein Schmetterling umweht dieser Duft mit über 6 Stunden die Trägerin.

Mirage Oriflame von KarateArwen 2017-04-07

Mirage erinnert mich an ein grünen Angel.Es sind süße dumpfe Noten enthalten.In der Kopfnote ist er sehr holzig und waldig.Ein grüner moosiger Boden mit einigen süßen Blumen darauf.Schwer zu beschreiben.Eben ein Angel ohne Zuckerwatte, ohne Gourmandnoten.Er wird in der Basis sehr pudrig.Ich finde ihn sehr altbacken ,jedenfalls entfaltet er sich auf meiner Haut so.Der Flacon ist sehr schön gehalten.Wie eine Waldfee könnte er duften.Jedenfalls ist er sehr geheimnissvoll und mal etwas anderes.Er ist sehr schwer und üppig.Daher wohl besser an kalten Tagen zum Einsatz bringen.In Wärme entfaltet er sich zu einem Sillagemonster und vertreibt Trolle und Elfen aus der Umgebung.Jeder der waldige Düfte mag sollte Mirage einmal testen.

Incredible Things Taylor Swift von noa69 2017-04-07

Ein dezenter samtener natuerlicher erfrischender heiterer Duft.
Eine kleine Prise delikater Blueten, ein Hauch von anschmiegsamer Vanille, ein wenig von trockenem Moschus, ein Tropfen sprtziger saftiger Zitrone und Samt.
Unglaublich gelungener eleganter, femininer Blumen Samt Moschus Duft, Fuer jedes Alter!
Nichts Aufregendes, ein Unterstreicher eines angenehmen heiteren Tages, der niemand im Buero, Schule oder sonst irgendwo stoeren wird. Qualitativ erstaunlich gut fuer einen Promiduft.
Fuer Freunde von leisen, angenehmen weiblichen Parfums Richtung Lacoste Femme sicher einen Test wert.
Haltbarkeit und Sillage eher hautnah aber nicht zu leise.
Huebscher Flakon rundet das Ganze ab.
Incredible Things? Vielleicht nicht, aber ein stiller, angenehmer und heiterer Tag gehoert manchchmal zu den unglaublichen Dingen eines hektischen Lebens ;)

Mauboussin L'Elixir Pour Elle Mauboussin von KarateArwen 2017-04-05

Mauboussin L`Elixir ist ein pudriges Gourmandbömbchen.In vielen Bewertungen lese ich ,er duftet fast wie la vie est belle.In dieser Richtung bewegt er sich ,aber er ist noch etwas würziger und intensiver.Er hat eine dunklere Note als la vie est belleHolz ,Vanille und pfeffrige Noten machen ihn nicht so süß und klebrig ,sondern pudriger und frecher.Es könnte die ältere Schwester von La vie est belle sein.Hier fehlt die Patchouli Note.In der Kopfnote entwickelt er sich auch ganz anders ,dort erscheint eine saubere Irisnote.Jeder dem La vie est belle zu süß ist ,wird sich mit Mauboussin bestimmt anfreunden.Ein ausgewogener ,in der Basis leicht holziger , mit Pralinennoten geschmückter Duft.Für kalte Tage geeignet ,denn er hat einen wärmenden Aspekt.Die Haltbarkeit liegt bei über 12 Stunden.Ein eleganter und femininer Ausgehduft.

Poison Christian Dior von KarateArwen 2017-04-04

Poison ,als er lanciert wurde hat man ihn fast an jeder Dame wahrgenommen.Ein betörendes Gift mit vielen würzigen und femininen Zutaten.Schwer üppig ,absolut raumfüllend.Ich erschnupper viel Vanille mit würzigen Tuberosen und Beerentönen.Der Duft ist dunkel und mystisch.Extravagant und glamourös.Ein Duft der nicht mehr in die heutige Zeit passt.Vermag er an vergangene Tage zu erinnern mit pompösen Frisuren und schrillen Klamotten.Er zeigt ,hier bin ich und ich will Aufmerksamkeit ,egal wie.Ich mag ihn immer noch ,habe ihn nicht mehr in meiner Sammlung ,aber ab und an muss ich an ihn schnuppern und schwelge in einer anderen Zeit.Wer dunkle ,orientalischeDüfte mag und auffallen möchte ,sollte ihn testen.

Eden Cacharel von KarateArwen 2017-04-04

Eden ist ein sehr komplexer Duft.Auf der Suche nach den perfekten tropischen grünen Duft bin ich über Eden gestolpert.Ich hatte ihn aber ungünstig an einem heißen Sommertag getestet und hier wollten alle Tropenblumen zur gleichen Zeit aufblühen.Er ist sehr gehaltvoll an Weissblühern und gespickt mit ein wenig Zimt und anderen holzigen Noten.In der Kopfnote versprüht er sofort eine ätherische Latschenkiefernote.Die finde ich richtig gelungen und wohltuend.Leider bleibt diese Note nicht lange auf der Haut und schon macht sich ein ganzer Urwald breit.Eden ist ein schwerer Duft mit vielen grünen Noten.Er ist definitiv ein komplexer interessanter Duft.Die Haltbarkeit ist enorm mit über 12 Stunden.

Amor Amor In a Flash Cacharel von KarateArwen 2017-04-04

Amor Flash ist eine zuckerwattige Köstlichkeit.Die Urform des Duftes ist aber hinterlegt und macht ihn mit prominenten Orange ,Jasmin und Apfeltönen sehr delikat.Er duftet nicht nach billiger Vanille ,sondern bringt die Zuckerwatte richtig schön erwachsen zur Geltung.Somit ist der Duft zu jeder Gelegenheit tragbar.Er wirkt hell und freundlich.Beschwert nicht , durch abgemilderte süße Noten.Die Karamellnote ist ebenfalls sehr gut zu erschnuppern , wenn sich der Duft in der Basis gelegt hat.Er ist sehr gut in seiner Haltbarkeit mit über 7 Stunden.Für alle Zuckerschnuten geeignet ,die gerne helle und erfrischende Gourmandnoten tragen.

LouLou Cacharel von KarateArwen 2017-04-04

Lou Lou , das mystische französische Parfum , welches in den 90 Jahren ein ganz neuen Hype ausgelöst hat.Lou Lou ist warm , pudrig ,pulverig.Er entwickelt sich erst auf der haut zu einem kräftigen Orientalen , der Geborgenheit ausstrahlt und vermittelt.Er hat dieses kuschlige Etwas in sich.Ein magisches Parfum ,welches mit dunkler ,betörender Vanille lockt und auch einen hauch Unschuldigkeit vermittelt.Ein Duft für die unschuldige Femme Fatale.Die pudrigen Akzente sind schwer und etwas rauchig , aber strahlen auch Cremigkeit aus.An kalten Tagen kann er sich perfekt entfalten.Ein nostalgische Klassiker ,der Lust macht , sich einzukuscheln und den Tagträumen freien Lauf zu lassen.Haltbarkeit ist sehr gut mit über 12 Stunden.Für jeden geeignet der dunkle Puderdüfte mag.

Casmir Chopard von KarateArwen 2017-04-04

Casmir war einer meiner ersten Düfte.Er hat eine wunderschöne intensive Vanillenote ,die unvergleichbar ist.Nicht billig wirkt ,sondern erwachsen und edel.Es sind so viele Duftnoten gelistet ,die in ihm verborgen sind.Ich kann definitiv nur Vanille ,etwas Tonka und einen minimalen Hauch Kokos erschnuppern.Auch Gewürze geben ihn den nötigen Halt auf der Haut.Er ist auf sehr intensiv und für Wintertage oder Nächte bestens geeignet.Der Flacon spiegelt den Duft sehr gut wider.Er drückt das Orientalische in ihm aus.Ein toller Klassiker der in den ganzen Jahren immmer wieder gerne genommen wird , wenn eine unkomplizierte ,elegante Vanille gesucht wird.

Kenzo Jungle L'Elephant Kenzo von KarateArwen 2017-04-04

Elephant ist ein ganz intensiver Orientale.So stelle ich mir einen üppigen Gewürzbasar vor.Dabei ist er nicht stechend oder scharf sondern ganz warm und wird zum Ende pudrig.Ich finde ,er hat ganz viel Zimt in sich.Diese Note ist nicht gelistet.Ein Duft für ganz kalte Wintertage oder Nächte.Dieser Duft hüllt den Träger in eine Decke von feinen intensiven Vanille Zimt und Ambertönen.Ein wenig Orange und Heliotrop machen ihn leuchtender ,strahlender.Somit wirkt er nicht dumpf oder muffig.Die Dosierung sollt nur sparsam erfolgen.Ein Sprüher reicht um optimal beduftet zu sein.Wer schwere Zimtdüfte mag ,sollte ihn unbedingt testen.Für mich ein wundervoller Begleiter für trübe kalte Tage.

Forsaken True Blood von PhoenixNoctulus 2017-04-03

Ich muss zugeben, ich weiß nicht so viel über die Serie True Blood. Ich habe mich, als mir dieser Duft begegnet ist, mal kurz über Wikipedia eingelesen, aber das reicht für ein echtes Urteil nicht aus. An sich mag ich Vampir-Thematiken ja, aber zu dem Zeitpunkt, als True Blood aktuell war, war der Markt mit "Vampire in der Neuzeit"-Serien und -Filmen absolut überfrachtet. Nachdem sich die meisten als substanzloser Teenie-Liebesschnulz ohne Biss (sorry, der musste sein) oder als banaler "Wir sind voll krass böse, gewalttätig und hedonistisch"-Klischee-Quatsch entpuppten, hatte ich daran irgendwie die Lust verloren. Nunja.

Dass ich mir diesen Duft zulegte (es war ein Blindkauf, im niedrigen zweistelligen Bereich), hatte einen anderen Grund: die angegebenen Duftnoten - und die Äußerung, der Duft solle den Gegensatz zwischen Dunkelheit und Licht widerspiegeln, was doch recht interessant klang. Offiziell werden als Duftnoten ein paar mehr angegeben als hier bei Fragrantica. Die komplette Liste, die ich gefunden habe: "Dunkle Brombeeren, Birne, Blutorange (Blut... Ähm, ja), nachtblühender Jasmin, helle Veilchen, schwarze Pflaume, Ebenholz, Amber, Patschuli, Vanille".

Ich will ehrlich sein: Im Auftakt riecht man tatsächlich etwas orangige Spritzigkeit und eine gewisse säuerliche Beerennote, aber das ist eine Sache von wenigen Sekunden. Danach rieche ich eine typisch cremig-süße (aber keineswegs würzige) Nachtblühernote, Nachtjasmin hätte ich jetzt nicht vermutet, es hat eher etwas von Datura. Cremig, milchig, hell, süß. Dazu kommt eine leicht kühl-luftig/aquatische Birne, die die nächtliche Atmosphäre noch ein wenig verstärkt. Soweit ganz angenehm. Schon wenige Minuten später nimmt diese kühle Note allerdings immer weiter ab, der Duft wird immer cremiger und süßer, auch zart puderig. Er erinnert mich immer mehr an Mimose, hat auch etwas leicht Bananiges an sich. Sehr sonnig, hell, fröhlich. Da ich Mimosendüfte sehr gerne mag, stört mich das nicht weiter (so bereue ich den Blindkauf auch nicht - zu dem günstigen Preis erst recht nicht). Aber mehr als diese cremig-süße Blumennote rieche ich dann auch kaum mehr. Vielleicht ein bisschen warm-ambratisches Patschuli im Hintergrund, etwas Vanilliges hat diese süße Fruchtcreme auch an sich, ich hätte auch noch auf helles, milchiges Sandelholz getippt. Ebenholz? Keineswegs. Irgendwelche kühlen, erdigen oder gar moderigen Aspekte beim Patschuli? Absolut gar nicht.

Die Vampirthematik trifft dieser Duft absolut nicht. Den angekündigten Gegensatz aus "Dunkelheit und Licht" ebensowenig, sieht man mal von den zwei oder drei Minuten ab, in denen sich Birnen-Aquatik und Datura mischen, was schon ein wenig "Nachtblüher-Atmosphäre" transportiert. Aber eben nur wenige Minuten. Danach rieche ich nur noch süße, cremig-bananige, mimosenartige Blumigkeit. Nichts Dunkles, Kühles, geschweige denn Düsteres. Darauf hatte ich bei der angegebenen Patschuli-Note eigentlich gehofft, Ebenholz hätte auch gut in die Richtung gehen können (ja, natürlich weiß ich, dass ein Duft für das Mainstream-Publikum immer auch irgendwie gefällig sein muss; allerdings hatte ich gehofft, dass man bei einem Duft mit Vampir-Thema doch mal etwas mehr Mut zeigt). Also, wer einen ansatzweise düsteren oder gruftigen Duft sucht: Finger weg! Wer hingegen cremig-süßliche, mimosige Düfte mag, könnte sich Forsaken mal anschauen. Wobei ich vorwarnen muss: Der Duft entwickelt sich, wenn man ihn nicht sparsam dosiert, SEHR süß! Das könnte einigen Leuten schon deutlich zu aufdringlich sein.

Zum Flacon möchte ich auch noch einige Worte verlieren: Der sieht auf dem Bild leider noch etwas besser aus, als in echt. Gut, ich habe auch schon schlimmere Flacons gesehen, aber es ist halt eine ziemlich standardisierte Glasflasche, komplett durchsichtig, bis auf den Boden, der rot angesprüht ist (dadurch schimmert die an sich durchsichtige Flüssigkeit durch die Lichtreflektion der roten Fläche aus manchen Winkeln rötlich, was ich ganz nett von der Idee her finde - das ist aber auch schon das Originellste am Flacon). Das barocke Muster ist hinten aufgedruckt, der Deckel aus sehr leichtem Plastik (und ein extremer Fusselmagnet!). Die Kettchen mit den zwei blutroten Glastropfen sind an einem sehr schlichten Metallring befestigt, der über den Zerstäuber lose drübergehängt ist, sich also leicht abnehmen lässt. Insgesamt hätte man das für den Originalpreis noch edler hinbekommen können.

Stichwort Preis: Der Duft ist schon einige Jahre alt, es war nicht ganz leicht, eine korrekte Angabe zum Originalpreis zu finden. Am häufigsten habe ich Angaben von um die 60 US-Dollar für den 50-ml-Flacon gefunden, irgendwo war auch von "70 Dollar im Ausverkauf" die Rede, ich nehme an, das bezog sich auf den 100-ml-Flacon. Denke aber, insgesamt lässt sich somit schon sagen, dass der Preis eher etwas höher angesetzt war. Dafür hätte man tatsächlich, finde ich, in Sachen Flacon und auch beim Duft etwas Originelleres erwarten können. Wie gesagt, schlecht ist der Duft nicht, aber er hat kaum Wandel, ist relativ eindimensional, die Duftnoten wirken nicht extrem synthetisch, aber auch nicht überdurchschnittlich natürlich. Übrigens verkaufte der Duft sich wohl auch nicht so gut, wie erwartet. Er soll dann wohl massenhaft für Preise zwischen nur noch 10-20 Dollar verscherbelt worden sein (was erklären würde, wieso man heute auch noch recht viele ausländische Angebote in dem Preisbereich findet).

Abschließend lässt sich also sagen: Der Duft fällt absolut nicht so aus, wie erwartet. Flacongestaltung/Thema und Duft passen irgendwie mal wieder nicht stimmig zusammen - manchmal frage ich mich, ob ich so eine perfekte Einheit aus Thema, Optik und Duft jemals erleben werde... An sich ist der Duft aber schon angenehm, daturaähnlich, blumig-cremig-süß. Ich werde ihn ab und zu schon tragen, immer dann, wann mir eben auch nach Datura- oder Mimosendüften wäre. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Liu Guerlain von aquaria 2017-04-03

„Liu“ glitzert und strahlt, ein Duft, in dem die Sonne aufgeht, und ein absoluter Traumduft für mich.
Wie bei jedem älteren Guerlain-Duft gibt es auch zu „Liu“ einen ganzen Reigen an Legenden zur Entstehungsgeschichte zu lesen. Ich erspare euch die Inhaltsangabe zur Oper „Turandot“ und die Geschichte der tragischen Sklavin Liu, die Guerlain offenbar inspiriert hat; ich erzähle jetzt auch nicht alle Erklärungsversuche zur Entstehung nach, die alle in der einschlägigen Literatur und auch in verschiedenen Blogs im Internet zu finden sind.
Ich greife nur eine Geschichte heraus, die mir am besten gefällt, weil sie so schön menschlich ist und mir auch am nachvollziehbarsten erscheint, da sie perfekt zum Duftcharakter passt. Und das ist die Legende, dass Jaques Guerlain angeblich so verärgert darüber war, als seine Frau den damals gehypten Chanel 5 trug, dass er in Folge seinen eigenen Aldehyd-Duft kreierte. Diese Erklärung erscheint mir deshalb so plausibel, da sich die beiden Düfte so frappant ähnlich sind, zumindest in den ersten 1-2 Stunden.
„Liu“ startet aldehydisch prickelnd und herzerweichend sonnig funkelnd. Ein zitrisch-blumiges, mild sonniges, helles, frisches und überaus freundliches Leuchten, das mich jedes Mal vor Begeisterung beinah in die Knie zwingt. Neroli und andere Zitrustöne (ich vermute saftige, leicht grünliche Bergamotte und noch etwas fröhliche, saftige, extra-zitronige Zitrone) und ein Hauch an glasklarem, luftigem Rosmarin paaren sich bereits in der Anfangsphase mit der schwach durchscheinenden Wärme von Rosen- und Jasminblumigkeit. Dies alles wirkt nicht nur prickelnd und lebendig, sondern auch elegant schwebend und unglaublich frisch, gleichzeitig aber auch elegant und „erhaben“. „Liu“ wirkt zu keinem Zeitpunkt scharf, zu kühl oder gar harsch zitrisch. „Liu“ besteht aus glitzernden Sonnenpartikeln, die mich umschweben.
„Liu“ ist seifig. Und hier muss ich deutlich zwischen elegant, weich und „parfümig“ seifig und harsch seifig unterscheiden. „Liu“ ist ersteres, eine elegante, luftig schwebende, sehr weiche, blumige, saubere Seifigkeit, die sich in Folge erwärmt und noch weicher wird, sobald die blumigen Noten deutlicher in den Vordergrund treten.
Der perlend frische und helle Charakter bleibt durchgehend erhalten, wird aber nach und nach in eine wärmere Umgebung eingebettet. Ich rieche leicht animalische Wärme, „hautige“, aber saubere Wärme, ein Zusammenspiel von Jasmin, Rose, transparentem Ambra und ganz wenig warmer Vanille.
Vielleicht bilde ich es mir nur ein, aber ich glaube, einen leisen Anflug von Guerlinade zu vernehmen, je näher sich der Duft der Basis nähert. Alles allerdings auf sehr zartem und ätherisch luftigem Nieveau. „Liu“ wird zu keinem Zeitpunkt schwer, aber der Duft bietet eine angenehme Textur mit „Körper“.
An dem Zeitpunkt, an dem mir Chanel 5 regelmäßig zu „dünn“ und beliebig wird, strahlt „Liu“ weiter, mit sonniger Wärme, vernehmlicher, aber sehr zurückhaltender Süße und einer samtig-pudrigen und hellholzigen, ambrierten Duftaura, die sich um die frischen und blumigen Noten legt.
Pudrig, ohne staubtrocken zu sein. Blumig, ohne wirklich süß oder ein Blumenhammer zu sein.
Für mich ist „Liu“ der Auftakt von Chanel 5 in weicherer, eleganterer Form, und dieser wunderschön schimmernde Charakter bleibt im Verlauf dann verlässlich bestehen, wird wärmer und etwas fülliger, entwickelt mehr Tiefe.
Golden leuchtend, sonnig strahlend, Blütenblätter, die in warmem, frischem Wind tänzeln, Zitruströpfchen, die in der Sonne glitzern, Aldehyde, die alles zum Schweben bringen auf einer pudrigen, warmen Basis, die sich wie Samt und Seide anfühlt.
Was soll ich noch sagen? Es gibt nichts, das mich in diesem Duft stört. Für mich ein Sinnbild an kompromissloser, klassischer, zeitloser Eleganz.

Deseo Jennifer Lopez von KarateArwen 2017-04-03

Deseo ist ein warmer Blütenduft ,der an eine tropische Lagune erinnert.Es sind sanfte Kokostöne zu erschnuppern ,die mit eine waldigen Dschungelnote unterlegt sind.In der Kopfnote erscheint er leicht und luftig ,beim längeren tragen wird er sehr füllig und intensiv.Ein richtiges Füllhorn an langahftenden Inhaltsstoffen.Ich habe sehr lange nach einen schönen grünen Regenwaldduft gesucht ,der diese grüne leckere Note hat.Eben waldig,tropisch riecht.Deseo hat diese köstliche Note.Ich finde ,er hat auch eine Note des Parfums Euphoria in sich.Das macht ihn zu einem leckeren Gourmandduft.Wer tropische schwere Düfte mag ,findet in Deseo einen netten Dschungelbegleiter.

Gestern in einer Pizzeria die ganze Zeit den Duft gespuert. Und das von einem jungen Mann! Ein wunderbarer Duft fuer den Sommer: pfefferig, frisch, zitronig, etwas holzig, markant und sehr maennlich, doch nicht auf die typische koelnische Weise, ziemlich komplex, originell und einfach wunderbar.
L'Eau de Issey gefaellt mir genauso wie vor...ups, 20 Jahren, als ich den an einem meiner alten Schulkameraden kennengelernt habe. Der Kumpel war nicht nur attraktiv, nett und intelligent, er hat auch wunderbar geduftet!
Heute finde ich das Parfum etwas altmodisch, aber nur ein wenig.
Komisch, ich kann mir vorsetllen, den selber zu tragen, aber nur bei hohen Temperaturen, L'Eau hat Tiefe, ein Geheimnis und man spuert auch die Blumen!
Sillage und Haltbarkeit: perfekt, so wie die ganze wunderbare Kreation.
Issey, frueher hattest Du wirklich knallgute Parfums :)

French Kiss Guerlain von Glückskind 2017-04-02

French Kiss empfinde ich nicht wirklich als einen Gourmand Duft.
Für mich ist dies ein eleganter, blumiger Duft mit fruchtigen Noten.

Die Veilchen eröffen French Kiss äußerst frisch und authentisch.
Hier fühle ich mich erst ein wenig an Misia von Chanel erinnert.

Die schönen Blumen bekommen aber schnell Gesellschaft von
einigen roten Rosen und fruchtigen Anklängen.

Noch kann ich keine Frucht explizit benennen.
Der Duft wird etwas pudriger, süßer und weicher.

Vanille nehme ich nur schwach im Hintergrund wahr.
Das passt aber ganz hervorragend. So bleibt der Duft
blumig und büßt nicht an Eleganz ein.

Ganz allmählich erkenne ich die Himbeeren.
Sie sind zwar präsent, übertrumpfen aber zu keiner
Zeit die schönen Blumen.

Der Duft klingt nach sechs Stunden langsam aus.
Die Basis umschwebt mich mit einer gelungenen Mischung aus Veilchen, Rose, etwas Frucht und Vanille-Moschus.

Ein Traum! Veilchen der Extraklasse :)

Orangenblueten, Jasmin und geriebene Orangenschale getragen von leichten Luftmolekuelen. Plus eine auesserst interessante warme Plastiknote. Oder ist das Frangipani? Keine Ahnung. Mit diesem Resort fuehle ich mich wie in einem echten Spa Hotel auf exotischen heissen Inseln, prahle Sonnenstrahlen, warme Haut, weisser Sand und weisse Blumen ueberall.
Resort Collection ist spritzig, erfrischend, sehr weissbluetig = sehr orangenbluetig aber durchaus leicht, tragbar und so sommerlich, froehlich und warm wie die Farben des Flakons. Die perfekte Wiedergabe der orangenroten Farbe in einem Flakon.
Exzellente Langelebigkeit und Sillage.
Klar, die Familie der uebrigen Elies nicht zu verleugnen, Resort Collection 2017 ist das junge, etwas freche sexy Schwesterchen, das stilvoll aber laessig auf einer exotischen Insel Partys feiert, sich im weissen Hut sonnt und orangenfarbene Drinks am Pool schluerft.
Das muss ich haben!

Cuir de l'Aigle Russe Oriza L. Legrand von PhoenixNoctulus 2017-04-02

Cuir de l'Aigle Russe ist ein wunderschöner Cuir-de-Russie-Duft. Leder wird in der Duftpyramide zwar seltsamerweise nicht angegeben, man riecht es aber schon sehr deutlich als Basis - aber vielleicht ist es auch die Mischung aus sanft puderigem aber auch hautartigem Moschus, diversen Harzen (Weihrauch, Ambra, Benzoe, Ladan), Hölzern, würziger Immortelle und Vetiver, die diesen Eindruck simuliert. Auf jeden Fall es ist ein schöner ledriger Ton, sanft würzig mit Koriander und Kardamom, leicht süßlich, durch Sandelholz und Tonkabohne auch zart cremig-milchig. Und vor allen Dingen: Wunderbar rauchig, hier wohl zwar ohne Birke(nteer), dafür mit Weihrauch, Labdanum und einer richtig tollen, ausgeprägten, Styrax-Note.

Allerdings riecht man - auch das ist typisch - nicht einfach nur Leder. Die rauchige Ledernote hat einen gelungenen, komplexeren Überbau aus verschiedenen krautigen, und auch einigen blumigen Noten. Zuerst beginnt Cuir de l'Aigle Russe klassisch cologneartig mit herber Bergamotte und aromatischem Lavendel, außerdem kühlen, grün-krautigen Tönen von Wermut und Wacholder. Später legt sich die Kühle etwas, ich rieche dafür klassische, leicht würzige Geranie, außerdem vermengt sich der Lavendel mit einer leicht seifigen, sauberen, aber auch keineswegs scharfen oder "überfrischen" Rosennote. Die Rose wird mit der Zeit deutlicher, leicht cremig, leicht süßlich. Zusammen mit dem leicht rauchigen, aber auch cremigen Leder wirkt der Duft hier schon ansatzweise feminin - obwohl ich ihn im Auftakt eher als Herrenduft gesehen hätte. Ich würde Aigle Russe letztlich wohl als Unisexduft einordnen.

Anfangs also eine Ahnung von Herrencologne, danach zart blumiges, aber auch leicht seifiges, Leder, letztlich immer mehr Rauchig- und Holzigkeit, im Drydown rieche ich hauptsächlich cremig-puderiges Holz, zartwürziges Leder und rauchigen Styrax - wirklich wunderbar. Definitiv irgendwie "altmodisch" - aber ich liebe den Duft. Ist eben nicht für Jedermann/Jederfrau ;)

Die Sillage ist überdurchschnittlich, die Haltbarkeit liegt auf der Haut im oberen moderaten Bereich, auf Kleidung noch ein paar Stunden länger. Im Winter dürfte der Duft sicher gut tragbar sein, jetzt im Frühling entwickelt sich die Cremigkeit und Puderigkeit meines Erachtens aber noch ein wenig schöner. Insgesamt ein sehr klassischer und interessanter Duft, wer "helle" Lederdüfte mag, sollte ihn bei Gelegenheit definitiv mal testen.

Piment Brulant L`Artisan Parfumeur von NebelGeîst 2017-04-02

Ja, ich hatte Französisch in der Schule, nein ich spreche es denoch nicht. Und wie viele andere habe ich mich daher beim Namen dieses Duftes narren lassen.
Pimentbeeren, auch Nelkenpfeffer genannt, wegen des hohen Gehalts an Eugenol (und Verwandten) der Gewürznelke nicht unähnlich, sucht man hier in der Pyramide vergeblich, denn sie sind gar nicht das namensgebende Duftthema. Piment Brûlant heißt nämlich feuriger Chili, nicht feuriger Piment (während Piment poivre de la Jamaïque heißen würde).
Da ist es auch gar nicht mehr verwunderlich, dass bei der Gewichtung der Noten nach Uservoting Chili an erster Stelle steht.

Wie bei fast allen meiner L'Artisan-Düften handelte es sich hier um einen Blindkauf, aufgrund des stark reduzierten Preises bei TK Maxx, wegen der Entscheidung des Hauses, bzw. des dahinter stehenden Konzerns Puig, das Verpackungskonzept zu ändern.
Da ich Piment als Note mag, stand der Duft schon eine Weile auf meiner Testliste, also wie oben beschrieben eigentlich aus den falschen Gründen. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch, das vermeintlich namensgebende Gewürz würde nur dehalb nicht gelistet, weil es ja schon im Namen stünde. Selbiges hatte ich schon bei vielen Parfums bemerkt, da gibt es Moschusdüfte ohne Moschus, Zederndüfte ohne Zeder oder Myrrhedüfte ohne Myrrhe in der Pyramide.
Etwas zögern ließ mich außerdem, das Sillage und Haltbarkeit als eher mau eingestuft wurden. Ein Manko, das vielen Kreationen dieser Ur-Nischenmarke anhaftet.
Als ich dann Piment Brûlant aufsprühte, kam es doch ganz anders, als erwartet...

Der Duft startet bereits mit dem Hauptthema, Chili. Wobei man Chili hier im weiteren Sinne sehen sollte, denn eigentlich ist es eine andere Bezeichnung für Paprika, im allgemeinen Sprachgebrauch allerdings zumeist verwendet für die kleinen, mehr oder weniger stark capsaicinhaltigen Sorten. Der Geruch ist also eher eine Mischung einer nicht all zu scharfen Pfefferschote und roter Gemüsepaprika, und zwar frisch, nicht getrocknet. Die Verpackung gibt außerdem an, dass sie mexikanischen Ursprungs sein soll.
Dazu gesellen sich grünere Noten, wie von den unreifen grünen Früchten oder Tomatenblatt, allerdings eher dezent. Sie geben auch ein eher kurzes Gastspiel und verziehen sich bald wieder.
Die rote Paprika dagegen bleibt.
Sehr bald mengt sich auch schon die dunkle Schokolade dazu im gleichen Maße plastisch und transparent. Ein wenig, als würde man tatsächlich von einer Tafel ein Stück abbrechen und an der Bruchkante schnuppern; der Duft ist gut wahrnehmbar, aber eben eher transparent, nicht wie bei einem Parfüm, das den Eindruck einzufangen und wiederzugeben versucht.
Spätestens jetzt lässt sich wieder die Handschrift von Bertrand Duchaufour erkennen, einem der Meister dieser modernen Parfumrichtung, die auch in Werken von Jean-Claude Ellena zu finden ist.
Mohn gilt als Fantasienote, denn der Klatschmon hat bekanntlich keinen wirklichen Duft. Die Note wird oft als trocken-holzig, nicht wirklich floral beschrieben. Einen Akkord bzw. eine Aromachemikalie an sich habe ich noch nicht getestet, kann mich also nur an der Beschreibung orientieren. Und trocken-holzige Aspekte klingen hier hintergründig sehr wohl an (auch wenn ich mir Mohn olfaktorisch so nicht vorgestellt hätte).
In der Parfumerie fragt man sich vielleicht oft, was denn der Unterschied zwischen Kakao und (dunkler) Schokolade sein soll. Und in den wenigsten Kreationen dürfte das eine Rolle spielen, da die so benannten Noten nur Nuancen darstellen und oft aus wenigen Aromachemikalien bestehen, die teils nur entfernt an das erinnern, was sie darstellen sollen.
Nicht so hier.
Die Schokolade habe ich ja schon beschrieben. Kakao riecht für mich ganz anders. Wo der Schokolade eine art wässrige Transparenz anhaftet, empfinde ich Kakaopulver als eher dicht, im olfaktorischen Sinne, zudem äußerst Komplex. Am stärksten klingen für mich trocken-holzige Aspekte an (allerdings anders als die, die ich beim 'Mohn' rieche), und natürlich eine ganz eigene Würzigkeit. Dazu gesellen sich phenolische Spuren mit einem minimalen Hauch von Rauch und eine gewisse Bitterkeit, anders und doch ähnlich dem bitteren Geschmack des Pulvers.
Neben dem, was man eben als schokoladig empfindet.
Schwer zu umschreiben, aber es hilft, einfach mal beides bewusst zu Hause zu riechen.
Denn genau dieser Geruch, komplexer und dichter, ergänzt im Verlauf die Schokolade, bleibt aber nur ein kleiner Teil, um die Transparenz des Gesamtwerkes nicht zu gefährden.
Zusätlich zur Würze des Kakaos kommen noch echte Gewürze hinzu. Man muss sie allerdings schon ein wenig suchen. Nelke und Zimt, wie angegeben, ein bisschen als hätte man die Knospen und Rindenstückchen im Kakao versteckt. Es gibt da noch mehr, aber ich kann nicht greifen, um was es sich handelt.
Eher gegen Ende tritt ein wenig Vanille zu Tage. Sie wirkt überraschend natürlich, bringt also mehr Aspekte mit, als nur Vanillin und Co.
Die Vanille ist ebenfalls nur dezentes Beiwerk.
Ich rieche hier zudem florale Aspekte, die ich nicht einordnen kann. Vielleicht gehören diese zum Mohnakkord? Vielleicht ist es auch was ganz anderes. Hedione vielleicht, da dieses gern für transparente Düfte eingesetzt wird (und in allen anderen ebenfalls)?

Der Zusatz 'piment mexicain' zeigt eigentlich schon an, in welche Richtung die Duftreise gehen soll. Da ist es doch nicht weiter verwunderlich, wenn hier die mittelamerikanische, göttliche Bohne als Kontrast zum roten Nachtschattengewächs herangezogen wird, die bereits von den Maya und Azteken angebaut wurde. Letztere gaben ihrem 'Bitteren Wasser' bereits Vanille und Cayenepfeffer (also gemahlene Chilis), jedoch keinen Zucker bei. Während in der restlichen Welt oft neben reichlich Süßem, um der Bitterkeit Herr zu werden, Zimt den Kakao verfeinert.
Vor einigen Jahren fing dann auch in der Schokoladenbranche ein 'neuer' Trend an, dunkle Schokolade mit Chili. Naja, neu ja nun wirklich nicht, eher eine Rückbesinnung auf die Ursprünge.
Zwar ist der Schwerpunkt bei Piment Brûlant vom 'braunen Gold' zur Chili respektive Paprika verschoben worden, aber dennoch hat Duchaufour hier ein Meisterwerk, gleich in mehreren Ebenen abgeliefert:
Zum einen kann man hier wieder von einem Parfum sprechen, dass eine Örtlichkeit olfaktorisch umsetzt, zum anderen aber auch davon, das es eine duftende Geschichtsstunde darstellt. Und zu guter Letzt ist es auch noch ein sehr schönes, überaus tragbares Gesamtwerk.
Viele Marken erzählen zu ihren Veröffentlichungen kleine Geschichten. Die aber genau genommen wenig mit dem zu tun haben, was wirklich abgefüllt wurde, sowieso ist das in der Regel von jemandem in der Marketingabteilung geschrieben, der ansonsten nicht in die Entstehung involviert war.
Hier erzählt mal wieder der Duft selbst die Geschicht. Man muss nur lernen, ihr zu lauschen. Mit der Nase.
Ein Gourmandduft der ungewöhnlichen, vor allem aber der eher unsüßen Art.

Sehr überrascht hat mich zudem, dass die Sillage gar nicht so hautnah ist, wie oft berichtet.
Ich glaube, dass sie von vielen so empfunden wird, liegt am Konzept der Düfte von Bertrand Duchaufour: sie ist transparent, nicht dicht. Sie lässt Luft zum Atmen.
Obwohl ich weit überwiegend sehr dichte und starke Düfte mag, beginne ich immer mehr diesen Stil zu lieben.
Die Haltbarkeit ist ebenfalls besser als erwartet, sie liegt zwischen moderat und langanhaltend. Auf Textilien bleibt der Duft sogar viele Tage lang, allerdings erstarrt in einer Phase, die dem Duft nicht gerecht wird.

Russian Tea Masque von PhoenixNoctulus 2017-04-02

Ein schönes, leicht süßlich-fruchtiges und sogar zart puderig-blumiges, aber dennoch frisches Teearoma, angereichert mit rauchig-ledrig-zartpfefferigen Noten auf der einen und frischer Pfefferminze auf der anderen Seite. Auf der süßlichen Seite nimmt man noch einen sanften süß-säuerlich-fruchtigen Himbeerakzent wahr, auf die rauchige Seite schlägt sich ein kleiner Hauch von Labdanum und Weihrauch. Irgendwo zwischen Leder und Birkenteerrauch nehme ich auch noch eine leicht strohig-salzige Immortelle wahr.

Insgesamt ist Russian Tea aber eindeutig noch ein Teeduft, frische, fruchtige und blumige Noten und die dunkleren, rauchig-ledrig-würzigen Töne halten sich etwa die Waage, deswegen lässt sich der Duft nicht nur im Winter tragen (wie so viele andere rauchige Düfte, die eher schwer wirken), sondern auch gut im Herbst und an noch nicht zu heißen Frühlingstagen (im Hochsommer wäre er mir dann wohl doch zu kräftig). An echten Rauchtee als Getränk erinnert mich der Duft schon, aber so ganz authentisch ist er dann auch nicht, sondern schon frischer, süßlicher und keineswegs so bitter (genau genommen empfinde ich die Teenote in Russian Tea nur als ganz zart herb, ansonsten eher frisch und sogar süßlich). Thematisch aber dennoch ein gut gelungener Duft (nur wenig Wandel, zugegeben auch nicht allzu komplex, aber harmonisch und angenehm), mit einer leicht überdurchschnittlichen Sillage und Haltbarkeit.

35 ml kosten 125 Euro. Es gab auch mal einen 100-ml-Flacon für 150 Euro (siehe Abbildung oben), aber der wurde offenbar aus dem Programm entfernt. Schade, mit 100 ml hätte man u.U. ein schönes Sharing machen können, den Preis von 125 Euro für 35 ml finde ich persönlich auch etwas sehr hoch angesetzt.

Gato Les Voiles Depliees von aquaria 2017-04-02

Die ersten Eindrücke täuschen einen frisch-fruchtigen Erdbeer-Limetten-Sorbet-Duft auf cremiger Vanillesahne vor, aber dieser Kater verwandelt sich rasch in ein dunkles, animalisch warmes und ziemlich holzig duftendes Wollknäuel.
Der frisch fröhliche, cremige Auftakt transportiert mich in einen Eissalon. Eine köstliche Kreation aus Erdbeer-Milcheis und Limetten-Sorbet mit vanillig aromatisierter Sahne wartet nur darauf, vernascht zu werden. Bezaubernd und für mich überraschend, wie gut diese liebliche Süße der Erdbeere mit der spritzig säuerlichen Limette zusammengeht. Der Duft ist in der ersten Stunde eine sommerlich frische, prickelnde und fruchtige Kombination auf lockerer Vanillecreme, wirkt jung, fröhlich, unbeschwert und sommerlich frisch.
Süß, aber dennoch nicht so megasüß und girlyhaft, wie er klingt, denn schon in den ersten Minuten macht sich eine etwas dunklere Note bemerkbar, die sich sukzessive intensiviert. Ich denke an dunkelgrüne Blätter von Erdbeerstauden, aber noch mehr an die trockene Rinde eines Zitronenbäumchens, oder eine Mischung aus beidem. Es ist diese Begleitnote, die dem Duft im Mittelteil eine pudrige, trocken-holzige Aura verleiht, während der köstliche Eisbecher weiter cremig vor sich hinschmilzt.
Bis zu den Herznoten bleibt dieser zugleich brisig frische und süße Eissorbet-Eindruck erhalten.
Dann allerdings ändert „Gato“ seine Richtung, dunkelt an meiner Haut deutlich nach. Ich rieche Cashmeran. Der Duft wird mir zu schwer. Viele werden den Duft ab dieser Phase als kuschelig warm und einhüllend weich empfinden. Ich empfinde Kaschmir leider immer als überwarm und drückend, oft auch als kratzig wie Holzwolle. Letzteres ist hier zwar nicht der Fall, der Duft bleibt weich und cremig mit angenehm pudriger, also nicht kratziger Textur, aber dennoch verleidet mir diese wollweiche Holzigkeit und stickige Kaschmir-Wärme den Duft gewaltig.
Die schöne Frische der Anfangsphase bleibt zwar vorhanden, bleibt auch fast bis zum Schluss, aber sie wird mehr und mehr überlagert von dieser doch sehr holzigen und dunklen Schwere. Ich rieche hier viel Kaschmirholz, möglicherweise auch noch mit etwas Ambroxan verdichtet (beide Noten scheinen in der Duftpyramide nicht auf; sind also nur meine Vermutung, aber definitiv mein persönlicher Dufteindruck).

Die Geschichte, dass Enrico Buccella den Charakter seines zugelaufenen Katers olfaktorisch abbilden wollte, ist ja bekannt. Wenn man will, kann man dieses "Olfaktogramm" in der Duftentwicklung auch wirklich nachvollziehen (den Begriff habe ich gerade erfunden, angelehnt an Piktogramm ;-))
"Gato" spiegelt die fröhliche Unbeschwertheit des noch jungen, verspielten Kätzchens wider, das sich wohl gerade Erdbeersahne von den Pfötchen leckt, etwas später das weiche, dichte Fell des bereits älteren Katers, der schwer und faul auf der Fensterbank liegt und sein Fell von der Sonne wärmen lässt (warmer, leicht animalischer Moschus, Vanille und warmes, im Mittelteil noch pudrig-samtiges Sandelholz lassen wirklich an ein flauschiges, von der Sonne erwärmtes Fell einer Katze denken) und schließlich den Schlafplatz des Katers, der wohl ein dunkles Holzkistchen sein dürfte.
Jetzt hoffe ich nur noch, dass Buccella demnächst nicht auch noch ein Hund im italienischen Regen zuläuft. ;-)
Nein, Spaß beiseite, der Duft ist handwerklich meisterlich gemacht, wie ich es von Buccella nicht anders kenne. Wer Kaschmirwärme gerne mag, findet hier einen lang anhaltenden, wunderschön cremigen, wollweichen Duft mit zitrisch frischen und verspielt fruchtigen Akzenten.

Phytomineral Judith Williams von aquaria 2017-04-02

„Phytomineral“ ist der Duft der gleichnamigen Pflegelinie von Judith Williams. Die Cremes sind spitzenklasse und top Qualität, aber ihren Duft habe ich immer schon als unangenehm holzig empfunden, was bei den Hautcremes nie ein großes Problem war, da der Duft schnell verfliegt.
Nun konnte ich das Parfüm testen, und, ja, der Duft ist adäquat umgesetzt. Das EdP startet zu meiner Überraschung angenehm frisch und kühl. Ich denke, das ist die grüne Apfelnote, die ich als kühle, sehr frisch-saftige Fruchtigkeit, aber nicht als Apfelduft identifizieren kann. Vermischt mit sauberem Moschus ergibt das einen cremig-sauberen Dufteindruck, der sich allerdings nicht lange hält.
Rasch erwärmt sich der Duft und wird an mir zu einer Art D&G „Light Blue“ mit Labdanum und leicht floralen, süßen Anklängen. Es sind dieselben Holznoten wie im „Light Blue“, die auch hier den Duft für meine Nase dominieren: dieses intensiv süßliche Zedernholz. „Phytomineral“ entwickelt sich sogar noch wärmer durch kräftiges Rosenholz und, wie bereits erwähnt, das Labdanum und einige süße, warme, blumige Akzente.
Insgesamt wird mir der Duft spätestens nach einer halben Stunde zu warm und zu drückend. Das liegt natürlich an der süßlichen und sehr warmen, fast schwülen Holzmischung, die in mir klaustrophobische Anwandlungen auslöst.
Ich sage fairer Weise dazu, dass diese Beschreibung von einer stammt, die mit dieser Art von süßlicher Zeder, hier sogar noch in Kombination mit sehr warmem Rosenholz, einfach nicht kann. Ich empfinde deren Duft als aufdringlich und übermächtig.
Wer aber die holzige Umgebung des „Light Blue“ gerne riecht, der dürfte mit diesem Duft keine Probleme haben. Im Gegenteil. Er ist gut gemacht, wirkt sehr kuschlig (wenn man eben mit der süßen Holzwärme kann), er bietet einen plüschig-cremigen Moschus“körper“, eine hauchzarte, süße Würzigkeit, die ich nur rieche, wenn ich um das Holz herumschnuppere, und er hält auch angenehm lange an.

Oriental Mandarin Judith Williams von aquaria 2017-04-01

Pierre Bourdon und Julien Rasquinet haben hier einen orientalisch süßen, balsamischen Duft erschaffen, der wuchtig und schwer startet, sich aber rasch zu einer warmen und feinen, hauchigen Begleitung entwickelt.
Den Auftakt empfinde ich als übersüß und fast erstickend warm und dicht. Mandarinorange merke ich als dunkle Fruchtigkeit, vielleicht ist sie für den anfangs beinah klebrigen und zuckrigen Eindruck verantwortlich. Dieser Eindruck nach schwerer Süße wird noch durch etwas leicht Kratziges und Dunkelsüßes verstärkt. Judith Williams gibt auf ihrer Homepage "Zistrose" als Duftnote an. Die dürfte für die beinah fühlbar zähflüssige und raue Textur verantwortlich sein.
Der Duft setzt sich aber sehr schnell.
Übersteht man die ersten 10-15 Minuten, wird man mit einem schönen, luftigen und angenehm einhüllend süßen Duftschleier aus Labdanum, Moschus und einem Klecks Vanille belohnt, der sich nun feiner, leichter und pudriger anfühlt.
Den Sesam nehme ich als sehr cremige und„glatte“ Komponente wahr. Pierre Bourdon gibt hier Sesamblatt an. Für mich riecht diese Note aber wirklich nach Sesam, und zwar nach angeröstetem und damit karamellisiertem Sesam, was der Komposition einen kleinen, fast transparenten Hauch von Karamell verleiht.
„Oriental Mandarin“ empfinde ich (nach der Auftaktphase) als balsamisch süßen, aber unaufdringlich luftigen Kuscheltraum. Moschus, Ambrawärme, schwach dosierte, fluffige Vanille und dieser zarte, eigentlich nur angedeutete Karamellton, dies alles hält sich an die 6-7 Stunden an mir.
Ich erwähnte schon bei der Beschreibung des Agonist „Isis“, dass ich die zwei Düfte als ähnlich empfinde. Den „Oriental Mandarin“ habe ich mir gekauft, den „Isis“ nicht.
Ich kann's nicht an etwas Bestimmtem festmachen, warum mir ersterer besser gefällt. Im "Isis" sind definitiv hochwertigere Materialien verarbeitet, aber ich empfinde ihn in einigen Phasen als zu schwer, zu dicht und drückend, auch wenn es sich natürlich um einen toll gemachten Kuscheltraum handelt. Er ist mir einfach ein bisschen zuviel des Guten.
Der „Oriental Mandarin“ ist für mich einfacher zu tragen, da atmungsaktiver, und er ist alltagstauglicher dank einer weniger aufdringlichen Duftspur, die einen begleitet.

Reve Erotique NANA.M von aquaria 2017-04-01

„Reve Erotique“ und dann dieser alkoholgeschwängerte Auftakt. Muss man sich den Duft schön saufen? Nein, natürlich nicht. ;-) Der Auftakt und die erste Stunde sind allerdings für meine Nase wirklich unangenehm alkoholisch. Nicht scharf, sondern ein bisschen beschwipst, ein Eindruck nach unsüßem Likör mit trockener Zimtrinde und weißem (?) Rum.
Den Rum erkenne ich nicht als das typische, dunkle, tiefe, warme Rumaroma, sondern nur als alkoholische „Fahne“. Der Duft startet relativ kühl und „sachlich“. Ich hätte ja „nüchtern“ geschrieben, aber das Wortspiel wäre hier unpassend.
Langsam, sehr langsam, erwärmt sich der Duft auf der Haut. Eine durchsichtige, unsüße Cremigkeit vermischt sich mit dem noch immer unsüßen, trockenen Zimtlikör. Die Umgebung zeigt sich hell-holzig und pudrig. In Zeitlupe schleicht sich milde Süße ein, eine freundliche, sehr helle, eher schwach dosierte Vanille und transparentes Ambra. Noch immer ist der Duft sehr ätherisch und luftig und lässt diese beschwipste Alkoholfahne mitschwingen.
Im Mittelteil erwärmt sich der Duft langsam. Milchiges Sandelholz und Vanille stehen im Kontrast zu trocken-pudrigen Tönen und diesem unsüßen Ton nach leicht holziger, aromatischer Zimtrinde. Das Guajakholz merke ich als leicht schwitzige Note, allerdings gut im Hintergrund versteckt.
Es entsteht insgesamt ein Duftcharakter, der für die nächsten 1-2 Stunden auf mich maskulin wirkt. Einerseits dunkel-holzig und leicht bitter (Beifuß), sogar leicht rauchig, umweht von dieser eher scharfen Rum-Fahne und unterlegt mit kühl-schwitzigem, fast „klammem“ Guajakholz, das in Verbindung mit dem milchigen Sandelholz und den süßeren Vanille- und Ambratönen eine eher seltsame Mischung für meine Nase ergibt.
Erst nach ca. 4 Stunden Tragedauer, da ist der Duft schon schwach in der Sillage, entwickelt sich „Reve Erotique“ zu einem warmen, mäßig süßen und hellen Puderduft, der mich an die Basis einiger Volnay-Düfte erinnert.
Als balsamisch empfinde ich den Duft nie, aber er endet für meine Nase versöhnlich mit weicheren und süßeren Tönen als leicht beschwipster, zimtiger Vanille-Ambra-Puderduft. Er verliert aber an meiner Haut auch nie diesen leicht klammen Touch, nur ist dieser in den letzten paar Stunden nur mehr direkt an der Haut zu merken. Die Duftprojektion ist ein aromatisch-orientalisch süßer Puderschleier. Ein erotischer Traum ist der Duft für mich in keinem Stadium, was daran liegt, dass ich alkoholische Ausdünstungen eines Gegenübers so gar nicht als erotisch empfinde.

Morn to Dusk Eau D`Italie von aquaria 2017-04-01

Tja, was soll ich hier viel beschreiben? Dieser „Morn to Dusk“ bietet vom ersten Morgenlicht bis zur Abenddämmerung duftende Moschus-Vanille mit noch mehr Vanille, nichts als Vanille...
Einen Verlauf kann ich in diesem Duft nicht feststellen und auch von den angegebenen frischeren Noten rieche ich nichts wirklich heraus. „Morn to Dusk“ startet mit cremiger Vanille und endet nach 6 bis 7 Stunden mit cremiger Vanille.
Es ist eine angenehm „saubere“, helle und satte Vanillenote, die mit Hilfe von sauberem Moschus so cremig und freundlich gehalten wird, ohne ins Buttrige, Übersüße oder Klebrige abzudriften, obwohl da doch ein ganz leichter Ton von geröstetem Karamell mitschwingt, allerdings nicht schwer, sondern als relativ fluffiger Karamellschleier zu vernehmen.
Ganz leise und subtil, am Rande der Wahrnehmung weht ab und zu eine leicht kühlere und frischere Brise aus dem Hintergrund hervor, mit ein bisschen gutem Willen und unter Zuhilfenahme der Duftpyramide als leicht zitrisch zu interpretieren, die, wie ich vermute, den Vanilletraum lebendig und angenehm atmungsaktiv hält.
Im Wesentlichen ist „Morn to Dusk“ aber nichts weiter als ein Vanilleduft… aber auf jeden Fall einer der schöneren seiner Art.
Eine sehr ähnliche Vanillenote wie im „Peau d’Ange“ von Cerchi Nell’Acqua, aber nur in halber Intensität. Genau genommen, passt dieser Duft von der Intensität her genau in die Lücke zwischen dem „Absolute Aphrodisiac“ und dem „Peau d’Ange“.

Ein wunderschöner Duft für Vanillefans, ich würde aber trotzdem lieber zu Enrico Buccellas Vanilleinterpretation greifen. Wenn schon Vanille, dann auch richtig Vanille.
Und wenn beide Düfte schon eine ähnliche Art von Vanilleinterpretation bieten, dann lieber gleich die mollig-satte, alles einhüllende und umfließende Vanille des „Peau d’Ange“, in der man so richtig schön versinken kann, als diese leicht schaumgebremste, luftigere und leisere Umsetzung.
Als Büroduft wäre allerdings der „Morn to Dusk“ die sicherere Wahl.

Obsession Calvin Klein von KarateArwen 2017-03-31

Obsession ist ein schwerer ambrierter Duft mit animalischen Duftakzenten.Er ist absolut für den Winter geeignet.Ambra wärmt den Träger und umhüllt ihn mit Vanille und dunklen Orangentönen.Der Duft ist sehr dicht.Die Duftzusammenstellung ist wie ein Elixier von allen Zutaten.Ich finde ihn auch sehr weihnachtlich und festlich.Die Männervariante kann auch gut von Frauen getragen werden.Ein schöner Klassiker , der sich klar von den heutigen Düften hervorhebt.Ich finde ihn auch ein wenig zimtig.Jeder der schwere Düfte mit einer wunderbaren Ambranote mag ,sollte Obsession testen.Für einen kleinen Preis ist die große Flasche mit 100 ml erhältlich.

Tobacco Oud Tom Ford von timstjames 2017-03-31

Ein außerordentlicher Duft, der wirklich sein Geld wert ist. Sehr langlebig, angenehm, aber doch würzig.

Gucci Guilty Absolute Gucci von timstjames 2017-03-31

Er riecht schon etwas seltsam. So wie das Wartezimmer beim Arzt. Ich kann nicht sagen, dass ihn jeder tragen kann oder sollte. Definitiv ein sehr umstrittener Duft. Ich habe ihn als Geschenk bekommen, aber würde ihn definitiv nicht kaufen. Ich mag ihn an mir, aber ob er sein Geld wert ist, würde ich nicht behaupten.

Aqua Motu Comptoir Sud Pacifique von KarateArwen 2017-03-31

Immer wenn ich ans Meer fahre ,habe ich unmittelbar danach Fernweh und suche einen Duft der mich an diese unbeschwerte Zeit erinnert.Vieles wurde schon getestet ,doch der schönste Duft der an salziges Meerwasser erinnert ist Auqa Moto.Man kann förmlich das salzige Meer riechen , wenn es ans Land mit Sand und Algen gespült wird.Wie eine Gischt aus vielen Perlen mit einigen sonnigen Akzenten auf dem Wasser wiederspiegeln.Er kann gut mit anderen Düften kombiniert werden , auch mit Vanille.So geht er dann in die Lolita Lempcka Richtung L .Ein sehr schöner Duft für Meerjungfrauen.

Sparkling ist ein frischer Frühlingsduft.Absolut prominent ist der rote Apfel.Direkt beim Aufsprühen ist das Äpfelchen da.Ich finde ihn süß und etwas synthetisch.Für mich ist dieser Duft nicht gourmand.Er ist etwas aquatisch im Abgang mit der typischen Apfelsüße.Eigentlich kenne ich den Duft ,er riecht fast identisch wie Donna Karans Delicious ,nur mit weniger herben Noten.Sicherlich ein toller Duft für Frauen die Apfeldüfte mögen.Ideal für den beginnenden Frühling oder für sportliche Aktivitäten.

Fragile Jean Paul Gaultier von KarateArwen 2017-03-30

Fragile ist ein fülliger Tuberosentraum.Er ist üppig bestückt in seiner Basis mit den wunderschönen Weißblüten.Der Duft ist ein festlicher Begleiter.Mit ihm zieht Frau garantiert jeden Blick auf sich.Orangenblüte und Jasmin unterstützen die Tuberose.Sinnlich und prickelnd öffnet er auf der Haut seine gewaltige Kraft ,mit einer enormen Haltbarkeit von über 12 Stunden.Der Flacon verspricht ,was genau der Duft ausstrahlt.Eine Femme Fatale im Rampenlicht.Warum die Produktion eingestellt worden ist ,weiß ich nicht.Ich finde ihn wunderbar und einzigartig.

Classique Eau de Parfum Jean Paul Gaultier von KarateArwen 2017-03-30

Gaultier eau de Parfum ist ein wärmender und anziehender Begleiter.Er ist mit Orangenblüte und Vanille sehr köstlich.Den Rum kann ich nicht vernehmen.Ich hatte immmer Tiareblume im Sinn ,aber das dürfte dann tatsächlich der Rum sein.Ich finde ihn zum eau de Toilette tiefer und haltbarer.Er ist etwas seifig ,sauber in der Basis.Ein schöner Klassiker der gut zu einem gemeinsamen Abend passt.Er umgibt die Trägerin mit einer schmeichelnden Aura.Er hat keine störenden Noten und ist sehr verträglich mit der Hautchemie.Er ist stärker als das eau de Toilette und kann daher sparsam dosiert werden.Der Flacon ist ebenfalls sehr schön anzusehen.

Spiritueuse Double Vanille Guerlain von Lady Smellalot 2017-03-30

Für den Preis von 200€ für 75ml habe ich mir etwas mehr von diesem Vanille Duft erwartet. Alkoholische Vanille die etwas cremig und würzig ist, aber da schwingt auch etwas unangenehm künstliches mit. Da gibt es meiner Meinung nach schönere Vanilledüfte.

Eau de Rochas Rochas von Lady Smellalot 2017-03-30

Eau de Rochas ist zitronig sauber und richtig frisch, aber nicht so flach und künstlich wie viele andere Zitrusdüfte. Im Sommer ist dieser Duft ganz wunderbar und wirkt sauber und weich moosig. Einfach toll.

Eternity Calvin Klein von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Ich muss zugeben, mit den meisten Calvin-Klein-Düften habe ich irgendwie so meine Probleme. Als ich eine Probe von Eternity in der Hand hielt, war ich daher ziemlich skeptisch, denn die meisten Parfümmarken haben ja schon einen gewissen eigenen Charakter, und ich nahm bis dahin an, dass das zwischen CK und mir einfach nicht harmoniert. Wie überrascht war ich, dass es dieses Mal anders war!

Weiße Blüten. Lebensecht. Ein Garten, taufrisch, morgendlich. Milchiges Sandelholz, vanillig, süßlich, ganz zart orangig-fruchtig. Generell ganz tolle cremige Blütennoten! Gepflegt, sauber, aber keineswegs brisig. Dazu noch eine wunderbare zarte Puderigkeit, weder zu "abgehoben" noch zu banal, mit sanfter Süße. Und alles sehr dicht gewebt.

Handseife? Naja, leicht seifig ist der Duft, aber wie billige Seife riecht er insgesamt nicht. Körperpflegemäßig durchaus, mit Cremig- und Puderigkeit, aber dann doch schon in einer etwas gehobeneren Klasse. Ein wenig muss ich - Kategorie sauberer Pflegeduft - an Jennifer Lopez' Glow denken, aber Eternity wirkt deutlich erwachsener, ausgefeilter, eleganter. Irgendwie tatsächlich auch ruhiger und harmonischer. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Cuir Iris L`Atelier des Bois de Grasse von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Anfangs frisch-grün, eindeutig beifußlastig und mit etwas leichter Pfefferigkeit. Ohne Blick auf die Duftpyramide hätte ich auch noch auf eine Zitronen-Bergamotte-Kombination getippt, etwas Zitrisches hat der Auftakt auf jeden Fall auch noch an sich. Dazu kommt ganz ganz deutlich das Perubalsam, sehr kräftig sogar, aber es scheint nur für ein paar Momente einmal "aufzuflammen" und tritt dann sofort wieder in den Hintergrund (wo es aber durchaus noch länger mitschwingt, aber eben nicht sehr prominent). Bemerkenswert.

Nach ein paar Minuten riecht man zwischen den herb-grünen Auftaktsnoten auch noch ein zahmes, feminin-blümeliges Maiglöckchen hindurch, das nur wenig auffällt, und schon startet der Hauptaspekt des Duftes durch: eine würzig-holzige Mischung aus aromatischem Pfeifentabak (sehr naturnah!), warm-würzigem Leder (für meine Nase eher grobes denn Wildleder, um genau zu sein) und kühlem, aber nicht zu schattigem, Zedernholz. Insgesamt hält die Temperatur des Duftes sich so die Waage, Tabak und Leder wirken eher warm, das Holz (mit den ganzen grün-krautigen Nebennoten) eher etwas kühler. Dazu kommt dann, die zwei Gegensätze weiter miteinander harmonisch verbindend, eine schöne, sanft süßliche, sanft blumige Puderbasis aus Moschus, Iris und Vanille. Die Iris hat auch wieder einen gewissen kühlen blumigen Aspekt (vielleicht ein wenig vergleichbar mit der Iris aus dem alten Yves-Rocher-Duft Iris Noir).

Insgesamt würde ich Cuir Iris als schönen moderat temperierten Leder-Tabak-Duft mit leichter blumiger Puderigkeit, Holz, und zitrisch-grünen und ganz sanft balsamisch anmutenden Nebentönen beschreiben. Klassifiziert wird er hier als Unisexduft, dort, wo ich ihn erworben habe, war er als Herrenduft ausgezeichnet - ich persönlich würde sagen, durch die Tabak- und Ledernoten und die maskuline (Zedern-)Holzigkeit tendiert er in klassischer Hinsicht eher zu den Herrendüften, aber Damen, die diese Noten mögen, können ihn selbstverständlich auch tragen.

Die Sillage hätte ich anfangs noch als moderat eingeschätzt, allerdings wird sie schon bald schwächer, sogar fast hautnah (oder liegt es an meiner Nase oder an meiner Hautchemie?). Auch, was die Haltbarkeit betrifft, würde ich Cuir Iris im unteren Bereich des moderaten Spektrums einordnen. An Sonnentagen hält er nur etwa 3 Stunden, an regnerischen, kühleren (wie heute) kann er durchaus auch mal 4 oder viereinhalb Stunden schaffen, da er sich insgesamt einfach langsamer entfaltet, aber ein richtiger Wummser ist er nicht und wird es wohl auch im Winter nicht sein (auch, wenn er sich dort mit Leder und Tabak sicher auch schön macht, wenn man ihn denn riecht und die Sillage nicht noch weiter einsackt). Allerdings ist das beim Preis von regulär 25 Euro (UVP des Herstellers) für 100 ml auch nicht zu tragisch.

Hersteller ist übrigens die in Grasse ansässige Groupe Arthes, von denen auch die Reihen Jeanne en Provence, Palquis (die kenne ich noch nicht) und die Drogerie-Düfte von Jeanne Arthes und Jeanne d'Urfé (offenbar benannt nach der historischen Person, die Okkultistin und nebenher auch noch die beste Freundin Casanovas war ;) ) stammen. Gegenüber denen (die allerdings auch kostengünstiger angeboten werden) fällt Cuir Iris schon deutlich komplexer und natürlicher aus. Qualitativ definitiv gelungen! Nur die Haltbarkeit und Sillage könnten, für meinen Geschmack, noch üppiger sein.

Rose Privée L`Artisan Parfumeur von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Manchmal ändern sich Dufteindrücke tatsächlich sehr mit der Jahreszeit - oder besser gesagt: mit der Temperatur zum Zeitpunkt des Testens. Ich hatte diesen Duft schon einmal im Spätherbst getestet und war zu folgendem Eindruck gekommen (bisher unveröffentlicht - ja, meine Rezensionen liegen manchmal ziemlich lange auf Lager):

"Der Anblick der Duftpyramide verwirrt mich - mehr als nur ein Bisschen. Ich habe vorhin diesen Duft probieren können, direkt aus der Originalflasche. Und ich roch anfangs nur Pfeffer! Unmengen an schwarzem Pfeffer (gegenüber dem ich, hier wissen es ja Einige, extrem empfindlich bin), dann auch noch mit würziger Gartennelke vermengt. Dahinter war etwas säuerlich-tauartige Rose zu vernehmen, ansonsten nicht sehr viel.

Erst, nachdem der Pfeffer verschwunden war, nach etwa 1,5 bis 2 Stunden, kam die Rosennote wunderbar hervor, untermalt von frischen Noten (Basilikum, ein wenig Flieder), einem kleinen Hauch Puderigkeit (Magnolie, Veilchenblatt) und kühlem, erdigem Patschuli. Genau genommen fühlte ich mich nun ansatzweise an den anderen L'Artisan-Duft Voleur de Roses erinnert, ich würde sogar behaupten, dass die Patschuli-Rosen-Kombi hier so ziemlich identisch ausfällt (der einzige Unterschied ist, dass VdR noch eine Pflaumennote besitzt und dass bei Rose Privée noch ein halbes Dutzend andere Noten mehr vorhanden sind). An dieser Stelle gefällt mir Rose Privée dann doch ziemlich gut, wie gesagt, gewissermaßen als etwas komplexere Variante von Voleur de Roses, mit stärkerer Puderigkeit und ein paar blumigen Facetten mehr.

Aber: Möchte ich wirklich bis zu zwei Stunden in der Nase juckenden Pfeffer auf mich nehmen, ehe diese angenehme Phase endlich erreicht ist? Dazu kommt noch das - sogar noch weitaus gewichtigere - Manko, dass Rose Privée schon bald darauf komplett verschwindet. 2 Stunden Pfeffer, danach noch einmal etwa 2 Stunden ganz hautnahe Rosen-Patschuli-Kombi. Gerade, da ich schon Voleur de Roses besitze, sprach das für mich eindeutig gegen einen Kauf. Schade, eigentlich. Denn die zweite Phase von Rose Privée ist tatsächlich bemerkenswert schön. Wer kühle, zartpuderige Rosen-Patschuli-Düfte mag und kein solches Pech mit schwarzem Pfeffer hat wie ich, könnte Rose Privée tatsächlich mal testen. Übrigens ein absolut unisextauglicher Duft."

Tja, und nun stand er neulich bei TK Maxx wieder vor mir. Ich musste an die Duftphase "Voleur de Roses, nur komplexer" zurückdenken, hoffte, er würde nun, bei Frühlingstemperaturen, vielleicht schöner ausfallen - und vor allen Dingen die für meine Nase unschöne "Pfeffer-Phase" deutlich schneller vorübergehen. Und ich hatte Recht! Anstelle der annähernd zweistündigen Pfefferbombe begrüßte mich nur wenige Minuten eine nicht allzu heftige Kombi aus ein wenig Pfeffer und würziger Nelke, und schon startete das grünlich-taufrische Rose-Patschuli-Programm durch. Insgesamt nimmt man bei wärmeren Temperaturen auch den Facettenreichtum der grünen Noten und der Blumennoten etwas differenzierter wahr. Außerdem entwickelt sich die Puderigkeit von Magnolie und Veilchenblatt deutlicher. Insgesamt tut Wärme Rose Privée eindeutig gut! An der eher geringen Haltbarkeit von leider nur 4 Stunden ändert das natürlich nichts (das kann ich, da ich den Duft deutlich reduziert erwerben konnte, allerdings verschmerzen), aber insgesamt entwickelt sich der Duft an wärmeren Tagen einfach deutlich schöner. Bei Kälte geht er nicht auf, alles zieht sich irgendwie in einen pfefferig-scharfen Einheitsbrei zusammen. Wie er im Sommer ausfallen wird, vielleicht noch puderiger, noch differenzierter? Ich bin gespannt!

Black Aoud Montale von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Black Aoud braucht Zeit, Raum und vor allen Dingen Wärme, um sich zu entwickeln. Anfangs hatte er mich eher wenig begeistert - direkt am Flacon oder auf Papier gerochen nahm ich nämlich nur etwas Medizinisch-Chemisches und etwas Plastikartiges wahr (vermutlich fehlte da wirklich einfach die Körperwärme) - aber nachdem ich ihn ja neulich zwangsweise einige Tage auf Stoff riechen musste ;) - habe ich ihn noch einmal direkt auf der Haut getestet, um meine neuen Eindrücke noch einmal zu bestätigen.

Tatsächlich ist es so, dass sich mit der Zeit ein sehr variantenreicher Oud-Duft entwickelt, der immer wieder neue Facetten zeigt, was ich ziemlich beeindruckend fand, was den Duft aber auch etwas schwerer zu beschreiben macht. Anfangs war er eher kühl und medizinisch-bitter, ein wenig luftig, auch die Rosennote wirkte in Kombination eher frisch und tauartig-kühl. Dazu kamen noch eine zitrisch anmutende Kopfnote und frisch-erdiges Patschulikraut. Mit der Zeit entwickelt er sich eher holzig, dann weihrauchartig-balsamisch-rauchig, gleichzeitig warm-harzig, aber auch luftig-ätherisch. Die Rosennote fällt dabei elegant, aber auch auffällig dunkel aus, und harmoniert sehr gut mit den harzigen Noten. Nach längerer Zeit (insgesamt hält der Duft locker über 12 Stunden auf der Haut durch, auf Stoff noch deutlich länger, bei weit überdurchschnittlicher Sillage) entwickelt der Duft sogar noch fruchtige und likörig-süße Akzente, die ich gar nicht mehr erwartet hätte. Sogar einen Hauch herber Vanilligkeit und soetwas etwas fast Karamelliges konnte man erkennen. Dazu kam ein leicht puderiger Unterton. Wobei das nicht darüber hinwegtäuschen sollte, dass der Duft insgesamt trotzdem eher rauchig, holzig und erdig ist - nur tauchen dazwischen eben immer mal wieder unterschiedliche kleine Aspekte auf, verklingen wieder, neue tauchen auf, usw. Sehr spannend!

Ob die Oud-Note in Black Aoud echt oder synthetisch ist, kann ich übrigens schwer sagen. Ich hatte schon das Glück, echte Oud-Öle testen zu können, verschiedene sogar, aber die Oud-Note in Black Aoud fällt doch anders aus. Andererseits kann Oud wirklich sehr unterschiedlich wirken (und auch nicht immer zwingend medizinisch zu Beginn). Die Oud-Note hier ist auf jeden Fall sehr interessant und gehört zu den facettenreichsten, die mir bisher untergekommen sind. Wer sich für Oud interessiert, sollte diesen Montale-Duft allein wegen dieser unterschiedlichen Facetten, die er zeigt, mal testen, sofern sich die Gelegenheit ergibt. Es lohnt sich.

Sun di Gioia Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber ich rieche bei Sun di Gioia schon einerseits etwas dieses "Sonnencremeartige", andererseits aber auch noch sehr deutlich die originale Signatur von Acqua di Gioia. Ich glaube, es könnten Limette und verwässerter Jasmin sein, auch die Vanillenote hat für mich nicht nur einen cremigen, sondern auch einen wässerig-grünen Aspekt.

Darüber ist dann aber schon dieser Eindruck klassischer Sonnencreme gelayert: cremige Vanille und Benzoe, sanft zitrisch, dazu süße Tropenblumen wie Frangipani und Ylang-Ylang, ein Hauch zartwürziger Freesie, bisschen cremige Iris, außerdem deutlich Ambroxan. Der Gesamteindruck dieser "Schicht" ist blumig-cremig-süß-ambratisch.

Allerdings lässt sich für meine Nase die darunter liegende aquatisch-zitrisch-frische Schicht auch nicht ignorieren, dadurch wirkt der gesamte Duft etwas wässerig und leicht. Ehrlich gesagt, ohne diesen aquatischen Anteil fände ich den Duft angenehmer - aber dann wäre er auch nicht mehr als Acqua-di-Gioia-Flanker zu erkennen.

Sillage und Haltbarkeit sind moderat.

Acqua di Gioia Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Ich habe es nicht mit aquatischen Düften, deswegen bin ich von diesem aquatisch-kräuterartig-zitrischen nicht sonderlich begeistert. Was aber nicht automatisch heißen soll, dass der Duft schlecht wäre.

Tatsächlich riecht Acqua di Gioia hauptsächlich nach gezucktem wässerigen Minzsud und Zitrone. Im Hintergrund bisschen süßlich-leichter Jasmin, eine minimal puderige Pfingstrose. Unterbau: Kühles, auch verwässertes, Zedernholz und vielleicht ein weniger Hauch Ladan. Pfeffer? Rieche ich kaum. Bleibt, wie gesagt, ein recht minimalistischer Mix aus Zitrus, wässeriger Minze und bisschen Hintergrund-Geblümel. Für meine Nase unspektakulär, für meinen Geschmack ist da nichts wirklich Reizvolles dran, aber zumindest riecht der Duft auch nicht unangenehm. Zum Glück fällt der Duft bei mir allerdings auch keineswegs algig aus.

Seinem Namen wird der Duft, zumindest, was "Acqua" betrifft, sehr gerecht. Ich hatte mal eine Miniatur dieses Duftes, die habe ich über einen Sommer durchaus geleert, weil ich sie an heißen Tagen unterwegs immer mal auftupfte, für einen Hauch "Frisch-Geduscht-Gefühl", wenn gerade keine Dusche parat war, ich mir aber gerade eine gewünscht hätte. Dafür war er durchaus gut und die Miniaturflasche konnte danach in die Vitrine wandern ;) Worin nun die "Gioia" bei diesem Duft liegen soll, erschließt sich mir persönlich nicht, aber Aquaten-Freunde können das vielleicht eher nachvollziehen.

Sillage und Haltbarkeit sind moderat.

Oud Santal Brecourt von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Oud hat verschiedenste Facetten, auch einige, die für manchen Menschen weniger angenehm zu riechen sind; manchmals erinnert es an Plastik oder bittere Medizin, manchmal macht es einen verbrannten Eindruck. Nicht hier.

Auch fehlt hier die typische Rosennote, die viele Oud-Düfte besitzen; nein, was wir hier vorfinden, ist eine wunderbare Einheit - im wahrsten Sinne des Wortes - aus Harz, Holz und Leder, tief und markant, aber ebenso (durch das helle Sandelholz) unglaublich cremig und durch die Iris ebenso puderig, wohlig.

Warmes Ambra, leicht kühles, holziges Oud; Würzigkeit durch Grauamber, Saffran und Leder (und ganz gering auch durch Muskat und Nelken). Puderigkeit durch Moschus und Iris, Cremigkeit durch Sandel und Kaschmirholz. Alles fügt sich zusammen, alles harmoniert. Und die Mischung funktioniert in sich perfekt, da braucht es keine weiteren Facetten, nichts Blumiges, nichts Fruchtiges, nichts Frisches.

Wer Harz- oder moderat temperierte Holzdüfte mag, und wer mal einen gemäßigt, nicht zu eigenwillig wirkenden Oud-Duft testen möchte, sollte sich diesen hier dringend zum Testen vormerken.

Die Haltbarkeit ist schier unglaublich und erreicht locker 12 Stunden, die Sillage ist moderat bis intensiv. Eine sparsame Dosierung reicht vollkommen aus.

Off to Ibiza Brecourt von PhoenixNoctulus 2017-03-29

Die Brecourt-Düfte, die ich bisher getestet habe, hatten alle eine deutliche Harzig- oder Holzigkeit und eher etwas "Ernsthaftes", Elegantes. Off to Ibiza ist da etwas anders, aber auf seine eigene Art und Weise ebenso gelungen: Spritzig, fruchtig, erfrischend, ein Gute-Laune-Duft für den Sommer!

Deutlich wahrzunehmen ist spritzige Blutorange, ich würde sagen, kombiniert mit ein wenig Grapefruit, und süß-fruchtige Himbeere. Grüner Apfel mag auch ein wenig vorhanden sein. Vielleicht auch ein wenig Cassis.

Hauptsächlich sind es aber säuerlich-frische Blutorange und süß-beerige Himbeere, die diesen Duft prägen, unterlegt mit leicht süß-marmeladiger Rose und puderig-blumiger Pfingstrose, außerdem cremigem, weichem, hellem Sandelholz. Und ein wenig Pudermoschus ist auch noch dabei.

Der Gesamteindruck ist fruchtig süß-säuerlich, deutlich orangig, cremig, puderig.

Die Haltbarkeit liegt bei rund 5 Stunden, die Sillage ist moderat.

Bvlgari Man Black Orient Bvlgari von ChiefGeronimo 2017-03-29

Obwohl der Frühling draussen mit lieblichen Düften unsere Nasen umgarnt, habe ich mir blindlings diesen Duft bestellt. Er kommt schwer und würzig daher wie ein Zinfandel, ist also definitiv für die rauhere Jahreszeit gedacht mit seiner warm-würzigen Note; trotzdem werde ich mir ab und zu einen Sprüher gönnen, denn die Duftkomposition ist einfach zu verführerisch, um ignoriert zu werden.

Chanel N°5 Chanel von KarateArwen 2017-03-29

Der Klassiker unter den Düften.Ein feiner seifiger Duft.Sehr elegant und das eau de Parfum ist wärmer und sanfter als das eau de Toilette.Ich finde ihn sehr nostalgisch und würde ihn nicht unbedingt tragen.Er steht mir einfach nicht.Ich habe ihn schon oft an Anderen wahr genommen.Entweder riecht er nach einer Haarspraynote oder eine wunderbare blumige Aura umgibt den Träger ,verströmt dabei absolute Eleganz und Reinheit.Er erinnert an L aimant und Clea von Yves Rocher.Ich habe ihn trotzdem in meiner Sammlung.Es war das Lieblingsparfum meiner Mutter.An ihr war er schön blumig und außergewöhnlich.Somit habe ich noch eine unreformulierte Version.Das reformulierte ist leider nicht mehr so gehaltvoll.

Pure Poison Christian Dior von KarateArwen 2017-03-29

Pure Poison ist weißes Maiglöckchen in der Flasche.Er ist sehr blumig ,das Maiglöckchen und die Orangenblüte stehen im Vordergrund.Mit Amber gewinnt er an Wärme.Bei warmen Wetter wird er sehr aufdringlich und entwickelt bei mir eine bissige Note.Ich finde ihn nur an sehr kalten Tagen tragbar.Gardenie macht ihn noch etwas haltbarer.Ein weißer schwerer Blütenduft.Wer ihn süßer haben möchte ,sollte zum Elixier greifen.Hier entwicklet sich der Duft gourmandig süß.

Eternity Calvin Klein von KarateArwen 2017-03-29

Eternity ist für mich der gepflegteste und ruhigste Duft.Er erinnert mich an die frühere Niveabodylotion in den 90 ger Jahren.Er strahlt soviel Ruhe aus und ist sanft und cremig.Dabei ist er sehr schwer und hält über 12 Stunden.Eine wunderschöne blumige Note umfängt ihn mit strahlenden ,weißen Noten.Lilie ist für mich sehr dominant ,aber in einer schönen Weise.Nicht zu aufdringlich.Es scheint so , als wenn Eternity wirklich für die Ewigkeit gemacht ist.Er ist zeitlos tragbar und für jeden Anlass geeignet.Wer ruhige und zentrierte Düfte mag ,die absolute Ruhe und Gepflegtheit ausstrahlen ,sollte ihn mal testen.

Agent Provocateur Agent Provocateur von KarateArwen 2017-03-29

Agent ist der erste Duft aus der Reihe von Provocateur.Ich habe ihn nun in der 200 ml Ausführung hier stehen.Ich war sehr hin und her gerissen ,ob ich ihn bestellen sollte.Aber nun ist er mein und etwas ganz Besonderes ,sehr ungewöhnlich.Er startet mit einer schweren roten Rose.Er hat eine seifige Komponente in sich.So das er an schwere Seifenstücke erinnert ,die früher in den Schränken gelegen haben.Er macht einen sauberen und gepflegten Eindruck.Er hat aber auch eine kleine dunkle Seite ,die sich erst mit der Haut verbindet und dann richtig zuschlägt.Er darf nur sparsam dosiert werden.Sonst wird der Duft penetrant und nicht mehr schön.Er kann sehr gut mit süßen Düften kombiniert werden.Er selbst hat wenig Süße ,sondern mehr Rose und seifige ,warme Noten.Rose muss man mögen.Ich finde ihn sehr interessant.Zumal er sich aufgrund der Hautchemie immer wieder veändert.

Premier jour Nina Ricci von noa69 2017-03-27

An den Tag, an dem ich Premier Jour das erste Mal getestet habe, kann ich mich noch sehr gut erinnern.
Da ich lange Zeit im Zentrum meiner Stadt gearbeitet habe, gegenueber einer grossen Parfuemerie, habe ich oft Duefte getestet. Premier Jour wurde sofort von 2 Mitarbeiterinnen erkannt und komplementiert. Ich habe auch kurz danach Premier Jour gekauft.
Kein Wunder, das Parfum ist wie massgeschneidert fuer mich: meine Lieblingsblumen, Wicke und Gardenie sind von weichen Moschus und Sandelholz, einem der hellsten und anschmiegsamsten, umgeben. Eine kleine Orangenspritze gibt Frische und Vanille ein wenig Suesse. Besonders schoen ist hier jedoch die Wicke, romantisch, subtifruehlingshaft, jedoch nicht maedchenhaft. Premier Jour hat Aussagekraft einer modernen energischen Frau, die aber gerne Kleider traegt und offenes Haar. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass der Duft was mit Mode der siebziger was zu tun hat, z.B. eine der Blondinnen von Charlies Angels koennte ihn tragen ;)
Sillage und Haltbarkeit 1A.
Eine schoene Reklame uebrigens...

Abril Victorio & Lucchino von noa69 2017-03-27

Abril passt auch schon im Maerz und Mai, nicht nur im April, es ist ein Fruehlingsduft, am schoensten entwickelt er sich gerade zu dieser Zeit.
Fuer mich eine der huebschesten Umfassungen von Gardenie, deren Blumen so schoen sind aber wenn man ihr zu nahe kommt, etwas moerderisch wirken koennen. Der Duft von Gardenie ist ziemlich stark und betoerend.
Im Abril wirkt Gardenie frisch, eigentlich feucht, wie nach einem starken Fruehlingsgewitter. Die Orangenbluete gibt der Gardenie eine interessante und erfrischende Balance, zusammen mit Jasmin und Magnolie ( die hier eine der schoensten ist) bilden sie einen fast beruehrenden floralen Bouquets. Ich bin in den Duft seit ueber 20 Jahren verliebt. Kennengelrnt habe ich ihn noch als arme Studentin, erst jetzt bekam ich den huebschen Flakon. Und Abril ist immer noch so schoen: weiss, strahlend, natuerlich. Irgendwie fuehle ich mich nach Spanien versetzt...weiss nicht, warum, aber alles hier ist so sonnig, so hell und luftig, ich stelle mir einen Spaziergang an der Promenade am Meer in Barcelona dar, natuerlich im April!
Haltbarkeit und Sillage grossartig, genau wie das Parfum.

Lilac Path Aerin Lauder von noa69 2017-03-27

Als grosse Verehrerin von romantischen Blumen, sind mir die schoenen Flakons mitsamt schoener Kartons sofort ins Auge gefallen.
Ich habe alle, im Estee Lauder Boutique vorhandenen Aerin Duefte getestet und der war ein Gewinner!
Die aeusserst nette Verkaeufrin hat mir ein Rabatt vorgeschlagen und voellig ungewollt ( ja ja, klar) habe ich uebergluecklich den Laden mit der schoenen Tuete und noch schoenerem Inhalt verlassen.
Und Lilac Path ist romantisch und passt zum Fruehling!
Wie der Name schon sagt, es ist ein Fliederduft, aber einer von der schoensten und bester Sorte.. Cremig, subtil, elegant, etwas gruen angehaucht, die weiche gepflegte, sonnige und fruehlingshafte Pudrigkeit erobert mein Herz immer wieder! Eine etwas altmodische Note spuere ich hier auch, aber das Parfum ist zeitlos, es sind Flieder, die hier nicht erwuergen, denn sie sind harmonisch vermischt mit gruenen Blaettern und grosser Portion von warmer Sonne, die sich versteckt hinter den frischen bluehenden lila Fliederstraeussen.
Haltbarkeit und Sillage moderat.
Absolut empfehlenswert fuer Freunde/innen von romantischen Fruehlingsbouquets. Und Liebhaber der Farbe Lila. Also fuer mich :)

Neiges Lise Watier von aquaria 2017-03-27

„Sanft“ war auch bei mir das erste Stichwort, das mir durch den Kopf ging. Weiße Hyazinthe, weißer Jasmin, weißes Maiglöckchen, weiße Magnolie, weiße Orangenblüten, ein Berg an weißen Blüten, die zusammen einen Duft in Cremeweiß ergeben, mit einer federleichten Cremigkeit, die so sanft und zart wie Babyhaut anmutet.
Die Textur des Duftes bildet die Fragilität und das sanfte Schweben einer Schneeflocke ab, die Temperatur allerdings nicht. „Neiges“ ist ein zwar frischer, aber kein kühler Duft. Da ist einiges an sanfter Wärme und auch eine milde Süße vorhanden, nicht nur durch die Sandelholzbasis, auch durch eine warme Rose und durch die Orangenblüten.
Nichts davon ist einzeln zu riechen, aber zusammen verleihen sie der Komposition einen Eindruck nach frisch eingecremter Haut, die noch von einem Vollbad in weißem Blütenschaum angenehm erwärmt ist.
Der Duft nach Hyazinthen und frischen Frühlingsblumen, nicht an den Blüten direkt geschnuppert, sondern das Potpourri aller Blüten, das die Luft in einem Raum beduftet. Die Hyazinthe wirkt nicht stechend und ultrakühl, wie ich sie aus anderen Düften kenne, weder der Jasmin noch die Orangenblüten wirken indolisch. Die Magnolie strahlt in hellem, aber sanftem Weiß, ohne grell zu werden. Das Maiglöckchen bleibt zurückhaltend, steuert neben seinem lieblichen Duft noch mildes Grün bei. Der ganze Duft ist eine homogene, sehr zarte, cremeweiße Symphonie an Blütenblättern.
Mich erinnert "Neiges" an die Frische und Sauberkeit eines Philosophy „Amazing Grace“ minus Zitrusnoten.

Enigma Roja Dove von aquaria 2017-03-27

Ich beschreibe die EdP-Konzentration.
“Enigma” startet an mir mit einer faszinierend luftigen Kombination aus Neroli, Bergamotte und Pfirsich. Da ist einerseits die Saftigkeit und Fruchtigkeit des Pfirsichs und gleichzeitig wird seine Süße durch die spritzigen Zitrusnoten völlig eingebremst. Was entsteht ist ungefähr das Äquivalent zu einem sehr hellen, klaren und (noch) unsüßen Zitrus-Frucht-Drink mit prickelnder Kohlensäure versetzt.
Im weiteren Verlauf entwickelt sich der Duft an mir zunächst leicht seifig, was wohl der Rosengeranie, einer zunächst etwas säuerlich startenden, kurz darauf etwas wärmeren, sauberen Rose und dem noch immer vor sich hin prickelnden Anfangsakkord zuzuschreiben ist. Ylang-Ylang mischt sich zaghaft dazu, zuerst noch relativ „grün“ und kühl, nimmt dann rasch Fahrt auf, wird wärmer und gelb-cremiger. Heliotrop und eine luftige, schwach dosierte Vanille kommen dazu, und nach ca. einer halben Stunde haben die einzelnen Elemente endlich ihren Platz in der Hierarchie gefunden.
„Enigma“ zeigt sich dann als transparent sandelholziger, leicht Ylang-cremiger, süß-rosiger und durch Heliotrop und einen Touch Vanille zart pudriger Duft.
Das Besondere an „Enigma“ ist für mich die Pfirsichnote, die ich noch selten so ansprechend zart gerochen habe. Mein Eindruck meldet mir keinen saftigen, reifen, süß-matschigen Pfirsich, sondern die flaumige, zarte Schale davon, mit nur einem Hauch von Süße, aber dafür viel köstlicher Aromatik, ein Pfirsich an einem noch kühlen Morgen frisch vom Baum gepflückt.
Alles in diesem Duft, zart cremige Blumen, zart fruchtige Noten, hell pudrige Noten und durchsichtige Ambrawärme, scheint ganz sanft hingehaucht, wirkt elegant und unaufdringlich (ich könnte auch sagen: sehr leise).
Leider ist das in meinen Augen auch das Manko des Duftes. An meiner Haut beginnt „Enigma“ nach zwei Stunden merklich zu schwächeln, da ist er bereits sehr hautnah und kostet mich einige Mühe, ihn noch zu erschnuppern, aber immerhin ist er noch präsent. Nach spätestens 4 Stunden hat er sich an mir aber bei jedem Test in Luft aufgelöst.
Ein schöner Duft, aber auch nichts Aufregendes und nicht die Explosion von Aromen und Duftnoten, die ich in diesem Preissegment erwartet oder mir erhofft hatte. Stattdessen kriege ich bei „Enigma“ einen zwar angenehmen, im Grunde genommen aber ziemlich konventionellen Pfirsich-Blumen-Duft serviert.

Rain Clean von RadostTina 2017-03-26

Der Duft startet kühl und zitrisch- frisch, ohne sauer zu sein. Sauber und spritzig, erinnert er mich an kühlen Frühlingswind nach einem Regenschauer. Ich rieche Bergamotte, die von den weißen Blüten balanciert wird. Der Duft riecht erfrischend wie geschnittene Gurken aber etwas pikanter, nicht so aquatisch. In einer Weile wird er etwas maskulin und irgendwie bekannt- eher ein Herrenduft, leicht bitter, da die weissen Blüten und Moschus überwiegen. Als ob ich einen Kuss vom Papa bekomme. In dieser Phase riecht Rain fast ozonisch. Ich stelle mir ein kühles und leckeres Glas Wasser nach einem langen Spaziergang im heißen Sommer vor. Feuchte Erde rieche ich ganz dezent (Patschuli). Mit der Zeit verwandeln sich die bitteren und die kühlen Noten in etwas weicheres.
Insgesamt ist Rain ein hochwertiger und ausgewogener Duft. Erfrischend und kühl macht er gute Frühlingslaune. Die Haltbarkeit ist mittelmässig.

Bad Diesel von ChiefGeronimo 2017-03-25

Ich kann dem Vorredner nur zustimmen, fast identischer Duft wie bei Invictus, also nichts Neues im wilden Westen

Acqua di Gio Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Typisch aquatisch-zitrischer moderner Herrenduft. Das ist absolut nicht meine Duftrichtung. Positiv fällt mir aber auf, dass der Duft keineswegs aufdringlich und auch nicht unangenehm synthetisch riecht.

Außerdem hat er einen relativ komplexen Unterbau. Ich rieche diverse relativ milde Gewürze - u.a. Muskat, Koriander - und sogar unterschiedliche Blumennoten wie Rose, Veilchen, Jasmin, Freesien und - etwas herrendufttypischer - Alpenveilchen. Dazu eine schöne Basis aus verschiedenen kühlen und warmen Noten (einerseits Ambra und Patschuli, andererseits Eichenmoos und Zeder), eingebettet in leicht puderigen Moschus. Der Duft wirkt dadurch ziemlich komplex und nicht einfach nur minimalistisch nach Meeresbrise und Zitrone.

Apropos Zitrus, selbst, was den Zitrusakkord betrifft, ist dieser Duft recht komplex gebaut: Nicht einfach nur Bergamotte und Zitrone sind zu riechen, sondern dazu auch noch Mandarinen, Orangen, Limetten und Neroli (mir ist klar, dass das keine Frucht, sondern eine Blüte ist - allerdings ist hat sie einen zitrischen, leicht fruchtigen Duft).

Qualitativ finde ich Acqua di Gio durchaus hochwertig. Kaufen würde ich ihn nicht, da diese Duftrichtung einfach nicht meinem persönlichen Geschmack entspricht, aber ich finde ihn gut gemacht und zähle ihn zu den besseren Düften in dieser Kategorie. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Secret Wish Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Secret Wish mutet vom Flacon her recht kindlich an, den Duft als solchen empfinde ich hingegen als deutlich erwachsener. Kein "Alte-Leute-Duft", allerdings eben auch kein Kinderparfüm, auch nicht zwingend eines nur für Jugendliche.

Anfangs ist der Duft ziemlich zitrisch, sehr spritzig-fruchtig, auch säuerlich-süße Ananas rieche ich ziemlich deutlich. Honigmelone steuert einen leicht aquatischen Eindruck bei, außerdem ergibt sich merkwürdigerweise ein deutlicher an Kokos oder, noch eher, Feige erinnernder Eindruck. Ich denke, es ist die Mischung aus Melone, Cassis und samtigem Pfirsich zusammen.

Feige (ich bleibe dabei, der Duft erinnert sehr an Feige!) und Ananas mit Zitrus-Topnote also, als Basis deutlich Moschuspuder, etwas weniger (aber auch noch deutlich dosiert) dunkles Holz und, tatsächlich (was den Duft für meine Nase deutlich "unkindlich" macht), eine Menge herb-krautig-kühles Eichenmoos. Dazu noch ein ganz kleines Bisschen Ambra zum Aufwärmen.

Insgesamt bleibt der Duft allerdings für meine Nase ein eher kühler, etwas zitrischer und aquatischer Feigen-Ananas-Duft, hintergründig puderig-holzig-krautig. Der Duft ist relativ statisch, auch etwas synthetisch, was aber nicht übermäßig störend ist. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.

La Vie de Boheme Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Puderige, aquatisch-birnig untermalte Pfingstrose. Üppig rosa, blumig, gleichzeitig auch mit einer leicht wäscheartigen Frische. Dazu rieche ich süße Drachenfrucht und verschiedene hauptsächlich süße, nur ganz zart säuerliche, rote Beeren. Frische puderig-blumige Noten von Rose und Magnolie kommen hinzu, auch ein wenig zartwürzige Freesie. Als Basis dient eine riesige Menge enorm sauberer Pudermoschus, dazu ein Hauch süßlicher Vanille, cremiges, fast schon ein wenig milchiges, Sandelholz, außerdem eine undefiniert holzige Kühle.

Insgesamt würde ich den Duft als kühlen, zartholzigen, sehr sauberen cremig-puderigen Blütenduft mit Akzenten von Beeren beschreiben. Er könnte sogar als Sauber-/Wäscheduft durchgehen. Irgendwie hat er etwas angenehm "Altmodisches", Nostalgisches an sich (was an der Pfingstrosen-Magnolien-Kombination liegen dürfte). Er ist relativ statisch, nicht super-natürlich, aber auch nicht störend synthetisch.

Ich persönlich finde den Duft wirklich schön. Er erinnert mich an die Sommer, die ich als Kind im süddeutschen Mittelgebirge verbrachte, meine Großeltern lebten direkt am Berghang und hatten eine riesige Wiese hinter dem Haus, auf der meine Mutter morgens so manches Mal die Wäsche zum Trocknen aufhing. Und so duftet La Vie De Boheme auch: Gerade aufgehängte, noch nasse, Wäsche, Blütendüfte in der frischen Luft, ein bisschen Holz, ein bisschen Obst. Relativ bodenständig, irgendwelche "Boheme"-Assoziationen ergeben sich mir nicht, aber das muss ja auch nicht zwingend sein.

Die Sillage ist eher körpernah, die Haltbarkeit moderat.

La Nuit de Bohème Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Süß-säuerliche Brombeerlimonade (spritzig mit großem Zitronenanteil) trifft auf ambratisch (Ambra, Patschuli) angewärmtes Holz (viel kühle Zeder, auch etwas Synthetik-Oud). Im Hintergrund bemerke ich noch etwas blumig-cremige Aquatik (Orchidee und etwas Lotus). Einen Hauch Rose erkenne ich auch noch, der irgendwo zwischen säuerlich-frisch und süß-fruchtig variiert. Aber hauptsächlich riecht man Zitrus, Beeren und einen holzigen Hintergrund.

Anfangs finde ich den Duft zu fruchtig-süß, auch etwas zu spritzig. Mit der Zeit kommen die Holztöne deutlicher zum Vorschein und die cremigen Blumennoten mildern die fruchtige Spritzigkeit auch noch etwas. Ab dem Zeitpunkt finde ich La Nuit de Boheme EdT schon deutlich angenehmer. Es bleibt allerdings ein relativ fruchtlastiger Duft.

Das gleichnamige EdP unterscheidet sich vom EdT schon sehr deutlich, vor allen Dingen hat es eine lecker-saftige Pflaumennote, einen schönen Sandel-Hintergrund und generell einige Facetten mehr als das EdT. Ich persönlich mag es mehr als das EdT, wobei ich dieses auch nicht schlecht finde. Als "richtigen" Oud-Duft würde ich es allerdings nicht einordnen, zwar ist da eine leicht rauchige Holzfacette, aber mit echtem Oud-Öl hat es nicht viel gemeinsam. Sicherlich war das bei einem Duft der Preisklasse auch nicht vorauszusetzen, allerdings habe ich schon deutlich naturnaher ausfallende Oud-Imitate, auch in diesem Preissegment, gerochen. Von daher: Für richtige Oud-Fans dürfte La Nuit de Boheme EdT wohl eher nichts sein, wer allerdings Brombeer-Holz-Düfte (als solcher funktioniert er nämlich sehr gut) mag, könnte diesen Duft mal probieren.

Sì Intense Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Si Intense stellt - (Achtung, Binsenweisheit folgt ;) ) - eine intensivere Version vom originalen Si-Duft dar. Aber was heißt "intensiver"? Ich nehme den Duft als wärmer, fruchtiger und ein wenig facettenreicher, also auch dichter gewebt, wahr.

Die im originalen Duft vorhandenen "Eckpunkte" von Cassis, Freesie, Rose und dem kompletten Ambroxan-Vanille-Patschuli-Holz-Unterbau sind im Grunde wirklich identisch. Ich will daher lieber auf die Unterschiede eingehen: Und das wäre in erster Linie das Plus an fruchtig-süßen zitrischen Noten.

Ich nehme ziemlich viel warme, süße Mandarine wahr, Neroli und Osmanthus spielen auch noch ganz passend mit hinein. Als kleine Gegenbalance mag etwas Wermut eingebaut worden sein, allerdings nimmt man den kaum wahr, wenn überhaupt, dann nur als leichte Kühle, keineswegs als grün oder herb-krautig. Apropos herb: Auch Bergamotte ist in der Intense-Version von Si vorhanden, aber die wirkt auch nicht sonderlich bitter, sondern auch wieder eher fruchtig-spritzig. Ausschlaggebend ist beim Unterschied zwischen Original-Si und Si Intense wirklich die fruchtig-süße, warme orangige Note (wobei die unterschiedlichen "Zusatznoten" den Dufteindruck weiter verdichten, im Vergleich zum Original - ich schrieb ja schon: dichter gewebt). Und was macht nun diese zusätzliche Orangigkeit? Ich finde, sie verstärkt sehr deutlich den süß-vanillig-ambratischen und warmen Aspekt des Duftes.

Wem der originale Si-Duft schon zu süß war, dürfte an diesem hier wirklich keine Freude haben. Wem es allerdings nicht süß genug sein kann, und wer sich beim originalen Si noch etwas mehr (orangige) Fruchtigkeit gewünscht hat (oder wem der originale Duft nicht komplex genug war, obwohl ihm der Duftcharakter an sich durchaus gefiel) - da könnte sich der Test von Si Intense durchaus lohnen. Haltbarkeit und Sillage sind überdurchschnittlich.

Si Eau de Toilette Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Die Eau-de-Toilette-Version von Si ähnelt dem Original sehr, teilt auch diverse Originalnoten exakt (Patschuli, Vanille, Rose, Freesie, Cassis, Holz und Ambra) - fällt aber insgesamt leichter und fruchtiger (und vor allen Dingen in seiner Fruchtigkeit facettenreicher), aber gleichzeitig doch weniger süß, aus.

Die neue Leichtigkeit und etwas geringere Süße basiert auf einer aquatischen Birne, zartherber Bergamotte, und sanften, luftigen, etwas teeartigen Blütennoten von Jasmin, Osmanthus und Neroli. Außerdem ist eine große puderige Moschusbasis vorhanden, in den alles etwas wattig einsinkt.

Was die Fruchtigkeit anbelangt, haben wir hier nicht nur Cassis, sondern einen richtigen sanft-spritzigen Fruchtcocktail aus tropischer Mango, frühsommerlicher Erdbeere und sonniger Orange. Insgesamt wirken die Fruchtnoten aber irgendwie "gedämpft", leicht verwässert, vermutlich wegen der Aquatik von Birne, Osmanthus und Co. Dadurch erscheint der Obstsalat aber auch nicht übersüß.

Insgesamt wirkt Si Eau de Toilette sanft fruchtig, etwas blumig, ganz leicht aquatisch, puderig, mit ambratisch-vanilliger Patschuli-Basis. Während Si EdP für mich einen Winterduft darstellt, könnte die EdT-Variante auch an ein wenig wärmeren Tagen (wenn auch nicht im Hochsommer) gut tragbar sein. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit leicht überdurchschnittlich. Wer Si EdP (oder diverse ähnliche Düfte wie Flowerbomb, La Vie Est Belle oder Coco Mademoiselle) mag und eine leichtere Variante für den Frühling sucht, könnte Si EdT mal testen.

Si Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Süß, blumig-fruchtig, ganz leicht würzig, gourmandige Vanille, ambratisches Patschuli. Ich finde Si leider nicht sonderlich originell. Die Mischung aus Cassis und Patschuli erinnert etwas an La Vie Est Belle, dieselbe Patschulinote kombiniert mit Rose und Vanille lässt mich auch an Flowerbomb denken. Auch ein Hauch Coco Mademoiselle ist mit drin. Si kommt mir vor wie ein großes Konglomerat aus diversen anderen in dieser Dekade erfolgreichen Damendüften (die aber untereinander sowieso schon Ähnlichkeit besitzen).

Tatsächlich rieche ich hier eine Basis aus balsamisch-süßem Patschuli (Patch + Ambrox + Vanille) mit einem unaufälligen Hauch Holz, um die Süße etwas zu verringern und den Duft geringfügig zu kühlen. Darauf dann süße Rose und leicht würzige Freesie, außerdem eine fruchtige Cassisnote, die aber irgendwie auch leicht wässerig ausfällt. Jemand schrieb im Forum mal, ein wenig erinnere Si sie an Gummibärchen - ich glaube, das ist diese verwässernde Cassisnote mit fruchtig-süßer, leicht geleeartiger Rose, die diesen Eindruck auslöst.

Insgesamt ist der Duft ziemlich fruchtig, warm und süß, für meine Nase daher eher etwas für Herbst und Winter. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich. Schlecht finde ich den Duft insgesamt nicht - hätte mich aber über etwas mehr Originalität gefreut.

Pagan Mayfair von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Ich möchte an dieser Stelle noch etwas zum Eau de Cologne von Pagan schreiben. Das habe ich mir nämlich neulich mal mitbestellt - die Warnung von Aquaria hatte ich zu dem Zeitpunkt leider nicht mehr im Kopf...

Allerdings muss ich sagen, dass der Duft bei mir zum Glück nicht so schlimm übersüßt ausfällt. Es stimmt, der Duft wirkt nicht so facettenreich, die herben, kühlen und dunklen Noten sind deutlich gedämpft. Das lässt den Duft schon etwas süßer wirken, auch wärmer. Hauptsächlich rieche ich einen klassischen Blumen-Akkord auf Ambra und Moschus. Die Original-Signatur von Pagan kann ich da durchaus noch drin erkennen.

Direkt am Hals ist der Duft aber schon ein kleines bisschen zu süß und auch irgendwie zu "stickig" für meinen Geschmack, ja, auch komme ich nicht in Versuchung (anders, als beim reinen Parfum), regelmäßig an meinen Handgelenken zu riechen. Aber: Auf Distanz "funktioniert" der Duft dann aber doch. Mag jetzt ziemlich seltsam klingen, aber etwa auf Bauchhöhe auf die Kleidung aufgesprüht, sodass ich ab und zu bloß einen kleinen Hauch der Sillage in die Nase bekomme, ist der Duft doch noch ganz angenehm. So trage ich ihn nun auch ab und zu. Außerdem werde ich mich mal mit dem Layern versuchen und evtl auch mal ausprobieren, wie der Duft sich so macht, wenn man ihn beim Seifekochen benutzt (das verändert den Duft auch immer ein wenig). Also, ein ganz unnützer Kauf war es nicht - wäre bei (aufgerundet) 9 Euro für 100 ml allerdings auch zu verschmerzen gewesen.

Iris Bleu & Iris Blanc L`Occitane en Provence von PhoenixNoctulus 2017-03-24

Anfangs rieche ich bei Iris Bleu & Iris Blanc ganz klare, zarte, saubere Irisblüten. Etwas wässerig (auf eine angenehme Art und Weise), untermalt mit frischen Zitrusnoten; ein wenig süß-säuerliche schwarze Johannisbeeren spielen auch noch mit hinein.

Mit der Zeit wird der Duft immer puderiger. Auch die Irisnote wandelt sich ein wenig, bzw kommt zur klaren Blumigkeit auch noch eine puderige und eine karottige Note hinzu. Ins wunderbare Iris-Puder (noch einmal durch Moschus verstärkt) mischt sich eine fruchtig-süße, aber auch leicht hautartige Pfirsichnote. Daneben merke ich noch ein winziges Bisschen süßlich-würzige Blumigkeit in Form von Ylang-Ylang. Im Hintergrund auch noch eine minimale Menge kühles Zedernholz. Der Fokus des Duftes liegt allerdings ganz eindeutig auf den verschiedenen Ausdrucksformen der Iris - und das ist wunderbar gelungen!

Ein wenig schade ist an diesem Duft, dass die Sillage nur sehr gering ist, und auch die Haltbarkeit nur 2-3 Stunden erreicht. Das ist allerdings ein Problem, das ich leider auch schon bei mehreren anderen L'Occitane-Düften feststellen musste. Dafür finde ich den Preis von etwa 60 Euro für 75 ml Eau de Toilette tatsächlich etwas hoch angesetzt. Abgesehen davon ist Iris Bleu & Iris Blanc allerdings ein wirklich toller, absolut testenswerter Iris-Duft.

West Side Bond No 9 von noa69 2017-03-24

An den Film West Side Story kann ich mich schon kaum erinnern, da war ich noch ein Maedchen, ich weiss nur, dass ich Nathalie Wood sehr schoen fand und wollte auch so sein! Zum Schluss des Musicals habe ich ziemlich dolle geweint.
Der Name des Parfums erinnert mich sofort an West Side Story, der Duft passt mir aber nicht so ganz zum Film. Denn West Side von Bond No 9. passt eher zum Theater, oder zu einem schoenen Konzertsaal mit purpurroten dicken Samtvorhaengen, schwarzem Klavier und eleganten Abendroben.
West Side erzaehlt eine Geschichte von samtenen dunklen roten Rosen, sie sind ueppig, mit dunkelgruenen hoelzernen Staengeln und pudrigen weichen jedoch distazierenden Ylang und Moschus. Pfingstrose und Vanille geben Feminitaet, Zartheit und Suesse, Ambra und Moschus machen es zu einem pudrigen etwas trockenen Duft.
Obwohl West Side nach einem dunklen und schweren Parfum klingt, traegt man/frau ihn leicht, am Morgen konnte ich ihn gut vertragen, obwohl ich finde, West Side ist ein typischer Abend Ausgeh Duft. Ich wuerde ihn z.B. bei einem romantischen Dinner tragen, ins Theater, Oper...Aber es eignet sich auch tagsueber, wenn wir ein wenig romantischer Dramaturgie dem Tag geben wollen :)
Haltbarkeit und Sillage gut. So wie der Duft, der den Liebhabern von likoerhaften dunklen eleganten Rosen gefallen sollte. Mir gefaellt er sehr gut, jedoch muss ich den ganzen Flakon nicht haben. Mir fehlt etwas hier, oder ich finde ihn einfach zu korrekt...zu...langweilig? Aber einen Test sicher wert!

Reve Fou NANA.M von aquaria 2017-03-23

Meine erste, erstaunte Assoziation beim Aufsprühen war Bazooka Kaugummi! Und das meine ich absolut nicht negativ. Im Gegenteil; der Duft bringt mich bei jedem Aufsprühen unweigerlich zum Lächeln.
Ich weiß gar nicht, ob diesen Kaugummi jemand noch kennt und ob es ihn überhaupt noch zu kaufen gibt, aber dieses rosafarbene, zuckrig-trockene, pudrige, eigentlich müsste ich schreiben: cremig-"mehlige", und süß-fruchtige Aroma bietet mir „Reve Fou“ in den ersten Minuten.
Rasch wandelt sich dieser Eindruck zu dunkler Edelherb-Schokolade mit Himbeermarkfüllung, wobei die Schokonote nur hauchdünn angedeutet scheint, während die Fruchtigkeit dick und satt rüberkommt. Ich muss ehrlich sagen, dass mir der Duft über lange Strecken einfach zu süß-fruchtig, zu himbeerrosa ist, obwohl er sich nicht aufdringlich entwickelt. Da ist schon eine zuerst schwache, später deutlicher werdende herb-holzige Begleitnote zu merken, die die Süße des Duftes zumindest ein bisschen einbremst. Außerdem vernehme ich im Hintergrund den Tannenbalsam, der eine Art „gläserner“ Harzigkeit und bei genauem Hinriechen auch einen aquatischen Touch mitliefert, was für Tannenbalsam nicht ungewöhnlich ist, wie ich erst vor kurzer Zeit lernte. ;-)
In den nächsten 2-3 Stunden dunkelt der Duft stark nach. Der tannige Eindruck verstärkt sich, dunklere Holznoten treten hervor und verdrängen nach und nach die fröhliche Fruchtigkeit der ersten zwei Stunden. Sie lugt manchmal noch schwach zwischen den Ästen hervor, aber der immer waldiger werdende Duft überlagert die Himbeeren schließlich fast vollständig.
... Bis sich der Duft noch mal komplett dreht, der Tannenwald sich plötzlich lichtet und ein sehr schöner, milder, leicht süßlicher Puderduft entsteht, in dem ich jetzt ein liebliches Veilchen und süß-aromatischen Zimt deutlich merke.
Die anfänglich intensive Himbeer-Fruchtigkeit hat sich zu einem milden, warmen, fast transparenten, rosigen Leuchten abgeschwächt. Mit einem winzigen Klacks Vanille und viel luftigem, transparent süßem Benzoeharz bietet mir jetzt der Duft das, was ich eigentlich bei „„Poudre de Reve“ erwartet, aber nicht gekriegt habe: Eine sehr angenehm vor sich hindüftelnde, mäßig warme, mäßig süße, mäßig zimtwürzige Puderbasis, die leise, zart und unaufdringlich noch ein paar Stunden an der Haut verweilt.

Poudre de Reve NANA.M von aquaria 2017-03-23

Ein Puderduft, den ich mir auch an Männern gut vorstellen könnte. Es handelt sich nämlich um ziemlich holzigen Puder. Helles Holzmehl, das zwar typisch süß-pudrig anfängt, wenn die Zeder noch als leise, pudrige Begleitmusik zur trocken-mehligen Iris, zum sehr, sehr milden Ingwer und zu schwach vernehmlichen, warmen und leicht süßlichen blumigen Akzenten fungiert, aber bald in eine kräftigere, trocken-holzige, eher unsüße und ziemlich nüchterne Richtung geht.
Der Duft startet an mir schnarchnasig, bietet in den ersten 15 Minuten eine stille, fast schon „müde“ Aura mit trockenem Puder und schaler Ingwerwürze. Dann startet „Poudre de Reve“ aber richtig durch.
Der Duft verwandelt sich rasch in leicht rauchigen und auch herben Holzpuder, der sich sukzessive herber und dunkler entwickelt.
Nach ca. 2 Stunden trage ich einen sehr holzigen, manchmal beinahe bitteren Puderduft, in den sich, je näher zur Basis, immer deutlicher eine für mich drückende Note einschleicht. Ich habe Kaschmirholz schon beim Blindtest vermutet, die Duftpyramide bestätigt mir meinen Eindruck.
Und wie es leider so ist: Noten, die man nicht mag, schieben sich extra breit in den Vordergrund. So rieche ich die restlichen Stunden vor allem dieses warme, auf mich in dieser Umgebung muffig wirkende Kaschmir. Trotzdem noch ein ausgeprägter Puderduft, aber mir fehlt hier die Leichtigkeit. Der Duft ist mir nach einer Weile zu holzig und zu kaschmir-drückend.

Moon La Rive von JaneDarkness 2017-03-23

La Rive Moon ist ein Dupe zu Hugo Boss Boss Nuit Pour Femme. Es hat eine sehr gute Haltbarkeit und ist für mich die perfekte Alternative zu dem, ja doch eher kostenintensiven Parfüm von Hugo Boss.

All About Eve Joop! von KarateArwen 2017-03-23

Eve ist schon ein kleiner Klassiker.Auf dem damaligen Duftmarkt wurde er sehr groß aufgezogen.In den Parfumerien waren viele Auslagen mit Äpfeln dekoriert und natürlich mittendrin der schöne niedliche Flacon von Eve.Ich fand ihn damals sehr interessant.Ein Apfelduft war zu dieser Zeit mal etwas Anderes.Ich hatte immer einen Duft gesucht ,der nach Äpfeln riecht.Eve riecht nach einem grünen säuerlichen Apfel mit einer fruchtigen feminen Note.Er wird weich und frisch auf der Haut.Er hat eine köstliche Seite.Ich denke das ist der Zimt ,der ihn so zum Anbeißen macht in Verbindung mit Vanille.Lecker.Ich muss ihn wieder mal im Kaufhaus auflegen und eine Zeitreise machen.

Mon Guerlain Guerlain von KarateArwen 2017-03-23

Ich habe eine Probe von Mon Guerlain erhalten und gestern als Schlafduft getestet.Dieser Duft zeigt viele Facetten.Am Anfang ist er ganz weich und süßlich ,dann wird er etwas kompakter und warme Noten machen sich breit.Welcher Duft mir aber wirklich schon mal begegnet ist ,Joop le bain?So rein und strahlend ,beruhigend und sauber.Unterschwellig vernehme ich ein wenig Shalimar und die typische Guerlainnote?Heute Morgen ist der Duft immer noch da und hat eine enorme Haltbarkeit.Interessant ist der Duft und muss noch weiter getestet werden.

Splendor Elizabeth Arden von KarateArwen 2017-03-23

Splendor ist ein reiner und erfrischender Frühlingsduft.Er wartet mit Maiglöckchen und frischen ,grünen Noten auf.Ich finde ihn sehr waschmittelmäßig ,welches ich natürlich sehr gut finde.Die Hyazinthe gibt ihn diese saubere und köstliche Note.Es ist gerade so ,als wenn du deinen Kopf in einen Kübel voller Waschpulver steckst.Ich finde ihn einzigartig schön.Splendor kann zu jedem Anlass getragen werden.Der Flacon ist passend zum Duft.Hell und klar.Die Haltbarkeit liegt bei über 12 Stunden und ist an der Kleidung noch länger zu vernehmen.Für jeden Waschmitteljunkie eine Wohltat.

Ex`cla-ma`tion Coty von noa69 2017-03-22

Eine cremige, glatte Vanille, die mich an die gleiche Sorte von Sun Jil Sanders erinnert. Hier wird sie jedoch nur die Basis, der Hintegrund fuer Pfirsich, Sandalholz und Hiazynthe...ups, ich sehe gerade, da ist keine Hiazynthe! Der Duft hat naemlich eine interessante fuer manche vielleicht schwierige Note, metallisch, etwas streng, gibt aber ein Merkmal, etwas Aussergewoehnliches.
Frueher, Anfang 90 ziger war Exclamation ein Hit in Polen, man konnte das Parfum ueberall riechen. Das stoerte mich, und auch diese "komische" strenge, aufdringliche metallische Note.
Heute empfinde ich sie gerade interessant und vielleicht deshalb kann ich den Duft schon paar Tage nacheinander tragen, die Note beschaeftigt mich jedesmal, aber positiv. Vielleicht finde ich Exclamation auch gut der Erinnerungen an meine Jugendzeit wegen...
Vor einiger Zeit habe ich mich mit meinen gleichaltrigen Freundinnen getroffen. Sie haben beide gefragt, wonach ich dufte? Als sie die Anwort bekamen, haben sie gelaechelt: "Den gibt es noch?". Ich habe das vertaeumte Laecheln in ihren Gesichtern gesehen :)
Den Duft fanden beide immer noch gut, obwohl es nicht mit jedem meiner "NostalgieParfums" so ist.
Haltbarkeit und Sillage moderat.

Jasmin Vert Miller Harris von noa69 2017-03-22

Eine grosse Ueberraschung! Ist das kein Tuberosenduft? Da ich den exakten Namen vergessen habe, war ich es sicher! Dann doch die Ueberraschung: Jasmin!
Eine kleine Abfuellung davon besitze ich und weiss selber nicht, ob ich den Duft mag oder nicht.
Den "Zutaten" nach und auch der Firma nach, sollte ich das Parfum lieben, wenigstens moegen, aber irgendwas stoert mich hier.
Vielleicht bei hohen Temperatueren im Sommer wird es besser sein, im Moment, kuehler Fruehling, erscheint mir Jasmin Vert zu schwulstig, zu animalisch, obowhl ich in der Hinsicht nicht so aengstlich bin. Irgendwas stimmt hier fuer meine Nase nicht. Vielleicht sind das Heu und Narzisse, die zusammen gestellt einen zu animalischen schwulstigen Geruch abgeben, es riecht ein wenig wie in einem Pferdestall, es ist nur eine Spur, mir jedoch zu viel des guten.
Das Parfum ist enorm blumig: nicht existiernde Tuberose alias Jasmin, nussig, oelig, etwas krautig, wie oben Kolibri schon schrieb: gemueseartig ( Sellerie) und etwas Gruenes dazu, schweres, nicht frisches. Es erweckt in mir ein Gefuehl vom Dschungel, schwere, feuchte, heisse Luft, viele grosse Blaetter, die den Himmel verdecken.
Ich denke, das Gemueseartige plus Heu und zu viel Animalisches stoeren mich, die anderen Noten, die ich so mag wie Cassis, Sandelholz oder sogar Narzisse sind versteckt oder ersticken unter der dumpfen, schwulstigen animalischen etwas sellerigen Tuberosen Note...Schade.
Sillage und Haltbarkeit musterhaft: lang, nicht zu stark aber gut fuer Traeger/in und Umgebung wahrnehmbar!

Romantica Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-21

Den Flacon finde ich so schön (wenn auch eher auf die verspielt-romantische denn auf die elegante Art und Weise - wobei ich meine, beim Blumenmuster einen schönen Jugendstil-Touch zu erkennen)... Aber der Duft ist leider wirklich nur Durchschnitt. Blumig-fruchtig-süß, leider etwas synthetisch anmutend.

Anfangs auch sehr zitrisch (Grapefruit, Bergamotte), mit leicht aquatischen Untertönen (wässeriger Jasmin, grünliche Lilie). Danach synthetische Noten von Pfingstrose (unpuderig-blumig), Osmanthus und Rose (säuerlich), vermengt mit extrem süßem Granatapfel und Orange. Insgesamt ist der Duft für meine Nase zu süß und auch zu zitrisch gestaltet. Einfach überdosiert und ohne irgendeine Gegenbalance.

Mit der Zeit nimmt die Fruchtigkeit zum Glück etwas ab, einen Zitrus-Schock gibt es auch nicht mehr. Dafür kommt Moschus und Sandel hervor, der Duft wird in seiner Blumigkeit sanfter, und deutlich untermalt mit puderigen und hellen, cremigen Nuancen. Ab dem Zeitpunkt finde ich den Duft okay, aber Durchschnitt bleibt er halt leider. Einer von vielen synthetisch blumigen Düften, die es im Mainstream-Bereich en masse gibt.

Meine Miniatur werde ich zwar vielleicht ab und zu mal verwenden, wenn ich zuhause bin; vielleicht lässt sich der Duft im Hochsommer auch etwas besser tragen (möglicherweise nimmt die Heftigkeit der Fruchtnoten dann etwas ab?); ich werde es ausprobieren. Bislang finde ich es aber einfach nur schade, dass der Duft absolut unoriginell ist (nachdem z.B. mit Anna Sui Classic ein wunderbarer rosig-kühler Puderduft gelungen ist).

Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

L’Amour Rose Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-21

Knallig süße zuckerige Noten; frühlingsfrische Kirschblüten und zuckerig-fruchtig-süße Mandarine rieche ich auch, auch einen Hauch zitrischer Weißblüher (Neroli) - darüber hinaus aber auch deutlich verschiedene sehr süße Tropenfrucht-Noten (auch, wenn sie in der Duftpyramide nicht angegeben sind). Guave oder Honigmelone meine ich, recht deutlich zu erkennen. Dazu eine deutliche rosige Note und etwas Marzipan (Tonka, Heliotrop?) - ob sich das hinter der "Macaron"-Note verbirgt? Es könnte allerdings auch die Pistazie sein. Im Hintergrund bemerkt man noch etwas Puderigkeit. Und fertig ist L'Amour Rose.

Tatsächlich würde ich den Duft als bonbonfarben beschreiben. Pastellig. Nicht unbedingt komplett rosa, vielleicht auch noch mit etwas lindgrün und apricot. Wahrscheinlich bin ich da beeinflusst von diversen thailändischen Nachspeisen auf Basis von Reismehl, Zucker und Kokos, die oftmals ziemlich deutlich mit Lebensmittelfarbe coloriert werden - eben in Rosa, Hellgrün, Gelb, Orange. Egal, ob Woon Krob, Salim oder Bua Loy - irgendwie schmeckt das alles relativ gleich für mich: zuckerig-milchig. Ich glaube, was europäische Süßspeisen betrifft, kommen Macarons geschmacklich schon ziemlich nah dran (wenn sie auch eher weniger milchig ausfallen).

Und eben dieses Zuckerig-Süße rieche ich hier, dazu - wie gesagt - die (wovon auch immer bedingten) guaven- und melonenartigen Fruchtnoten. Insgesamt würde ich L'Amour Rose als süß-fruchtig bezeichnen. Die Guaven-Melonen-Kombination hat darüber hinaus einen leicht aquatischen Anteil, dadurch wird der Duft insgesamt nicht zu warm und auch nicht wirklich schwer, was ich für einen so fruchtig-süßen Duft doch etwas ungewöhnlich finde. Süß bleibt er dennoch, SEHR süß. Das muss man schon mögen, um mit L'Amour Rose zurecht zu kommen (und eine Abneigung gegen Tropenfrüchte sollte man auch nicht haben).

Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit ebenso.

Flight Of Fancy Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-21

Zitrone und Yuzu. Sanft, kaum säuerlich, durch die Litschi-Note sogar leicht wässerig-süßlich. Im Hintergrund ein wenig puderig-blumige Magnolie, marmeladige Rose. Die Basis ist eindeutig Moschuspuder mit einer leichten Nuance kühlem Holz, andererseits aber auch einem Hauch warmem Ambra, sodass der Duft insgesamt relativ moderat temperiert ist.

Noch kürzer gefasst: Zitrusfrucht, süßlich mit Litschi untermalt, darunter leicht puderig und blumig.

Die Noten wirken alle nicht ganz natürlich, aber das stört mich hier keineswegs, denn insgesamt erinnert mich der Duft irgendwie an Zitrusdrops. Bonbons - nicht übermäßig süß, aber eben auch nicht wirklich prickelig oder sauer, sondern ganz ganz sanft, fast etwas seidig, mit einer zarten Blumigkeit. Wirklich lecker. Im Sommer durchaus auch ein wenig erfrischend, ohne jedoch wirklich kühl oder gar brisig zu sein. Ich finde übrigens, dass diese Farbmischung aus hellem Gelb und Rosé, die den Flacon auszeichnet, außerordentlich gut zum Duft passt.

Auch, dass der Duft ziemlich statisch ist, stört bei dem angenehmen Dufteindruck keineswegs. Aber einen Makel hat Flight of Fancy leider doch: Die extrem geringe Haltbarkeit. Mit der hautnahen Sillage kann ich bei einem Duft mit diesem Charakter durchaus leben. Aber die Haltbarkeit von kaum 1,5 Stunden finde ich einfach zu wenig. Das ist wirklich schade, besonders auch für den Originalpreis von 40 Euro für 50 ml.

Night of Fancy Anna Sui von PhoenixNoctulus 2017-03-21

Eine Schüssel mit in Milch schwimmenden Waldbeeren: Vor allen Dingen eine riesige Portion Blaubeeren, aber auch ein paar feine, sehr süße Walderdbeeren. Die Milchnote wirkt erstaunlich echt, nicht übersüß, wie viele andere Milchnoten, die mir schon in Düften begegnet sind. Außerdem ist sie deutlich mit samtigem, leicht hautartigem, Cashmeran vermengt.

Ein bisschen Kühle bringt klarer, luftiger Weihrauch ins Spiel - dadurch wird der Duft insgesamt etwas frischer. Wobei gegen das Abdriften ins Überwarme (und zu Gunsten eines größeren Facettenreichtums) auch noch etwas Zitrus im Auftakt und später ein Herz aus luftig-leichten weißen Blüten mit eingeflochten wurden. Was die Weißblüher betrifft, rieche ich hauptsächlich zarten, etwas wässerigen Jasmin, aber auch eine ungewöhnlichere Note kann man in Night of Fancy finden: Die Kranzschlinge, sicherlich besser bekannt unter dem schöneren Namen Seidenblume. Wer sie im Wintergarten oder im Kübel im Garten hat (oder sie zumindest einmal wissentlich riechen konnte), dürfte ihren intensiven weißblühertypischen Duft wiedererkennen.

Kurzgefasst bleibt Night of Fancy ein Blaubeer-Milch-Duft, in den auch ein paar Walderdbeeren und luftig-leichte Weißblüher hineinspielen, auf einer Basis, die sich in einen leicht warmen, wattig-samtigen, und in einen kühl-ätherisch-harzigen Teil aufteilt. Die Sillage wird leider schnell körpernah, die Halbarkeit liegt aber doch im moderaten Bereich. Wer milchige Beerendüfte mag, könnte an Night of Fancy seine Freude haben und sollte den Duft auf jeden Fall testen.

Fresh Desigual von CatherinaSforza 2017-03-21

Diesen Duft sah ich heute für 10,- (15ml) in der Drogerie und wurde promt aufgrund des für Desigual typischen floralen, frühlinghaften Designs, neugierig.

Es ist ein sehr zitrisch frischer, jugendlicher und minziger Duft, der rasch in seine holzig warmen Basisnuancen übergeht.

Für eine kurze Brise -Erfrischung zwischendurch zwar ganz gut, leider als Gesamtkomposition zu wenig überzeugend und zu kurz haltbar um als dauerhafter Kandidat in meine Sammlung einzugehen.

Clinique Wrappings Clinique von noa69 2017-03-21

Was fuer ein Glueck, dass an mir Wrappings wie ein Schal aus frischem Moos, delikaten Hoelzern und vor allem viel viel Gruen und meiner geliebten Hyazynthe wirkt.
Einfach genial frisch, dezent seifig, enorm vintage, gruen - gruen und blumig, ein Hammer Duft, wie ein Spaziergang durch den Wald am sonnigen Winter/Fruehlings Morgen, ganz frueh, wenn die Sonne erst aufgeht, noch milchig weiss, Wassetropfen auf den Blaettern, es ist feucht, kuehl, moosig, erquickend und belebend.
Sillage und Haltbarkeit super, so wie die gute Laune nach so einem Spaziergang, macht den Tag, stellt optimistisch ein, verfaerbt Backen rosa, wir pusten in die kalten Haende und freuen uns, die Natur so geniessen zu koennen.
Nicht fuer jeden/jede ist Wrappings, es ist schon ein spezieller Duft, streng naturverbunden, doch mit starkem Retro Look, es hat was Seifiges und altmodisch elegant Gruenem. Und die Hyazynthe obendrauf!
Erstaunlich, dass mir Wrappings so gut gefaellt, es ist gar nicht mein Beuteschema. Sachen gibt's...;)

Sweet Like Candy Ariana Grande von KarateArwen 2017-03-21

Mit Candy bin ich beim Sport aufmerksam geworden.Eine Kollegin hatte ihn aufgelegt.Ich war sofort hin und weg.Aber eigentlich ist Candy kein Duft für sportliche Aktivitäten.Ich denke durch die Wärme hat er sich aber erst richtig breit gemacht und sein Können gezeigt.Candy geht schon sehr in die Richtung von Pink Sugar oder auch Meow von Kathy Perry.Quasi ein sehr gute Mischung aus beiden Komponenten.Anfangs aufgesprüht ist er noch sehr stechend zu vernehmen.In dieser Phase erinnert er mich nur an ein gut gemachtes Deo ,aber im Laufe der Zeit mischen sich schöne warme Orangennoten mit zuckrigen Untertönen dazu.Es entwickelt sich ein reichhaltiger Zuckerwatteduft.Er ist dezenter als Pink Sugar.Cremiger und pudriger.Ein schönes weiches Parfum,welches ich sehr einhüllend finde.Haltbarkeit enorm und über 12 Stunden.Ein Tipp für Zuckerwattenliebhaber.

Iceberg Iceberg von KarateArwen 2017-03-21

Alte Liebe rostet nicht.So wie Iceberg.Ein schöner grüner erfrischender Duft.Er hat eine fazinierende aromatische Note ,die reinlich riecht.Für mich der perfekte Duft um abzuschalten oder zum Sport.Er ist zwar etwas nostalgisch ,passt aber absolut in eine Sammlung ,wenn man süße Düfte nicht auflegen möchte.Das passende Duschgel finde ich auch ganz toll .Es ist richtig köstlich,wie eine Aromatherapie ,mit grünen Noten.Ich meine auch leichte Kieferakkorde wahrzunehmen.Der Preis für eau de Parfum und Duschgel sind sehr preisgünstig.Der Duft hat eine Note die irgendwie süchtig macht.Ich weiß nur noch nicht ,welche das sein soll?Den Duft kann man jederzeit auflegen und würde niemanden damit belästigen.Wer grüne ,waldige Düfte mag ,der sehr feminin sind und erfrischend ,sollte Icberg testen.Auch absolut für die Saubärfraktion geeignet.Ich meine auch einen leichten seifigen Einschlag zu erschnuppern.Also grün leicht seifig mit Nadelholz und Kieferngrün mit aromatischen warmen Noten.

Armani Code Satin Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-20

Armani Code Satin würde ich als Wintervariante von Armani Code bezeichnen. Obwohl der Duft deutlich mit gourmandiger Vanille, Kakao und Pralinennoten aufgesüßt wurde, außerdem dem Duft eine fruchtige Sorbet-Note hinzugefügt wurde, kann man die originale Armani-Code-Signatur noch deutlich erkennen: verschiedene sanfte, sommerlich leichte Weißblüher wie Jasmin, Orangenblüte und dieses Mal auch Neroli, dazu eine recht zarte Ingwernote und ein sanft-aquatischer Anklang von Birne. Interessant, wie das "Aufsüßen" mit Gourmand-Noten den Gesamteindruck deutlich verschiebt und aus einem absolut frühlingshaften bis sommerlichen Duft einen Herbst- und Winterduft machen kann. Dazu trägt sicherlich auch das ambratische Patschuli mit bei, das den Duft weiter aufwärmt und ihm mehr Tiefe gibt. Insgesamt empfinde ich Satin als ziemlich gelungen; wer den originalen Armani-Code-Duft liebt und etwas Gehaltvolleres für kältere Tage sucht, sollte Satin auf jeden Fall mal testen. Die Sillage ist, wie gewohnt, moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.

Armani Code Luna Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-20

Die originale Signatur von Armani Code findet man auch bei Luna deutlich wieder: Luftige Orangenblüten, zartherbe Bitterorange, eine zarte Vanillenote.

Darüber hinaus ist Luna allerdings - und das passt super zum Namen, der an blassbläuliches, zartes Mondlicht denken lässt - deutlich luftiger, frischer, leichter, vielleicht auch ein wenig aquatisch. Die Süße wurde deutlich gedrosselt (keine Honignote!), außerdem weiter durch herbe und frisch-blumige Anteile ausbalanciert. Da wäre einerseits die Bergamottenote, die herb und frisch den Auftakt zum Duft bildet, Osmanthus und Birne sorgen für Wässerigkeit. Auch ein wenig Petitgrain findet sich in der Kopfnote. Deutlich fällt bei Luna auch die Mondblumennote auf, eine süßliche, aber gleichzeitig auch frische nachblühende Pflanze. In der Basis von Luna wird die Vanille dieses Mal nicht von süßem Honig und cremigem Sandelholz begleitet, sondern von zartem Wildleder, einer coumarinigen Tonkanote und kühlem Zedernholz. Tatsächlich hat das leichte Holzig-Herb-Frische schon fast ein wenig maskuline Nuancen - für mich stützt es weiter die Assoziation zu kühler Sommernachtsluft.

Beim originalen Armani-Code-(Damen-)Duft hatte ich einen italienischen Garten mit Nachtblühern und Orangenbäumen in einer lauen Sommernacht vor Augen. Bei Luna ist es später geworden, die Nachtluft kühler, außerdem schweift der Blick vom Garten hinüber auf einen benachbarten See. Die Szenerie hat etwas Sehnsüchtig-Romantisches, vielleicht sogar leicht Melancholisches an sich.

Es stimmt, Luna ähnelt dem originalen Armani Code schon noch deutlich, aber er ist eben doch stimmungsmäßig geringfügig anders. Der Duft ist auch nicht minder schön, sondern einfach nur auf eine andere Weise. Ich finde den Flanker genauso wunderbar wie das Original. Dadurch, dass der Duft insgesamt leichter und kühler wirkt, ist allerdings auch die Sillage ein weniger zarter, und auch die Haltbarkeit erreicht nur das untere Ende der moderaten Skala. Dennoch ist es schön, dass ich Luna in meiner Sammlung habe.

Armani Code for Women Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-03-20

Armani Code gilt als moderner Klassiker. Tatsächlich war der Duft, trotz seiner eigentlich gar nicht so komplexen Komposition, bis zu seinem Erscheinen etwas recht Ungewöhnliches (mittlerweile gibt es ja Dutzende von Dupes). Ja, Weißblüherdüfte gibt und gab es schon etliche zuvor, aber irgendwie hat Code doch etwas, was sich von den üblichen Weißblüher-Düften deutlich abhebt...

Ich weiß, viele ordnen Armani Code als Winterduft ein. Interessanterweise empfinde ich das, so, wie der Duft sich bei mir entwickelt, etwas anders. Es mag daran liegen, dass die Vanille- und Honignoten sich bei mir nicht allzu stark und warm entwickeln. Ja, sie sind schon da, allerdings wirkt die Vanille bei mir relativ leicht, und die Honignote hat für mich diese typische "Nachtblüher-Süße", weniger etwas von Gourmand und Gebäck. Hauptsächlich rieche ich leichte weiße Blüten, besonders leichtflüchtige Orangenblüten, aber auch etwas frühlingshaften Jasmin. Dazu kommen orangige Noten - eine ganz tolle herbfruchtige Bitterorange, aber auch etwas süße, saftige Orange/Mandarine(?). Ingwer bringt eine gewisse luftige Kühle mit hinein, Sandelholz unterfüttert den gesamten Duft angenehm zartholzig und cremig.

Zartes Holz, luftige Kühle, weiße Blüten mit Honig, die sich olfaktorisch in Nachtblüher verwandeln, dazu herb anmutende Orangen (dazu durchaus auch etwas Vanille, aber eher sanft und luftig) - ich muss an einen (italienischen) Garten an einem lauen Sommerabend denken. Deswegen ist Armani Code für mich auch eher ein Frühlings- und Sommerduft. Für Abends allerdings, da durch Vanille und Honig schon ein kleines Bisschen Süße und "Gewicht" vorhanden ist.

Ein sehr schöner Duft, den ich gerne trage. Wohl (inklusive dem Luna-Flanker) sogar mein liebster Duft aus dem Mainstream-Bereich. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.

Eau des Baux L`Occitane en Provence von RadostTina 2017-03-20

Diesen Schatz habe ich bei meiner Suche nach einem mediterranen Duft (für meinen Mann) gefunden. Eine Liebe von dem ersten Schnuppern, die gleich zu Kauf führte.

Holz, Harze und Kräuter ziehen mich seit einer spontanen Reise nach Malta an. Drei abenteuerliche Tage, kurz vor Weinachten, 18 Grad Temperatur. Echte Rückreise nach dem Herbst oder sogar nach dem spätem Sommer. Zu Hause lagen die Temperaturen unter Null. Die Insel roch nach pikanten mediterranen Kräuter. Eine Woche vor Weihnachten gab es etwas magisches in der Luft.

In Eau de Baux wird mein Lieblingskombo Holz, Harze und Kräuter von süßer Vanilie und Tonkabohne unterstrichen, die eine gewisse Wärme geben, ohne süßlich zu wirken. Ein Blick auf die Duftnoten und ich verstehe gleich warum der Duft mich an die Insel Malta erinnert. Weihrauch und decente Zypresse von den zahlreichen Kirchen und Kathedralen; Cardamom und rosa Pfeffer von den exotischen Gerichten.

Ich liebe diesen Duft an meinem Mann. Manche Herrendüfte finde ich passend für Frauen. Eau de Baux ist aber maskulin und sinnlich. Die Haltbarkeit ist überdurchschnittlich.

Grey Flannel Geoffrey Beene von PhoenixNoctulus 2017-03-18

Grey Flannel ist für mich anfangs oliv ;) Oder irgendwo zwischen Oliv, Khaki, Beige... Irgendeine erdig-schilfig-sandige Naturfarbe. Anfangs riecht er sehr grasig, auch leicht sandig. Etwas genauer ausgedrückt, erinnert mich der Geruch an die wieder mit Gras und Gestrüpp bedeckten Brachflächen im Berliner Umland, auf denen wir als Kinder stundenlang herumgewandert sind. Kilometerweit scheinbares Niemandsland, ehemaliges Grenzgebiet. Dafür wuchsen dort etliche Arten von Wildkräutern (auch die glaube ich bei Grey Flannel mit der Zeit herauszuriechen), und etliche Wildtiere konnten sich dort ungestört verbreiten. Von Mäusen und Wildhamstern über verschiedenste Vogelarten bis hin zu Feldhasen und Füchsen.

Mit der Zeit rieche ich etwas mehr Zitrus, außerdem wird es waldig-moosig und erdig. Aus Oliv wird ein gräuliches Dunkelgrün. Dichte Tannenwälder, graubraune Baumstämme, es ist ziemlich dunkel. Auf alten Baumstümpfen sieht man bunte Flechten, von grau bis rotorange, an den Stämmen noch lebender Bäume verschiedene Arten von Moos. Ja, auch ein wenig moderig riecht der feuchte Walderdboden.

Und dann wird der Duft puderiger. Moschusartig, aber es scheint wohl doch eine Mischung aus Veilchen und Iris zu sein. Auch etwas leicht Salziges hat er an sich. Außerdem kommen deutlich blumige Aspekte ins Spiel, nicht mehr nur feine Wildkräuter, Gras und Nadelbäume. Als wenn es während der langen Wanderung, die erst über die Graslandschaften und danach durch ein paar Wäldchen führte, nun wieder in bewohntere Gebiete ginge, zurück in die Vorstadt, an vielen Einfamilienhäusern mit üppig bepflanzten Gärten vorbei. Es ist Sommer. Die Geranien blühen. Kletterrosen, Schwertlilien, Salbei im Kräuterbeet.

Tatsächlich riecht Grey Flannel bei mir irgendwie auch sonnig blumig-fruchtig (irgendwie sogar etwas bananig) - ist es vielleicht die Mimose? Generell scheint er mir eher ein "Outdoor"-Naturduft zu sein, nichts mit Büro, grauem Flanell, minimalistischer, strenger Eleganz. Unterkühlt? Nein. Grau und neblig? Keineswegs. Liegt es vielleicht daran, dass ich den Duft gerade bei Frühlingstemperaturen teste und nicht mitten im Winter?

Auf jeden Fall ist es ein sehr schöner, wenn auch sehr unerwarteter, Dufteindruck, der sich mir ergibt. Ich hatte mir ein Mini-Fläschchen Grey Flannel blind bestellt, weil ich (auch) rauchige, neblige Düfte sehr mag. Dass er sich ganz anders entwickelt, enttäuscht mich aber keineswegs, denn auch die Art und Weise, auf die der Duft sich bei mir entwickelt, finde ich sehr stimmungsvoll und wunderschön. Haltbarkeit und Sillage sind leicht überdurchschnittlich. Extrem kostengünstig ist der Duft auch, 240 ml kosten nur knapp über 20 Euro, 120 ml bekommt man um die 15 Euro. Die kostengünstigste Testmöglichkeit (und vielleicht auch ein schönes Objekt für Miniaturen-Sammler) dürfte das 15-ml-Mini-Fläschchen sein, das man für etwa 3-4 Euro erhält.

Patchouly Eau de Parfum Etro von PhoenixNoctulus 2017-03-17

Das Patschulikraut spielt bei diesem Duft - wie war es bei dem Namen anders zu erwarten? - die absolute Hauptrolle und entfaltet perfekt seine verschiedenen Facetten durch die Hilfe diverser unterstützender Duftnoten.

Zuerst wirkt Etro Patchouly EdP etwas grün, krautig, gleichzeitig aber auch zitrisch und fast schon gummiartig harzig. Danach entwickelt es einen kühlen, ja, fast leicht moderigen Erdton - nur, um dann erst einmal immer wärmer, ambratischer und vanilliger zu werden. Der Duft entwickelt sich richtiggehend balsamisch und süßlich, ansatzweise wird er nahezu gourmandig, ich denke mal, dass die marzipanige Tonkanote dazu beiträgt. Danach changiert Patchouly zwischen balsamisch-warmem, auch leicht würzigem Harzmix und kühlem, rauchigem Holz hin und her. Ich rieche eine ganze Menge Sandelholz, hier nicht leicht und cremig, sondern relativ herb, kühl, maskulin. Andererseits entwickelt es aber auch einen deutlichen Räucherstäbchen-Charakter.

Und so nehme ich Etro Patchouly EdP dann letztlich auch wahr: Es changiert zwischen verschiedenen Harzen, Balsamen und Räucherstäbchen, geht manchmal ins Süßlich-Mandelige, manchmal eindeutig ins Warm-Ambratische. Die zitrischen, gummiartigen und leicht moderigen Töne sind hingegen nur eine sehr kurze Anfangsphase - wer solche Aspekte nicht mag, wird daher mit Etro Patchouly dennoch keine Probleme haben. Alle Duftnoten wirken unglaublich echt, naturnah, wirklich sehr hochwertig.

Die Sillage würde ich als moderat bis leicht überdurchschnittlich beschreiben. Die Haltbarkeit ist - ganz typisch für Patschuli - wirklich enorm lang und sprengt auch mal die 12-Stunden-Grenze. Preislich ist der Duft leider etwas höher angesetzt, der 100-ml-Flacon kostet regulär 130 Euro (was auf die Menge gerechnet natürlich so enorm teuer eigentlich nicht ist, aber über 100 Euro für einen einzigen Flacon auszugeben, ist trotzdem gefühlsmäßig so eine kleine Schallgrenzüberschreitung für mich). Auf meiner Wunschliste landet dieser Duft trotzdem, vielleicht lässt sich ja mal ein Schnäppchen machen ;)

Ein paar Worte zum Flacon: Die Farbgebung finde ich wirklich sehr schön, allerdings wirkt sie in Echt etwas weniger bunt, als auf dem Produktbild hier. Das dürfte daran liegen, dass die Farbe doch sehr durchsichtig ist, das heißt, wenn man den Flacon nicht gerade vor einen unifarbenen hellen Hintergrund stellt, nimmt die Strahlkraft deutlich ab. Wäre die Färbung etwas deckender oder hätte man den Flacon satiniert, gefiele er mir noch besser, wobei er so natürlich auch schon sehr hübsch ist.

Ähnlichkeiten hat dieser Duft einerseits zum warm-ambratisch-süßlichen Patchouli Antique von Les Nereides, andererseits zum kühl-holzig-rauchigen Sandalo von Lorenzo Villoresi. Genau genommen liegt er relativ mittig zwischen diesen beiden Düften.

Ming Shu Fleur Rare Yves Rocher von aidennqueen 2017-03-17

Für einen aquatischen Duft ist er ziemlich gut. Ich trage normalerweise eher orientalische Düfte, aber wenn ich so an nen heißen Sommertag denke, ist etwas Aquatisches vielleicht gar nicht so falsch.

Ich habe auch versucht, ihn mit "Sea Thalasso" von Douglas zu layern, dadurch bekommt das Ganze auch noch was Salzig-Frisches... gefällt mir gut!

Moonlight in Heaven By Kilian von PhoenixNoctulus 2017-03-17

Eine Farbe wie die der Blauen Grotte von Capri. Mutterflammenlichtblau hätte der leider viel zu wenig bekannte Maler August Kopisch gesagt. Und auch an grelle Vollmondnachtshimmel erinnert mich der Farbton. Leicht gespenstisch.

Tatsächlich beginnt Moonlight in Heaven irgendwie aquatisch und frisch. Nachtwind, relativ kräftiger sogar. Der Duft hat allerdings auch etwas von klassischem Herrencologne. Ich denke, es ist eine Mischung aus herb-grasig-erdigem Vetiver, frischen Zitrusnoten, leicht scharfem Pfeffer und ganz viel Coumarin. Eindeutig: Kühler Nachtwind. Über einem See. Oder ist es... ein überflutetes Reisfeld?

Tatsächlich riecht man dann auch bald, wie eine eigene, zweite Spur unterhalb der kühlen Luft, eine Mischung, süßlich-gourmandig-fruchtig-milchig, aus Kokosmilch, Reis und Mango. Thailändischer Reispudding. Oder ist es doch eher so, dass neben der Reisplantage ein Mangohain wächst?

Der Duft ist wirklich ungewöhnlich. Sehr interessant, bildreich. Er fällt, das muss ich sagen, absolut nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hätte. Der luftig-aquatische Aspekt ist ziemlich kräftig, der fruchtige Reispudding befindet sich nur irgendwo ganz ganz klein unter dem weiten, kalten Sternenzelt und dem kreideweißen vollen Mond. Der luftige Anteil des Duftes und der gourmandige scheinen sich nie zu vermengen, sondern komplett nebeneinander zu existieren. Der eine wirkt eher maskulin, der andere feminin. Und doch ist eine gewisse Harmonie vorhanden. Moonlight in Heaven ist durchaus ein Duft, den ich manchmal tragen würde. Manchmal, zu besonderen Anlässen. Daher kein Kaufkandidat (225 Euro für einen 50-ml-Flacon, oder 136 Euro als Refill, sind mir eben doch zu viel, wenn ich ihn kaum nutzen würde) - aber sehr spannend finde ich ihn dennoch auf jeden Fall. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit liegt bei etwa 4-5 Stunden.

Reve de Sensualite NANA.M von aquaria 2017-03-16

Nicht abschrecken lassen vom Auftakt. Die ersten 2-3 Minuten liefern Fleckenbenzin pur; ein äußerst scharfer Auftakt. Beim Blindtest erwartete ich Gardenie, denn die startet meistens so grün-ölig und nach Benzin riechend an mir.
Kommt aber nicht. Der Duft wird zunächst dunkel-aromatisch, erdig und holzig. Leicht säuerlicher, sehr scharfer, aber angenehm aromatischer Lavendel in einer dunklen Umgebung, die wie dunkelgrüne Rinde von Baumstämmen riecht. Und dann geht langsam die Sonne in Form der Tuberose auf. Sie wird in den nächsten Stunden kontinuierlich intensiver, bringt ein sehr helles, blumiges und „parfümiges“ Strahlen in die Komposition und hellt damit auch den Lavendel und die begleitenden Holznoten deutlich auf.
Was ich dann trage, ist ein angenehm ruhiges Zusammenspiel zwischen krautigem, sehr frischem, manchmal fast rauchig-ätherischem Lavendel mit dieser hellen, sauberen Blumigkeit und das Ganze in einer warm-holzigen Umgebung, die mich an den Geruch von hellen Kieferholzmöbeln erinnert und nicht drückend, sondern relativ luftig und samtig zart gehalten ist.
Es dauert ziemlich lange, bis ich Patchouli und Vanille wahrnehme. Beide verändern den Duft nicht mehr stark; die Vanille steuert etwas Weichheit bei, aber kaum Vanillearoma; das Patchouli unterstreicht den pudrig-erdigen und sehr ruhigen Grundton des Duftes.
In der zweiten Hälfte des Drydowns, so nach ca. 5-6 Stunden, verwandelt sich „Reve de Sensualite“ für meine Nase in einen ausgeprägten Patchouli-Duft. Sehr ruhig, sehr erdig, aber auch angenehm frisch durch die noch leicht zu verehmende Lavendelbegleitung und einen sehr dezenten Hauch an mäßig süßer Pudervanille. Die Tuberose ist für mich dann kaum noch zu vernehmen, bestenfalls als angedeutetes florales Leuchten, eine helle Aura als Hintergrund für den Patchouli-Duft, der hier eher dem „Classic Patchouli“ von Eusersdorff ähnelt als den schwereren Patchouli-Hämmern, wie „Patchouli Noir“ oder „Psychedelique“. Also, sehr luftig, angenehm zurückgenommen, aber doch präsent.
Kurz gefasst, empfinde ich „Reve de Sensualite“ sowohl als sehr ruhigen und beruhigenden Aromaduft als auch gleichzeitig als sehr frisch und anregend durch eine helle, lebhafte Lavendelnote, parfümig und hellblumig durch die Tuberosen-Begleitung und wunderschön geerdet durch das Patchouli und die restlichen, warmen, samtig holzigen und weichen Basisnoten.
Gefällt mir sehr gut, dieser Duftcharakter. Wer Lavendel und Patchouli gerne riecht und die beiden mal in einer ungewöhnlichen Kombination erleben möchte, der könnte hier einen geeigneten Testkandidaten finden.

De Profundis Limited Edition Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-03-15

Diese Rezension fällt vielleicht etwas ungewohnt aus. Zum Duft mag ich nämlich nur relativ kurz schreiben, dass er dem aus dem originalen Glocken-Flacon exakt entspricht. Es mögen zwar unterschiedliche Duftnoten angegeben sein, vielleicht wurde tatsächlich auch minimal etwas verändert, allerdings riecht man es nicht so wirklich. Ich konnte direkt eine Abfüllung aus dem Glocken-Flacon mit dem Duft aus dem limitierten Taschenzerstäuber vergleichen. Kühl, dunkel, feuchte Erde, Friedhofsblumen, ätherischer Weihrauch. Also wie gehabt. Mehr gibt es auf der Seite zum originalen "De Profundis"-Duft zu lesen.

Weil es von Interesse sein könnte, wollte ich aber ein paar Worte zum Taschenzerstäuber an sich verlieren. Der wird als sonst wie edel beschrieben - besteht aber aus einfach nur schwarzem, leichten Plastik. In der Hand fühlt sich das nicht arg wertig an (vielleicht ist das auch eine Macke von mir, aber schwerere Materialien wie Metall wirken auf mich irgendwie hochwertiger), außerdem sitzt der Deckel teilweise nicht so gut und löst sich, wenn man den Taschenzerstäuber in einer Tasche transportiert (was ja eigentlich sein Sinn ist), von alleine. Auch ein wenig schade ist es, dass man die tolle blauviolette Flüssigkeit des Parfüms durch den Zerstäuber natürlich nicht erkennen kann. Insgesamt fällt der Zerstäuber für meinen Geschmack schon fast zu schlicht aus, er hat halt einfach nichts Besonderes an sich. Es mag boshaft klingen, aber solche uni-schwarzen Plastik-Taschenzerstäuber bekommt man leer für paar Euro zu kaufen. Für so einen außergewöhnlichen Duft hätte es ruhig auch ein ausgefallener Zerstäuber sein können - zumal als groß angekündigte Limited Edition (auch Taschenzerstäuber können unglaublich chic aussehen - man sehe sich mal die aus schwerem Metall gefertigten zu den Kilian-Düften an).

Preislich macht es regulär übrigens kaum einen Unterschied. Nein, mengenmäßig ist die Taschenzerstäuber-Version von De Profundis sogar teurer, als die im deutlich hübscheren Bell Jar. Wieso ich den Taschenzerstäuber besitze? Ich konnte ihn im Ausverkauf deutlich billiger erwerben (also so, dass es auch deutlich kostengünstiger war, als der Glocken-Flacon). Außerdem kam es mir auf den Inhalt an. Der Taschenzerstäuber an sich macht, für meine Augen, nicht viel her. Sorry, Serge Lutens. Wollte das hier mal loswerden, falls jetzt jemand überlegt, von wegen limitierte Edition, Sammlerstück, usw. Nur in Hinblick auf den Flacon/Zerstäuber lohnt es sich nicht.

Bekannte Marken und Parfums: