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Gocce di Napoleon Morris von PhoenixNoctulus 2017-03-01

Ich muss zugeben, ich bin bei diesem Duft ein wenig verwirrt. Im Fragrantica-Verzeichnis sind eine Version von 1991 und eine von 1979 angegeben, beide mit unterschiedlichen Duftnoten (online findet man die Angabe, es habe eine Reformulierung gegeben). Ich teste aus einer Probe, bei der ich nicht genau weiß, von wann sie stammt (und von wem, da die Schrift auf dem Schildchen sehr verlaufen ist - auf jeden Fall vielen Dank für das Pröbchen, vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen!). Und was soll ich sagen? Ich rieche Noten aus BEIDEN Versionen (die aber jeweils nur in einer Version offiziell vorkommen sollen) ;) Ich denke also, die Pyramiden stimmen so nicht ganz, bzw. teilen alte und neue Version deutlich mehr Noten, als angegeben.

Anfangs rieche ich sehr deutlich Ringelblume. Ganz zart, sanft, aber deutlich als das, was sie ist, identifizierbar - mit Moschus und cremigem Sandelholz untermalt. Dann kommt eine vanillige Note hinzu, vermutlich Heliotrop. Diese Noten findet man (bis auf Moschus) laut Pyramide nur in der 1991er Version.

Und dann geht es aber los mit einer sanften aromatischen Lavendelnote; Pfirsich und Zitrusfrüchte brechen durch (sowohl saure und leicht herbe als auch süße), dazu Gartenkräuter wie Basilikum und Salbei, ein winziger Hauch Pfeffer. Die Ringelblume verklingt derweil. Moschus, Sandel und der vanillige Akzent bleiben im Hintergrund bestehen.

Mit der Zeit kommen dann noch ganz sanfte Harznoten von Myrrhe, Weihrauch und einem Hauch Labdanum hinzu, außerdem eine sehr zarte, puderige, leichte Moosnote. Der Hintergrund bleibt ab diesem Zeitpunkt "stabil", in der "Schicht" darüber geben allerdings die fruchtigen Noten mit der Zeit an Weißblüher (Gardenie, Jasmin, eine ganz leichte, wässerige Lilie) ab. Und so bleibt es auch, bis im Drydown letztendlich nur noch die Basisnoten, also Harze, Moschus, Moos, Sandel und ein Hauch von Vanille, abflauen.

Insgesamt erinnert der Duft mich an einen Garten nach einem Regenschauer. Nasse Luft und Erde, Kräuterbeete, Obstbäume. Alles sehr dicht gewebt, irgendwie aber insgesamt auch sehr mild, sehr rund. Ein richtiger Wohlfühlduft, im Sommer aufgrund von Kräuter- und Zitrusnoten und Lavendel sicher auch etwas erfrischend. Zum Namen passt es: Gocce heißt Tropfen (auch im Sinne von Regentropfen). Ein wirklich schöner Duft. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit ebenso.

Sideris Maria Candida Gentile von PhoenixNoctulus 2017-03-01

Der Anfang ist für meine Nase sehr ungewöhnlich: Irgendwie ungeordnet, fast schon etwas laut, erreichen verschiedene süße, bittere, luftige und harzige Aromen meine Nase, ein Kuddelmuddel aus Räucherwerk, Honig, Wachs, Kräutern, einer Note, die an frische Bergluft erinnert, was in Kombination so abwegig natürlich nicht klingt, aber in den ersten Momenten ist es wirklich ein wenig seltsam (und so in Parfüm noch nie zuvor gerochen!), gerade, wenn man nicht weiß, was einen erwarten wird.

Doch schon bald ordnen sich die Noten auf eine harmonische Art und Weise an. Anfangs rieche ich hauptsächlich Grünes, Krautiges, frisch Luftiges. Wenn man das Aroma kennt, bemerkt man es nach einigen Momenten: Es ist tatsächlich griechischer Bergtee! Darunter fließen verschiedene Arten von Räucherwerk wie Nebelschwaden dahin, manche ätherisch-kühl, manche leicht würzig und rauchig, manche eher süßlich und zart zitrisch. Offiziell sind Myrrhe, Weihrauch und Benzoe angegeben, was gut zu meinem Eindruck passt. Doch nicht nur Räucherwerk ist wahrzunehmen, sondern auch Bienenwachs. Dicke, schon etwas ältere Wachskerzen, die allerdings auch etwas auffällig unsüß Honigartiges, aber dafür ansatzweise Cremiges, an sich haben. Außerdem ein Hauch Safran, etwas Labdanum und eine ganz zarte Prise Pfeffer für ein wenig Würzigkeit. Als Unterbau gibt es zudem noch ein wenig alte Hölzer.

Erst scheinen alle Noten ineinander zu fließen, die Frische und Bitterkeit des Bergtees überwiegt in der ersten Zeit. Später wird der Duft allerdings etwas wärmer und würziger, der Fokus liegt dann auf Harzen, Wachs und der leichten Gewürznote, wobei man eine grüne kräuterartige Note noch immer ganz sanft über allen anderen Noten riechen kan. Die Mischung aus Harzen, Wachs, Krautigkeit und Holz erinnert ich in dieser Phase deutlich an Rosarium von Angela Ciampagna. Die Düfte sind zwar nicht identisch, aber charakterlich zu der Zeit sehr ähnlich. Daher besteht natürlich auch eine leichte Ähnlichkeit zu Century von Odin, der wiederum wie eine würzigere Variante von Rosarium ausfällt.

Mit der Zeit scheinen die Harznoten ein wenig miteinander zu "konkurrieren", mal rieche ich die eine mehr, mal die andere. So geht es bei moderater Sillage über Stunden, bis der Duft letztendlich vanillig-harzig und sanft holzig ausklingt. Dabei wirken alle Duftnoten von Sideris unglaublich natürlich, irgendwie auch urtümlich. Aquaria (vielen herzlichen Dank für die Probe!) hat dazu ja schon Einiges geschrieben, was ich exakt so unterschreiben könnte.

Ich persönlich muss bei diesem Duft immer an die alten griechischen Bergklöster denken. Ich war noch nie in einem, aber die dicken Klostermauern aus Stein, die frische, kräuterschwangere Bergluft, drinnen die Echtwachskerzen, die alten Holzmöbel und das Räucherwerk - so ähnlich muss es wohl riechen. Auch die Abgeschiedenheit des Klosterlebens irgendwo weit abseits in den Bergen spiegelt Sideris für mich gut wieder: Es ist ein sehr ruhiger, einhüllender, ja, schon fast "still-sakraler" Duft. Etwas, um sich damit gedanklich zurückzuziehen, nachzudenken. Definitiv kein Ausgeh- oder Partyduft, sondern das komplette Gegenteil davon.

Insgesamt ein wirklich faszinierender und ungewöhnlicher Duft. Wer sich für Weihrauchdüfte interessiert, sollte Sideris unbedingt testen.

Forbidden Rose Avril Lavigne von PhoenixNoctulus 2017-03-01

Forbidden Rose war der 2. Avril-Lavigne-Duft und kränkelte genau an denselben Dingen, wie der erste (abgesehen vielleicht davon, dass der Flacon geringfügig besser gestaltet war, irgendwie meinem Gefühl nach etwas schwerer, nicht total leichtes Plastik).

Zum Einen wäre da wieder das Synthetische bei den Duftnoten. Einige, die schon in "Black Star" vorhanden waren, finden sich hier 1:1 wieder: Die angeblich "dunkle" Schoko-Note, die einfach nur eintönig süß ist, der wässerige Synthetik-Lotus, die süße Vanille. Dieses Mal gesellen sich künstliche Äpfel (Typ Kindershampoo) dazu, außerdem in der Kopfnote etwas Pfefferiges und in der Basis eine ganz unauffällige, hintergründige Sandelnote (allerdings auch alles mit Konserven-Anklang). Als Füllmaterial dazwischen findet man noch etwas Pfirsich, evtl. tatsächlich auch eine kleine Heliotrop-Note, aber auch die wirken nicht gerade beeindruckend echt.

Wobei ich glaube, hier ist auch die Komposition etwas unharmonisch geraten. Der Auftakt ist erst einmal - wie es auch bei Duft Nr. 1 war - sehr alkoholisch. Danach kommt erst einmal nur eine scharfe Pfeffernote durch. Und dann - verwässert alles. Da sind zwar die Shampoo-Äpfel, das Bisschen Pfirsich, die Basis aus Imitat-Schoko-Vanille-Sandel, aber alles scheint in der Lotus-Aquatik-Note, salopp gesagt, abzusaufen. Ein Mix aus künstlichen Äpfeln, Pfirsichen und übersüßter Vanille unter Teichwasser. Ein Seerosenteich zwar, aber das Plus an Charme ist marginal.

Der zweite Griff daneben: Das Konzept. Kühl wirkt der Flacon farblich gesehen ja, aber würde man sich darunter wirklich einen deutlich synthetisch ausfallenden aquatischen Apfel-Vanille-Duft vorstellen? Und wo ist die Rose von Forbidden Rose (ich nehme ja mal an, "verboten" soll in diesem Fall auf die Besonderheit der Rose anspielen - nicht darauf, dass sie zum Duft keinen Zutritt hat ;) )? Das Design verspricht - für meine Augen - etwas Außergewöhnliches, Düsteres bis Mystisches, hat eine gewisse Sinnlichkeit, Rosen sind wohl auch DAS Symbol für Romantik - aber was hat all das mit Apfelshampoo zu tun?

Mal abgesehen davon, dass damals viele Teenies das nach Apfel riechende Fructis-Shampoo mochten, ein ähnlicher Duft hier also dazu gedient haben könnte, die Kunden bei dem "abzuholen", was sie kennen und mögen - das Konzept passt trotzdem einfach nicht. Schade, man hätte doch Einiges daraus machen können (durchaus auch mit gefälligem Ergebnis - es muss sich ja auch ausreichend verkaufen). Wenn ich andererseits bedenke, dass das Erscheinen dieses Duftes mitten in die Twilight-Modewelle fiel, die ja auch dufttechnisch einige merkwürdige Blüten getrieben hat... Das erklärt vielleicht das "angedüsterte", zum Duft an sich leider nicht wirklich komplementäre Design.

Wobei ich mich manchmal frage, ob vielleicht meine Hautchemie mit diesen Düften nicht zurecht kommt, so gut, wie sie dann doch in der Bewertung abschneiden? ...

Black Star Avril Lavigne von PhoenixNoctulus 2017-03-01

Es gibt sie, die Schätze, die man unerwarteterweise auch bei DM oder Rossmann zum Schnäppchenpreis finden kann. Klar, kompositorische Meisterwerke sind es selten, aber manche riechen durchaus höherwertig oder sind sogar interessant, manche hingegen sind vielleicht nicht sehr originell, riechen aber immerhin angenehm und eignen sich gut als Alltagsdüfte. Und dann gibt es sie, die Düfte, bei denen man vielleicht ein interessantes Konzept (nach Flacondesign oder Zielgruppe) erwarten könnte - und die dann dennoch einfach nur flach/lahm/misslungen ausfallen. Black Star gehört leider zu letzteren.

Was rieche ich? Eine synthetische süße Vanillenote, dazu übersüße Schokolade, die zwar offiziell als "dunkle Schokolade" angegeben wird, aber keinerlei herbe oder auch nur natürlich kakaoartige Akzente hat (also einfach NUR süß ausfällt). Dazu kommt eine merkwürdige Wässerigkeit (ich würde sagen, künstliche aquatische Aromen, die mit ein wenig Süßlich- und Salzigkeit an Birne und Jasmin bzw. Lotus erinnern sollen), und darauf? Extrem süße "Frucht"noten. Mango und Hibiskus kann ich mit Fantasie herausriechen, vielleicht einen Hauch Cassis. Aber alle dieser Obstnoten erinnern mehr an wirklich billige Bonbons, solche ohne echte Aromen, als an tatsächliche Früchte.

Kürzt man das mal auf die gewichtigsten Noten zusammen, hat man, auf den Punkt gebracht, einen synthetischen (und komplett statischen) süßen Mix aus Kunst-Mango und irgendeiner ominösen Chemie-Vanilleschoko-Note. Oder noch kürzer gefasst: Übersüße, pure Synthetik. Die Mango ist dabei übrigens nicht einmal frisch oder spritzig, sondern irgendwie einfach nur dumpf süß. Das einzige "Frische" an dem Duft ist die anfängliche Alkoholnote, die auch erstaunlich kräftig und relativ lange wahrzunehmen ist (was es nicht unbedingt besser macht). Alles andere ist einfach nur ein akzentloser süßer, verwässerter "Sirup".

Naja, man hätte es sich schon beim Flacon denken können. Das Design ist natürlich Geschmackssache, der Deckel wirkt allerdings schon vom Material her nicht sehr wertig, und dieser Nieten-/Stachelring darunter, der offiziell als tragbarer Modeschmuck angepriesen wird, sieht in Echt noch mehr nach Hartplastik aus, als auf dem offiziellen Foto hier (ja, es ist Plastik, nicht einmal irgendein billiges Metall). Den hätte ich auch als 13-Jährige nicht tragen wollen, weil er einfach billig aussieht. Insgesamt nicht sehr überzeugend.

An sich finde ich es ja schon schade. Zum Zeitpunkt des Erscheinens dieses Duftes vermarktete Avril Lavigne sich stilistisch (optisch - die Musik war es weniger) irgendwo zwischen Gothic und Punk. Zwei Subkulturen, die sich gerne als un-mainstreamig geben. Es wäre eine interessante Chance gewesen, auch diesen Duft etwas ungewöhnlicher zu gestalten - was er aber nicht im Geringsten ist. Mit seiner synthetisch fruchtigen Süße wirkt er weder besonders mysteriös oder dunkel, noch rebellisch oder eigenwillig (na gut, dann passt es ja - sorry für den Seitenhieb - auch zu Avril Lavignes Musik; die war nämlich auch nicht gerade originell und passte auch nicht zu dem "Individualisten"-Image, das man ihr geben wollte). Da sind Lady Gagas Düfte - zu ihrer Bühnenperson passend - deutlich außergewöhnlicher.

Mir ist schon klar, dass dieser Duft auf junge Avril-Lavigne-Fans abzielte, also Mädchen zwischen (von mir mal grob geschätzt) 12 und 18 Jahren (wobei ich gerade online lese, offiziell 13 bis 24 - aber das halte ich für etwas zu hoch eingeschätzt). Aber auch für diese Altersgruppe sind mir schon deutlich bessere Düfte in exakt derselben Preisklasse untergekommen. Was "extreme" Fans dann kaufen, ist natürlich wieder eine andere Sache...

L'Instant Magique Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-28

L'Instant Magic - frischer Puder. Anfangs sogar (für Puder) ziemlich frisch, mit einer herb-zitrischen Bergamottenote, Zitrone und relativ viel Anis. Was nun aber nicht heißen soll, der Duft wäre unangenehm scharf oder brisig. Nein, im Gegenteil, er ist unglaublich leicht, luftig und unauffällig, ein wenig wie zarte Frühlingsluft.

Danach allerdings setzt die Puderigkeit ein, Moschus, Iris, Veilchen - wobei die Veilchennote durchaus ihren typischen blumigen Anteil hat. Dazu kommt eine ganz sanfte, cremige Mandel, die mich fast schon etwas mehr an Mandelblüte erinnert, zart blumig, keineswegs so süß wie Marzipan. In die Cremigkeit könnte noch ein winziges Bisschen helles, fast schon luftiges Sandelholz mit hineinspielen. Apropos Holz, auch ein wenig Zeder ist vorhanden, für noch etwas mehr leichte Kühle. Und dazwischen? Noch ein paar winzig kleine Blumennoten, etwas puderige aber auch sonnige Mimose, ein kleiner Hauch frischer säuerlicher Rose, ein bisschen zartwürzige Nelke und Freesie. Ein Frühlingsgarten, in dem die ersten Blumen zaghaft blühen.

Hauptsächlich ist L'Instant Magic für mich aber zartes, frisches Puder mit Fokus auf Veilchen und Mandel, dazu im Hintergrund leicht vanillig. Auf eine unaufdringliche Weise luftig-leicht, ganz sanft blumig und cremig, keineswegs staubig, schwer, übersüß, oder wie Puder sonst so ausfallen kann. Im Gegenteil: Fast schwebend.

Was gleichzeitig aber auch ein kleines Problem darstellen kann, wie ich leider sagen muss: Denn nicht nur die Sillage ist eher dezent, sondern der gesamte (an sich sehr schöne) Duft verfliegt für mich schon innerhalb von nur knapp 3 Stunden. Vielleicht liegt es aber auch an meiner Nase oder an der Hautchemie, aber ja, bei mir ist es leider wirklich so, dass ich innerhalb relativ kurzer Zeit von diesem Duft nichts mehr wahrnehmen kann. Ich hatte einmal eine (sogar relativ spendable) Abfüllung von L'Instant Magic, die war im Nu aufgebraucht (wohl auch, da ich sehr oft nachsprühte...), nachgekauft habe ich den Duft dann eben wegen der geringen Haltbarkeit nicht, obwohl ich ihn an sich sehr gelungen finde. Aber Andere haben ja offenbar mehr Glück damit - das vorherige Testen würde ich aufgrund dieser Problematik aber schon empfehlen :)

Musc Molinard von PhoenixNoctulus 2017-02-28

Moschus? Räucherstäbchen! Wie Aquaria es schon treffend beschrieben hat: Indische Räucherstäbchen. Vom 1. bis zum allerletzten Moment.

Genauer: Nag-Champa-Räucherstäbchen. Traditionell bestehen sie aus einer Basis aus Sandelholzpaste (als Brennmittel), vermengt mit dem Duftstoff, der aus Blüten des Eisenbaumes Mesua ferrea (manchmal vermengt mit anderen Weißblühern) besteht. Und ich finde, das riecht man auch: Leicht milchig-cremiges, aber natürlich auch angenehm hellholziges Sandelholz, dazu eine (oder mehrere) Weißblühernote(n), zwischen luftig, intensiv süß, leicht puderig, leicht cremig und stellenweise auch leicht seifig changierend. Ein blumiger Tropennachtduft - als Räucherwerk.

Und so fällt auch der Duft von Musc aus: Räucherholz und Weißblüher, blumig, puderig, süß, zart seifig. Er wird allerdings trotzdem nicht wirklich schwer, sondern sillagiert wie ein feiner Nebel um mich herum. Interessanterweise bemerke ich es, wenn ich am Schreibtisch stillsitze, kaum. Aber sobald ich durch's Zimmer gehe, schwebt mir dieser Hauch von Räucherstäbchen hinterher. Und das finde ich wunderbar! Den Duft von Nag Champa liebe ich seit vielen Jahren. Ich trug Nag-Champa-Öl (neben Sandelholz- und Patschuli-Öl, usw. - diese ganzen Mono-Duftöle aus indischen Läden) schon in einem Alter, als ich mich mit "normalen" Parfüms kaum befasste. Ich trage es heute noch manchmal ganz gerne, Molinards Musc hat hier aber den zusätzlichen Pluspunkt der intensiven Sillage, während das Öl - auch mit Alkohol verdünnt und in einen Zerstäuber gefüllt - nie einen solchen wunderbaren Duftschleier erzeugte.

Was soll ich sagen? Ich bin begeistert. Wobei ich sagen muss, dass Räucherstäbchenduft für mich persönlich sowieso ein ziemlich sentimentales Thema ist, einerseits, weil ich schon in meiner Jugend sehr viel und sehr oft geräuchert habe (Gothic-Szene ;) ), andererseits weil ich aus einer (teilweise) asiatischen Familie stamme, wo, natürlich, auf dem Hausschrein regelmäßig Räucherstäbchen brannten, deren charakteristischen Nachklang man nach dem Abbrennen noch Stunden später in der ganzen Wohnung wahrnehmen konnte. Und daran erinnert mich Molinards Musc.

Interessant sind übrigens die für diesen Duft angegebenen Noten. Sandelholz als Basis für den Räucherwerks-Aspekt kann ich ja noch nachvollziehen, Moschus für die Puderigkeit. Tonkabohne steuert vermutlich hauptsächlich Coumarin bei. Aber der Rest? Wo sind die Weißblüher? Wobei ich gerade sehe, dass noch ein anderer, gleichnamiger Duft von Molinard in der Datenbank verzeichnet ist, eine Version von 2015 im neuen Flacon. Laut Rezensionen ist der Duft aber wohl identisch. Angegeben sind als Noten: Bergamotte, Neroli - Patschuli, Vanille, Ambra - Moschus, Benzoe, Oppoponax. Das deckt sich schon ein wenig besser mit dem Dufteindruck.

Ach ja, abschließend noch, bei aller Begeisterung: Ich empfinde den Duft als feminin. Die Weißblüher sind recht süßlich, die Vanille auch - es ist kein herb-holziger, kühler Räucherduft, also nach den üblichen Kategorien eher nicht maskulin oder unisex. Einen etwas geschlechtsneutralen Räucherwerks-Duft findet man in u.a. Ambre von Le Blanc (wobei es da wohl auch deutlich auf die Hautchemie ankommt).

Vielen Dank an Aquaria für die Probe, die mich letztendlich auch dazu bewog, den Duft als Originalgröße bei mir einziehen zu lassen (auch die alte Version in der "Kaminuhr"-Flasche) :)

Le Male Jean Paul Gaultier von Esperanto 2017-02-28

Würzig, Frisch.

Invictus Intense Paco Rabanne von Esperanto 2017-02-28

Finde ihn persönlich als sein Vorgänger! Der Hauch Vanille macht es aus.

Bleu de Chanel Eau de Parfum Chanel von Esperanto 2017-02-28

Habe ihn heute zum ersten Mal probiert. Ich war sehr enttäuscht. Guter, frischer Duft, hat mich aber nur an eine bessere Version von Puma Jamaica erinnert.

Trotzdem sehr gefragt und beliebt.
Das EDP ist meiner Meinung nach wesentlich besser als das EDT.

The One for Men Dolce&Gabbana von Esperanto 2017-02-28

Wenn man ihn aufträgt bewirkt er Wunder.

Versace Pour Homme Versace von Esperanto 2017-02-28

Spritzig. Einzigartig. Versace.

Valentino Uomo Intense Valentino von Esperanto 2017-02-28

Faszinierend was Valentino da erschaffen hat. Iris, Leder, Vanille und Elegant. Ein herrlicher edler Duft für die kalten Wintertage.

Prada Amber Pour Homme (Prada Man) Prada von Esperanto 2017-02-28

EIn toller, einzigartiger und frischer Duft! Unter meinen Top 5!

Ultra Male Jean Paul Gaultier von Esperanto 2017-02-28

Habe ich heute zum ersten Mal getestet und ich war so fasziniert, dass ich nicht genug bekommen konnte. Süß, stark und edel. Perfekt für den Club oder zum Ausgehen.

Der wahrscheinlich beste Duft, den ich je gerochen habe.

Sicher unter den Top 3 meiner persönlichen Auswahl.

Sauvage 2015 Christian Dior von Esperanto 2017-02-28

Ein sehr frischer Duft! Aber leider hat er mich etwas enttäuscht. Er kommt mir vor wie wenn man aus der Dusche kommt und einen guten Aftershave verwendet. Der Pluspunkt ist, dass Sauvage auch eine leichte Tannen(baum) Essenz hat, der die Sache noch interessanter macht. Persönlich nicht so meins, aber trotzdem sehr gefragt!

Jardin de Vie Grenade Weleda von PhoenixNoctulus 2017-02-27

Grenade hat einen leicht grünlich-krautig-frischen Auftakt, danach brechen sehr schnell die Fruchtnoten durch. Ein süßer Frucht-Mix, ich persönlich hätte auf verschiedene, hauptsächlich tropische, Früchte getippt (Granatapfel, Mango, Maracuja, aber auch nicht gerade wenig Orange). Wobei die Fruchtnote erstaunlich prickelt, wie Limonade, sie kommt mir auch leicht gezuckert vor. Dazu kommt etwas cremige, weiße Blumigkeit, könnten gut Davana und Neroli sein, wobei die Neroli-Note auch noch eine allgemeine orangenartige Fruchtigkeit mit hineinbringt. Unterfüttert werden die limonadigen Früchte und cremigen Weißblüher durch eine cremig-gourmandig-süße, aber gleichzeitig auch fluffig-leichte Vanillenote.

Einen richtigen Duftverlauf gibt es hier nicht, mal abgesehen davon, dass die krautige Note vom Anfang ziemlich schnell verfliegt und die Limonadigkeit der Fruchtnote mit der Zeit etwas weniger wird, quasi "abflacht", zu normaler, aber eben nicht mehr brausiger, Süße.

Die Sillage ist anfangs noch moderat, geht aber wirklich sehr schnell zurück und bleibt dann den Großteil der Zeit ziemlich hautnah. Auch die Haltbarkeit an sich ist mit unter 2 Stunden nicht besonders stark ausgeprägt. Andererseits ist Grenade auch lediglich als ein leicht parfümiertes Erfrischungsspray gedacht. Preislich ist es für rund 12 Euro je 50 ml erhältlich (in Drogerien wie z.B. Rossmann... in anderen Geschäften geht der Preis für exakt denselben Flacon bis auf etwa 20 Euro hoch). Hier zahlt man vermutlich für Bio- und Naturkosmetik-Siegel und für das anthroposophische Image von Weleda mit. Ob es das einem wert ist, muss man selber wissen - ich finde Grenade schon angenehm zu riechen, den Preis für die geringe Haltbarkeit und Sillage allerdings zu hoch angesetzt.

Jardin de Vie Agrume Weleda von PhoenixNoctulus 2017-02-27

Agrume wird seinem Namen gerecht: Hier gibt es Zitrusfrüchte, sonst (fast) nichts. Für mich überwiegen die sauren Noten von Zitrone und Grapefruit; leicht süßlich-fruchtige Mandarine ist zwar auch dabei, aber für mich nur hintergründig. Unterhalb der Zitrusfrüchte liegt noch eine helle, ziemlich zurückhaltende Basis aus Sandelholz, einfach nur ganz zart holzig, keineswegs cremig oder milchig. Generell geht sie unter den Zitrusfrüchten aber eher unter.

Agrume ist und bleibt ein Mix aus sauren mit einem kleinen Touch süßlicher Zitrusfrüchte. Wenn man das mag, ist dieser Duft im Sommer sicherlich angenehm erfrischend. Allerdings ist die Sillage nur sehr körpernah, die Haltbarkeit wirklich enorm kurz. Nach allerhöchstens einer Dreiviertelstunde, bei hohen Temperaturen eher noch weniger, ist der Spaß schon wieder vorbei. 50 ml kosten zwischen 12 und 20 Euro, je nach Anbieter.

Jardin de Vie Rose Weleda von PhoenixNoctulus 2017-02-27

Weledas Rosenduft fällt unglaublich natürlich aus - klar, da nur natürliche Inhaltsstoffe verwendet wurden. Die Rosennote wirkt auf mich einerseits nach einer frisch-luftigen, ganz zart säuerlichen Gartenrose, andererseits aber auch ein wenig süßlich. Im Auftakt ist noch ein wenig Pfeffer drübergestreut, eine ganz sanfte, nur leicht würzige aber keineswegs scharfe, Pfeffernote. Später sollen minimale Nebennoten von süß-würzigem Ylang einerseits und leicht grüner, frischer Geranie andererdeits, den Rosenduft ein wenig abrunden. Er bleibt trotz Allem sehr leicht und eher frisch, hat also auch nicht allzu viel Tiefe. Das wirkt sich dann leider aber auch in Sachen Haltbarkeit und Sillage aus, beides ist wirklich sehr gering ausgeprägt. Ein wunderbarer, lebendiger Duft ist es dennoch. 50 ml kosten zwischen 12 und 20 Euro.

Beautiful Estée Lauder von aquaria 2017-02-27

Ich beschreibe das EdP. Erst mal bedanke ich mich für den Tipp im Forum; ich hätte sonst dieses EdP wahrscheinlich nicht probiert. Schon oft in irgendeinem Shop gesehen, aber nie das Bedürfnis gehabt, ihn zu testen.
Stellt sich heraus, dass ich den Duft wirklich liebe. Ich denke, für manche, vor allem jüngere, könnte er etwas altmodisch wirken, nicht nur, weil er in manchen Phasen etwas seifig kühl, sondern auch, weil er ein richtiger 80-er Jahre Kracher ist. Beinahe überladen mit Blumigkeit, aber für mich dennoch ein feiner, charmanter, blumiger Schleier. Der Duft wird zu keinem Zeitpunkt zu schwer oder zu opulent für mich. „Beautiful“ ist ein riesiger, bunter Blumenstrauß im Gegenlicht einer warmen Sonne, umweht von einer frischen Sommerbrise.
Es wäre müßig zu versuchen, hier alle Blumen einzeln herauszuriechen. Würde ich in dieser homogenen Blumenpracht nicht schaffen. Der Duft fängt kühl, zitrisch frisch und leicht ins Grüne gehend an, entwickelt sich dann zu einem leuchtenden, blütigen Mix aus hellen, natürlich süßen und frisch sommerlich duftenden Blumen. Da sind sowohl etwas wärmere Akzente von Tuberose, Jasmin und Ylang-Ylang zu merken als auch kühlere Frühlingsboten als auch würzige, samtige und zart aromatische wie Gartennelke, Mimose und Kamille.
Eine perfekt abgestimmte Komposition aus allem, das im Frühsommer blüht, das dieses unbeschwerte, positive Sommergefühl ausmacht (bevor die Hitzetage kommen) und die Nase erfreut. Ein reiner, sauberer, frischer, leuchtender Blumenstrauß, in milde Wärme gehüllt.
Anfangs scheint der Duft wie feinste Tautröpfchen in der Sonne zu glitzern. Ich vermute ein paar Aldehyde im Auftakt. Der Duft ist sehr frisch, beinahe „brisig“, und er schwebt luftig leicht um mich. Mit zunehmender Tragedauer erwärmt er sich ein wenig, wird insgesamt blumensüßer, bleibt aber stets auf der frisch-luftigen und schwebenden Seite.
„Beautiful“ erinnert mich in der Aussage ein bisschen an den Boucheron Boucheron, ist aber trotz seiner sauberen, manchmal haarscharf an seifig vorbeischrammenden, Duftprojektion weicher, runder und wärmer. Da sticht nichts in der Nase. Da legt sich nur ein mit bunten Blumen in allen Farben bedruckter Chiffonschal um mich.

Special Formula X DSH Perfumes von aquaria 2017-02-27

Dawn Spencer Hurwitz gibt auf ihrer Homepage an, sie hätte diese spezielle Formel entwickelt, um einen besseren Eindruck der Hautchemie ihrer Kunden zu kriegen. Diese Formel X soll den jeweiligen Eigenduft der Haut verstärken und ihn als sauberen und weichen Hautduft mit dem Eigenduft verbinden, also den Duft der eigenen Haut reflektieren.
Wenn ich Special X aufsprühe, rieche ich erst mal längere Zeit gar nichts. Erst nach und nach merke ich einen extra-feinen, fast transparenten Eindruck nach Moschus, und zwar nicht direkt an der Haut, sondern als leichten Duft um mich, sobald ich mich bewege. Es ist schwer für mich, diesen Dufteindruck zu beschreiben. Er fühlt sich für mich an wie ein Hauch von Nichts. Der ultraleichte Duft scheint zu changieren. Ab und zu riecht er entfernt nach etwas Mineralischem, dann kriege ich einen durchsichtigen, leicht fruchtigen und frischen Moschus, ein paar Minuten später sauberen Moschus, der nach warmer Haut nach einer Dusche riecht.
Kein Parfüm, das ich als Parfüm empfinde, aber ein interessantes Experiment. Einen Tag lang habe ich ständig diesem Nicht-Duft hinterher geschnüffelt. Mal glaubte ich, einen subtilen Hauch von Sauber zu erhaschen, verdrängt von einem Hauch Mineralisch oder Pudrig oder Cremig oder Weiß oder warmer Haut, und jedes Mal, bevor ich diesen Hauch zu fassen kriegte, war er schon wieder weg.
Ein Kaleidoskop an positiven Eindrücken, die quälend schön aufblitzen und dann schnell wieder weg sind und in anderer Form wiederkommen. Ich denke, der Duft wirkt unterschwellig auf den Träger; ich hab mich jedenfalls in ihm wohlgefühlt, ohne ihn wirklich so richtig bewusst zu „riechen“.
Als Sillage habe ich mich trotzdem für "Moderat" entschieden. Der Duft wird nämlich von der Umgebung deutlicher wahrgenommen als von mir selber.
Vielen Dank für die Erfahrung, Comfy!

Jardin de Vie Rose Weleda von RadostTina 2017-02-27

In Jardin de Vie Rose finde ich die pfefferigen Rosen, die Ich liebe. Ihr Aroma ist würzig und ausdrucksvoll. Sie besitzen eine kühle und frische metallische Note und ihre Süße is wessentlich angenehmer als bei den anderen Rosen. Das alles ist in dem Parfum wunderschön verkörpert.

Jardin de Vie Rose duftet sehr natürlich aber auch intensiv. Wer Rosen liebt, der wird auch diesen Duft lieben. Er ist ein greller und trotzdem eleganter Duft. Bei zu kräftiger Dosierung aber kann die Anfangsphase etwas entmutigend werden- etwas hektisch und laut. Für ein Paar Minuten nehme ich sogar etwas animalisches wahr (Geranie), das mich fast aufgeben lässt. Gott sei Dank vergeht das schnell. Meiner Meinung nach lohnt sich hier die Geduld. Nach einer Weile taucht die schöne Königin Rose auf und glänzt in ihrem pfefferigen Gewand für etwa 3 Stunden. Die Geranie balanciert die Komposition und betont die Samtigkeit der Rose. Der Pfeffer ist angemessen dosiert und veredelt das Parfum. Unter den Rose-Only-Düften gehört Jardin de Vie Rose zu meinen Favoriten.

Aqua Allegoria Teazzurra Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-26

Ein zitrischer Duft mit Tee. Zum Auftakt ein saurer, spritziger, erfrischender, Mix aus Zitrone, Yuzu, leicht herber Bergamotte und ein wenig süßlicher Grapefruit. Vermengt mit einer kräftigen Grüntee-Note. Am Anfang bemerke ich noch ein wenig sanfte Kamille, die zusammen mit etwas Moschus und Vanille (und vielleicht auch dem leicht salzigen Hauch Calone) irgendwie an Handcreme erinnert (mit der Jasminnote zusammen vielleicht sogar ein wenig an Sonnencreme am Strand?) - hier jedenfalls ein ganz interessanter Aspekt, in Kombination mit den anderen Noten.

Doch leider endet für mich das Spannende an diesem Duft auch sehr schnell... Er entwickelt sich recht bald zu einem - für meine Nase - generischen Mix aus leichtem Jasmin, Zitrus und frischem Grüntee, mit einem Hauch Salz. Jasmin, Zitrus, Tee. Wie oft haben wir das in den letzten Jahren schon gerochen? Wobei es nicht einmal eine authentische Jasmintee-Note ist, wie man sie beispielsweise bei Inekes Poet's Jasmine oder Jasmin Perle de The von Fragonard entdecken kann. Nein, ich rieche hier einfach nur eine durchschnittliche Grünteenote, dazu so eine sanfte, wenig ausdrucksstarke, fast schon etwas wässerige Jasminnote, wie sie zu Hauf in aktuellen Mainstream-Düften auftaucht. Und dazu die obligatorische Zitrone.

Sicherlich ist der Duft in Sommermonaten erfrischend, ja, er riecht auch nicht unangenehm. Gefällig ist er sicher. Aber interessant oder charaktervoll finde ich ihn nicht. Von einem traditionsreichen Haus wie Guerlain hätte ich mir allerdings doch etwas ein wenig mehr Individuelles und Ausdrucksstarkes gewünscht - ja, das geht, selbst wenn es nur ein erfrischendes Sommerwässerchen sein soll. Nur habe ich das in der Reihe Aqua Allegoria bisher leider selten erlebt. Düfte, die ganz nett waren - ja, genug. Einige, die ich - sorry - scheußlich fand, gab es auch. Aber so einen richtigen "Knaller" (nicht in Sachen Intensität, sondern in seiner Besonderheit)? Bisher leider kaum. Aber vielleicht ist das auch nicht die Absicht hinter dieser Reihe.

P.S.: Der Name Teazzurra scheint doch sehr deutlich auf die italienischen Worte "te" und "azzurra" zu verweisen, also übersetzt: blauer Tee. So wird auch Oolong-Tee bezeichnet, mit dem dieser Duft allerdings auch keinerlei Ähnlichkeit hat.

Bonbon Spring Summer Viktor&Rolf von lisamarianiedermeier 2017-02-26

Hallo kommt den der duft auch nach deutschland

L’Ange Noir Givenchy von 2017-02-25

Geheimnisvoller Puderduft, mit speziellem Auftakt, dann wunderbar cremig-mandelig anschmiegsam.
Viel schöner als Lipstick on. Zum Glück nicht vergleichbar mit Hypnotic Poision. Ein gelungener Blindkauf, der meine Sammlung bereichert. Weiter so Givenchy. Die Ange ou Dèmon Düfte sind auch sehr schön.

Aqua Allegoria Flora Nymphea Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-25

Weiße Blüten, hauptsächlich Orangenblüte, ein wenig Seringa, mit Honig gesüßt. Nektarartig. Gleichzeitig durch grüne Akzente mit einer gewissen tauartigen Frische versehen, und dezent kühl holzig. Und Moschus sorgt für eine hintergründige Puderigkeit, die mich - in Kombination mit den weißen Blüten und der Honignote - ein wenig an Blütenstaub/Pollen denken lässt.

Insgesamt ist es für mich ein eher süßer Duft, aber auch nicht übertrieben süß. Etwas puderig, ansatzweise auch cremig. Die Weißblüher selbst fallen recht zart aus, keineswegs indolisch. Außerdem sind alle Duftnoten sehr eng miteinander verbunden, ich persönlich rieche (wenn ich nicht detailliert darauf achte) mehr oder minder EINE puderig-cremige Weißblühernote, mit Honigsüße, ein wenig Frische, ein wenig Holzigkeit. Grüne, krautige Noten kommen bei meiner Hautchemie nur schwach durch.

Dadurch wirkt der Duft dann zwar nicht allzu komplex, sehr statisch ist er auch, aber durchaus angenehm. Da er nicht übersüß ist, kann er auch gut in wärmeren Monaten getragen werden (oder eher: besonders in wärmeren, denn insgesamt ist er doch eher zart, weshalb er bei sich bei Wintertemperaturen möglicherweise nicht ausreichend entfaltet).

Insgesamt ist Flora Nymphea wirklich nicht schlecht gelungen. Wer zarte Weißblüher und authentische Honignoten mag, sollte diesen Duft auf jeden Fall testen. Die Sillage empfinde ich als leicht unterdurchschnittlich, aber das passt zum sanften Duftcharakter, ist für mich in diesem Fall also kein Mangel. Die Haltbarkeit beträgt etwa 3-4 Stunden.

Aqua Allegoria Jasminora Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-25

Luftiger, leichtfüßiger Jasmin. Kräftig, fast schon brisig, frisch-grün untermalt mit Maiglöckchen und Bergamotte, wobei letztere noch einen zartherb-fruchtigen Aspekt mit hinein bringt. Der ganze Duft ist eher grün, leicht grasig, Galbanum unterstützt diesen Eindruck noch. Das Einzige, was da etwas dagegenhält, ist einerseits Ambra, das den Duft ein wenig aufwärmt, und andererseits etwas Moschus, welches dem Duft ein wenig Puderig- und Cremigkeit verleiht. Ach ja, und geringe Mengen Freesie und Alpenveilchen sind auch noch mit von der Partie, und steuern meiner Meinung nach eine ganz sanfte blumige und leicht cremige Nuance mit bei, die Freesie auch eine ganz leichte Würze.

Hauptsächlich bleibt der Duft aber frisch, grün und leicht zitrisch, mit Fokus auf sehr luftigen Jasmin und grüne Noten. Jasminora ist also keineswegs die üppig-süße Form von Jasminduft, die einem häufiger begegnet. Ob einem so ein "grünlicher" Jasminduft zusagt, ist natürlich Geschmackssache. Eines lässt sich aber schon noch sagen: Die einzelnen Duftnoten wirken relativ natürlich und qualitativ nicht schlecht. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Eau Duelle Diptyque von verbeene 2017-02-25

das eau de toilette "eau duelle" ist der köstlichste vanilleduft, der je unter meine nase kam.

ein holzig würziger beginn,von bergamotte und harzen temperamentvoll eröffnet, wandelt sich in kurzer zeit in ein durchleuchtetes grün.

und während sich dieser grüne raum langsam öffnet, durchwehen ihn kostbarste vanilleschwaden.
leicht, duftig, zärtlich aber keineswegs flach, sondern von tee und weihrauch gebändigt und vertieft.
immer deutlicher präsentiert sich die vanille, um im abklingen dann sanfte garten-noten zu hinterlassen.
wie ein lichter kräutergarten, den man in der dämmerung
durchquert.... die vanillenebel hängen noch leise über dem deutlich wahrnehmbaren tee.
wacholder dunkelt den duft langsam ein...

Wardia Al Haramain Perfumes von RadostTina 2017-02-24

Wardia ist ein Parfum das wie Rosenöl riecht. Es ist ein rosensüßer Riese. Konzentriert und langanhaltend wird er Sie den ganzen Tag begleiten.
Wardia ist nicht eine einzelne Rose die zwischen verschiedenen Blumen steckt und flirtend blinzelt, sondern das sind 100 Rosen die zusammen in einem dicken Blumenstrauß gebunden sind. Das ist eine Badewanne voll mit nur Rosenblüten. Das ist ein Blumenladen bei Rosenlieferung am frühen Morgen. Eine gewisse Frische kommt vom Moschus aber der Duft ist so harmonisch abgemischt, dass keine einzelne Note laut ist.
Im Vergleich zu den Rosen in anderen Rosendüften ist Wardia unterschiedlich. Die Rose in Roses De Chloe hinterlässt den Eindruck von frisch geschnittener Rose mit Stängel und Blättern. In D&G Rose the One bringen die Früchte ein Hauch Exotik.
Wardia ist ein Parfüm für Roselovers, die wissen, dass die Königin keine Begleitung braucht um zu strahlen.

Aqua Allegoria Limon Verde Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-24

Spritzige Limette, mit etwas Rohrzucker vermengt - anfangs duftet Limon Verde für mich tatsächlich wie Caipirinha :) Sogar eine leichte alkoholische Note, die zu diesem Eindruck passt, kann ich erkennen. Ob man selber wie ein alkoholisches Getränk riechen möchte, ist dann wieder eine andere Frage - aber der Eindruck von Limon Verde verändert sich sowieso noch einmal deutlich. Aber leider - nicht zum Besseren. Denn bald setzt ein Bouquet a la Obstkorb ein, noch einmal extra aufgewärmt mit leicht marzipaniger Tonkabohne. Was am Obstkorb verkehrt sein kann? Nun... Ich drücke es mal so aus: Der Obstkorb stand mehrere Tage in der Sonne und matscht so vor sich hin. Die Noten wirken leicht vergoren, leicht herb, ich denke, die Feige trägt auch dazu bei (wobei ich ehrlich sein muss: mit Feigennoten vertrage ich mich öfters nicht). Oder ist es doch die Mischung mit grünen und holzigen Noten (da hatte ich schon einmal ein ganz ähnliches Problem, bei Jour d'Hermes)? Wie auch immer... So wird aus dem frischen Limetten-Cocktail dann mit der Zeit ein dumpf-muffiger Fruchthaufen. An dem möchte ich mich dann auch nicht mehr bedienen.

Aqua Allegoria Flora Nerolia Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-24

Flora Nerolia, Nerolia Bianca - die Namen wirken ähnlich, die Duftnoten auch. Allerdings stellt Nerolia Bianca definitiv NICHT das Remake von Flora Nerolia dar.

Flora Nerolia empfinde ich sehr sehr jasminlastig, es ist eine sehr süße, ansatzweise sogar etwas indolische Jasminnote, vermengt mit einer zarten Orangenblütennote und etwas leicht säuerlichem Neroli. Petitgrain spielt mit hinein, gibt dem Duft auch noch leicht grüne und herbe Aspekte und sorgt dafür für etwas mehr Komplexität. Insgesamt würde ich Flora Nerolia gar nicht mal als Neroli-, sondern eher als Jasminduft klassifizieren wollen. Insgesamt ein erstaunlich starker, kräftig ausstrahlender Duft. An der intensiven, fast schon etwas lauten, Jasminnote dürften sich allerdings die Geister scheiden.

Nerolia Bianca fällt im Vergleich dazu deutlich sanfter, ruhiger und vor allen Dingen fruchtiger aus. Dafür ist bei Flora Nerolia die Sillage deutlich ausgeprägter (ich würde sie als moderat bis überdurchschnittlich beschreiben) - wie angesichts der sehr kräftigen Jasminnote aber auch zu erwarten war, die Haltbarkeit ist ebenso überdurchschnittlich.

Aqua Allegoria Nerolia Bianca Guerlain von PhoenixNoctulus 2017-02-24

Fruchtige Orange und sanfter Grüntee. Ich muss zugeben, diese beiden Noten rieche ich bei Nerolia Bianca fast deutlicher, als die namensgebende Neroli-Note. Generell fällt der Duft sanft fruchtig aus, genau genommen wie eine leicht verwässerte (und das meine ich nicht negativ - es ist nur eben kein wirklich süßer, spritziger Fruchtduft) Mandarine, dazu der schöne Tee-Aspekt. Vielleicht ist es auch die Orangenblüte, die diese sanfte Fruchtigkeit bei gleichzeitig luftig-leichtem Charakter beisteuert? Und ja, auch wenn ein Hauch zartherber Bitterorange ebenso seinen Anteil an Nerolia Bianca hat, der Duft ist hauptsächlich sanft süßlich. Neroli habe ich (besonders als reines ätherisches Öl) öfters als säuerlich, leicht herb, manchmal sogar relativ grün erlebt - all das kommt hier nicht vor. Süßliche Mandarine und Tee, plain and simple. Der Duft ist dabei auch ziemlich statisch, aber das haben ja bisher alle Düfte aus der Aqua-Allegoria-Reihe so an sich gehabt. Die Sillage ist sanft, die Haltbarkeit liegt hingegen leicht über dem Durchschnitt. Als zartblumiger, erfrischender Sommerduft ist Nerolia Bianca definitiv sehr gut geeignet.

Winter Kiss Naomi Campbell von PhoenixNoctulus 2017-02-24

Winter Kiss beginnt mit einer frischen, aber gleichzeitig auch süßlichen Anisnote, vermengt mit sanft zitrisch-herber Bergamotte und ein wenig rosa Pfeffer, den ich leicht prickelig, aber keineswegs zu scharf finde. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Basis des Duftes aus süßlich-gourmandiger Vanille, milchigem Sandelholz und puderigem Moschus besteht, und insgesamt sehr wohlig cremig-puderig wirkt. Etwas Zedernholz ist auch noch dabei und streut eine leicht kühlere holzige Nuance ein, die aber wenig auffällt. Abgesehen davon hat Winter Kiss auch noch ein zart blumiges Herz, hauptsächlich aus Freesie und den Blüten der Kakteenart Königin der Nacht bestehend, aber auch mit einem Hauch leichten Jasmins. Insgesamt ein milder, fast etwas luftiger, zartblumiger Eindruck.

Zusammengefasst würde ich Winter Kiss als puderig-cremigen, leicht blumigen Vanilleduft mit schöner Anis-Kopfnote bezeichnen. Er ist nicht allzu komplex, ja, 100%ig natürlich duftet er auch nicht, aber er ist schon ziemlich angenehm. Mir persönlich gefällt die Mischung aus cremiger, vanilliger Basis und frischem Anis besonders gut. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit bemerkenswert überdurchschnittlich. Mit dem Originalpreis von etwa 20 Euro für 30 ml (10-12 Euro für 15 ml, je nach Anbieter) war Winter Kiss auch relativ günstig. Unter den Drogeriedüften gehört er für meine Nase definitiv zu den qualitativ gelungensten.

Atkinsons His Majesty The Oud Atkinsons von Lady Smellalot 2017-02-24

Einmal getestet und dann nie wieder. Ich mag eigentlich auch Oud, das kann toll riechen, aber His Majesty The Oud riecht unangenehm. Vanille, Holz und Rauch dominieren den Duft und das riecht dann wie ein Vanille gespickter Räucherschinken- nicht schön. Und wie es immer mit Düften ist die einem nicht gefallen, ist die Haltbarkeit extrem gut.

Orchid Paradisi Mayfair von PhoenixNoctulus 2017-02-24

Orchid Paradisi wirkt auf mich hauptsächlich süßlich-blumig. Neben einer merkwürdig süßen Grünteenote (die durchaus die typische teeartige Frische hat - aber eben auch etwas auffallend Süßes) nehme ich eine Menge ebenso süße Vanille und eine süßliche Blumennote wahr. Sie riecht schon hauptsächlich nach (synthetischer) Orchidee, aber ist das wirklich ein Soliflor? Ich meine, da sind auch noch Elemente von Rose und Jasmin vorhanden. Und dann kommt das Sandelholz. Erst eine extrem zurückhaltende, leicht hölzerne Basis, die kaum auffällt, entwickelt es sich mit der Zeit schon noch etwas cremiger, aber nie auffällig milchig. Wobei es zusammen mit der Vanillenote schon ganz nett aufgeht, darauf etwas Geblümel und ein Hauch frischer, aber keineswegs herber oder aromatischer Tee.

Ich schrieb es schon: Süßlich. Alles ist irgendwie leicht süßlich angehaucht (nicht übersüß, aber eben fern jeglicher anderer Akzente, die einen natürlichen Duft ausmachen würden), so hat es auch alles etwas Synthetisches an sich. Das ist etwas schade, könnte die Mischung der Duftnoten an sich wohl hervorragend funktionieren, würden sie an sich natürlicher wirken. Insgesamt ist Orchid Paradisi also ein relativ simpler und verhältnismäßig statischer, leider nicht sehr natürlich riechender Blumenduft. Ich muss allerdings sagen, er riecht nicht wirklich schlimm, ich finde ihn im Großen und Ganzen schon noch angenehm, auch wenn ich schon deutlich bessere Düfte auch in dieser Preisklasse gerochen habe (ja, auch in dieser Preisklasse - dieser Duft ist in Großbritannien ein Drogerieduft, 100 ml kosten etwa 8 Euro).

Wer harmlose, etwas fröhlich/jugendlich-süßliche Vanille-Blumen-Düfte mit etwas Cremigkeit mag, und gegen einen synthetischen Anklang nichts einzuwenden hat, könnte Orchid Paradisi aber mal testen. Da rieche ich regelmäßig schlimmere Düfte auf der Straße ;) Ich denke, so richtig schade finde ich die nicht ganz so gelungenen Aspekte an diesem Duft auch nur deswegen, da ich von Mayfair andere Düfte kenne, die wirklich eine ganze Klasse weiter oben spielen (beispielsweise Pagan).

Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Tobacco Vanille Tom Ford von Lady Smellalot 2017-02-24

Ich finde Tobacco Vanille weder maskulin noch aufdringlich. Das ist ein toller und komplexer Vanilleduft mit etwas rauchigen Tabakaromen und Trockenfrüchten mit angetrocknetem Honig. Im späteren Duftverlauf kommt auch eine leicht holzige Kakaonote hervor. Ein toller Duft, der sehr teuer ist, aber auch sehr hochwertig riecht und wirklich sehr, sehr ergiebig ist. Hat etwas von einem "Herrenzimmer", vorm Kamin eine süß aromatisierte Zigarre, ein Cognac und ein gepflegtes Gespräch. Die Haltbarkeit ist ebenfalls sehr gut.

Velvet Orchid Lumière Tom Ford von Lady Smellalot 2017-02-24

Velvet Orchid Lumiere ist die beschwippste Rum Vanille mit ein paar eingelegten Früchten. Blumen nehme ich nicht war, nur die likörige Vanille. Ein bisschen künstlich wirkt der Duft schon, so als wäre ein wenig warmes Plastik über die Vanille gelaufen und trotzdem wirkt der Duft irgendwie strahlend und sonnig. Wie das Farbspiel eines Cognacs den man im Glas schwenkt.

Noir Extreme Tom Ford von Lady Smellalot 2017-02-24

Noir Extreme ist als Herrenduft geführt aber den kann auch eine Frau tragen. Er riecht nach würziger Vanille und erinnert ein wenig an Joop Le Bain. Daneben wirkt Noir Extreme aber viel hochwertiger. Die Gewürze geben etwas Pepp, aber sie wirken fast kühl. Die Vanille dagegen cremig und holzig. Gute Haltbarkeit, man benötigt nur wenig um eine schöne Duftwolke mit sich herum zu tragen.

Casmir Chopard von PhoenixNoctulus 2017-02-23

Warme Harze. Zimt. Vanille. Darauf ein Cocktail aus orangen Früchten, einerseits Mandarinen, andererseits Mangos. Dann, ganz prägend von Anfang an, Aprikosen und Pfirsiche. Ja, für meine Nase ist der ganze Duft irgendwie orange. Warm, ambratisch, leicht puderig, zartwürzig, mit einer tollen sanften Fruchtnote.

Die Harze (Ambra, Benzoe, würziges Oppoponax) werden noch einmal schön untermalt durch marzipanige und mandelige Tonkabohne, cremig-süße Noten von Vanille, milchiges Sandelholz (und ein Hauch Kokosmilch, der damit sehr gut harmoniert). Dazu Patschuli (auch der ambratischen Art) und Moschus, für extra viel Puderigkeit. Schon steht die wohlig-warme Basis.

Darauf: Ein paar Blüten, aber unter den Fruchtnoten, eher zaghaft. Einerseits leicht würzige Nelke, grünliche Noten von Geranie und Maiglöckchen, die etwas Frische schenken (gleichzeitig aber in der ansonsten absolut "ungrünen" Mischung keineswegs fehlt am Platz wirken). Dazu eine süßliche, aber nicht zu üppige Jasminnote.

Ganz oben: Die schon genannten Noten von Pfirsichen und Aprikosen, etwas dahinter dann Mangos und Mandarinen. Feine Akzente von Beeren, außerdem, als Auftakt, eine - wieder etwas Frische hinein bringende - Bergamotte. Ja, auch etwas zitrisch ist der Auftakt dadurch, sogar etwas prickelig, aber die Obstnoten werden relativ schnell ziemlich weich und rund, was aber auch viel besser zu der wohlig-warmen Harzbasis passt.

Ein wenig erinnert mich diese zimtig-mandelige Harz-Vanille-Mischung an Chai (also, das Milchgetränk). Kein Wunder, dass der Schuss Kokosmilch und die orangen Früchte da so gut hineinpassen. Casmir ist ein wirklich schöner, gourmandiger, warmer Duft, der am besten im Herbst und Winter zu tragen sein dürfte. Haltbarkeit und Sillage empfinde ich als moderat (wobei die Haltbarkeit sich am oberen Ende des moderaten Bereichs ansiedelt). Relativ preisgünstig ist Casmir auch, 30 ml sind regulär für etwa 30 Euro erhältlich, oftmals gibt es allerdings Sonderangebote zu etwa 20 Euro.

Das einzige größere Manko, das ich mir bei dem Duft vorstellen könnte, ist, dass die Fruchtnoten einigen Leuten zu süß sein könnten. Ja, sie sind süß-fruchtig, aber ich empfinde das zusammen mit den warmen Harzen und dem leichten cremig-zimtig-milchigen Anklang (Tonka, Zimt, Vanille, Kokos, Sandel...) als nicht unpassend. Andere orientalische Düfte haben dafür ihre Honignoten. Aber da das sowieso alles eine persönliche Geschmacksfrage ist: Casmir vielleicht einfach lieber vor dem Kauf testen! Er steht in jedem Kaufhaus herum ;)

Nymphessence Dear Rose von verbeene 2017-02-23

morgens im garten...
noch ehe die sonne aufgegangen ist, tummeln sich die feen und die nymphen. sie sammeln den tau von blüten und früchten.
ihr helles leises lachen scheint in jedem tropfen aufgehoben zu sein.
wer zeitig erwacht und leise in den garten schleicht, mag ein wenig von diesem funkelnden , duftenden, fruchtigen und spritzigen wässerchen finden.
es sprüht dir frische entgegen. sehr schnell mischen sich betörende freesien darunter und cremig tiefgründige magnolien.
sie schweben schwerelos um dich herum

subtil, aber einige stunden
du musst lächeln, denn immer wenn dich ein duftwölkchen in der nase kitzelt, hörst du die elfchen leise kichern.....

ein absoluter lieblingsduft!!!

Summer Vanilla Bettina Barty von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Während "Vanilla" ein Dupe zu "Joop! Le Bain" zu sein scheint, doubled "Summer Vanilla" Jil Sanders "Sun". Beides sind vanillige, leicht ambratisch anmutende Düfte, mit harzigen und cremigen bis puderigen Aspekten, außerdem etwas orangiger Fruchtigkeit.

Während Sun im Original allerdings relativ facettenreich ist (mir gefallen besonders die tiefen Hintergrundnoten von Tabak, Styrax, Patschuli und Hölzern; allerdings hat der Duft auch in Sachen Blumigkeit noch ein paar Nuancen mehr zu bieten), erscheint mir Summer Vanilla eine abgespeckte Version zu sein. Diese Tiefe, die Sun besitzt, wird hier nicht erreicht. Dafür wirkt Summer Vanilla puderiger und runder, irgendwie auch glatter und generell zarter (klar, wenn die Tiefennoten von Sun fehlen). Die Zartheit spiegelt sich auch in Sachen Haltbarkeit und Sillage wieder: Während Sun bei Beidem locker überdurchschnittliche Werte erreicht, steht Summer Vanilla in Sachen Sillage am unteren Ende des moderaten Spektrums, die Haltbarkeit ist moderat.

Insgesamt kann Summer Vanilla (wenn man die Vergleicherei aufgibt) durchaus als angenehmer puderig-sanfter, zart fruchtiger Vanilleduft punkten, der auch bei hohen Temperaturen noch tragbar, ja, mit seiner zartblumigen Puderigkeit vielleicht gerade im Sommer besonders wohltuend sein könnte.

Scherrer 2 Jean-Louis Scherrer von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Scherrer 2 beginnt fruchtig und frisch-grün. Einerseits rieche ich sehr viel süße Mandarine und spritzige Ananas, zudem etwas bittersüße Bergamotte, andererseits helle Blüten von Lilie und grünliches Maiglöckchen; darauf eine ganze Menge frischen Anis und, wie ich meine, auch noch eine luftige Aldehyd-Note. Im Hintergrund macht sich schon etwas Harz (zitrisches Benzoin, leicht warmes Ambra) bemerkbar.

Nach einigen Minuten tauchen dann weitere blumige Noten auf, vor allen Dingen eine frische Rose und etwas Jasmin, nach einigen weiteren Minuten auch süß-üppige Tuberose. Der Duft wird etwas seifig, andererseits hat er auch eine "wäscheartige" Frische an sich. Allerdings wird er mit der Zeit auch etwas süßer, cremiges Sandelholz und eine leichte Honignote kommen dazu. Mit der Zeit bemerke ich dann noch ein paar süß-vanillige Noten (Vanille, Heliotrop), gleichzeitig taucht auch noch etwas saubere Puderigkeit durch Moschus auf.

Unerwarteterweise wandelt Scherrer 2 sich später allerdings noch einmal. Ich hatte vermutet, er würde letztendlich immer wärmer werden, allerdings entwickelt sich, im Gegenteil, später wieder eine auffällige Frische - und Seifigkeit. Ja, der Duft wird letztendlich sogar sehr stark seifig (ich vermute, es ist die Rose), ich würde den Gesamteindruck der Hauptphase, wenn ich ihn ganz kurz zusammenfassen müsste, wohl auf Aldehyde+Ananas+Rosenseife verdichten. Süß-frisch-seifig, fruchtig-blumig. Irgendwie ungewöhnlich, gleichzeitig von einer klassischen Eleganz. Aufgrund seiner sauberen Fruchtigkeit empfinde ich den Duft als strahlend. In der Hinsicht hat er charakterlich eine kleine Ähnlichkeit mit YSL Cinema. Sillage und Haltbarkeit sind überdurchschnittlich.

Angel Eau Sucree 2017 Mugler von KarateArwen 2017-02-22

Sucre 2017 ist absolut gefällig und weich,warm.Er erinnerte mich sofort an Escada Magnetism.Sucre ist aber noch etwas gehaltvoller und zieht eine beachtliche Duftwolke hinter sich her.Definitiv meine Duftrichtung.Mit viel warmer Zuckerwatte und dicker süßer Sahne.Für Tage an denen man gerne wieder Schokolade und Süßes essen möchte.Hier reicht dann ein gehaltvoller Sprühstoß aus dem wunderbaren Flacon und die Naschlust ist erstmal besänftigt.Ein sehr schöner Duft , der jetzt nicht neu ist , aber für Zuckerwattefans ein habenswerter Duft ist.

Mon Amour Frederic Haldimann von KarateArwen 2017-02-22

Mon Amour ist eine ganz feine Duftköstlichkeit.Er riecht sehr angenehm nach zitrischen Karamelpuder.Ich finde ihn zum Anbeißen lecker.Für jeden geeignet der Düfte wie l instant Magic mag.Er geht in die gleiche Richtung , ist nur nicht so schwer , sondern eher leicht und gefällig.Ich meine auch Himbeernoten zu erkennen, die den Duft noch süßer machen.Insgesamt ein schöner verspielter Frühlingsduft , der auf wärmere Tage hoffen lässt.

Ambre Sultan Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Ambre Sultan beginnt für mich krautig-grün. Ich rieche eine Menge Lorbeer, ein wenig Koriander, Myrte, Angelika und Oregano. Auch an Nelken und Thymian erinnert mich die anfängliche Kräuter- und Gewürzmixtur etwas. Der Gesamteindruck ist herb-würzig und für meine Erfahrungen erst einmal eher ungewöhnlich. Der Duft wirkt soweit ziemlich mediterran auf mich.

Nach einer Weile setzt dann ein Vielklang von Harzen ein, anfangs noch mit den Kräuter- und Gewürznoten gemischt: Sehr viel Ambra, aber für meine Nase auch noch Weihrauch, Myrrhe und Benzoe, möglicherweise noch andere Räucherharze. Insgesamt wirkt der Duft erst einmal resinoid-krautig-würzig, das Krautige nimmt mit der Zeit ab, übrig bleibt ein balsamisch-würziges und ziemlich warmes Harzgemisch. Mit der Zeit kommt auch noch ein süßer vanilliger Ton mit hinein, auch etwas cremiges Sandelholz, ein Hauch warmes, ambratisches Patschuli, der Duft wird auch ein wenig puderig, der Haupteindruck bleibt allerdings ambratisch-harzig-warm - und das dann über Stunden.

Das Statische könnte man an diesem Duft bemängeln, manchem mag der Duft etwas zu süß oder zu warm sein. Manchen könnte auch die Kräuternote vom Anfang nicht gefallen. Aber das ist und bleibt ja immer eine individuelle Geschmackssache. Mir persönlich gefällt Ambre Sultan ganz gut, an kalten Wintertagen wirkt er wärmend, er passt allerdings genauso gut zu Herbsttagen, ob nun solche mit goldenem Laub, oder graue, neblige, verregnete, an denen er stimmungsaufhellend wirken könnte.

Die Sillage von Ambre Sultan empfinde ich als moderat (anfangs ist sie etwas stärker, schrumpft aber relativ schnell zusammen). Die Haltbarkeit liegt über dem Durchschnitt. Wer warme, etwas vanillige, leicht puderige Ambra- oder generell Harz-Düfte mag, könnte diesen Duft mal testen.

Impressions de Soleil Frederic Haldimann von KarateArwen 2017-02-22

Herr Haldimann hat in diversen Duftklassen abgekupfert.Hier nehme ich definitiv den Klassiker Sun war.Die solaren Noten sind hier nur etwas voluminöser und dichter miteinander verwoben.Er riecht sehr angenehm nach sonnengewärmter Haut.Seine Sillage ist ganz gut gelungen.Am Anfang riecht er sehr alkoholisch , welches sich aber mit der Zeit verflüchtigt.Ich weiß nicht , ob er noch zu haben ist.Er ist eine sehr gute Alternative für Sun.

Gem Van Cleef & Arpels von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Gem nehme ich als enorm sanften orientalisch angehauchten Chypre-Duft wahr. Schon von Anfang an bemerke ich Eichenmoos, Patschuli und Nelken (sowohl das Gewürz als auch die Blume) - aber alles erscheint einfach nur warm und rund, ziemlich zart, ohne viele Kanten. Ja, selbst die Gewürze, neben Nelke auch Kardamom und Koriander, vielleicht auch noch ein Hauch Pfeffer, die man durchaus wahrnehmen kann, wirken nicht scharf, sondern eher, wie in Watte gepackt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Abfüllung, die ich habe, schon ziemlich alt ist, ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Düfte beim Altern deutlich sanfter und runder werden, was besonders die Gewürznoten betrifft.

Mit der Zeit bemerke ich auch noch etwas Vetiver und zaghafte mediterrane pflanzliche Noten von Zypresse und Myrte. Dazu kommt nun, immer kräftiger werdend, warmes Rosenholz. Der ganze Duft ist warm und zunehmend puderig. Mit dabei sind auch sanfte fruchtige Noten (hauptsächlich Pflaume, ein wenig Pfirsich) und süßliche Blumen, hauptsächlich Weißblüher (Tuberose, Jasmin), aber auch etwas Ylang und ein Hauch von Rosen. Generell ist es aber eine ziemlich dichte, in einander verwobene Blumigkeit, die in einer wattig-puderigen, zarten, warmen von Rosenholz geprägten Basis einsinkt. Etwas ambratisch kommt sie daher, etwas vanillig. Insgesamt wohlig; ich denke, der Duft wäre gut für Herbst und Winter geeignet.

Die angegebenen Noten für Gem wirken, zugegeben, denen von Paco Rabannes La Nuit relativ ähnlich. Tatsächlich ist Gem allerdings viel runder, weicher und sanfter. Ja, auch hier ist tatsächlich eine leichte animalische Zibet-Note vorhanden, allerdings fällt auch diese verhältnismäßig zahm aus und geht (da ereilt sie dasselbe Schicksal wie den Gewürzen in Gem) irgendwo zwischen warmem Holz und Puder unter.

Die Sillage von Gem empfinde ich als moderat. Die Haltbarkeit ist leicht überdurchschnittlich ausgeprägt.

Impressions d`Hiver Frederic Haldimann von KarateArwen 2017-02-22

Hiver kann durchaus unisex sein.Er ist in keinster Weise süß , welches ich erhofft hatte.Er hat krautige Noten in sich die leicht pudrig wirken.An mit mag ich ihn nicht sehr gerne und ich verbinde auch keinen Wintereindruck mit ihm.Sicherlich ist er gut gemacht , aber mir fehlt hier und da ein Blümchen.Ich kann keine Veilchen oder Vanillenote entdecken.Vielleicht mag meine Haut ihn einfach nicht entfalten.Schade.Ich hatte hier einen Winterbegleiter erhofft.Er könnte etwas für Damen sein , die leichte krautige unsüße Akzente mögen.

Cat Deluxe With Kisses Naomi Campbell von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Der 2. Flanker zu Cat Deluxe, "With Kisses", gefällt mir deutlich weniger, als die ersten beiden Versionen. Und das liegt nicht nur am noch aufdringlicheren Flacon (Leopardenmuster und Bommel lassen sich tatsächlich noch toppen - durch Lippenstiftabdruck-Muster, Perle und pinkrote Bommel ;) ).

With Kisses ist für mich geprägt durch sowohl ausgeprägt säuerliche als auch üppig süße Fruchtnoten und - ich muss es leider so sagen - aufdringliche Gewürze. Oder ist es wieder meine persönliche Abneigung gegen Pfeffer? Jedenfalls schreit die Pfeffernote für meine Wahrnehmung ziemlich (dazu ist noch eine kleine Menge Kardamom vorhanden, aber die stört nicht mehr weiter), und zwar in einen Berg süß-sauren, zusätzlich gezuckerten Obstes hinein. Ein leider ziemlich künstlich anmutender roter Apfel, gezuckerte Johannisbeeren verschiedener Couleur, säuerliche Himbeere noch dazu, und eine irgendwie unangenehm süßliche, gleichzeitig aber auch säuerlich-bittere, Clementinennote. Ach ja, den leicht herben Bergamotte-Auftakt hätte ich fast vergessen.

Was kommt dazu? Säuerliche Rose und süßer Jasmin. Ich bin ja für komplexe Düfte zu haben, aber diese Mixtur aus Süße, Säuerlichkeit, leichter Bitterkeit (Vetiver ist auch noch ein wenig drin), dazu auch noch diese scharfe Pfeffernote... Es ist ein dysharmonisches Kuddelmuddel für meine Nase, und dazu kommt auch noch die offensichtliche Künstlichkeit des Apfels. Ich empfinde es insgesamt als eher unangenehm. Die etwas ausgleichende Puderigkeit der Pfingstrose kann da leider auch nicht mehr viel ausrichten. Die vanillige Basis, die mit Tonka und süßer Vanille druntergebaut ist (und mit einem Hauch Weihrauch, der eher kühl und etwas würzig anmutet) macht es auch nicht mehr wett. Ich denke wirklich, dieser Duft ist mir einfach zu laut - in zu viele Richtungen gleichzeitig.

Sillage und Haltbarkeit sind moderat, die Haltbarkeit ist geringfügig ausgeprägter als bei Originalduft und Flanker Nummer 1 und beträgt etwa 5-6 Stunden.

Cat Deluxe At Night Naomi Campbell von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Cat Deluxe At Night teilt als Flanker einige der Charakteristika des originalen Cat-Deluxe-Dufts: Die Spritzigkeit im Auftakt (hier aber Cassis statt Pfirsich), die blumige Puderigkeit von Pfingstrosen als Herznote, und eine ambratische Nuance in der Basis (Ambra, in diesem Fall aber ohne Patschuli - dafür mit anderen Aspekten, aber dazu komme ich später). Eine gewisse Verwandtschaft kann man also schon erkennen. Abgesehen davon unterscheidet sich Cat Deluxe At Night allerdings in weiteren Punkten schon sehr vom Originalduft.

Der Flanker ist säuerlicher. Neben dem einfach nur saftig-süßen Pfirsich im Original haben die fruchtigen Noten hier auch stark säuerliche Aspekte: Nicht nur die Cassisnote ist säuerlich, auch ist noch etwas Himbeere vorhanden.

Der Flanker ist fruchtiger. Das ist kein Widerspruch. Während Cat Deluxe als Fruchtnote nur Pfirsich anbot, ist hier ein ganzer Obstkorb vorhanden, tropische Früchte, die man kaum auseinanderpuzzlen kann, vielleicht ein wenig wie Multivitaminsaft.

Der Flanker ist frischer. Pitahaya (Drachenfrucht) und Birne bringen etwas aquatische Frische mit hinein. Als Basis ist eine an frische Wäsche erinnernde, aber auch leicht holzig anmutende, Baumwollnote vorhanden. Apropos Holz, auch dunkle holzige Noten besitzt Cat Deluxe At Night, im Gegensatz zu seinem Vorgänger.

Und diese Holzigkeit, die ist wohl auch das Prägenste, was diesen Duft etwas tiefer und dunkler anmuten lässt, als den Originalduft. Während Cat Deluxe "spritzig-würzige Kopfnote + Freesien und Puder + Ambra" war, ist Cat Deluxe At Night "spritzige Kopfnote + Obstkorb und Puder + holzig-frische Basis". Holzigkeit und Frische nehmen deutlich die Süße aus dem Duft, es ist auch keine Würzigkeit wie im Original vorhanden, ja, ich habe sogar das Empfinden, dass die holzig-aquatische Note etwas leicht Unisexartiges mit hineinbringt. Wobei der Duft durchaus insgesamt noch feminin ist, aber eben keineswegs so weiblich, wie der Originalduft.

Kurz gesagt: Cat Deluxe ist im Vergleich weniger würzig, dafür in Sachen Fruchtnoten etwas facettierter, gleichzeitig etwas säuerlich, etwas kühl-holzig. Insgesamt kommt mir Cat Deluxe At Night auch etwas weniger linear vor. Sillage und Haltbarkeit sind allerdings wie beim Original: etwa 3-4 Stunden hält der Duft, bei moderater Duftausbreitung.

Haute Couture Frederic Haldimann von KarateArwen 2017-02-22

Haute Couture ist ein richtiger "Kracher".Er ist sehr intensiv ,warm und raumfüllend.Eine Diva unter den Haldimanns.Hier muss definitiv sparsam aufgelegt werden , sonst wird er unangenehm auf der Haut.Er brüllt mit Orangenblüten und Jasmin um die Wette.Das Maiglöckchen verleiht im eine kräftige Würze.Er ist ein Ausgehduft für die Grande Dame , ein Opernabend mit festlichen Ausklang.Der Sylvesterpartyknaller für die attraktive Pretty Woman.Er erinnert an vergangene Tage und ist ebenso nostalgisch.Er ist sehr parfümig.Für Damen die den großen gewagten Auftritt mögen ein guter Wegbegleiter.

Cat Deluxe Naomi Campbell von PhoenixNoctulus 2017-02-22

Diesen Duft habe ich tatsächlich vor etlichen Jahren mal besessen. Er ist insgesamt fruchtig, zartwürzig, etwas puderig-blumig, auf einer angenehm harzig-patschulilastig-vanilligen Basis.

Der Auftakt ist ziemlich spritziger Pfirsich (zu dem Zeitpunkt kommt Cat Deluxe mir irgendwie ziemlich "girly" vor, aber das wandelt sich mit der Zeit), vermengt mit zartwürzigem Kardamom für ein leichtes Prickeln. Danach kommt eine satt-blumige, auch leicht würzige, Freesiennote hindurch, mit leichter Hintergrund-Puderigkeit durch Pfingstrosen(!), ein wenig Veilchen und Moschus. Darunter befindet sich ein Mix aus warm-ambratisch untermaltem Patschuli und cremig-gourmandiger Vanille.

Es ist ein ziemlich linearer Duft, aber was soll man von einem Drogerieduft zum Preis von rund 8 Euro für 15 ml erwarten? Schön fand ich damals an Cat Deluxe die warme, ambratische Basisnote, der leicht angewürzte Pfirsich passte sehr gut dazu, die blumige Puderigkeit war auch stimmig. Der Duft war insgesamt nicht zu übersüß, auch nicht einfach nur eintönig blumig, auch aus heutiger Sicht empfinde ich ihn eigentlich als gar nicht so schlecht gelungen für das Preissegment. Etwas super Komplexes darf man natürlich nicht erwarten, aber ein angenehmer, solide komponierter Duft ist Cat Deluxe schon.

Der fruchtige und gleichzeitig angenehm wärmende Dreiklang Pfirsich-Freesie-Patschuli passt gut in die Herbst- und Winterzeit. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit liegt bei etwa 3-4 Stunden. Wer ambratische Düfte mit Pfirsich, Freesie und puderigen Blumen mag, könnte mit Cat Deluxe auch heute noch ein Schnäppchen machen.

Au Coeur du Désert Tauer Perfumes von verbeene 2017-02-22

das ist mehr als ein parfum... es ist eine geheimnisvolle reise
zuerst staub, sand,--wie kann ein duft denn sand suggerieren???-- herbe würzigkeit
nach wenigen minuten schimmert blütenduft durch den sand.staubige rose, vielleicht immortelle, etwas thymian.
hölzer, von der sonne geröstet
wenn der herbe duftbeginn verklungen ist, bleiben würzig-kräuterige töne auf der haut.

lange
eine reise durch die stille,
fordernd und beruhigend zugleich

die würzigkeit ist ebenso subtil wie eindringlich.
ein tauer eben.
und ein großartiger.

für abenteurer und unangepasste.

die haltbarkeit ist länger als 12stunden

La Dandy D`Orsay von aquaria 2017-02-21

„La Dandy“ ist an mir zunächst über lange Zeit ein frischer, leichter, fast transparenter und eher kühler Pfirsichduft mit einer Pfirsichnote, die sich dank Bergamotte nicht zu Pfirsichkompott entwickelt. Ich scheine nur an der äußerst zarten Haut eines noch nicht ganz reifen Pfirsichs zu schnuppern. Da ist sehr wenig Süße, aber viel Aromatik.
Diese hell strahlende, fast schon grelle (aber nicht unangenehm grelle) Pfirsichnote bleibt während des gesamten Verlaufs der zentrale Mittelpunkt, die Sonne des Duftes, um die alle anderen Komponenten gemächlich ihre Umlaufbahn ziehen.
Über zwei Stunden bleibt der Duft frisch-aromatisch und eher auf der kühlen Seite. Die Gewürznelken lassen eine frische Brise über die Pfirsichhaut ziehen, trockener, aromatischer Zimt gesellt sich dazu.
Ein würziger und schwebender Pfirsichduft.
Es scheint, als würde sich dieser Duft nie auf meiner Haut niederlassen, sondern ständig in einem gewissen Abstand um mich schweben, mich mit seiner extraleichten Aura einhüllen.
Erst spät erwärmt sich „La Dandy“ dann doch auf meiner Haut. Eine kleine Dosis Kardamom und sehr sanfte semi-gourmandige Noten von Honig und einer leicht nussigen Tonkabohne plus sorgen für luftige Cremigkeit und etwas Süße.
Die floralen Akzente merke ich wohl, sie sind aber eben nur Akzente. Ab und zu blitzt eine freundliche, leicht würzige und sehr helle Freesie auf. Das Ylang-Ylang merke ich nur als transparentes, hellgelbes Leuchten. Es scheint den cremigen Charakter zu unterstützen.
Dennoch bleibt „La Dandy“ für mich ein sehr zarter und luftiger Duft, mild würzig und mit ganz feiner balsamischer Wärme im Hintergrund, die Richtung Basis deutlicher wird. Die Kombination aus Pfirsich und trocken-aromatischem Zimt, der manchmal sogar leicht herb wirkt, bleibt an mir bis zum Schluss tonangebend.
Textur und Temperatur des Duftes empfinde ich wie einen leichten, zarten, glatten und kühlen Seidenschal auf warmer Haut.

After the Rain Arran Aromatics von PhoenixNoctulus 2017-02-21

After the Rain beginnt zitrisch frisch und aquatisch, fast schon ein wenig brisig, gleichzeitig sind auch noch kühle Holznoten (Zeder?) wahrzunehmen. Meine erste (für meine Nase nicht gerade schmeichelhafte) Assoziation: Irgendein 08/15-Herren-Sportduft.

Nach einigen Momenten nimmt die Brisigkeit allerdings ab, der Duft wird weitaus weicher, runder und auch etwas wärmer. Cleaner, aber nicht zu frischer Moschus tritt hervor. Außerdem bemerke ich in kleinerem Umfang cremige und zartpuderige Rosen-Akzente. Und mit der Zeit geht ein ganzes Blumenbouquet auf, hauptsächlich saubere Weißblüher, würde ich sagen. Auf jeden Fall luftig-leichter Jasmin und frühlingshaftes Maiglöckchen.

Mit der Zeit nimmt die Blumigkeit noch weiter zu, ich würde After the Rain ab diesem Zeitpunkt als Blumenduft klassifizieren wollen. Die Zitrusnoten sind ziemlich hinweggeschrumpft, was ich allerdings unter all den sanften Blumen noch wahrnehmen kann, sind mäßig temperierte Hölzer, viel Moschus, etwas Vanilliges, und, ich würde sagen, da liegt als letzter frischer Akzent auch noch ein Hauch Anis über allem.

Der Gesamteindruck ist sauber blumig, zart vanillig, leicht cremig und puderig, moschuslastig mit einer gewissen sportlichen Frische. Kommt Euch bekannt vor? Tatsächlich erinnert mich After the Rain stark an Armani Lei. Nur, dass Lei noch leicht fruchtig und ein ganzes Stück süßlicher ist, After the Rain ist dafür blumiger und ein wenig kühler, hat aber auch einen maskulineren, frischeren Auftakt, der Lei fehlt.

Preislich gesehen ist After the Rain etwas günstiger als Armani Lei (16,50 Euro für 30 ml - Armani Lei kostet bei gleicher Menge etwa 20-30 Euro), in Haltbarkeit und Sillage sind beide moderat. Welcher der Düfte einem persönlich besser gefällt, ist Geschmackssache. Ich empfinde den Auftakt von After the Rain leider als etwas unangenehm, insgesamt halte ich den Duft aber schon für interessant. Tatsächlich erinnert er ein wenig an einen Garten voller weißer Blüten nach einem Frühlingsregen (blumig, frisch) - aber eben deutlich "parfümisiert" mit Creme und Puder.

Seringa Floris von PhoenixNoctulus 2017-02-21

Seringa beginnt kühl und herb und erinnert erst einmal an einen klassischen Chypre: Krautiges Eichenmoos, zart erdiges Patschuli, etwas Puderigkeit durch Moschus und Veilchenblatt, ein bisschen Blümeligkeit incl. leicht würziger Gartennelke und Zitrus darüber. Zudem ist da eine taufrische grüne Note oben drauf.

Doch schon bald verändert das Duftbild sich etwas. Nun tritt eine leichte, helle, fast schon leicht wässerige Liliennote hervor, ganz luftig-leichter Jasmin, eine frische, leicht säuerliche Rose. Zusammen mit den Grün-Noten und dem ebenso kühlen Eichenmoos wirkt der Duft schon sehr erfrischend auf mich - und entwickelt sich vom erdigem Patschuli und Moschus ein wenig mehr zum hellen Blütenduft hin (wieso hier die Kopfnoten länger zum Wirken brauchen, als die Basisnoten, ist ein kleines Mysterium für mich, aber es ist so).

Wenn man noch ein wenig kleines bisschen Zeit vergehen lässt, ist Seringa ganz zum frischen Weißblüher-Duft geworden: Die namensgebende Note ist nun tatsächlich auch das, was den Hauptteil des Duftes ausmacht. Seringa (die man übrigens auch in Guerlains Flora Nymphea recht deutlich riecht), klar, hell, aber dennoch auch etwas süßlich, strahlende Blumigkeit, untermalt von klarer Lilie und Jasmin, alles aber auch ein wenig tauartig-wässerig, zart kräuterartig, auch die "grünen Noten" und der luftige, helle Weihrauch dürften daran so ihren Anteil haben, so wie ganz zarte Akzente von Vanille, Ylang und Tonka ein wenig Süßlichkeit beisteuern - aber es bleibt eben doch in erster Linie ein irgendwie grünlicher und auch leicht aquatischer Weißblüher-Duft. Frisch, etwas cremig, durch den Moschushintergrund auch etwas puderig. Allerdings insgesamt ein ziemlich sauberer und frischer Blumenduft.

Qualitativ definitiv nicht schlecht, moderate Haltbarkeit und Sillage. Für Freunde von Weißblüher-Düften, die frisch-luftig und tauartig, sauber, leicht cremig und ganz zart puderig wirken, könnte Seringa einen Test wert sein. Synthetisch wirkte der Duft auf mich übrigens nicht, nur ein bisschen "starr" bzw. wenig facettenreich, da man während der Hauptphase wirklich nur noch frische (luftige, wässerige, grünliche...) Weißblüher riecht, die dann auch noch wie EIN Block wirken, also in sich wenig differenziert, ansonsten nichts.

Danke an Aquaria für die Probe!

Night Scented Jasmine Floris von PhoenixNoctulus 2017-02-21

Sommerabend.

In der Dämmerung
ein feiner Schleier
weißer Blüten;

Leichter Wind
trägt eine Spur Duft
die Straße hinab;

Grünlich-blumig-laue Luft,
zart puderig untermalt:
ein Hauch von Garten.

Kräuter, Blätter, Gras,
doch über allem:
vergänglich-sanfter Jasmin.

La Nuit Paco Rabanne von PhoenixNoctulus 2017-02-21

Ein "klassischer" 80er-Jahre-Chypre. Im Auftakt riecht man schon deutlich das herbe Eichenmoos im Hintergrund, zu dem Zeitpunkt noch ein wenig bedeckt durch die grün-krautig-zitrische Kopfnote aus Wermut, Basilikum und diversen Zitrusfrüchten (Zitrone, Mandarine, Bergamotte). Dazu kommt, erst einmal stärker werdend, schwarzer Pfeffer, der der Mischung etwas deutlich Würziges, sogar leicht Scharfes gibt (andererseits bin ich persönlich empfindlich gegenüber Pfeffer, es kann gut sein, dass diese Note Anderen gar nicht so sehr bei diesem Duft auffällt).

Nach einigen Momenten setzen langsam fruchtige und blumige Akzente ein. Ich rieche vor allen Dingen eine süß-fruchtige, saftige Pfirsichnote, dazu süßliche Rose, zarten Jasmin, mit ein paar Tröpfchen Honig abgeschmeckt. Die Mischung aus (hauptsächlich) Weißblühern, honiggesüßtem Pfirsich und dem scharfen Pfeffer ist schon interessant... wenn sie auch ein wenig "laut" auf mich wirkt. Hintergründig rieche ich nun neben Eichenmoos auch noch erdiges, aber gleichzeitig auch ein wenig ambratisches Patschulikraut und diverse dunkle, leicht kühle, fast schon ein wenig maskuline Holznoten. Süßlichblumigfruchtigpfefferig auf einem Bett aus Erde, Moos und etwas Holz.

Mit der Zeit scheinen die Blüten etwas seifig zu werden, aber generell auch etwas schwächer; es überwiegt nun Pfirsich (mit etwas Pfeffer und Honig) auf einer tiefen krautig-erdigen Basis, in die sich nun auch langsam eine immer deutlicher werdende, etwas maskulin-würzige Ledernote hineinmischt. Ebenso wird La Nuit mit der Zeit immer animalischer; Zibet, Leder, Patschuli und Eichenmoos vermengen sich letztendlich zu einer intensiven Basis. Darauf - süßer Pfirsich und etwas Gewürz. Und so bleibt La Nuit dann auch bis zum Ende, wobei die Würzigkeit als Erstes abnimmt, danach die Fruchtigkeit, und als Letztes - wen wundert es? - die starken Basisnoten.

Wer die schweren, intensiven Düfte der 80er mag, kann bei diesem Duft eigentlich nichts falsch machen. Sillage: Intensivst. Haltbarkeit: Nahezu endlos.

Die perfekte Sommervariante für mich als Ange ou Dèmon EdP Fan. Prickelnd, spritzig und geheimnisvoll.

Helicriss Sylvaine Delacourte von aquaria 2017-02-21

"Wenn Helicriss eine Farbe wäre, wäre es Grau. Dieses Parfum entstand aus meinen Erinnerungen an warme Urlaubstage in Korsika und erweckt den sehr spezifischen Duft der Macchia zum Leben, der gleichzeitig warm und herzlich ist."
Sylvaine Delacourte

Macchia nennt man in Korsika den grünen Pflanzenteppich, der überall auf der Insel zu finden ist. Neben Zistrosen und Immortelle riecht dieser Pflanzenteppich, wenn er im Frühling aufblüht, nach allen möglichen Gewürzpflanzen und –sträuchern, wie Rosmarin, Wacholder, Myrte, Erika und wer weiß, was sonst noch alles mitdüftelt. Diese Macchia macht den „typischen“ Duft Korsikas im Frühling aus.
„Helicriss“ fängt dieses Aroma perfekt ein. Geprägt ist der Duft vor allem von einer Immortelle, die anfangs mit kräftiger, unglaublich schöner, heller und energiegeladener Zitrusunterstützung wie eine goldwarme Sonne leuchtet. Der Duftverlauf lässt sie dann langsam nachdunkeln, bis sich der Duft als sanfte, sonnengewärmte, frische Brise aus mild-aromatischem Kräuteraroma mit dunkelgelben Blüten und leichter Zitrusfrische auf die Haut legt. Ein sanfter Duft, der im Mittelteil die Würzigkeit von hellgelbem Curry ausstrahlt. Die Immortelle wirkt vollmundig, sehr würzig, leicht salzig und goldgelb, ohne das Curryaroma in irgendeiner Form nach Gulasch oder ähnlichem Essbaren riechen zu lassen. Zitrus, Gewürze (trockener Zimt) und Kräuter halten den Duft frisch und luftig.
Nach ca. 3 Stunden verändert sich der Duft an mir deutlich, der Fokus verschiebt sich dann Richtung Patchouli auf Moschus, und ich rieche einen wunderschön luftigen, würzigen und frischen Patchouli-Duft.
Ich habe mir ein paar Tage das Hirn zermartert, weil mich diese zweite Hälfte des Drydowns extrem an einen anderen Duft erinnerte. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen (oder von der Nase):
„Helicriss“ verwandelt sich, je näher es sich Richtung Basis entwickelt, zu einem abgewandelten „Eau Legere“ von Bottega Veneta. Es ist dieselbe, frische Patchouli-Interpretation wie im „Eau Legere“, auch hier aufgewirbelt, „aufgeraut“ und zu einem würzigen Leuchten gebracht durch die lang anhaltenden Zitrusakzente, und auch hier unterlegt mit sehr sauberem, frischem Moschus.

Oroluna Moresque von verbeene 2017-02-20

sonne und mond
als gäbe es einen raum zwischen hell und dunkel,
zwischen frisch und warm,
zwischen berühren und entfernen.
in dieses niemandsland entführt oroluna:
der frische auftakt von grapefruit wird sofort besänftigt von kardamom und gehalten von pfeffer.
zeder legt sich darunter, edel und stützend.
und dann steigt ein feiner, köstlich würziger und herb blumiger rauch auf.
er nimmt dich mit ins schwerelose und vernebelt den blick für das konkrete: so wie morgennebel auf sommerlicher heide.
in diesem nebel verlierst du dich nicht, sondern du kommst näher zu dir selbst.
sehr leise. sehr intensiv.

ein duft, der gegensätze beschreibt, um sie im träger wieder zu vereinigen.

Ma Cherie Frederic Haldimann von aquaria 2017-02-20

Beim Aufsprühen und noch lange danach rieche ich eine zart-blumige Mischung, die für mich den lieblichen Duft gerade aufgeblühter Hyazinthen wiedergibt. Der Duft weckt bei jedem Aufsprühen verlässlich die Sehnsucht nach Frühling. Ich rieche die feinen, zarten, verspielten Blüten der Hyazinthen inklusive der grünen Blätter.
Ich sehe aber auch, dass in der Pyramide weit und breit keine Hyazinthe angegeben ist. Also ergibt wohl die Melange aus Veilchen, Rose, Maiglöckchen mit den weiteren angegebenen floralen Noten für mich den Duftcharakter einer Hyazinthe. Das Cassis-Blatt ist dann für den grünen Eindruck nach Blättern und Stängeln verantwortlich.
Erst nach längerer Tragedauer kann ich einzelne Blüten aus diesem Strauß heraus riechen und dann auch das Veilchen identifizieren. Es handelt sich um kein besonders pudriges, sondern mehr um ein sehr helles, glasklares, helllila Veilchen. Und auch die Rose erkenne ich dann, vor allem durch ihre Wärme, durch einen weich-samtigen, zart gehaltenen und sauberen Duft nach hellroten Teerosen.
"Ma Cherie" ist ein sehr zarter, beschwingt blumiger und romantischer Duft, der einfach nur die Helligkeit und das positive Gefühl eines Frühlingstages ausdrückt.
Das einzige Manko, das mich ab einer gewissen Tragedauer stört, aber nicht zu sehr, ist eine süßfruchtige Note, die sich an mir etwas wächsern und sehr süß entwickelt. Sie bleibt dezent im Hintergrund, ist aber lange zu merken.
Erst wenn sich die Basisnoten deutlicher zeigen, in meinem Fall vor allem die Vanille, die sich hier nicht gourmandig gebärdet, sondern sehr leise auftritt, zieht sich diese fruchtige Note dann doch etwas zurück. Die Vanille scheint in erster Linie für mehr Weichheit, eine hauchzarte Pudrigkeit und ein bisschen zusätzliche Wärme verantwortlich zu sein, lässt den frisch-süßen Frühlingsstrauß nicht zu kühl werden. Als Vanille-Aroma nehme ich sie hier kaum wahr.
Also insgesamt ein freundlicher blumig-fruchtiger Duft mit moderater, dezenter Sillage, unaufdringlich genug fürs Büro, aber doch mit genügend Präsenz, um an die 6-7 Stunden wahrgenommen zu werden.

A travers le miroir - durch den Spiegel. Als Konzept sollte dem Duft eine Mischung aus sehr weiblichen und kraftvollen männlichen Duftnoten zugrunde liegen, ein Duft-Hermaphrodit quasi. Als offizielle Duftnoten werden an anderer Stelle Tuberose, Wintergrün und Absinth angegeben. Manchmal wird der Duft symbolisch als "Eisblume" beschrieben. Und ja, ich meine, gerade dieser Begriff trifft es sehr gut.

Als Erstes rieche ich vor allen Dingen die frischen "maskulinen" (wobei ich sie eigentlich eher als geschlechtsneutral empfinde...) Duftnoten: Minziges, kampferartiges Wintergrünöl. Im deutschsprachigen Raum eher weniger bekannt, wird in den USA diese Zutat gerne für Kaugummis, Kräuterbonbons und Körperpflegeprodukte (Erkältungsbäder und vor allen Dingen Zahnpflegeprodukte) verwendet. Außerdem hat Wintergrün eine gewisse rootbeer- oder sarsaparillaartige Note, dürfte daher auch in einigen Erfrischungsgetränken zu finden sein. Insgesamt ist Wintergrün ziemlich minzig, hat aber auch eine gewisse Bitterkeit und irgendwie einen ganz besonderen, eigenen kräuterartigen Aspekt. In A travers le miroir ist diese Note also der Auftakt - vermischt mit verschiedenen Kräuternoten, die in Absinth vorkommen (ein wenig Wermut, ganz deutlich süßlich-milder Fenchel, ein Hauch frischer Anis), ohne allerdings wirklich wie richtiger Absinth zu riechen. Dazu nimmt man noch eine ganz zarte vanillige Note wahr.

Kurz darauf setzt die blumige Note des Duftes ein. Offiziell soll es Tuberose sein, ich hätte es allerdings eher für Jasmin gehalten. Luftig-leicht, aber gleichzeitig süßlich. Ja, auch ein honigartiger Anteil ist vorhanden. Insgesamt wirkt die Blüte klassisch-feminin, allerdings nie übersüß - die kühlen, minzigen Kräuternoten halten dagegen. Genau genommen kommt es mir vor, als wäre beides perfekt gegeneinander ausbalanciert, die "maskulinen" Noten werden nie zu scharf oder kalt, die Blumigkeit nie zu süß oder warm. Zudem ist da eine starke Puderigkeit (ich vermute Moschus), in der alles ziemlich wie in Watte versinkt. So wirken alle Noten wie ein einzelner Ton ("dicht gewebt" wäre noch untertrieben), der aufgrund ihrer deutlichen Unterschiedlichkeit irgendwie abstrakt wirkt.

Als zwitterhaft würde ich diesen Ton nicht bezeichnen (wie gesagt, ich empfinde die kühl-kräuterartigen-mentholigen Noten nicht zwingend als maskulin - da ist nichts übermäßig Kaltes, Dunkles oder Holziges, auch keine typischen Herren-Duftnoten der klassischen Parfümerie), aber bemerkenswert ist es schon, dass es gelungen ist, die kräuterig-minzigen und die blumig-süßliche Note so eng miteinander zu verbinden, dass eine kühle, ziemlich echt wirkende, Blumigkeit entsteht, die so bei keiner realen Blume wirklich existiert, aber dennoch absolut stimmig erscheint.

"Eisblume" trifft es wirklich gut. Leider aber auch in Sachen Sillage und Haltbarkeit: Sehr sanft, sehr flüchtig. Da finde ich den Preis von 130 Euro für 50 ml leider ein wenig heftig, auch, wenn ich den künstlerischen Anspruch dieses Duftes durchaus verstehe. Insgesamt bleibt A travers le miroir für meine Nase aber ein wunderbarer Duft. Falls ich ihn mal in Originalgröße irgendwo second hand zu einem günstigen Preis finde, zieht er bei mir ein (bislang besitze ich leider nur eine kleine Miniatur dieses Duftes).

Balahe Leonard von PhoenixNoctulus 2017-02-20

In den 1980ern entstanden, schwarze Flasche. Das wird ein Wummser sein. Dachte ich jedenfalls. Umso größer war mein Erstaunen, als mich im 1. Moment lecker-fruchtige Noten (hauptsächlich saftige Pflaume, aber auch etwas sonnige Mandarine und süße Ananas) begrüßten. Sicher, da waren noch einige starke Gewürze (Koriander, frischer Anis - ich würde aber behaupten wollen, auch ein wenig Muskat und Pfeffer), aber die verblassten schnell. Und die Basis darunter? Etwas süßherbes Vetivergras, Oppoponax (aber diese Note liebe ich sowieso!), auch relativ viel animalisches Zibet? Auch nur im 1. Moment irgendwie schwer, schon bald gewannen stattdessen leichte, aldehydische Noten und süßliche Blüten die Überhand. Vor allen Dingen Tuberose, aber dann auch etwas Jasmin, Ylang, Rose, Orangenblüte - mit der Zeit kommen dann noch zartere wie cremig-helle Orchidee und puderige Iris hinzu. Apropos Puder, davon ist auch eine ganze Menge als Basis vorhanden, in Form von Moschus und Iriswurzel. Helles Sandelholz und süßliche Vanille sorgen für Cremigkeit. Insgesamt ein sehr dicht gewebter Duft.

Mit der Zeit verändert sich Balahe noch einmal. Was bleibt: Eine üppig-süße, leicht butterige Tuberosennote, mit etwas Jasmin und Ylang vermengt, auf Basis von süß-gourmandiger Vanille, cremigem Sandelholz, Pudermoschus und balsamisch-zartwürzigem Oppoponax. Kuschelig, warm, ambratisch - wie gemacht für kühlere Herbst- und Wintertage. Der Tuberosen-Ylang-Mix alleine erinnert übrigens deutlich an Guerlains Mahora. Insgesamt ist der Duft durchaus intensiv - im Sinne von überdurchschnittlicher Sillage und Haltbarkeit - aber er ist trotzdem nicht der schwere, gewürzlastige Knaller, den ich erwartet hätte. Stattdessen also ein süßlicher Tuberosen-Duft auf Basis von cremiger Vanille, Harzen und Puder(moschus). Wenn man diese Art von Düften mag (und kein Problem mit butteriger Tuberose hat) - testen!

Danke an Aquaria für die Miniatur :)

Eau Fraiche verdient diesen Namen.
Ein aromatisch frischer, energiegeladener Zitrusduft, der an mir noch dazu nicht ganz so schnell verfliegt wie andere zitrusbetonte Colognes. Die Duftprojektion fällt auch anderen als angenehm erfrischend auf. Für diesen Duft habe ich in den vergangenen Sommern mehr Komplimente bekommen als für alle anderen meiner Düfte zusammen.
Die Duftprojektion ist anfangs extrem kühl, fast eisig frisch. Viel Minze (nicht in der Duftpyramide, aber ich rieche welche), die nicht an Kaugummi- oder Zahnpasta-Minze erinnert, sondern das tiefe, volle Aroma dunkelgrüner Minzblätter liefert, unterstützt durch glasklaren, kühlen, sauberen Lavendel, grasiges Vetiver und eine ganze Riege an Zitrusfrüchten, sowohl zitronig fröhliche als auch solche mit einem leicht herben, grünen Touch, wie etwa von Zitronenmelisse oder Zitronenverbene, düfteln hier um die Wette, als gäbe es einen Preis für die frischeste Duftnote zu gewinnen.
Darin verwoben melden sich noch dezent leise Akzente von Maiglöckchen und kühlen Gewürznelken, die wie eine zusätzliche Klimaanlage im Duft wirken. Der Duft hat also eine sehr saubere, zitrisch aromatische und deutlich brisig kühle Duftprojektion, die besonders an heißen Tagen äußerst ansprechend wirkt und zum Durchatmen einlädt.
Ein klein wenig anders zeigt sich der Duft direkt an der Haut oder unmittelbar aus der Nähe gerochen. Da lässt er auch etwas zarte Wärme merken. „Rundere“, abgemilderte Zitrusnoten, Orange und Orangenblüten und der feinste, fast transparente Hauch von Ylang-Ylang verleihen dem Duft eine zarte, warm leuchtende Aura. So dezent dosiert, dass dem Duft nichts von seiner kühlen Aussage genommen wird, aber merkbar genug, um ihn nicht kalt wirken zu lassen.
Von den Basisnoten merke ich nur einen klitzekleinen, grün-würzigen Patchouli-Anklang, der dem Duft im letzten Drittel des Drydowns eine leicht aufgeraute, pudrige Struktur verleiht. Von der Vanille merke ich gar nichts.

Come L'Amore Bois 1920 von aquaria 2017-02-20

Üppige, betörende Blumensüße in Sonnenuntergangswärme. Will ich riechen, als wäre ich an einem lauen Sommerabend gerade einem Blumenmeer entstiegen, greife ich zu „Come L’Amore“.
Den Duft in seine Einzelteile zu zerlegen und zu beschreiben zu versuchen, wäre hier ein aussichtsloses Unterfangen. Zu sehr zeigt er sich als homogen fließende, durchgehend opulente Blütigkeit vor honigwarm leuchtendem Hintergrund mit pudrig balsamischer, sehr weicher Basis.
Obwohl ich mir hier mit jedem Sprühstoß einen riesigen Blumenstrauß aufsprühe, wirkt der Duft nie aufdringlich oder schwer. Er schwebt in einer süß-pudrigen Wolke um mich und hüllt mich in eine sanft-pudrige, weich-blumige Umarmung.
Ich bin nicht gerade der größte Fan von Lilie und Gardenie. Hier ist beides deutlich zu merken, aber derart gekonnt mit den übrigen Noten verwoben, dass sie der jasminwarmen und honigsüßen Blumigkeit eine angenehm frische, saubere Anmutung geben. „Come L’Amore“ wirkt dadurch einfach nur elegant, samtig, blumig süß und - bei dieser Fülle an Inhaltsstoffen überraschend – unaufdringlich leicht, legt einen Schleier aus authentisch duftenden und betörenden Blüten um die Trägerin.
Außer in den ersten 10 Minuten, wenn der Duft in überwältigender Fülle aus dem Flakon kommt und einige kräftige blumenstängelig grüne und pflanzlich herbe Anteile merken lässt, stört mich in diesem Duft absolut nichts. Gar nichts. Keine wächsernen, keine zu schweren, keine zu grünen, keine indolischen, keine zu buttrigen Anteile. Nur Blütenduft pur.
Ein für meine Nase perfektes Zusammenspiel aller Komponenten:
Üppige, warme, cremeweiße Blüten, die dank der goldenen Honigwärme teilweise wie pudrig-samtige Blütenpollen wirken, luftige, helle, süße Harze und eine leise, aber saftige Fruchtigkeit, die zusammen mit der milden Würzigkeit die Blumen zum Strahlen bringt. Die Basis ist sanft pudrig, warm und balsamisch süß.
Mit dieser Blumensymphonie habe ich einen heiligen Gral gefunden, von dem ich gar nicht wusste, dass ich ihn suchte.
Nachdem ich den „Summersent“ von Marjorie Midgarden Fragrances über alles liebe und leicht in Panik verfallen bin, als ich feststellte, dass es den nicht mehr gibt, habe ich mit diesem Bois1920 einen adäquaten Ersatz gefunden. Und das macht mich überglücklich.

Lilylang Sylvaine Delacourte von aquaria 2017-02-20

"Dieser Duft entstand aus Erinnerungen an Urlaubstage in La Réunion, wo ich die Ylang-Ylang-Blüte, das Bildnis einer sonnigen Blüte, entdeckt habe. Ich wollte den Duft von Sand auf sonnengewärmter Haut rekreieren."
Sylvaine Delacourte

Der Auftakt besteht aus nüchternem, unsüßem Ylang-Ylang, das in eine grüne Richtung geht, relativ frisch gehalten durch die Bergamotte und Limette, die keinen prickelnden Zitruseindruck, sondern einen frisch-grünen, leicht saftigen und dabei bereits weichen Hintergrund erzeugen. Kurzfristig erscheint mir das Ylang in diesem Duft als zu grün, begleitet von einer anfangs dünn und beinahe wässrig wirkenden Cremigkeit.
Aber dann geschieht etwas Magisches. Wie in einem Batikstoff vermischen sich die einzelnen Duftstoffe, verlaufen sehr langsam, aber stetig, ineinander. Eine leise Süße von Tuberose und Jasmin durchzieht den bisher nüchternen Duft mit samtigen und warmen Duftfäden, die Ylang-Blüte entwickelt ihre typische sahnige Cremigkeit, die ein kleines bisschen nach Kokosöl riecht, aber wirklich nur ganz dezent, und natürlich ist da auch noch der cremige, sahnige Moschus, der eine saubere, aber warme Umgebung schafft.
Die Komposition wird kontinuierlich geschmeidiger, anschmiegsamer und wärmer, bis der Duft in cremigem, sattem Gelb schimmert. Dennoch noch immer alles auf sehr leisem, hautnahem Niveau. Und er wird noch leiser. Je näher zur Basis, desto leichter entwickelt sich der Duft. Er verliert sein cremiges Zentrum nicht, wird aber insgesamt pudriger.
„Lilylang“ hält an mir doch an die 6 Stunden an, zeigt sich aber ab dem Mittelteil als pudriger und sehr skinniger Hauch. Schade; von diesem wunderschönen Dufteindruck hätte ich gerne eine kräftigere Version. Andererseits würde der Duft dann womöglich viel von seinem Charme verlieren.

Relax Lollia von aquaria 2017-02-20

Eine Probe einer Bestellung beigelegt gefunden. Hier bei Fragrantica nachgeschaut. Die Aufmachung, das Flakondesign und der Name des Duftes haben mich angesprochen.
Schon während der ersten Tests musste ich allerdings feststellen, dass dies für mich das einzig Attraktive an diesem Duft ist.

Margot Elenas blumige Beschreibung:
A rich exotic blend of Lavender, Bee Blossom Honey with White Orchids and warm, woody undertones of Indian Amber delicately completed with a touch of Tahitian Vanilla.

Nichts davon ist zu riechen. Weit und breit kein Lavendel, nichts Exotisches und schon gar keine „zarte Vanille aus Tahiti“. Das einzige, das ich rieche, ist warmes Trägeröl, möglicherweise mit sehr warmem, öligem Moschus versetzt. Von den angegebenen Duftnoten kann ich außer einer sehr synthetischen und sehr süßen Vanille keine sonst ausmachen.
Für meine Nase gibt’s hier fast ausschließlich den Geruch nach warmem Öl, vermischt mit synthetischen Zutaten, die manchmal ein bisschen süßer, manchmal etwas weniger süß, aber für meine Nase durchgehend ziemlich gleich nach Nichts bzw. fast nur nach diesem dichten und überwarmen Süßöl riechen.
Ich hab auf der Homepage von Margot Elena nach weiteren Informationen gesucht; unter anderem festgestellt, dass dies mit 50$ für 50ml nicht gerade ein Schnäppchen ist.
Was ich dem Duft zu Gute halten kann, ist, dass er weder klebrig noch schwitzig wird, er bleibt halt konstant in dieser einheitlich ölig süßen Richtung.

Chloe Eau de Parfum Chloe von verbeene 2017-02-20

chloe ist die kleine und etwas naivere schwester von "ananda" von micaleff
.... ihre liebevolle etwas erfahrenere cousine wäre "perle rare" von panouge

alle drei haben eine delikate, köstliche fruchtigkeit,unterlegt und überschwebt von hellen blütennoten.chloe, die zarteste von den dreien,bleibt sanft und blumig,
lässt keinen widerspruchsgeist erkennen und wird von beinahe allen gemocht. aber ihre vanillige-blütige süsse hält lange an, und diese sanfte, freundliche beständigkeit ist ihre stärke.

Soie Sage Jardin de France von PhoenixNoctulus 2017-02-20

Soie Sage, die "sanfte Seide", duftet in den ersten Momenten erstaunlich fruchtig. Ich rieche süß-fruchtige Waldbeeren (besonders Walderdbeeren), geschichtet auf ein Bett aus süße-marmeladigem Rosenpuder, Pudermoschus und Vanille. Im Auftakt ist noch ein kleines bisschen Pfeffer und Bergamotte vorhanden, beide Noten dienen aber nur als kurzer frisch-würziger Auftakt, und schwinden dann sehr schnell.

Mit der Zeit kommt dann auch ein Hauch Cremigkeit hervor, der mich persönlich an altmodischen Lippenstift erinnert (Angelika?), außerdem taucht neben der Puder-Rose und dem ebenso puderigen Moschus auch noch eine eigensinnige Veilchennote auf. Die Waldfrüchte schwinden, Soie Sage entwickelt sich zu einem leicht cremigen Rosen-Veilchen-Moschus-Puderduft. Die zunehmend stärker werdende Veilchennote erinnert mich dabei ein wenig an Guerlains Insolence, allerdings ist sie hier etwas weniger süßlich. In diesem Zustand bleibt der Duft die längste Zeit: veilchen- und rosenlastiges Puder, leicht cremig, leicht vanillig im Hintergrund, irgendwie auch einen Hauch aprikosig. Dieser Puderduft ist also durchaus ein wenig süßlich, allerdings nie übersüß. Dafür mache ich die leicht im Hintergrund vernehmbare Reispuder-Note verantwortlich, die selber kaum auffällt, dem Duft aber durchaus eine gewisse ausgleichende Milchigkeit gibt, die die süßen Noten ein wenig schluckt.

In der Endphase wandelt Soie Sage sich noch einmal ein wenig; das Veilchen klingt schneller ab als die Rosennote, so bleibt letztendlich nur noch zart vanilliges Rosenpuder übrig. Ein Hauch Orchidee könnte auch vorhanden sein, jedenfalls ist eine gewisse seidig-sanfte blumige Cremigkeit, wie sie für Orchideendüfte sehr üblich ist, nicht zu "überriechen". Aber möglicherweise ist das auch das Zusammenspiel von Blüten, Vanille und Reis.

Erfüllt der Duft meine Erwartungen? Ja, "Sanfte Seide" passt als Name tatsächlich sehr gut. Der Duft ist puderig, cremig, wirkt gleichzeitig gepflegt sauber, die Cremigkeit hat etwas gewissermaßen Klassisches, Edles an sich. Die Assoziation von dieser Art von Düften mit Seidengewebe ist allerdings auch keine ganz neue; ich glaube, schon häufiger Körperpflegeprodukte benutzt zu haben, die laut Hersteller einen "seidigen Duft" haben sollten, und sie alle waren blumig puderig-cremig, oft orchideenartig ;) Aber das soll den positiven Eindruck von Soie Sage keineswegs schmälern! Es ist ein wirklich sehr gelungener, zum Thema passender Duft. Sillage und Haltbarkeit sind moderat, der 100ml-Flacon kostet 54 Euro.

Tentation Dentelle Jardin de France von PhoenixNoctulus 2017-02-20

Tentation Dentelle beginnt erstaunlich honigsüß, in den ersten Momenten sogar ein wenig karamellig. Mit der Zeit entschlüsselt sich die ausgeprägte Honignote dann als Mischung aus saftig-süß-fruchtiger Pflaume, marmeladiger Rose, marzipaniger Tonkabohne und süßen Weißblühern (besonders Tuberose, aber auch etwas Jasmin). Im Auftakt ist darüber hinaus auch noch etwas Bergamotte wahrzunehmen, außerdem ein wenig luftiger Weihrauch.

Nach und nach wird der Duft blumiger, die süße Rosennote übertont die immernoch kräftige Pflaume nun ein wenig und geht auch langsam etwas ins Puderige. Auch ein Hauch würziger Geranie ist wahrzunehmen. Die Süße nimmt generell ein kleines bisschen ab, allerdings bleibt der Duft insgesamt ziemlich süß (süß, fruchtig, rosig).

Mit der Zeit wird der Luft letztendlich zu einem typischen, ziemlich süßen (und leicht fruchtigen), üppigen Rosenpuderduft. Die Kategorie ist dieselbe, in die z.B. auch Quelques Fleurs Royale von Houbigant fällt, allerdings ist Tentation Dentelle deutlich süßer. Der Duft wirkt für mich daher auch etwas "jünger". Patschuli ist nun im Hintergrund ein wenig herauszuriechen, er fällt aber eher gefällig-ambratisch als erdig oder grün aus, und ist generell nicht allzu stark dosiert.

In der Endphase macht Tentation Dentelle noch einmal einen Wandel durch. Nun rieche ich hauptsächlich ambratisches Patschuli, Holz und Räucherwerk, versetzt mit feinem, süßlich-fruchtigem Rosenpuder. Die Süße hat sich auf ein für mich angenehmes Maß reduziert, die rauchig-holzigen Noten lassen mich an qualitativ hochwertige Räucherstäbchen denken. Tentation Dentelle hat sich nun zu einem wunderschönen rosig-puderigen Räucherwerk-Duft entwickelt. Aber leider ist dies tatsächlich nur die Endphase, die meiste Zeit über ist dieser Duft deutlich süßer, fruchtiger und hat nicht diese rauchig-holzige Tiefe, in deren Kombination das Rosenpuder für mich erst so richtig aufgeht.

Insgesamt muss ich sagen, dass Tentation Dentelle sich ziemlich unerwartet für mich entwickelt hat. Die Duftpyramide hatte ich erst einmal nicht vorliegen, und nur in Anbetracht des Flacons und des Duftnamens würde man wohl nicht auf einen Duft diesen Charakters tippen. Der Name bedeutet übersetzt Spitze (im Sinne von Spitzenstoff), die Flüssigkeit ist aquatisch türkis. Der Flacon mit durchsichtigem Deckel und Metallanhänger hat für mich einen modernen Touch, den Duft hingegen empfinde ich als relativ klassisch-romantisch.

Die Haltbarkeit des Duftes ist etwas überdurchschnittlich, die Sillage empfinde ich als intensiv. Qualitativ wirkt Tentation Dentelle auf mich hochwertig, mir persönlich ist der Duft aber zu süß - bis auf die wunderbare Endphase, aber das ist eben leider nur der letzte Ausklang des Duftes. Für Menschen, die Rosenpuderdüfte lieben und auch mit sehr süßen Düften kein Problem haben, könnte Tentation Dentelle allerdings dennoch einen Test wert sein.

Sicily Dolce&Gabbana von PhoenixNoctulus 2017-02-20

Gelbe, vollreife Bananen, süß, cremig, sogar etwas honigartig (mich erinnert das Aroma insgesamt ein wenig an Backbananen mit Honigsoße) - so beginnt Sicily für mich. Dazu kommt ein leicht vanilliger Hintergrund (vermutlich Heliotrop), der mit der Zeit noch deutlich stärker wird. Die cremige Facette der Bananennote wird zusätzlich durch helles, milchiges, weiches Sandelholz gestützt. Außerdem nehme ich im Auftakt noch ein wenig Zitrusfrucht und eine ganz minimale sanfte Würze (Muskatnuß) wahr. Zudem ist da noch eine gewisse Seifigkeit von Weißblühern vorhanden, die langsam anklingt, und ein Hauch frisch-luftiger Aldehyde.

Mit der Zeit nimmt das Honigartige etwas ab, fruchtige Banane ist aber noch immer sehr deutlich zu vernehmen, auch, wenn der Gesamteindruck nun von zuckerig-süßen Backbananen zu einem naturnahen cremigen Bananen-Milchshake übergeschwenkt ist. Dafür kommen nun, neben Aldehyden, noch diverse Blumennoten kräftig hervor. Eindeutig: Hyazinthen. Zudem Geißblatt, Jasmin, etwas Orangenblüte... Und leicht puderiger, angenehm sauberer Moschus.

Luftige, aber dennoch süße Weißblüher, vanillig-süßer Heliotrop, cremig-milchiges Sandelholz, leckere gelbe Bananen, ein wenig Moschuspuderigkeit im Hintergrund - ein wunderbarer Sommerduft, der für mich einen gewissen tropischen oder südseeartigen Touch hat. Oder ist es doch nur eine mediterrane Sommernacht mit Bananendessert auf der Gartenterrasse? Wie auch immer, trotz aller Fruchtigkeit hat Sicily auch etwas Elegantes an sich, vermutlich durch die Seifig- und Puderigkeit der Weißblüher und die klassischen Aldehyde, die man besonders zu Anfang (nach dem langsamen Abnehmen der Honigsüße) wahrnehmen kann. Insgesamt ein wirklich toller Duft mit überdurchschnittlicher Haltbarkeit und Sillage.

Vielen Dank an Aquaria für die Abfüllung!

4 Reines L`Occitane en Provence von Viduch 2017-02-19

Ich habe 4 Reines in einem regnerischen Tag in Rotterdam gekauft. Dieser Duft ist eine frische Rosengarten, wo Blütenblätter bedeckt mit regen Tropfen. Unglaubliche Frische und Melancholie in einer Flasche. Love it!

Musk Al Haramain Perfumes von RadostTina 2017-02-19

Musk gehört zu der Attar- Familie von Al Haramain. Und was für eine Familie! Die meisten entwickeln sich aufregend und vielseitig und die Haltbarkeit ist enorm, besonders auf Kleidung. Aber Vorsicht: sparsam auftragen, weil das Parfum hoch konzentriert ist. Ich hab schon den Fehler gemacht und wollte weglaufen.
Ich bin sehr glücklich diese Parfums zu entdecken. Die Qualität ist wirklich hoch. Das ist eine neue geheimnisvolle und wunderschöne Welt für mich. Im Sommer habe ich ein Paar Tester online bestellt mit dem Gedanken, dass mein Durst schnell gelöscht wird. Und zwar nicht alle von denen sind Treffer aber die tolle Überraschung ist die hohe Qualität bei geringen Kosten. Ich bin wirklich begeistert.
Vom Anfang an ist Musk frisch aber nicht zitrisch, vielleicht dezent medizinisch. Meiner Meinung nach kann er auch von Männern getragen werden. Moschus ist hier verständlich der Hauptspieler. Ich nehme ein Hauch von Blumen wahr und das ist alles für mich. Aber was für Alles. Im Gegensatz zu vielen Düften, die am Ende wie etwas ohne Markenname riechen, bleibt Musk edel nur etwas süßer als am Anfang. Meiner Meinung nach ließe sich das Parfum gut mit anderen Düften kombinieren. Ich habe gerade eine Orange geschält und meine Hände riechen nach Orangen. Im Moment trage ich Musk auf meinem Handgelenk und was für eine angenehme Überraschung: eine wirklich tolle Kombination zwischen Moschus und Orangenaroma. Auf alle Fälle brauche ich mehr Zeit um seinen Charakter zu enthüllen.

Maroussia Slava Zaitsev von KarateArwen 2017-02-18

" Hast du wieder deinen Wäscheduft aufgelegt?",fragte mich ein guter Freund.Also Wäscheduft,nein, das kann doch nicht sein,oder doch?Eigentlich habe ich ihn für mich als richtig schönen gefälligen Vanilleduft entdeckt.Ich den Nasen anderer wirkt er wohl sehr sauber,trocken und weichgespült.Mir soll es ganz recht sein.Ich mag diese Art von Düften.Er ist ein Klassiker und ist in den 80ger Jahren sehr teuer gewesen.Eine absolute Kostbarkeit,die ich immer besitzen wollte.Er riecht sehr edel und kostbar.Warm ,cremig und etwas betörend ,einfach lecker.Jetzt wird er sehr günstig angeboten und ich durfte mir gleich 100 ml sichern.Er darf nie ausgehen.Für mich ein nostalgischer Klassiker , den Männer sehr mögen.

DKNY Donna Karan von KarateArwen 2017-02-18

Grapefruit in seiner reinsten Form , das versprüht DKNY.Auf der Suche nach einem authentischen Grapefruitduft ,der auch auf der Haut hält bin ich über diesen Kanditaten gestolpert.Eine richtig erfrischende, deftige Prise Grapefruit, mit leichten herben Untertönen.Ich denke er kann auch von Männern getragen werden.Absolut für den Sommer geeignet oder für Wintertage , die dunkel und grau sind.Ein schöner Stimmungsaufheller.Angeblich soll Grapefruit 10 Jahre jünger im Auge des Betrachters machen.Dafür ist er definitv einen Test wert!

Perpetual Pearl Jane Arthes von KarateArwen 2017-02-18

Welch ein günstiger und schöner Duft.Er ist sehr pudrig und weich.Mir kommt der Begriff "fluffig" in den Sinn.Er hat weiche Zuckerwatteakzente,rosa Puder,Vanille mit Zitronenzuckerguss.Ein wirklich deliziöser Duft für den Tag.Eingekuschelt in den fluffigen warmen Lieblingspullover,wohlfühlen und die Zeit genießen.Ein Traumduft ,mit guter Sillage.Ebenfalls kann er mit Rose oder Amberdüften gut gelayert werden.Er wird dann sehr gourmandig.Wer seinen Geldbeutel schonen möchte sollte ihn testen.

Maitresse ist ein wirklich sehr erotisches Düftchen.Er wird erst mit Hautkontakt sinnlich.Er ist warm , nicht zu süß.Keinesfalls blumig.Er erinnert mich an schwarzes Satin.Er umschmeichelt die Haut , gibt unbewußt betörende Akkorde ab.Ein Kompliment bekam ich , welches sehr nett war.Du riechst so wunderbar anders.Ja was heißt denn Anders?Hier muss ein Duftmolekül versteckt sein , welches unterbewußt Sinnlichkeit, Wärme und Geborgenheit verströmt.Ein für mich etwas magisches Düftchen.Unbedingt testen , für einen betörenden Auftritt.

Just Me Paris Hilton von KarateArwen 2017-02-18

Just me ist ein Frühlingsduft.Er hat viele Maiglöckchen und Moschus in seinem Flacon vereint.Der Duft wirkt sehr intim , wenn er sich richtig ausgebreitet hat.Er läßt mich auch an frische Wäsche denken und er gibt einen eine gewisse Vertraulichkeit.Es ist ein gepflegter Duft.Ich finde ihn sehr interessant für einen Promiduft und bin wirklich überrascht.Dieser Duft hat keine Ähnlichkeit zu einem mir bekannten Duft.Der Flacon ist sehr schön und macht Freude.Wer einen schönen frischen Blütenduft sucht und Wäschedüfte liebt , sollte ihn unbedingt testen.

Perles De Lalique Lalique von KarateArwen 2017-02-18

Die Perlen von Lalique werden hochgelobt und das sicherlich auch zum guten Recht.Er ist sehr außergewöhnlich , er ist subtil.Hier werden feminin und maskulin vereint.Entweder der Duft entscheidet sich für eine subtile ,leicht pudrige Süße oder er wird maskulin , dann werden Vetiver , Eichenmoos und Patchouli präsent.Ich habe drei Tage gebraucht ihn gut oder schlecht für mich zu bewerten.Bei mir wird er leider zu Vetiverlastig.Das soll aber nicht heißen , das er sich auf einer anderen Haut nicht feminin entwickeln kann.Lalique Düfte sind sehr eigen, das macht sie interessant und sind immer für eine Überraschug gut.Die Perlen sind sehr langlebig.Hier braucht es auch nur wenig, sonst ist man schnell überbeduftet.Wer einen unsüßen Duft sucht wird hier eventuell fündig.

Intense Cafe Montale von KarateArwen 2017-02-18

Intense Cafe ist mein absoluter Montale Liebling.Es gibt inzwischen eine riesige Auswahl an Montale.Hier ist eine üppige Rose in einem Topf aus Vanille und Amber getaucht worden.Er ist sehr süß , gourmandig und hat natürlich auch die Montale Note in seinem Herzen.Den Kaffee kann ich nur in ganz geringen Maßen erahnen.Es ist ein schwerer Duft.Ich trage ihn nur an kalten Tagen,es reicht ein kleiner Tupfer dieses üppigen Duftes und er riecht tagelang an der Bekleidung.Er ist sehr außergewöhnlich.Als ich noch nicht mit der Montalemanufaktur vertraut gewesen bin und völlig desorientiert vor den ganzen bunten Fläschen gestanden hatte , machte eine superliebe Parfumberaterin mich auf Intense Cafe aufmerksam.Dieser Duft würde zu mir passen.Wie recht sie hatte.Süß , außergewöhnlich,schwer mit viel Vanille Amber und Rose.Wer diese Düfte mag sollte den Kaffeeduft testen.

ein köstliches, funkelndes bouquet von blüten und früchten.hell, leicht, würzig, zauberhaft.....

du bist noch gar nicht fertig damit, die einzelnen komponenten herauszuschnuppern und leider, leider...schon nach 5minuten ist der kostbare duftkomet entschwunden,

übrig bleibt ein hauch süsse und eine flache duftspur
wie schade!!!!
....und eher untypisch für düfte von tom ford.

könnte es sein, mein pröbchen war nicht frisch?

Grape Pearls The House of Oud von verbeene 2017-02-18

ich finde manchmal duftkomponenten , die in einen kontrast zueinander treten, so wie zwei töne, die eine dissonanz bilden.

für meine nase herrscht in "grape pearls" eine andauernde und subtile dissonanz von kaffee und beeren.
die säuerliche frische attakiert die würzige schwere vom kaffee. und diese reibung erhält sich während des gesamten duftverlaufs.
das dissonante, etwas sperrige duftzentrum , dass an gärende weintrauben erinnert, wird umhüllt von einem wunderbaren mantel weichen moschus' und vanillig cremigen tönen.

Blanche Byredo von KarateArwen 2017-02-18

Hier ist der Wäscheduft schlechthin gelungen.Ich bin absolut angetan von dem wunderbaren Duft.Vieles wurde schon von mir getestet auf der Suche nach frischer Wäsche. Es riecht wunderschön nach einem ganz edlen Waschpulver.Nicht zu synthetisch, nicht zu stark.Warme weiße Handtücher, frisch aus dem Trockner entnommen.Ein weißes Lieblingstshirt warm und kuschelig.Absolut lecker und ich bin hin und weg. Der kommt auf meine Wunschliste.

Rеve d'Infini Lalique von KarateArwen 2017-02-18

Endlich konnte ich den Duft testen und bin froh ihn nicht blind bestellt zu haben. Der erste Eindruck ist tatsächlich Lychee.Eigentlich sehr schön. Aber meine Haut macht aus ihr einen maskulinen Touch.Ich rieche viel dicke fette Wundcreme.So viel das sie mich fast erstickt. Dieser Lalique soll leicht sein? Ich dachte er wird ein feines Puderwölkchen.An mir wird er sehr aufdringlich und schwülstig.Zum Schluß mischt sich noch eine metallische Note ein.Ich denke an viele Eisenspäne.Lalique spielt in seinen Düften immer mit einer femininen und maskulinen Seite.Das mag ich aber hier garnicht.Der Duft ist dumpf und schwer an mir.Schade bei so einem wunderschönen Flacon.Also unbedingt testen. Er entwickelt sich je nach Haut anders.

Fancy Nights Jessica Simpson von PhoenixNoctulus 2017-02-17

Wandelbares Patschuli. Oder zumindest kommt es mir bei diesem Duft so vor, als würden verschiedene Formen, in denen Patschuli auftreten kann, hier durchgespielt; wobei ich denke, dass hier eigentlich nicht das Patschuli selbst changiert (bzw. unterschiedlich gealterte Patschuli-Öle verwendet wurden - ehrlich gesagt glaube ich in diesem Fall generell eher an Synthetik, was aber nicht besonders störend wirkt), sondern die unterschiedlichen Ausdrucksvarianten durch perfekt ergänzende supporting notes erschaffen werden (selbst, wenn es Zufall sein sollte).

Zuerst riecht der Duft ein wenig grün, etwas frisch, leicht weihrauchartig-aetherisch, leicht gummiartig, aber auch grasig - diese grüne Grasigkeit kenne ich von noch nicht allzu gereiftem Patschuliöl. Auch eine gewisse leichte, fast zitrusfruchtartige Frische. Ich denke, der Eindruck entsteht hier durch die Mischung von Patschuli und Bergamotte.

Danach wird der Duft krautig, waldig, leicht erdig, bleibt aber immernoch relativ kühl. Ja, auch so kann Patschuli riechen - Eichenmoos verstärkt hier den Eindruck.

Und dann? Normalerweise hätte ich gesagt "ambratisches Patschuli", warm, ein wenig harzig, ganz sanft cremig-holzig - hier wohl eine Mischung mit Ambra und Sandelholz. Auch etwas Süße kommt nun noch hinzu, Vanille. Der Duft wird auch leicht puderig, sanft blumig, mit den klassischen Noten von Rose und Jasmin.

Und so scheint der Duft dann mit der Zeit auch vor sich hin zu flackern, mal etwas ambratischer, mal holziger, mal erdiger, mal krautiger... Und dazwischen taucht auch immer mal ein markantes Wölkchen Papyrus auf.

Wirklich, sehr ungewöhnlich. Bei einem Star-Duft hätte ich das absolut nicht erwartet. Schon gar nicht bei einem Duft, bei man man 50ml für rund 10, 100ml für rund 20 Euro bekommt. Ich bin tatsächlich etwas beeindruckt (und frage mich, wie wohl die anderen Jessica-Simpson-Düfte ausfallen). Allein schon das ungewöhnliche Konzept, diese Duftnoten, die so gar nicht in das "fruchtig süß oder unauffällig weißblühend"-Schema vieler anderer Celebrity-Düfte fallen. Und Patschuli, das wirklich als solches wahrzunehmen ist! Nicht einfach nur dezent-ambratisch-elegant im Hintergrund, sondern durchaus mit erdigen, grasigen und krautigen Aspekten. Papyrus gehört auch nicht zu den ersten Duftnoten, die mir bei so mainstreamigen Düften einfallen würden. Für einen Duft mit dieser Zielgruppe (jüngere Frauen, Drogerie- oder Kaufhaussegment) finde ich Fancy Nights geradezu gewagt. Ein Tanz um das Patschulikraut. Endlich freue ich mich mal über meine Hautchemie, die bei mir diesen wirklich interessanten Eindruck auslöst.

Auch in Sachen Sillage und Haltbarkeit muss sich dieser Duft übrigens nicht verstecken. Beides fällt überdurchschnittlich aus.

Danke an NebelGeist für die "Kaufberatung"! Auch, wenn der Duft bei mir offenbar etwas anders ausfällt, diesen Blindkauf bereue ich keineswegs :)

Amazonian Wild Lily The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-17

Amazonian Wild Lily ist ein zartblumiger, aber in erster Linie auch frisch-aquatischer Duft. Deutlich nimmt man eine helle, frische, leicht grüne Liliennote wahr. Dazu eine Irisnote, die eine "wäscheartige" Frische ausstahlt, eine sehr sanfte, cremige Orchideennote und etwas Süße durch fruchtige Papaya. Außerdem rieche ich sehr deutlich etwas, was an Lotus oder Wasserlilien erinnert, aquatisch, leicht salzig, ganz zart blumig. Das Aquatisch-Frische überwiegt bei diesem Duft, danach kommt in der Gewichtung die leichte Blumigkeit, und zuletzt ein kleiner Hauch fruchtiger Süße. Im Sommer sicherlich ein erfrischender Duft, aber aquatische Düfte sollte man natürlich schon leiden können, um an Amazonian Wild Lily seine Freude zu haben. Die Sillage ist eher sanft, die Haltbarkeit beträgt etwa 3-4 Stunden.

Cabochard Gres von PhoenixNoctulus 2017-02-17

Cabochard ist ein klassischer, eichenmooslastiger Chypre. Der Auftakt ist frisch-aldehydig und würzig, mit der Zeit kommen dann, neben dem prägenden Eichenmoos, auch noch erdiges Patschuli und intensive Leder- und Pfeifentabaknoten durch. Der Tabak duftet sehr authentisch, die Ledernote erinnert mich irgendwie an einen altmodischen Koffer. Vetiver ist auch noch relativ stark dosiert mit dabei, ebenso Geranie.

Dass der Duft nicht zu sehr ins Männliche abdriftet, liegt vermutlich auch an den cremigen und puderigen Akzenten, die Iris, Moschus und Sandelholz mit hineinbringen. Außerdem merke ich noch einige süße blumige Noten wie Ylang, Rose und Jasmin, außerdem auch ein leicht gourmandig-fruchtiger Anklang mit Kokos, Zitrusfrüchten und Karamell. Mit der Zeit wird der Duft auch immer wärmer, die frischen Noten vom Auftakt lösen sich langsam auf. Der Duft wird deutlich ambratischer, allerdings ohne Leder und Tabak aus den Augen zu lassen.

Ich würde Cabochard als unisex bezeichnen, nein, eigentlich sogar eher als ein wenig maskulin. Wenn ich mir die Frau vorstellen müsste, für die dieser Duft wie gemacht scheint, würde ich an eine Flapper-Frau der 20er Jahre denken, die Zigarre raucht, Charleston tanzt und ihr eigenes Automobil fährt. Skandalös! ;)

Ich kann jedenfalls verstehen, wieso Cabochard es zum Klassiker geschafft hat (auch, wenn er heute ein wenig aus der Zeit gefallen wirkt). Die Sillage würde ich als intensiv beschreiben, die Haltbarkeit fällt auch deutlich überdurchschnittlich aus. Ein intensiver Duft für kühlere Monate und wohl auch eher für die Abendzeit.

Vielen Dank an Aquaria für die hübsche kleine Miniatur! :)

Benetroessere Relent Etro von PhoenixNoctulus 2017-02-17

Frisch, ja, fast schon scharf und dabei etwas kräuterartig bitter - so beginnt Benetroessere Relent für mich. Für einen winzigen Moment dachte ich an Ingwer, dann kam der minzig-kampferartige Aspekt durch und es war klar: Eukalyptus (anscheinend in einer merkwürdigen Verbindung mit extrem saurer Zitrone). Ich hatte so tief inhaliert, dass meine noch erkältungsgestresste Nase außer einem Brennen im ersten Moment gar nichts Genaueres wahrnehmen konnte. Außerhalb der Erkältungszeit, oder besser gesagt: in den warmen Monaten, könnte die kühle Eukalyptusnote vielleicht eher angenehm erfrischend wirken.

Doch so oder so, der frische Auftakt hält nicht allzu lange an. Schon nach einigen wenigen Minuten zeigt Relent sein wahres Gesicht und entwickelt sich zum süß-zitrisch-vanilligen, kuschelig-entspannenden Puderduft. Die auf Moschus und Iris basierende, prägende Pudernote ist gefüllt mit verschiedenen Zitrusnoten, einerseits saure wie Zitrone, andererseits auch süßlich-fruchtige wie Orange. Etwas frühlingshaft leichte Orangenblüte ist auch mit dabei. Dazu kommt eine puderig-marmeladig-süße Rosennote, und die Basis des Duftes wird weiter gestärkt durch leckere, fluffige Vanille, und etwas moderat warmes Ambra.

Insgesamt fällt dieser Puderduft eher warm und süß und vor allen Dingen deutlich zitrisch-fruchtig aus. Er ist keineswegs trocken oder staubig, durch die Fruchtigkeit und die Vanillenote sogar eher schon ein wenig cremig. Auf mich persönlich wirkt er eher fröhlich-entspannt als elegant. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit leicht überdurchschnittlich.

Danke an Aquaria für eine Probe dieses tollen Duftes!

Salt Caramel Shay & Blue London von verbeene 2017-02-17

auf den arm sollte man diesen duft nicht sprühen: denn sofort entwickelt sich ein tick:
der arm hebt sich alle fünf sekunden zur nase.
man lächelt dümmlich, lässt ihn wieder sinken....und hebt ihn sofort wieder.
kein parfüm- sondern ein suchtmittel.
aber vielleicht toll für alle, die süssigkeiten fasten:
man kann maßlos viel leckeren karamell schnuppern.
einmal auf der haut, für stunden ein genuss.

und wenn ihr ihn auf den hals sprüht, werden alle naschkatzen hautnah um euch herumstreichen.....

so ist er: lecker,lecker, lecker, ungewöhnlich,
keck, keck, keck -- unverschämt!

Dates Delight The House of Oud von verbeene 2017-02-17

nun war ich doch neugierig:
die düfte von "the house of oud", ästhetisch und kostbar beworben, mit einer aber doch geheimnisvollen website, bisher kaum getestet beschrieben.

dates delight interessiert schon, wenn man nur die duftpyramide liest.
und er erweckt beim testen verwunderung:
wie streng erscheint die duftouvertüre von pfingstrose und dattel: die erdige fruchtigkeit wird vom herben anteil der pfingstrosen begleitet
die süssen noten aus herz und basis vermischen sich zu einer würzigen rauchigkeit, die im hintergrund etwas salzig wirkt.
wie tränen auf heisser haut...

honig und harze bieten eine ungewöhnliche, gourmandige basis,die wie durch eine weihrauchschwade hindurchschimmert.

wenn diesen duft eine frau trüge, fiele mir vielleicht tanita tikaram ein,
der männliche träger hätte die undurchschaubare, verlockende sinnlichkeit von jack huston..

Clean Skin Clean von verbeene 2017-02-17

oh ja..... das ist gepflegte leichtigkeit.
kaum ein "fremdkörper" auf der haut, eher eine zweite haut: frisch, straff, sommerwiesig, leicht blütig... aber auch das sehr zurückhaltend.
leise, süsslich wie frisch gewaschene kinderhaare...

wohlgefühl pur
unaufdringlich, natürlich, und sinnlich

Aqua Celestia Maison Francis Kurkdjian von verbeene 2017-02-17

an einem warmen sommertag einen krug kühlen wassers trinken:
das rinnt minzig durch die kehle, eine wenig herb und klar wie der anklang von schwarzen johannisbeeren,

die lungen weiten sich unter frischer luft.
erleichterung und freude durchströmen dich....
so wirkt aqua celestia
und dann wird der duft milder, fluffiger und sehr delikat.

für alle , die zartere düfte bevorzugen und bei aller frische auch einen hauch von eleganz und sinnlichkeit suchen...

Amor Amor Tentation Cacharel von RadostTina 2017-02-17

Ein orientalischer Duft, dickflüssig und etwas laut, der süß wirkt. In der Anfangsphase spüre ich einen süßen Apfel obwohl der Duft keine solche Note enthält. Ich finde ihn passend für den Winter. Die Haltbarkeit ist moderat zu lang. Ich habe ihn vielen Chancen gegeben mich zu faszinieren aber es hat leider nicht geklappt. Die männliche Version ist besser gelungen.

Wow! Joop! von BNCT 2017-02-16

Danke Strungs. Es ging mir exakt so. Habe den Duft Ende Januar das erste mal gerochen und gedacht: Wow die Minotaure Formel wurde an Joop verkauft.
Wenn sich mein EdT Vorrat etwas gelichtet hat könnte Wow neu in meine Sammlung einziehen.

Bello Rabelo Les Liquides Imaginaires von verbeene 2017-02-16

portwein!!!
nein, die folgenden assoziationen können sich nicht halten: herrenzimmer, pfeiffenduft,schwerfälligkeit
nein.
dieser portwein kommt ganz anders daher,
süffig, saftig,fein säuerlich untermalt von trockenfrüchten,
zärtlich eingefasst in immortellen und vanille.
auf einer zurückhaltenden basis von harz und holzigkeit.

immer dreidimensional, schwebend, leicht pudrig und keineswegs streng.
genuss ohne reue...
fernweh,
wärme,
großherzigkeit....

ein überraschender und wunderbarer duft!!!

Civet Zoologist Perfumes von verbeene 2017-02-16

achtung! überfall auf die nase!
nein, aufs orientierungsvermögen.....

würzig, zitrisch, pudrig, rauchig,blumig,animalisch....

süß, ohne süsslich zu wirken,
blumig, ohne weich zu sein,
rauchig,ohne unscharf zu werden,
gewürzig, ohne gourmandig zu sein
pudrig, ohne harmlos zu wirken,
animalisch ohne vordergründig zu sein,
stark, ohne sanftheit zu verlieren....
holzig, ohne langsam zu werden

unbeschreiblich komplex, ohne zu überfordern

ein olfaktorisches ballett !
DAS muss erst mal ein duft schaffen!

auf jeden fall probieren!!!!

Noir Aphrodisiaque By Kilian von verbeene 2017-02-16

schokolade..... schokolade, die an warmer haut schmilzt,....
den verstand verlieren.... ein zarter iriston sanft verwoben mit bergamotte macht das schokoladige duftig, zärtlich,hautverwandt.
ein neues wissen entsteht im riechhirn:
so riecht zärtlichkeit!
gar nicht schwer, köstlich, transparent, beglückend...

ein kleines zufriedenes glucksen steigt aus dem bauch herauf und mit einem seeligen seufzer schwebst du direkt ins .....
ja wohin eigentlich?
.......
ach egal, nur jetzt immer weiterschweben !!!!

Neiges Lise Watier von KarateArwen 2017-02-15

Diese wunderschöne Schneeflocke hat mein Herz berührt.So zart und so rein.Die Farbe "Weiß" perfekt in einen Flacon eingefangen.Der Flacon ist zart und edel.Die Schneeflocken erinnern an den zarten ,kostbaren Duft.Es ist ein sanfter schmeichelnder Blütenduft.Ich habe ein wenig Zeit gebraucht , doch er erinnert etwas an Anais Anais von Cacharel.Neiges ist aber viel wärmer und subtiler ohne die stechende Hyazinthe.Es ist ein gepflegter Duft , der auf der Haut eine wunderschöne Wärme versprüht.Ich fühle mich sehr wohl mit ihm.Er ist einzigartig , denn das Thema Schneeflocke wurde perfekt umgesetzt.Es ist ein Herbst,-Winterduft , denn er hat auch ein sehr lange Haltbarkeit.Schade das es ihn hier nicht mehr zu kaufen gibt.Ich würde ihn sehr gerne nochmals in meiner Sammlung haben.

Saiph Attar Tiziana Terenzi von verbeene 2017-02-15

stell dir einen duftenden tropfen öl vor, der sich sanft an die haut anlagert, dann cremig und transparent mit ihr verschmilzt.....
so ist dieses attar nach wenigen minuten: wie eine duftende haut:
vertraut und kostbar, sehr nahe und leise, anhaltend und eindringlich.
die holznoten tanzen mit blüten und passionsfrucht auf einem weich vanilligen untergrund.

alles bleibt nahe beieinander, mild, warm, samtig, wie ein akkord, aus dem sich leise und abwechselnd einzelne obertöne herauslösen. keiner ist vordergründig, keiner verändert die harmonie....
ruhe kehrt ein und seelenfrieden....
das ist kein duft, den man trägt.

das ist ein duft, dem man sich lächelnd unterordnet....

Vineyard Peach The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-15

The Body Shops Pfirsich-Monoduft ist fruchtig-süß (vielleicht sogar ein kleines bisschen zuckerig), gleichzeitig aber auch fast prickelnd-spritzig und dadurch etwas erfrischend. Es ist ein relativ authentisches Weinbergpfirsich-Aroma, das sich nach dem etwas alkoholischen, aber zum Glück nicht allzu lange andauernden, Auftakt entfaltet. Ein sehr schöner Duft, von dem man natürlich keinen wirklichen Wandel und auch keinen großen Facettenreichtum erwarten kann - aber so ist das eben bei Monodüften. Das, was Vineyard Peach verspricht, erfüllt der Duft außerordentlich gut.

Schade finde ich allein, dass die Sillage nach einigen Momenten auf ein sehr hautnahes Ausmaß zusammenschrumpft. Auch die Haltbarkeit ist mit höchstens 2 Stunden eher schwach ausgefallen. 100 ml Bodyspray kosten 11 Euro, 30 ml Eau de Toilette 15 Euro. Ich finde, in Sachen Haltbarkeit unterscheidet sich beides erstaunlicherweise kaum. Bei 100 ml Bodyspray kann man immerhin regelmäßig nachsprühen, was bei dem Preis auch kostengünstiger ausfällt, als beim kaum stärkeren Eau de Toilette.

Io Capri Carthusia von PhoenixNoctulus 2017-02-15

Zu Beginn ist Io Capri süß und grün. Eine interessante zart frische Mischung aus Eukalyptus, Minze, Anis und Tee auf der einen und Zitrusfrüchten wie Orange und Zitrone, untermalt durch etwas Litsea, auf der anderen Seite. Sanft, leicht wässerig, aber schon von einer gewissen milden fruchtigen Süße. Idyllisch, ruhig. Abendstimmung an einem See, warmes Wetter. Umgeben von Pflanzen, Blick auf den Sonnenuntergang.

Mit der Zeit nimmt die Fruchtigkeit noch etwas zu. Ich rieche etwas Apfeliges und zunehmend saftige Feige. Dazu kommen lau-sommerliche Blütennoten, u.a. Jasmin (den rieche ich jedenfalls am stärksten heraus) und helle, etwas cremige Tabakblüte. Es scheint, als kämen nun, nach Sonnenuntergang, neben den üppig mit Früchten behängten Obstbäumen auch die Nachtblüher langsam zum Tragen. Darüber liegt noch immer ein Hauch aromatisch-frischer, kühler Abendluft.

Ganz in der Endphase scheint der Duft schließlich wieder grüner und kühler zu werden. Fruchtnoten nehme ich gar nicht mehr wahr, Blumigkeit nur noch minimal. Dafür ist, wohl durch die Feige, eine gewisse Holzigkeit hinzugekommen. Der Duft ist für mich nun hauptsächlich blau-grün. Schemenhaftes Geäst und Blattwerk in der mediterranen Sommernacht.

Eine interessante Erfahrung. Die Sillage empfinde ich als gerade noch moderat (sie tendiert allerdings zur etwas sanfteren Richtung). Für die Haltbarkeit gilt dasselbe, 4-5 Stunden sind mit Glück zu erreichen, der Duft ist in der letzten Phase allerdings schon sehr hautnah.

Ein großes Danke an Aquaria für die Probe!

Florentina Sylvaine Delacourte von aquaria 2017-02-14

„Mit Florentina wollte ich einen anziehenden, zärtlichen Duft kreieren, der auch sanft an den Duft von Körperpuder aus meiner Kindheit erinnert."
Sylvaine Delacourte

Ein glockenhelles Veilchen begrüßt mich im Auftakt. Noch nicht besonders pudrig, sondern wie der natürliche Duft der kleinen lila Wildveilchen, die an Böschungen blühen. Unterstützt wird der frische Charakter anfangs von einer Lavendelnote (beim Blindtest wirkte diese Kombination wie Veilchen mit ein bisschen Minze auf mich).
Erst nach und nach wird das Veilchen pudriger, und bald schleicht sich auch die feine Süße von Mandelcreme und weichem Puder-Heliotrop dazu. Vorübergehend rieche ich Veilchen-Mandel-Traubenzucker, womit ich allerdings mehr die luftig-pudrige, fast „bizzelige“ Textur meine, nicht die intensive Süße von Traubenzucker.
Nach ca. einer halben Stunde hat sich der Duft gesetzt und liefert mir in der nächsten Stunde ein zunehmend dichter werdendes, cremiges Zentrum mit süßen Mandeln, das von einer kräftigen, relativ unsüßen Iris- und Heliotrop-Pudrigkeit umschwebt wird. Ein wunderschöner Duftcharakter in dieser Phase. Der Duft zeigt sich da als umarmend warm und cremig und hat durch die Pudrigkeit gleichzeitig eine beschwingte Leichtigkeit.
Je mehr es Richtung Basis geht, desto mehr zieht sich die Mandelsüße zurück und desto deutlicher tritt das Heliotrop in den Vordergrund. Die dichte Creme wird durchscheinender, und übrig bleibt ein wunderschön zarter, sauberer, mit Veilchen parfümierter Körperpuder.
Es ist ein süßer Duft, da er aber mit kühlem, sauberem Moschus unterlegt wurde und die Pudrigkeit äußerst lebendig, luftig und atmungsaktiv gehalten wurde, wirkt die Kombination des süßen Mandelaromas mit den frischeren und sauberen Pudernoten einfach nur behaglich und dabei auch angenehm „gepflegt“, wie gerade einem Bad entstiegen und frisch eingecremt.
Leider nach ca. 3 Stunden bereits extrem hautnah.

Smeraldo Sylvaine Delacourte von aquaria 2017-02-14

„Ich wollte ein Parfum erschaffen, das sowohl so entgiftend und reinigend ist wie die Morgenluft und gleichzeitig den Zusammenprall zweier Welten widerspiegelt: den belebenden Aspekt der pflanzlichen Frische und die Milde des Moschus."
Sylvaine Delacourte

Alle fünf Düfte der Collection Muscs widmen sich unterschiedlichen Moschusinterpretationen, und auch in diesem Duft rieche ich viel weichen, warmen Moschus, auch wenn er in der Duftpyramide nicht angegeben ist.
Auf diesem weichen Bett machen es sich zunächst grüne Noten gemütlich, die für mich nach einer Mischung aus krautigen Tagetes-Blättern mit süßem Dill riechen. Ein deutlich „pflanzlicher“ Eindruck, auch ein wenig gemüsig, genauer gesagt, sellerie-grün, aber nur ganz schwach vernehmbar, und in einer kurzen Phase sogar mit einem ganz leisen Hauch von Indolik. Vielleicht der Weißdorn, der hier kurzfristig ein bisschen „stinkt“. Der Rest des grünen Eindrucks dürfte außer vom Vetiver, das ich nicht extra heraus rieche, vor allem von der Engelswurz stammen, die hier offensichtlich sehr, sehr mild abgerundet wurde. Erst im späteren Duftverlauf trägt sie eine leicht herbe, aromatische Komponente bei.
Dieser spätere Duftverlauf ist aber auch der Grund, warum mir dieser Duft von allen fünf getesteten am wenigsten gefällt. „Smeraldo“ entwickelt sich an mir nämlich zu einer sehr süßen Mischung aus mild grünen und (relativ) kräftigen süß-fruchtigen Elementen. Mir wird der Duft nach einer halben Stunde etwas unangenehm süß-warm und ein bisschen drückend. Die Frische und Saftigkeit, die ich sonst mit Yuzu verbinde, merke ich hier kaum; ich kriege eher einen Eindruck nach süßem Fruchtgelee, das mit aromatisch grünen, aber äußerst milden und zum Teil auch süß wirkenden Kräutern dekoriert wurde. Auch die rote Rose, zwar nicht prominent zu riechen, aber zwischen den dominierenden Früchten doch durchblitzend, schickt sehr warme Duftfäden durch die Komposition. Und der warme Moschus tut sein Übriges, um den Duft insgesamt als sehr warme und sehr ins Süßliche gehende Plüschdecke fühlbar zu machen. Ein leicht herb-aromatischer Anklang ist zwar zu merken, er setzt sich an mir aber gegen die süßen Obstnoten nicht so richtig durch, trägt kaum Frische bei.
Da ist etwas „Dumpfes“ im Duft, das weder die grünen Noten noch die Yuzu und auch die anderen Zitrusnoten nicht strahlen lässt. Dieser „dumpfe“ Unterton stellte sich nach mehreren Tests als Zedernholz heraus. Im Duftverlauf gut versteckt und für mich nur als diffuser, etwas dunklerer, leicht drückender Begleitton zu merken, gibt es sich nach dem Abwaschen des Duftes deutlich zu erkennen, und zwar nicht zu wenig davon.
Nach ca. 2 Stunden wird der Duft insgesamt sehr leise. Die süße Fruchtigkeit zieht sich zurück, die grünen Anteile treten wieder mehr in den Vordergrund und es entsteht eine mild-grüne Moschuscreme.
Gerade noch auf der Homepage von Delacourte gelesen, dass Smeraldo das italienische Wort für „smaragdfarben“ ist. Passt, finde ich. Der Duft schimmert in dieser Phase in hellem, mildem Grün. Dies ist aber gleichzeitig auch schon das letzte Stadium des Duftes. Da ist er bereits sehr schwach und hautnah.

Dovana Sylvaine Delacourte von aquaria 2017-02-13

"Ich wollte mit diesem Parfum den Duft der Seife aus meiner Kindheit rekreieren. Die Farbe Weiß beschreibt diesen Duft sehr präzise, Weiß als Symbol für Reinheit und Frische."
Sylvaine Delacourte

Nachdem der Alkohol verflogen ist, was ein paar Minuten dauert, entwickelt sich der Duft zu einer zunächst frischen und ganz leicht fruchtig angehauchten Moschuswolke, bevor er langsam, aber stetig in eine superweiche, plüschige Richtung geht. Der Moschus wird dichter und „schwerer“, entwickelt eine Textur, die sich mit einem flauschigen Kaninchenfell vergleichen lässt. Ja, und das Kaninchen hat ein weißes Fell.
Ich kann Delacourtes Beschreibung von reinem, unschuldigem Weiß nur unterstreichen. Die beschriebene Frische nehme ich nur zum Teil wahr; auf mich wirkt der Duft warm, mit Moschus, der durchaus "Körper" hat. Ich rieche kein kühles, frisches Weiß, sondern molliges Cremeweiß mit pudriger Duftprojektion und etwas zart Blumigem, das aus dem Hintergrund sanfte Wärme durch die Komposition ziehen lässt.
Was mich an diesem Duft vor allem fasziniert, ist die Kombination aus ultraweichem, pudrigem Heliotrop, der weißen Iris und der Vanille, die alle zusammen erstaunlich unsüß wirken. Sie bringen nur warme Pudrigkeit und Weichheit, aber so gut wie keine Süße in den Duft.
Fazit ist, dass dieser Duft mich ab dem Mittelteil an eine Bodylotion erinnerte. Ich kam nicht auf den Namen, bis ich auf der internationalen Seite die Vergleiche mit Dove-Seife las. Das ist es. Der Geruch nach Dove. Allerdings rieche ich hier weniger die Seife –ein paar saubere Seifenflöckchen sind schon vorhanden- ich rieche eher die Körperlotion von Dove, um einiges wärmer und cremiger als die Seife, und auch nicht so extrem sauber wie Seife, sondern mit diesem cremeweißen, fülligen Charakter.
Die Sillage ist schwer anzugeben. Ich habe mich für moderat entschieden. In den ersten 2 Stunden zeigt sich der Duft an mir sehr kräftig und auffällig, wird dann leiser und hautnaher, aber er bleibt an mir sehr lange gut vernehmlich.
Ich denke, das ist ein Blender. Tut harmlos, schüchtern und hautnah, prägt aber die Duftatmosphäre eines ganzen Raumes. Zumindest an mir zeigt er sich als atmosphärischer Duft und gar nicht so schüchtern.

Prelude Balenciaga von aquaria 2017-02-13

Ich beschreibe das EdT.
Balsamisch weicher Tolubalsam mit süßen Harzen, auf dem sich milde, luftig-rauchige Gewürze und warme Blüten, allen voran die würzige Gartennelke, ausbreiten, begleitet von einem Anklang warmer Haut (Zibet) und umschwebt von hauchfeinem, süßem Ambra, das eine Aura erzeugt, die irgendwo in der Mitte zwischen mild orangefarben und golden liegt, plus eine süß-pudrige, samtig raue Basis mit Pudervanille und warm-rauchigen Harzen. Das ist „Prelude“ für mich.
Der Auftakt ist orangenfruchtig, sehr süß und bereits sehr ambralastig. Ähnlichkeiten zur milden, warm leuchtenden Süße des Ambre de Cabochard drängen sich auf. „Prelude“ geht dann aber in eine würzigere Richtung, man könnte sagen, ein milderes „Opium“. Das Spezielle in diesem Duft ist für mich die Gartennelke. Ich liebe ihren würzig-pfeffrigen, rotwarmen Duft, wenn er sich nicht zu süß entwickelt. „Prelude“ ist zwar ein süßer Duft, keine Frage, aber es handelt sich um eine ambrierte, behagliche und umarmende Süße, die von der würzigen Umgebung im Zaum gehalten wird. Außerdem merke ich saubere, leicht seifige Aldehyde, die die Duftmischung zusätzlich luftig aufwirbeln.
Insgesamt ergibt das einen luftigen, schwebenden Duft, der sich für mich wie flüssiger Goldstaub anfühlt. Mild und süß würzig, ambrawarm und luftig würzig, mit einer samtigen Textur, in der ich Sandelholz und sehr hell-pudrige Zeder vermutet hätte. Wahrscheinlich sind es trockener Zimt, das Benzoeharz und ein bisschen „raues“ Patchouli, die diese aufgeraute, leicht holzige und durch eine gewisse, leise Staubigkeit auch nostalgisch wirkende Unterlage erzeugen, auf der die süß-würzigen und warm-blumigen Noten tanzen. „Prelude“ riecht für mich alt, im Sinne von nostalgisch bzw. vintage. Elegant, aber ein bisschen aus der Zeit gefallen.
Je länger auf der Haut, desto deutlicher treten die Pudernoten in den Vordergrund (ohne dass die Blumen-, Balsam-, Zimt- und Ambrawärme verloren gehen), und desto deutlicher macht sich auch eine wunderschön fluffige Vanille bemerkbar, die sich schmeichelnd unter die restlichen Duftnoten legt.

Der Duft geht dank seiner Würzigkeit Richtung Karl Lagerfeld Femme, Opium und Youth Dew (vor allem wegen der Zimtwürze). Er ähnelt in seiner freundlich hellen, süß-pudrigen Duftprojektion aber auch dem Ambre de Cabochard.
Das Besondere an diesem Duft ist für mich die Betonung auf die warm-blumigen Noten, die eingehüllt von Balsamen und milden Gewürzen einen vollmundigen, weichen und trotz der vielen Inhaltsstoffe auch sauberen und licht- und luftdurchfluteten Duftcharakter ergeben.

L L`aime Lolita Lempicka von RadostTina 2017-02-13

Das ist mein erster Lolita Lempicka Duft. Ich habe ihn als Geschenk bekommen. Habe mich sehr daran gefreut, da ich neugierig auf die Marke mit den schönsten Flakons war. Mein erster Eindruck davon ist eine zu süße und etwa bittere Zucker – Zitrone Mischung. Gleichzeitig frisch und süß. Errinnert mich an meine Kindheit wenn mir meine Mutter frisch gepressten Zitronensaft mit Zucker mit einem Plastiklöffel gegeben hat (da Stahl die Vitamine zerstört). Das is kein Limonadeeindruck- es gibt kein Wasser oder Minze drin. Es geht nicht um Erfrischung sondern um eine zu süße Provokation für den Gaumen. Die Süßigkeit ist nicht aromatisch wie Vanille sondern das müssen die Roten Johannisbeeren sein. Wenn man mehr sprizt kommt das Bittere in Vordergrund- Jasmin. (Gin-Tonic ohne Alkohol?)
Das ist definitiv keine Liebe für mich. Es gibt nichts zu entdecken, der Duft zeigt alles am Anfang. Vielleicht sendet die Rose Signale aus, die ich nicht wahrnehmen kann. Der Duft ist aber angenehm und hält etwa 4 Stunden auf meiner Haut. Das ist eine relativ gute Dauer für Eau de Toilette. Werde ihn beim Shopping tragen.

Volo AZ 686 Profumum Roma von PhoenixNoctulus 2017-02-13

Volo AZ 686 beginnt mit einer unglaublich markanten bitter-krautigen, leicht grünen, frisch-scharf-kampferartigen Note. Ich weiß nicht, woher sie kommt, aber sie kommt mit einem Knall: chemisch, medizinisch, ein wenig auch wie Seifenlauge.

Erst mit der Zeit taucht dahinter eine tropische Blumennote auf, Gardenie ist angegeben, aber spezifischer rieche ich hier einen authentischen Tiare-Blüten-Duft, betörend süßlich, zartwürzig, tropisch-exotisch. Passenderweise tritt diese Note zusammen mit einem cremig-milchig-süßen Kokos-Vanille-Akkord auf, was den Gesamteindruck - Monoi-Öl - perfekt macht.

Genauso intensiv süßblumig hätte ich mir beispielsweise auch Polynesian Island Tiare von The Body Shop vorgestellt (mit der Vermutung lag ich allerdings falsch, wie sich zeigte), das in etwa dieselben Duftnoten teilt. Nur vielleicht natürlicher und nicht ganz so heftig, denn Volo ist tatsächlich ein sehr intensiver, fast schon erschreckend raumfüllender und langanhaltender Duft (Achtung, sehr sparsam dosieren, sonst drohen Kopfschmerzen, gerade wegen der üppigen Süße). Einen gewissen synthetischen Anklang kann man leider nicht leugnen; liegt es an der bitter-seifigen Note, die die gesamte Zeit über noch (schwächer werdend) wahrzunehmen ist? Oder traut man es echten Blütenextrakten einfach nicht zu, so eine extrem mächtige Duftintensität auszubilden?

Apropos seifige Note: Es stimmt, der kampferartige Aspekt vom Anfang wird mit der Zeit immer milder, er ist allerdings doch stundenlang noch als Hauch, der über den tropisch-süßen Noten liegt, wahrzunehmen. Er gibt dem Duft etwas Seifiges, was ich persönlich als nostalgisch empfinde. Irgendwie macht gerade das für mich persönlich den Reiz an Volo aus: Es ist eben nicht einfach nur Monoi-de-Tahiti-Öl oder irgendeine Parfüm-Kopie davon. Nein, Volo bringt auch etwas Eigenes, Eigenwilliges mit hinein.

Wer tropisch-blumig-süße Düfte mag, die Aufmerksamkeit erregen (ich glaube nämlich, Volo nimmt immer Raum ein; so sparsam, dass er dies nicht tut, könnte man ihn gar nicht dosieren), könnte Volo durchaus mal testen.

Danke an Aquaria für die Probe!

Encens Fève Tonka Fragonard von PhoenixNoctulus 2017-02-13

Kalter Weihrauch, gleichzeitig luftig-klar und holzig-rauchig. Tonkabohne, sowohl leicht süßlich und mandelig-marzipanig (um den Duft zumindest ein wenig zu erwärmen) als auch wie typisch waldig anmutendes Coumarin, wie ein Hauch von frisch-farnig-moosigem klassischem Herrenparfum. Ganz zart und hintergründig: eine dunkle Rosennote. Und, so würde ich behaupten wollen, ein Hauch von Pfeifentabak. Und wenn nicht noch Nadelwaldnoten vorhanden sind, vielleicht dunkle, kühle Zeder, dann würde mich das auch wundern.

Encens Feve Tonka ist ein spätherbstlicher Waldduft. Maskulin, neblig-kalt, holzig - aber auch nie zu frisch, und vor allen Dingen unglaublich natürlich wirkend. Ich habe das Gefühl, den Wald förmlich spüren zu können: Bäume, Wurzeln, Unterholz, nasskalte Erde. Ein Hauch Rauch in der kalten Luft. Frischer Wind. Mit Reif bedeckte Feldsteine am Waldrand. Ehrlich gesagt ist der Duft gar nicht so facettenreich (Rauch, Holz, Waldgrün, ein Hauch von Süße und Blumigkeit), aber sehr stimmungsvoll.

Mich persönlich erinnert die, für meine Nase wunderschöne, kühl-rauchige Weihrauchnote ziemlich an die aus dem leider schwer erhältlichen Incense Lavender von Compagnie de Provence (insgesamt auch ein kühl-aromatischer Weihrauchduft). Ich denke, aus dem Grund wird Encens Feve Tonka bei mir auch einziehen, als Ersatz quasi (Wobei er mir auch als eigenständiger Duft enorm gefällt!). Allzu kostenintensiv ist er auch nicht, 50 ml sind regulär für 32 Euro zu haben.

Sillage und Haltbarkeit würde ich als moderat einschätzen. Absolute Testempfehlung für Weihrauch-LiebhaberInnen, die mit eher maskulinen Düften kein Problem haben! Vom Blindkauf hingegen würde ich wohl eher abraten, da die Renzensionen doch weit auseinander gehen, der Dufteindruck also von Person zu Person sehr zu variieren scheint. Anzumerken wäre vielleicht auch, dass ich diesen Duft (mehrfach) im Winter bei relativ niedrigen Temperaturen getestet habe. Es kann sein, dass Encens Feve Tonka in wärmeren Monaten deutlich süßer und blumiger ausfällt. Als rauchiger Winterduft ist er allerdings, für meine Nase, perfekt geeignet.

Artemisia Penhaligon`s von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Der Auftakt von Artemisia ist grün, tauartig, sogar leicht brisig und etwas moosig; ich rieche auch Grüntee und frische Maiglöckchen. Diese Phase vergeht recht schnell, danach kommt bei mir kurzfristig auch etwas Muffiges, das ich nicht so wirklich identifizieren kann. Dieser Eindruck weicht aber glücklicherweise nach einigen Minuten einer cremig-puderigen Melange. Zuerst setzt frisch-sauberer Pudermoschus ein, danach bemerke ich ein puderiges, aber auch zartblumiges Veilchen, dann kommt auch noch cremiges, milchiges Sandelholz hinzu (und ein wenig frage ich mich, ob nicht noch eine puderige, leicht karottige Irisnote mit hineinspielt?), zart gesüßt durch einige fruchtige (hauptsächlich Nektarine, etwas Apfel) und blumige (Jasmin) Akzente, außerdem etwas süße Vanille; aufgewärmt durch etwas Ambra. Gleichzeitig rieche ich hintergründig auch noch eine ganz sanfte Eichenmoos-Note, die dem Duft eine gewisse krautige Kühle verleiht. Ich denke, sie trägt auch dazu bei, dass der Duft mit der Zeit, zusammen mit Maiglöckchen und Veilchen, auch noch eine gewisse elegante, klassische Seifigkeit entwickelt.

Insgesamt wirkt der Duft auf mich wie ein cremig-puderig-seifiger Körperpflegeduft, der einen gewissen klassischen Charakter hat. Einige Leute fänden ihn vielleicht altmodisch, mir persönlich gefällt er. Er wirkt im Ganzen qualitativ sehr hochwertig.

Die Sillage ist leider nicht allzu stark ausgeprägt, der Duft wirkt von Anbeginn an zurückhaltend und hintergründig, dezentes Understatement. Aber manchmal ist das auch angemessener, als starke Düfte, die sich in den Vordergrund drängen. Die Haltbarkeit ist moderat und liegt bei etwa 4-5 Stunden. Wer elegante seifig-saubere Pflegedüfte mag, könnte Artemisia testen.

Danke an Aquaria für die Probe!

Aziyade Parfum d`Empire von verbeene 2017-02-12

zimt, pfeffer,mandel....die orientalische schöne mit den mandelförmigen augen,
stolz, unberechenbar,
sinnlich schimmern granatapfel und dattel durch den gewürzvorhang.
weihrauch verbreitet heimlichkeit.
....
sie trägt einen halbschleier.ihre haut duftet leicht nach vanille
die kettchen an ihren fußgelenken klirren leise
... sie bringt dir einen gewürztee und kredenzt ihn mit einem blick, den du nicht vergessen wirst
tausendundeine nacht....
ein hauch tabak, ein anklang von leder...lust, gefahr, verwegenheit.....

ein duft aus anderen welten....

ich finde diesen duft tiefgründig, aber nicht schwer-
würzig mit tiefe und geheimnisvoll......

Madagascan Vanilla Flower The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Auch für mich ist Madagascan Vanilla Flower ein eher sanfter, luftiger bis wässeriger, frischer Duft. Die Vanille ist leicht süßlich, auch ein kleines bisschen cremig, aber insgesamt schon eher zurückhaltend und - Aquaria schrieb es schon - verwässert. Dasselbe gilt auch für die Frangipani-Note, die ich aus Polynesian Island Tiare genau so wiedererkenne: Blumig - definitiv. Aber irgendwie auch fast aquatisch und sehr leichtflüchtig. Anis macht den Eindruck sogar noch frischer. Der Auftakt mit Bergamotte (und leider recht alkoholisch)? Noch mehr leichte Frische. Wenigstens ein kleines bisschen Tiefe bekommt der Duft durch eine ambratische Basisnote (jedenfalls meine ich, Ambra zu riechen), das macht ihn auch etwas wärmer. Allerdings ist das Ambra nur sehr schwach dosiert, was den insgesamt wässerigen Eindruck für mich nicht mehr wirklich ausgleicht. Aber vielleicht ist das auch eine Hautchemiefrage, wenn ich zum Vergleich einige andere Rezensionen lese, habe ich ein wenig das Gefühl, dass die Duftnoten bei mir einfach nicht richtig "aufgehen". So gefällt mir der Duft leider nicht so wirklich gut, er ist einfach sehr schwach (auch in Sachen Sillage und Haltbarkeit) und hat wenig Aussage. Einfach linear, wenig facettenreich, insgesamt wässert er da einfach nur vor sich hin. Wirkliches Tropenfeeling kommt da nicht auf. Jedenfalls so, wie er sich bei mir entwickelt. Schade!

Wow! Joop! von Strungs 2017-02-12

Nun ja, wie soll ich meinen ersten Kommentar in Fragrantica überhaupt beginnen? Vielleicht mit der Festellung, das die dermatologische Gegebenheit eines jeden Menschen - sprich dessen Haut - ein Unikat darstellt? Genauso wie die Iris der Augen oder dessen Fingerabdrücke? Ja! Und so versuche ich neueste Kreation der Joop-Duftmacher zu beschreiben. Was soll ich nun sagen, nach dem ersten Sprüher aus einem Testflakon bei einer bekannten Drogeriekette? Den Duft kenne ich doch!! Das ist doch ... - ja, er ist quasi die eins-zu-eins Wiedergeburt von Paloma Picasso's MINOTAURE - wichtig - von der Erstversion vom Anfang der 1990er-Jahre, also nicht das umformulierte "Zeugs" was man heute in den Duftregalen der Parfumerieabteilungen als "Bückware" findet. Wenn man die Duftpyramiden der zwei Düfte vergleicht, wird man natürlich nicht die selben Ingredienzien finden, aber hier nun kommt eben der dermatologische Effekt dazu - bei mir - welcher die Duplizität erkennen läßt. Ich habe das Glück, dass ich noch ungeöffnete 1992er-Miniaturflakons von Minotaure habe und somit der Duftvergleich mit WOW! einfach ist. Für mich ganz persönlich könnte der Duft eine Bereicherung in meiner Duftkollektion werden, vor allem weil ich sehr enttäuscht war, als seinerzeit Minotaure in neuer Rezeptur angeboten wurde, aber damit mir überhaupt nicht mehr gefiel.
Aber jetzt beim WOW! finde ich die Gesamtduftkreation, welche mir gefällt und mich das vermißte Minotaure praktisch vergessen läßt. Mal sehen ... vielleicht zum Frühlingsanfang ein weiteres Parfum, welches seine Heimat bei mir findet.

Polynesian Island Tiare The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Manche hier dürften es kennen: das originale Monoi-de-Tahiti-Öl aus Französisch-Polynesien, das man traditionell für vielerlei Dinge verwenden kann, als Hautpflege, Massageöl, Haaröl, Badezusatz, Sonnenschutz, zur Beduftung von Körper und Räumen, etc. Monoi entsteht durch das Einlegen von duftenden Tiare-Blüten (das Gewächs gehört zu den Gardenien) in Kokosöl, manchmal ist es aber auch noch mit anderen Blüten oder Kräutern versetzt. Ich selber habe es früher sehr oft und gerne als Parfüm benutzt, da es mich an Spaziergänge durch den Botanischen Garten erinnerte, in dessen Gewächshäusern der markante cremig-üppige, tropische, aber auch aspektweise luftigte und jasminartige Duft der Tiare-Blüten, jeden Winter wie ein süßlicher Schleier in der Luft liegt.

Polynesian Island Tiare scheint, auf den ersten Blick, der traditionellen Rezeptur folgen zu wollen: Kokos und Tiareblüte sind die eindeutigen Hauptnoten, darüber hinaus sind noch andere tropische Blüten wie die würzige Ylang-Blüte und das süß-intensive Frangipani vorhanden. Letztere sind allerdings etwas weniger stark gewichtet. Außerdem hat der Duft noch eine leichte, süßlich-luftige Vanillebasis und ein paar kleine süß-fruchtige, aber auch zartherbe Zitrusnoten, aber auch diese sind nicht ganz so stark dosiert. Der Fokus des Duftes sind die tropischen Blüten und Kokos.

Und nun kommt leider das große Aber: Bei diesem Duft erscheinen die Noten mir alle sehr wässerig und nicht einfach nur natürlich leicht, sondern irgendwie dünn und nicht ganz präsent. Da ist auch irgendetwas Aquatisches. Nicht einmal die Kokosnote ist saftig, cremig oder milchig, wie sie es eigentlich sein könnte, was dem Duft wenigstens ein bisschen Substanz gegeben hätte. Stattdessen rieche ich nur wässerige, wenig aussagekräftigte Tropenblumen, eine sehr zurückhaltende, verwässerte Kokosnote, und all das wirkt auf mich auch noch deutlich (auf eine unangenehme Art und Weise) synthetisch.

Durch diesen sehr wässerig-leichten Eindruck insgesamt sind auch Sillage und Haltbarkeit bei diesem Eau de Toilette eher unterdurchschnittlich. Es wundert mich ein wenig, da ich vom Body Shop sogar Bodysprays hatte, die deutlich kräftiger duften (auch frühlingshafte Blütendüfte, die eigentlich eher sanft wirken sollten). Irgendwie schade, aber dieser Duft ist tatsächlich einer von denen, die ich wirklich eher weniger gelungen finde. Aber vielleicht gehe ich auch mit einer überzogenen Erwartungshaltung an den Duft heran, da ich das wirklich tolle Originalöl kenne.

Ragù Maison Gabriella Chieffo von verbeene 2017-02-12

sonntagmittag in einem kleinen ort in italien:
auf dem weg aus der kirche gehen wir an einem delikatessenladen vorbei:
orangen duften mit bergamotten um die wette, aber sehr schnell holen die gewürznoten die beiden auftaktdüfte ein:
thymian, pfeffer, irgendwie ein hauch rosmarin, zitronenschale, getrocknete tomaten....

im warmhaltegefäß leckere fleischsoße, pastetchen und gebratenes kaninchen in zitronensoße.....
der geruch von sonntagsessen, geputzten feinen lederschuhen,
von "zu hause",
genuss, zuversicht,

vertrautes

auf der haut lecker, gourmandig-würzig und gar nicht süsslich....
ein duft mit "skelett" und charakter

Lychee Vanilla Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Lychee Vanilla duftet nicht ganz natürlich - aber auf eine nicht störende, sondern im Gegenteil, eher idealisierende Art und Weise: Die Litschinote fällt angenehm süß (aber auch nicht zu süß) aus, ohne jegliche störende Holzigkeit, ohne unangenehm saure Akzente. Ich muss an leckeren Litschisaft denken. Die nicht allzu stark dosierte, aber doch wahrnehmbare, Vanillenote ist eher hintergründig, sanft, luftig-leicht und cremig. Beide Noten passen wunderbar zusammen.

Der Duft ist insgesamt durchaus ein süßer Fruchtduft, aber nicht extrem überzuckert, auch nicht prickelnd-limonadig. Von allen Fruttini-Düften, die ich bisher testen konnte, fällt Lychee Vanilla auch am gemäßigtsten aus; es ist keine sich in den Vordergrund drängende Frucht-Bombe, ja, der Duft hat sogar eine gewisse harmonische, idyllisch-ruhige Leichtigkeit an sich. Vielleicht sogar etwas ganz sanft Aquatisches.

Ein wirklich toller Litschi-Duft, leider aber auch in Sillage und Haltbarkeit eher zurückhaltend. Andererseits darf man natürlich auch nicht außer Acht lassen, dass es sich um ein Bodyspray im Preis von wenigen Euros handelt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bleibt also für diesen schönen Duft wirklich noch günstig.

Vanilla Bettina Barty von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Vanilla von Bettina Barty wandelt so ziemlich auf den Spuren von Joop Le Bain. Wer weiß; vielleicht ist es Absicht, vielleicht auch Zufall, eine Zeitgeistsache gewissermaßen, denn beide Düfte dürften etwa aus derselben Ära stammen. Le Bain erschien 1989, Vanilla roch ich erstmals Anfang/Mitte der 90er Jahre. Eine Zeit, die ich mit eher heftigen, in Sachen Sillage sehr umfangreichen, süßlichen oder würzig-orientalischen Düften verbinde. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass in meiner Umgebung zumeist solche Düfte getragen wurden; noch sehr gut in Erinnerung sind mir beispielsweise auch MCM Obelisk und Cacharels LouLou. Und auch Thierry Muglers Angel erblickte im Jahr 1992 das Licht der Welt.

Süß, heftig vanillig, leicht würzig, auf jeden Fall warm-ambratisch, hintergründig puderig und irgendwie etwas synthetisch (und mit ungeheurer Haltbarkeit und Sillage) - das trifft sowohl auf Le Bain als auch auf Vanilla zu. Für Vanilla wurden nie so konkrete Duftnoten genannt wie für Le Bain - ich glaube aber, herauszuriechen, dass konzeptuell beide mehr oder weniger gleich aufgebaut sind.

Da ist die üppig-süße Vanillebasis mit puderigen, eindeutig ambratischen und auch leicht cremig-hellholzigen Akzenten. Da ist der leichte, ein wenig frische Auftakt aus Aldehyden und Zitrusnoten. Da sind später leichtflüchtige, frühsommerhafte Blütenakzente - hier würde ich vor allen Dingen Jasmin herausriechen, aber auch noch einige andere Blüten. Und im Fond dann das Verschwinden von Fruchtig- und Blumigkeit, dafür dann eben leicht kühles Holz. Wohlgemerkt immer zwischen der heftig vanillig-süß-ambratisch-würzig-puderigen Hauptmasse.

Einzelheiten mögen leicht abweichen, vielleicht ist Vanilla auch ein wenig weniger komplex gearbeitet, aber charakterlich sind die Düfte definitiv verbunden. Vanilla würde ich im Vergleich zu Le Bain als geringfügig leichter, oder eher: weniger heftig, beschreiben. Vielleicht ein wenig mehr Blumigkeit, oder generell eine leichtere Formel. Abgesehen davon kommt mir nicht nur der prägende Hauptaspekt des Duftes, sondern sogar die Art des Duftverlaufs, der die Hauptnote begleitet, von Zitrus+Aldehyde über leichte Blumigkeit bis hin zur Holzbegleitung zum Schluss, sehr ähnlich vor. Andererseits ist das aber eben auch die Reihenfolge der einzelnen Noten, was die Flüchtigkeit betrifft: Zitrus verfliegt vor Blüten, Blüten vor Holz. Die Frage, ob Bettina Bartys Vanilla absichtlich als Dupe zu Le Bain erdacht wurde, beantwortet es nicht. Die Idee, einen sehr starken ambratisch-vanilligen Duft irgendwie ein wenig mit leichten, frischen Akzenten abzurunden, ist auch generell nicht abwegig.

Insgesamt bleibt auf jeden Fall zu sagen, dass Vanilla und Le Bain sich sehr ähneln. Vanilla erscheint mir dabei geringfügig leichter. Preislich liegt ein 50-ml-Flacon von Vanilla bei etwa 9 Euro, bei Le Bain werden 20 Euro für 40 ml fällig. Dafür sind dort, neben einer für meine Nase etwas stärkeren Duftintensität und Wärme, auch Haltbarkeit und Sillage ein kleines bisschen ausgeprägter (sie sind allerdings auch bei Vanilla schon überdurchschnittlich stark). Was einem nun mehr zusagt - manche mögen vielleicht gerade Vanilla vorziehen, da es ein wenig leichter ist - ist Geschmackssache.

Insgesamt empfinde ich beide Düfte als angenehm, wenn vielleicht auch ein wenig als "aus der Zeit gegriffen". Für die Einen sind sie sicher eine schöne Erinnerung an ihre Jugend (oder Kindheit), für die Anderen möglicherweise eher ein Rückblick in eine Zeit, von der sie froh sind, dass sie sie hinter sich gelassen haben. Sillage-Kracher mag eben nicht jeder. Den Stil der 80er auch nicht.

Joop! Le Bain Joop! von PhoenixNoctulus 2017-02-12

Ich weiß, ich habe diesen Duft vor mittlerweile 3 Jahren schon einmal kurz rezensiert. Macht es Sinn, das noch einmal zu tun? Ich denke, meine Nase hat über die Jahre dazugelernt, außerdem hatte ich den Duft damals nur grob umrissen - er ist allerdings so schön, dass ich jetzt doch noch einmal ein wenig mehr ins Detail gehen möchte :) Auch, um später noch einmal mit dem sehr ähnlichen Duft Vanilla von Bettina Barty (an der passenden Stelle) einen kleinen Vergleich aufstellen zu können.

Wie fällt Le Bain nun aus? Ich rieche (noch immer) eine opulent süße, gourmandige Vanillenote, mandelig-marzipanig mit Tonkabohne, warm-ambratisch und leicht würzig untermalt mit Patschuli und Ambra, außerdem ist da noch Cremigkeit durch helles Sandelholz und üppige Puderigkeit durch Moschus. Ein sehr dicht gearbeiteter Duft. Insgesamt süß, lecker, vollmundig, zartwürzig.

Etwas Frische ist, das möchte ich dieses Mal nicht unterschlagen, aber auch immer noch vorhanden, für meine Nase wird der Duft nie übersüß. Anfangs gelingt dies durch Aldehyde und Zitrusfrüchte (Bergamotte, Zitrone, Orangenblüte), die etwas spritzig-fruchtige Leichtigkeit hineinbringen. Später sind es dann zart-luftig-leichte Blütennoten (Orangenblüte, Jasmin, Rose und grünlich-frische Maiglöckchen). In der Endphase kommt das nötige Bisschen Kühle durch dunkles Zedernholz hinein.

Die einzelnen frischeren Noten sind durchaus wahrnehmbar, aber zurückhaltend. Der Duft als solcher bleibt insgesamt deutlich ein gourmandig-süßer, ambratisch-warmer, puderiger und überaus dicht gewebter Vanille-Duft. Mit außergewöhnlich starker Sillage und Haltbarkeit ist er außerdem versehen. Am besten geeignet für kühle Wintertage. Und ja, gegen Synthetik darf man bei diesem Duft auch nichts haben (ich empfinde sie allerdings nicht wirklich als störend), und gegen heftige Kracher-Düfte mit umfangreicher Sillage natürlich ebenso nicht.

Joop! Le Bain ist und bleibt interessant, irgendwie "typisch 80er (oder Anfang der 90er)", nicht im eigentlichen Sinne nostalgisch (damit verbinde ich immer eine gewisse Ruhe bis hin zur Melancholie), aber schon ein kleines Stückchen Parfümkultur eines noch gar nicht so lange vergangenen, aber doch irgendwie grundverschiedenen, Jahrzehnts.

Tut mir leid, dass ich hier dem Vorpost widersprechen muss, aber es ist definitiv kein Patchouli dabei. Patchouli ist eine der Duftnoten mit denen ich ABSOLUT nichts anfangen kann und daher auch sofort merke,wenn ein Parfum Patchouli enthält.
Was stimmt, Dior absolute blooming ist sehr süß, was somit mit Sicherheit nicht für jede etwas ist, aber ich für meinen Teil liebe süße Düfte und mag diesen Duft somit sehr gerne!!

Matsu Mi Masaki Matsushima von verbeene 2017-02-11

ein heller duft , frisch und energiegeladen wie ein prickelnd kühler sommermorgen.
sauber riecht das und weit
weiss
fruchtig . passionsfrucht und reife aprikose,eben aus dem kühlschrank geholt.
litschi und iris....das ist quirlige weiblichkeit pur....
und wie ein leichter weisser seidenschal, der im wind flattert,
gibt die basis raum, helligkeit und frische.

ein gutelaunegarantiert-morgen-duft.
hält an meiner haut leider nur eine stunde.... aber es gibt ja die fantastischen und bezahlbaren duftroller......

Orion Tiziana Terenzi von verbeene 2017-02-11

das holzige taucht sofort auf. birke, zeder.
wie eine wundervoll geformte schale:
ananas liegt darin, grüner, unreifer apfel,frische bergamotte.....
eine kühle, würzige fruchtigkeit.
vielleicht ist es herbst- du schaust durchs fenster... irgendwo verbrennt jemand laub...

ein leiser, kaum wahrnehmbar süsser rauchton weht zu dir herüber,

... dunkle, feuchte blätter
thymian und wieder ananas

nun wird es stiller... weihrauch und feinstes leder..
still wie im spätherbst, reif liegt auf letzten grünen halmen
blass schwimmt der mond am graublauen himmel

ein duft für den raum zwischen den zeiten und zwischen den dingen....

M;0°С Men Masaki Matsushima von verbeene 2017-02-11

coole frauen: lasst euch von der beschreibung nicht abschrecken!
dieser duft kleidet euch!
die coolen und die,
die einen kühlen hauch über ihre leidenschaftlichkeit legen wollen, um einen klaren kopf zu behalten....

ja, das schenkt er: klarheit ,helligkeit, frische, sicherheit...
und ein humorvolles versteck für grosse gefühle....

und männer, ihr könnt euch frischmachen: denn einem tiefen blick in kombination mit der explosiven frische dieses duftes werdet ihr nicht widerstehen können!

Pret a Porter Naomi Campbell von PhoenixNoctulus 2017-02-11

In der ersten Zeit schwimmt Pret A Porter leider komplett in der Welle von Flowerbomb, Coco Mademoiselle, La Vie Est Belle und Konsorten: Ambratisches Patschuli, Rose, Zitrusfrüchte (der Pfirsich ersetzt hier die Orangennoten aus Coco Mademoiselle, geht aber auch sehr in die fruchtig-saftig-spritzige Richtung) - der Duftcharakter ist sehr ähnlich. Vanille sorgt für den gourmandigen Hintergrund, anders als bei La Vie Est Belle gibt es hier aber keine Pralinennote - dafür Pannacotta.

Einen Unterschied gibt es aber doch: Pret A Porter ist insgesamt geringfügig leichter, auch ein bisschen weniger süß, weniger gourmandig, weniger fruchtig als die bereits genannten großen Vorbilder. Das dürfte an der stark dosierten, puderig-leichten, sogar etwas frischen Pfingstrosennote liegen, die hier vorhanden ist und mit der Zeit auch deutlicher hervortritt. Diese gibt dem Duft dann doch einen eigenen Touch - eine Ähnlichkeit zu LVEB, etc, lässt sich aber dennoch nicht leugnen.

Überraschenderweise ändert sich der Dufteindruck mit der Zeit noch etwas; in der Endphase von Pret a Porter nehme ich hauptsächlich noch Pfingstrosen, Vanille und nun auch eine Heidelbeernote wahr (und hintergründig noch ein wenig Wärme und Tiefe durch Patschuli). Hier erinnert mich der Duft ein wenig an Vanillepudding mit Waldfrüchten (vielleicht spielt sogar noch ein kleines bisschen aquatische Birne und scheues Veilchen mit hinein?), was ich ganz angenehm finde. Allerdings ist diese Phase auch wirklich die letzte, quasi das Abklingen des Duftes. Sie hält nicht lange an, und vorher darf man erst einmal mehrere Stunden lang mehr oder weniger einen LVEB-Klon genießen.

Immerhin: Die Sillage und Haltbarkeit sind wirklich überdurchschnittlich, qualitativ wirkt der Duft ganz gut gemacht, besonders für seine eher kostengünstige Preisklasse (Douglas verlangt regulär 37 Euro für 30ml - die Drogerie DM für dieselbe Größe 15 Euro - um mal zwei Extrema als Beispiel zu haben). Die einzelnen Duftnoten wirken zwar nicht bestechend natürlich, aber auch nicht störend künstlich. Mit denen von LVEB können sie ganz gut mithalten.

An sich also kein schlechter Duft. Mir persönlich wäre etwas, was mehr vom aktuellen Mainstream abweicht, dennoch lieber gewesen. Es stellt sich mir halt doch die Frage: Wer braucht den 50. LVEB-Klon, die es ja nun mittlerweile wirklich schon in allen Preisklassen gibt?

Pineapple Prosecco Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-10

Pineapple Prosecco fällt sanfter aus, als die meisten anderen Fruttini-Düfte. Die Ananas-Note ist durchaus süß, aber nicht übersüß. Sie wirkt relativ naturnah, hat auch etwas irgendwie Leichtes, "Luftiges", Erfrischendes. Der Ananas-Saft mischt sich in diesem Duft mit etwas Prosecco. Diese Note wirkt auch gelungen, nicht streng alkoholisch, aber schon etwas sektartig-prickelnd. Insgesamt aber auch eher leicht, zurückhaltend. Das merkt man diesem Bodyspray dann allerdings leider auch bei Sillage und Haltbarkeit an. Es hält kaum 3 Stunden durch, die Sillage ist eher körpernah. Trotzdem ein schöner Duft, wenn man Ananas mag.

Coco Banana Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-10

Süße, gelbe, fruchtig-milchige Banane trifft auf cremige, sahnig-süßliche Kokosmilch. Insgesamt ein satter, fruchtig-süßer, exotisch-tropischer Duft. Evtl sogar zusätzlich noch leicht gezuckert. Insgesamt ohne Ecken und Kanten; was aber auch heißt: Ein wenig synthetisch. "Zu glatt" quasi, Banane und Kokos wirken perfekt, wie aus dem Bilderbuch, nicht mit gewissen Akzenten, die echte Früchte so an sich haben. So erinnert der Duft mich dann aber auch irgendwie ein wenig an Milchshakes - die mit dem synthetischen Fruchtaroma aus dem Supermarkt, keine frisch selbst gemixten. Was jetzt, glaube ich, aber schlimmer klingt, als es ist: Schlecht riecht Coco Banana keineswegs. Auch nicht unangenehm künstlich. Aber eben mehr nach Milkshake oder Softeis, nicht nach echten frischen Früchten. Aber auch das kann seinen ganz eigenen Reiz haben. Und auch über die Haltbarkeit und Sillage kann man sich nicht beklagen; beides ist moderat. Ganz ordentlich für ein Bodyspray.

Ginger Passionfruit Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-10

Säuerlich-süße, authentisch tropische Maracuja, saftig, fruchtig. Vermengt mit einer relativ echt wirkenden, würzig-scharfen, aromatischen, leicht säuerlich-zitronigen Ingwer-Note. Letztere ist allerdings nicht so stark dosiert, und harmoniert mit der Maracuja-Note eigentlich ganz gut. Ob man diesen, zugegeben eigenwilligen, Duft nun mag oder nicht, bleibt eine individuelle Frage. Gut gemacht finde ich ihn jedenfalls, er wirkt nicht zu synthetisch (wie einige andere Düfte von Fruttini), ist für ein Bodyspray auch wirklich ergiebig, da Sillage und Haltbarkeit moderat sind, man daher also nicht so oft nachsprühen muss.

Soliflore Freesia Dame Perfumery von noa69 2017-02-10

Nach Lily of the Valley von der gleichen Firma kommt Freesia unter die Nase.
Freesien sind eine meiner Lieblingsblumen, die ersten Boten des Fruehlings bekam ich immer zum Namenstag Anfang Maerz, bis ich in die Oberschule ging und begann meinen Geburtstag zu feiern..Es war cooler und moderner den Geburtstag zu feiern, nur alte Tanten feierten Namenstage ;)
Den Duft von den glockenaehnlichen weissen, gelben, blau-lila Blueten kann ich leider hier nicht erkennen, beim besten Willen.
Der Auftakt erinnert mich irgendwie an Lily of the Valley der gleichnamigen Firma, ein wenig Spuelmittelaehnlich, weich, schaeumend, eine angenehme Brise, die man in Kuechenspuelmittel finden koennte.
Es ist nicht stechend, es ist einfach mir persoenlich zu..weich, zu wenig gruen und pfefferig, Freesie hat eine etwas rauhe kratzende Note, die der blumeligen Seifigkeit ein Gegengewicht gibt.
Man soll hier bis zum Drydown abwarten, zum Schluss wird Freesia etwas gruener und natuerlicher, doch die spuelmittelmaessige Note will nicht verschwinden und auf sowas stehe ich nicht.
Ein huebscher, strahlender blumig gelb- weiss-gruener Duft, den Liebhaber von Sauberdueften Richtung Duschgel gut finden koennten.
Sillage und Haltbarkeit: nicht schlecht, obwohl es bei mir nur ein Hauttest war.
Edit: In der Basis erinnert mich Freesia an Be Delicious von DKNY und der ist auch nicht mein Fall.

Byzantium Tesori d`Oriente von aquaria 2017-02-09

Oh ja, wirklich ein richtiger Schatz. Der Kommentar von KarateArwen trifft den Duftcharakter perfekt.
Ich kenne den „Byzantium“ erst seit Kurzem. Er war die letzte und definitiv eine meiner schönsten Entdeckungen des Jahres 2016. Der Duft ist eine perfekt ausbalancierte Mischung aus den oben angeführten Duftnoten. Die stichwortartige Kategorisierung: mandelartig, süß, blumig, Honig, balsamisch und nussig beschreibt den Duftcharakter sehr akkurat.
Für mich ein Pflegeduft mit der richtigen Mischung aus sauber cremig und kuschlig pudrig. Ich merke das Heliotrop sehr deutlich, das dem Duft eine famose Weichheit verleiht, Rose und Mimose steuern saubere Blumigkeit und einen „parfümigen“ Charakter bei. Der Rest ist cremig-balsamisches Wohlgefühl, schmeichelnd und einhüllend.
Eine äußerst feine Melange aus süßem Mandelaroma, mild und süß würzigen Akzenten, fließend balsamischen Elementen und einem zarten Honigleuchten.
Die Ähnlichkeit zum „Loukhoum Eau Poudree“ ist definitiv vorhanden. Ich mag den Loukhoum sehr gerne, der „Byzantium“ gefällt mir aber sogar noch einige Ticken besser als der Mecheri, bei dem ich die Süße an manchen Tagen als etwas aufdringlich empfinde.
Dieser Duft hier erzeugt einen behaglich warmen, cremigen Schmelz mit einer Süße, die ich durchgehend als sehr behaglich empfinde, zu keiner Zeit drückend oder klebrig oder zu zuckrig süß. Da sind ganz feine Nuancen von etwas Dunklerem zu erahnen, eine schokobraune, schmeichelnde Wärme, ohne dass der Duft explizit nach Schokolade riecht.
Ein Creme-und Pudertraum, in dem ich mich zu 100% wohlfühle.

Tender Blossom Betty Barclay von aquaria 2017-02-09

Sehr zart, sehr frisch, eine pastellige Blumenwiese mit viel Grün an einem frischen Frühlingstag, während die Luft sich langsam in einer schwachen Sonne erwärmt.
Der Auftakt ist hell und sonnig zitrisch. Ich hatte beim Blindtest auf eine Mischung aus Grapefruit, Zitrone und etwas weicherem Orangefarbenem getippt. Eine feine blumige Süße stellt sich fast unmittelbar ein und legt sich über die Zitrus-Tautröpfchen. Das ist auch die Phase, die mir am besten gefällt. Hier hat der Duft etwas Elfenhaftes. Ich sehe eine zarte Gestalt in hellgelbem Kleid mit flatternden Tüllschleiern aus feinem Nebel auftauchen und über eine taufeuchte Blumenwiese „schweben“.
Das taufeuchte Element verschwindet rasch, und übrig bleibt ein mäßig süßer Blumenduft in Weiß und Hellgelb mit mild zitrischer Begleitung.
Die einzelnen, in der Pyramide angegebenen floralen Noten kann ich nicht identifizieren. Der Gesamteindruck ist einfach sehr hell blumig und weich pastellig. Hätte die Dame auf obigem Werbebild ein zitronengelbes Kleid an, träfe dies optisch ziemlich genau meinen Dufteindruck.
Im restlichen Drydown verändert sich der Duft an mir nicht mehr wesentlich. Es bleibt bei diesem Blütenpotpourri, allerdings ist der Duft sehr kurzatmig und verliert rasch an Aussagekraft.
Nach 1-2 Stunden wird er an meiner Haut zu einer unbestimmt grün-blumigen, diffus nebligen, leicht süßlichen Mischung.
Kein Duft für mich, aber an einem Mädchen oder einer jungen Dame stelle ich mir den ganz charmant vor. Er ist absolut unaufdringlich, erzeugt aber eine liebliche, leicht süßliche, etwas abstrakt wirkende, nette Blümchenwolke.

zuerst : helle, zitrische würze.
charakter. nobel , niemals vordergründig.
holziges bildet ein schlankes rückrad.
der weihrauch weht von anfang an sanft hindurch, bleibt aber auf geheimnisvolle weise durch zitrische und blütige anteile frisch und jung.

ein beruhigender, weitender, beinahe meditativer duft.
nein, ganz jung ist der mensch vielleicht nicht mehr, der ihn trägt.... aber auf beeindruckend kluge weise jung geblieben)))))

Raspberry Cream Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-09

Auch Raspberry Cream fällt, wie viele der anderen Fruttini-Düfte, sehr süß aus (allerdings, gegenüber z.B. Cherry Vanilla schon ein wenig gemäßigter). Die Himbeernote hat zwar auch kleine natürlich säuerlich anmutende Akzente (was den süßen Eindruck wenigstens ein wenig abschwächt und den Duft zumindest geringfügig facettenreicher macht), ist hauptsächlich allerdings wirklich sehr süß-fruchtig. Dazu kommt bei diesem Duft eine ausgeprägte sahnig-milchige Note, die mir persönlich wie Schlagsahne vorkommt. Der Gesamteindruck von Raspberry Cream erinnert mich an mit Himbeermarmelade gefüllte Windbeutel, Himbeertorte mit Sahne oder auch kräftig süß-zuckerigen Himbeer-Sahnepudding. Ein sehr gourmandiger Duft mit moderater Sillage, die Haltbarkeit liegt bei bis zu 3-4 Stunden.

Manchmal gefallen mir auch solche Düfte ganz gut, ich lege sie abends in meiner Freizeit ab und zu auf. Raspberry Cream war mir persönlich dann aber doch ein wenig zu eindimensional und süß. Was Düfte mit Himbeernoten betrifft, gefällt mir beispielsweise Mind von Flormar besser (ist allerdings ein gemischter Waldfrucht-Duft), oder aber der ein wenig multidimensionalere Wonderstruck Enchanted von Taylor Swift.

Cherry Vanilla Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-09

Cherry Vanilla fällt, wie die meisten Düfte von Fruttini, sehr kräftig und süß aus. Ein enorm fruchtiger Kirschduft, etwas gezuckert. Vanille nehme ich nicht allzu stark wahr, aber das bisschen, das ich rieche, ist auch eher der vollmundigen, süßen, puddingartigen Sorte. Ich meine auch, etwas leicht Marzipaniges, Mandeliges im Hintergrund zu riechen. Insgesamt macht die Kirschnote auch einen eher bonbonartigen, nicht ganz natürlichen, Eindruck. Leicht säuerliche oder frische Eindrücke, wie echte Kirschen sie an sich haben, bietet Cherry Vanilla nicht. Wer es hingegen wirklich süß mag, kann hier nichts falsch machen. Sillage und Haltbarkeit sind moderat, für ein Bodyspray also schon sehr ausgeprägt.

Milky Orange Fruttini von PhoenixNoctulus 2017-02-09

Milky Orange ist ein sehr fruchtiger, aber auch milchig-sahniger Duft, außerdem ist er auch ein wenig spritzig und limonadig, ich denke persönlich an Calippo-Eis, wenn ich diesen Duft rieche :) Wobei Milky Orange noch einmal deutlich milchiger und sahniger ist, und ein kleines bisschen weniger brauseartig. Ein sehr süßer, eher kindlicher Duft. Und für ein Bodyspray sind Sillage und Haltbarkeit wirklich überdurchschnittlich. Ich persönlich habe mir auch ein Fläschchen davon zugelegt, manchmal lege ich ihn zuhause ganz gerne auf, wobei ich zugeben muss, nach einer Weile ist er mir dann doch ein wenig zu eintönig und süß. Ich trage ihn also leider doch etwas seltener, als erwartet. Aber manchmal ist er schon ganz schön.

Tresor Midnight Rose Lancome von noa69 2017-02-09

In meiner Kindheit gab es Vibovit, Vitamine fuer Kinder in kleinen Tuetchen, weisser fruchtiger synthetischer Pulver, den Kinder mit der Zunge ausleckten.
Zugegeben, ich mochte den Geschmack nicht so, aber die Art, wie man es essen konnte war schon cool ;)
Spaeter gab es noch Lutsch Bon Bons, grelle Farben, sehr suess, fruchtig und enorm kuenstlich, aber die grellen bunten Farben waren schon cool ;)
Letztens habe ich mich in der Drogerie mit Midnight Rose besprueht. Und fuehlte mich von Vibovit umweht: die pulverige weisse Konsistenz und trockene Suesse plus fruchtiger Geschmack der grellen violleten Lutsch Bon Bons mit schwarzer Johannisbeeren Geschmack.
Tresor Midnight Rose ist ein huebsches suesses fruchtiges Dueftchen, mir jedoch zu kuenstlich und pulverig trocken.
Aber der Flakon ist schon cool...;)
Die Haltbarkeit und Sillage: sehr gut!

Clean Warm Cotton Clean von aquaria 2017-02-08

Endlich mal ein Duft, der für mich leicht zu beschreiben ist: „Warm Cotton“ riecht exakt wie ein weißes Baumwollshirt, das man gerade feucht gebügelt und gleich darauf angezogen hat. Und dieser saubere und bügelwarme Eindruck hält sich phänomenal gut auf der Haut.
Es ist überhaupt ein sehr kräftiger Duft, der an einem damit besprühten und irgendwo im Raum platzierten Kosmetiktuch den ganzen Raum mühelos füllt.
Der Auftakt ist prickelnd hell-zitrisch, sehr freundlich und frisch und überaus kräftig. Das Schöne daran ist, dass sich dieses fröhliche und saubere Zitrusaroma den gesamten Duftverlauf hindurch hält, auch wenn die Umgebung mit warmem, nebligem Moschus rasch diese typische, leicht dampfende Bügelwärme entwickelt (für mich riecht dieser Moschus so, als wäre er mit nebligen Aldehyden aufgepeppt).
Eine salzige Note unterstützt den Frischecharakter zusätzlich noch aufs Schönste. Meine Angst, der Duft könnte zu aquatisch werden, war hier völlig unbegründet. Ich rieche nur salzige, frische Luft ohne irgendwelche Meerwasser-Anklänge.
„Warm Cotton“ bleibt an mir dann durchgehend Bügelwäsche. Die restlichen Duftnoten, vor allem hellgrüne und minimal würzige Duftfäden von Farn (ein bisschen Felce Azzura Weichheit und Würze, die manchmal schwach zu vernehmen ist) und die salzigen Akzente dürften dafür sorgen, dass dieser Duft nie dumpf, unsauber oder gar muffig nach Bügelwäsche riecht.
Der Name ist Programm, und mir gefällt dieser Clean-Duft außerordentlich gut. Eine Überlegung als Frühling-/Sommerduft wert.

Vanille Cuir M. Micallef von aquaria 2017-02-08

„Vanille Cuir“ empfinde ich als weder besonders vanillig noch als einen ausgeprägten Lederduft. Die Vanille zeigt sich mir bis auf die ganz letzte Phase des Drydowns als überraschend unsüß, das Leder wurde sehr zurückhaltend und vorsichtig dosiert.
An mir entwickelt sich „Vanille Cuir“ zu einem janusköpfigen Duft, der einen durchgehenden Spannungsbogen zwischen einer kühlen, sauberen, phasenweise seifigen und aromatisch-würzigen Duftprojektion und einem warm-würzigen, cremigen und leicht süßlichen Duftzentrum bildet.
Der Auftakt überrascht mit einer süßlich würzigen und dunkelwarmen Aura. Da sind nicht nur die Basisnoten bereits schwach zu vernehmen, da ist auch etwas dunkel Fruchtiges, in Richtung satte Pflaume, das mir einen Eindruck nach gewürztem Likör vermittelt.
Gleichzeitig zieht sich von Beginn an ein frisch-würziger, sehr „sauberer“ Strang durch den Duft, wofür nicht nur die Bergamotte, sondern auch brisige Duftfäden von Minze und Lavendel verantwortlich zeichnen. Die sehr frische Mischung aus sauberem, manchmal seifigem Lavendel, unterstützt von der kühlen Minze prägt an mir den Duft dann bis zum letzten Drittel des Drydowns auch deutlich.
Neben der sauberen, würzigen und glasklaren Lavendelnote machen sich rasch Ledernoten bemerkbar, die äußerst mild und hauchzart gehalten sind. Zuerst merke ich sie nur als leise Rauchigkeit, etwas später verwandeln sie sich zum Duft feiner Lederhandschuhe aus hellem Wildleder, die bereits so oft getragen wurden, dass sie nur mehr schwach nach Lederaroma riechen, dafür mit viel Lavendelöl parfümiert wurden.
Ab dem Mittelteil macht sich aus dem Hintergrund eine helle, schwach dosierte Vanille bemerkbar, die hier nicht gourmandig, sondern relativ unsüß auftritt. Sie wirkt einerseits sehr cremig und „glatt“, aus irgendeinem Grund muss ich an dabei immer an die Konsistenz von seidiger Sahne oder Eierlikör denken, also eine auf der kühlen Seite angesiedelte, flüssig cremige, sämige, aber kühl und unsüß wirkende Vanille. Andererseits blitzt sie in manchen Phasen auch als fluffig-pudriger Hauch hinter den anderen Duftnoten hervor.
Die Süße und Wärme im Duft scheint von einer "mehligen", dunkel wirkenden Tonkabohne zu kommen, von einer kleinen Prise Zimt, die sich ab dem Mittelteil deutlicher bemerkbar macht, und vom Kümmel, der nicht nur Wärme, sondern auch eine gewisse „scharfe“Aromatik beisteuert. Und dann ist da auch noch ein schwach vernehmlicher Hauch an Orangenblüten, die auf mich leicht animalisch und sehr warm wirken.
„Vanille Cuir“ empfinde ich als durchgehenden Kontrast zwischen einem warmen und leicht süßwürzigen Zentrum, das sehr weich und cremig wirkt, und einer kühlen, oft seifigen und würzig-aromatischen Oberfläche. Der Duft ist belebend frisch und entspannt warm zugleich.
Mein Duftbild: Kühle Abendluft. Ein Freund legt mir seine alte, viel getragene Lederjacke um die Schultern. Nach Leder riecht sie nur mehr schwach. Das Leder menschelt. Es hat seine Körperwärme gespeichert. Ich rieche einen Hauch des Likörs, den er vor ein paar Tagen auf seiner Jacke verschüttet hat. Der Jackenkragen riecht noch nach der Rasiercreme, die er am Morgen verwendete. Das warm-würzige, glatt-cremige Aroma nach weicher, sauberer Cremeseife und Lavendel steigt mir in die Nase.

Lapidus Woman Ted Lapidus von KarateArwen 2017-02-08

Ted Lapidus ist ein ganz sanfter Puderduft.Er ist sehr hautnah.Ein Duft für alles Puderfans die es leicht und dezent mögen.Er erinnert an leichte Rosenblüten getaucht in feines Gesichtspuder.Am Rande vernehme ich noch dezente Vanillenoten.Der Duft wird in der Basis wärmer durch Ambernoten. Er hält sich gut auf der Haut.Ein Duft wie für eine Ballerina geschaffen.Die zart und zerbrechlich erscheint.Ein schöner Frühlingsduft.Er kann auch an warmen Sommerabenden getragen werden.

Pink Grapefruit The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-08

Pink Grapefruit fällt relativ natürlich aus. Anfangs noch prickelig und fast etwas limonadig, entwickelt sich nach einigen Momenten ein authentisch säuerlich-frischer, gleichzeitig aber auch zart fruchtig-süßlicher, und auch leicht (in einem natürlich wirkenden Ausmaß) bitterer Duft. In warmen Monaten ist er schön erfrischend, bei schlechtem Wetter könnte er fröhlich und etwas tröstend, aufheiternd, wirken.

Selbst ich als Person, die Grapefruit-Noten in Düften meist eher nicht mag, finde diesen Duft irgendwie angenehm zu riechen. Er ist wirklich gut gemacht. Sillage und Haltbarkeit sind beim Bodyspray zwar leider nur sehr gering ausgeprägt, aber beim Preis von 11 Euro für 100 ml kann man auch regelmäßig nachsprühen, ohne sich dabei zu verschulden.

Strawberry The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-08

Strawberry fällt sehr süß aus, ansatzweise sogar zuckerig-limonadig, aber gleichzeitig auch mit einem merkwürdigen herb-chemischen Unterton. Mich erinnert dieser süß-fruchtige Duft nicht an echte Erdbeeren, sondern mehr an Erdbeer-Bonbons, oder an süßes Kinder-Shampoo. Auf jeden Fall deutlich gezuckert und nicht sonderlich frisch.

Meine ganz persönliche Assoziation zu diesem Duft ist besonders die "Erdbeer"-Fanta, die es in einigen asiatischen Ländern regulär gibt (und die man hier in Deutschland ab und zu in asiatischen Läden findet, in 0,33-Liter-Dosen). Sie unterscheidet sich deutlich von der Erdbeer-Fanta, die hier in Deutschland manchmal in den Regalen steht (der Coca-Cola-Konzern passt die Rezeptur an den jeweiligen Geschmack der diversen Länder an). In Europa würde man bei der asiatischen (thailändischen, chinesischen, japanischen,...) Variante wohl den Kopf schütteln, einige Leute würden möglicherweise gar kein spezifisches Erdbeer-Aroma mehr dabei erkennen können, sondern nur fruchtige Süße. Da ist ein traubenzuckerartiger Anteil mit bei, unverkennbar. Irgendwie ist das typisch für asiatische "Erdbeer"-Produkte. Auch die "Mikado"-Schokostäbchen mit Erdbeer-Aroma aus Japan schmecken nicht wirklich echt, sondern nach einer Mischung aus Traubenzucker, Tortenglausur und Erdbeer-Aromastoff aus der Chemie-Fabrik. Irgendwie mag ich dieses typische Chemie-Erdbeer-Aroma allerdings, so absurd es klingt. Kindheitserinnerungen?

Jedenfalls finde ich genau diese süße, etwas chemische, merkwürdige Erdbeer-Aroma auch in diesem Duft wieder. Ob es gefällt, da dürften in diesem Fall die Meinungen deutlich divergieren. Daher würde ich eher zum Testen raten, anstatt zum Blindkauf. Die Sillage ist beim Bodyspray moderat, die Haltbarkeit leicht unterdurchschnittlich mit etwa 2-3 Stunden. Das Eau de Toilette hält geringfügig länger durch.

Coconut The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-08

The Body Shops Kokos-Mono-Duft empfinde ich als relativ authentisch. Zwar hat er leider einen leicht chemischen, alkoholischen Auftakt - aber danach rieche ich wirklich pure, naturnahe Kokosnuss. Also, eigentlich eher kräftige, süße Kokosmilch/creme/raspeln (oder den Kokospudding, den man in einigen asiatischen Ländern daraus herstellt), nicht das zarte, sanfte Kokoswasser.

Coconut ist süßlich-cremig, milchig, ein wenig zuckerig, ein wenig wie helles Sandelholz... ja, da findet sich tatsächlich auch ein leichter holziger Aspekt, der ein wenig an die faserige Kokosnussschale erinnert; nicht unpassend also. Insgesamt ein gar nicht mal schlechter Duft, zu einem nicht allzu teuren Preis (11 Euro für 100ml Bodyspray oder 15 Euro für 30ml Eau de Toilette). Die Süße und das Statische dürfen einen natürlich nicht stören, aber für Kokos-Fans könnte dieser Duft sicher ganz schön sein.

Satsuma The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-08

Als Satsuma wird eine japanische Clementinen-Art bezeichnet. Tatsächlich erinnert dieser Body-Shop-Duft auch an den authentischen Clementinen-Duft, den ich als zart süßlich, aber auch säuerlich und spritzig beschreiben würde - aber, das ist nicht alles. Dieses Parfüm erscheint mir irgendwie gezuckert. Da sind noch süße Noten, da ist eine gewisse Limonadigkeit, irgendwie hat der ganze Duft etwas Brauseartiges und gleichzeitig auch sehr Saftig-Süßes.

Ordnet man ihn als Limonaden-Gute-Laune-Duft ein, ist er eigentlich gar nicht mal schlecht gelungen (wenn auch ein bisschen synthetisch - aber es ist Brause, also was soll's?!). Einen leichten, zarten, natürlichen, vielleicht auch etwas erfrischenden, Clementinenduft, der auch die üblichen grünen und leicht herben Momente hat, wird man hier allerdings nicht finden. Sillage und Haltbarkeit sind bei der Bodyspray-Variante schon moderat, was für ein gering konzentriertes Duftwässerchen schon ziemlich ordentlich ist.

Satine Lalique von KarateArwen 2017-02-08

Die Düfte von Lalique haben alle ihren speziellen Charakter , welches ich sehr schön finde.Zumal sie nicht an jeder Ecke zu riechen sind.Satine ist definitiv ein Seidenduft.Diese Umsetzung ist gelungen.Er ist am Anfang , wie hier schon beschrieben worden ist , sehr medizinisch.Das mag am Anfang abschrecken.Er braucht Zeit sich auf der Haut zu enwickeln und ich glaube er braucht dazu auch eine gecremte Haut , damit sich die Duftmoleküle verbinden können.Nach einiger Zeit wird er warm und riecht rosig mit einer balsamigen Note.Das macht ihn schön greifbar und er fühlt sich sehr beschützend an.Ich denke an eine sehr wohltuende Körpercreme mit Seidenextrakten.Er begleitet einen den ganzen Tag.Der Träger fühlt sich besonders gepflegt und sehr elegant.Für Tage in denen beschützende Düfte getragen werden möchten ist er eine sehr gute Wahl , oder an einem schönen Abend auf der Couch.

Elixir de Bombe 27 87 von aquaria 2017-02-07

„Elixir de Bombe“, dieser Name fällt auf, und dann natürlich auch der ungewöhnliche Markenname. Macht neugierig. Und da der Gott der Neugier es offensichtlich mal gut mit mir meinte, fand ich zu meiner Überraschung eine Probe des Duftes in einem der letzten Tauschpakete. Vielen Dank dafür, Comfy.
Der Markenname lässt sich dank Google rasch ergründen. Es handelt sich um das Geburtsdatum der jungen Berlinerin Romy Kowalewski, die sich in Barcelona niederließ und dieses moderne Lifestyle-Label gründete.
Der Name des Parfüms ließ mich auf eine Explosion aller möglichen Aromen schließen. Diese Bombe liefert mir der Duft nur in den ersten paar Minuten, der Rest ist gut gemacht, hat Präsenz und wirkt ansprechend auf mich, ist aber sehr ruhig und leise.
Der Auftakt ist sehr lebhaft, prickelnd mit Pfeffer, einer Prise Chilli und anderen feurig kribbelnden und aromatischen Gewürzen. Könnte Ingwer sein, könnte ein scharf aromatisches Kraut sein, vielleicht auch ein paar Aldehyde. Bin mir nicht sicher. Dieses prickelnde Nasenfeuerwerk legt sich unter eine helle, sehr frische Fruchtigkeit, in der süße und säuerliche Anteile perfekt ausbalanciert wurden. Ich rieche die süße, reife Himbeere und die reife, süß-säuerliche Mandarine. Es dürften aber noch mehr Fruchtnoten hier mitspielen, einige dunkel aromatische (Johannisbeere?) und andere, die einen sonnigen Eindruck mitbringen (milde Orange? Pfirsich?).
Eine wahre Fruchtbombe, die dennoch absolut angenehm wirkt. Frisch und freundlich, nichts Übersüßes oder Aufdringliches.
Mit der hauchzarten Ledernote, die umgehend auftaucht und für mich mehr nach warmem, animalischem Moschus als nach Leder riecht, einem leisen Anklang von zart cremigem Ylang-Ylang und einer noch hauchzarteren, luftigen Karamellnote entsteht eine begleitende Cremigkeit, die schließlich den Eindruck nach geschmolzenem Fruchtsorbet auf luftig aufgeschlagenem Karamellspiegel erzeugt.
Der Duft ist zwar nicht laut, hat aber Volumen und spürbare Textur. Er gibt mir das Gefühl, ein bauschiges weiches Kissen aufgesprüht zu haben, das mit feinstem, weißen Wildleder bezogen ist, während ein prall gefüllter Früchtekorb direkt vor meiner Nase auf dem Tisch steht.
„Elixir de Bombe“ wird, wie gesagt, nach den ersten paar Minuten schnell ruhiger. Nach einiger Tragedauer entwickelt er eine fließende, behagliche, mild einhüllende Wärme, die von schwach dosiertem Ambroxan stammen könnte. Ich rieche am Rande der Wahrnehmung etwas ambriert Holziges, das dem Früchteduft Tiefe und Halt gibt. Aber wirklich nur extrem leise holzig. Alles verschmilzt in dieser leisen vor sich hinfließenden Cremigkeit, die zwar süß und sämig ist, aber durch die bis zum Schluss vorhandenen Beeren- und Fruchtnoten eine angenehm zarte Frische und auch Atmungsaktivität behält.
Das alles kann man sich als süß-saures Fruchtbonbon mit Himbeergeschmack und zart schmelzendem Karamellüberzug vorstellen, hier allerdings ganz ohne synthetische Geschmacksnuancen.

Shea The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Shea ist ein frischer, cremiger, nussiger Duft. Neben den cremigen und nussigen Aspekten (Letztere würde ich am ehesten ein wenig mit einer Mischung aus Haselnuss und Macadamia vergleichen wollen, aber so ganz trifft es das auch nicht - allerdings, die Richtung stimmt in etwa) erkenne ich verschiedene kühle Noten, etwas definitiv Holziges (mich erinnert es persönlich ein wenig an kalte Zeder), auch etwas Kaffeeartiges, Herbes.

Gewisse maskuline (oder für mich eher: unisex mit leicht maskuliner Tendenz) Anklänge hat er schon, das stimmt. Dazu trägt mit Sicherheit auch eine gewisse luftige Frische mit bei, die der Duft besonders in seiner Anfangszeit sehr deutlich ausstrahlt. Und die moschusartige Basis ist, bei all ihrer zarten Puderigkeit, auch eher frisch und clean. In der Hinsicht fühle ich mich ein wenig an Noa von Cacharel und Pure Style von Betty Barclay erinnert, wobei diese durch süßliche und blumige Noten (die Shea so nicht besitzt) noch einmal ein kleines bisschen femininer ausfallen.

Insgesamt empfinde ich Shea aber nicht als schlecht. Im Gegenteil, für Personen, die frische, saubere, cremige und zartpuderige Düfte mögen, die eine gewisse Kühle ausstrahlen, dennoch relativ dezent wirken, könnte Shea ein wirklich super geeigneter Duft sein. Sillage und Haltbarkeit sind eher gering ausgeprägt.

Atlas Mountain Rose The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Atlas Mountain Rose ist einer von zwei (mehr oder weniger) Rosen-Solifleurs, die The Body Shop derzeit anbietet - der andere ist British Rose. Und im Vergleich zu British Rose fällt Atlas Mountain Rose etwas weniger frisch und vor allen Dingen puderiger und auch etwas wärmer aus.

Zwar bleibt auch Atlas Mountain Rose wirklich leichtflüchtig, zart tauartig und ein wenig luftig, allerdings ist die Puderbasis des Duftes ausgeprägter, es finden sich im Auftakt diverse Zitrusnoten (Bergamotte, Zitrone, vielleicht sogar ein wenig fruchtig-süße Orange?), und - für meine Nase wohl der deutlichste Unterschied - Atlas Mountain Rose erhält durch Ambra in der Basis etwas mehr Wärme und Substanz, auch ein kleines bisschen mehr Süße. Während British Rose eindeutig frühlingsfrisch wirkt, würde ich Atlas Mountain Rose nicht zwangsläufig nur einer Jahreszeit zuordnen. Nicht nur an sehr warmen Tagen, auch im Herbst könnte sich dieser ganz zart puderig-ambratisch untermalte Rosenduft gut machen.

Von der etwas stärkeren, ambratischen Basis profitiert bei diesem Duft auch die Haltbarkeit: Der Duft schwindet nicht ganz so schnell, sondern hält durchaus bis zu 5 Stunden durch. Auch die Sillage ist nicht mehr ganz so schwach, sondern fällt schon moderat aus. Wer puderige, leicht ambratische Rosendüfte mag, könnte Atlas Mountain Rose testen.

British Rose The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

British Rose empfinde ich als sehr zarten, luftigen, frühsommerlichen Rosenduft. Die Rosennote hat gleichzeitig leicht säuerliche, frische Akzente, allerdings auch ganz zarte süße, leicht geleeartige. Insgesamt wirkt die Rosennote relativ natürlich. Ich könnte mir vorstellen, dass da auch noch leicht aquatische Noten hintergründig vorhanden sind (möglicherweise Lotus oder ganz leichter, wässeriger Jasmin?), möglicherweise auch sanfte grüne Noten, da der Duft einen gewissen frischen, luftigen und auch leicht tauartigen Eindruck macht. Außerdem glaube ich, zum Auftakt ein paar kurze Momente auch etwas Zitrus wahrzunehmen. Und als Basis des Duftes ist Puderiges zu vernehmen, möglicherweise ein kleiner Anteil Moschus.

Insgesamt ein angenehmer, leichter, frischer Rosenduft mit etwas zarter Puderigkeit und einem leicht wässerig-taufrischen Einschlag. Für Leute, die Rosendüfte mögen, ist British Rose einen Test wert. Sillage und Haltbarkeit sind allerdings, das kann ich nicht verschweigen, eher schwach ausgeprägt.

Lalique Lalique von KarateArwen 2017-02-07

Femme Lalique ist ein zarter , weicher Blütenduft (ich schreibe hier über das eau de Toilette ).Sehr prägnant ist eine Pfirsichnote , die mit kleinen Jasminblüten verziert ist.Es ist ein Cremeduft , der edel und luxuriös wirkt.Eigentlich ein Klassiker.Ganz entfernt erinnert er an Burberry Rose Gold.Er ist also absolut zeitgemäß und kein verstaubter nostalgischer Duft.Er kann problemlos zu einem festlichen Anlass getragen werden oder an einem kalten Wintertag , wenn es dunkel und grau ist.Dieser Duft ist stimmungsaufhellend.Ich sehe ihn als zartrosafarbenen Duft an.Ich verbinde damit ein feines Tüllkleid , welches sich sanft mit seiner Trägerin bewegt.Ein wunderschöner feiner elganter Duft.Für jeden geeignet , der cremige , sanfte und gepflegte Düfte mag.

Brazil Nut The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Brazil Nut - unter der Bezeichnung finden sich viele verschiedene Pflanzen. Laut The Body Shop ist die namensgebende Nuss für den gleichnamigen Duft allerdings die Paranuss. Mit der Info im Hinterkopf kann man sie tatsächlich erkennen, das typische nussige, sanft süßliche, sogar minimal holzige Aroma ein wenig aus dem Parfüm herausriechen. Ich muss allerdings zugeben: Insgesamt geht es in diesem Duft doch etwas unter. Was daran liegen könnte, dass Brazil Nut eben nicht nur nach Paranuss duftet, sondern darüber hinaus auch noch starke Anteile von Schokolade(!) und Vanille aufweisen kann.

Ja, für mich ist es sogar hauptsächlich ein nussiger, leicht vanilliger, Schokoladenduft. Mittlerer Kakaoanteil, schon etwas cremig, aber auch nicht zu milchig. Aber auch keineswegs dunkel oder herb. Ein wenig wie der andere Schoko-Duft von The Body Shop, Chocomania, aber etwas facettenreicher, eben leicht nussig, und durch die Vanille auch ein wenig leichter, luftiger (es ist eine eher zarte, sanft cremige Vanillenote, nicht zu süß, nicht puddingartig, aber auch weder herb noch holzig). Dabei fällt Brazil Nut für einen Schoko-Nuss-Duft nicht übersüß aus (also nicht gerade wie Nutella), was ich persönlich als positiv empfinde. Ich denke, wer schokoladige Aromen mag, reine Schoko-Mono-Düfte aber zu eintönig oder süß findet, könnte Brazil Nut mögen. Sillage und Haltbarkeit sind moderat.

Chocomania The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Chocomania. Der Name ist das volle Programm. Ein satter, süßer, sehr kräftiger Schokoduft - nicht mehr, nicht weniger. Ich empfinde die Schoko-Note als nicht wirklich herb, allerdings, ganz helle, zarte Milchschokolade ist es auch nicht. Ich würde den Duft irgendwo dazwischen einordnen. Dabei ist der Duft tatsächlich auch cremig und süß, nicht so trocken und zumindest etwas herb, wie reiner Kakao duftet, sondern tatsächlich mehr wie eine richtige Tafel Schokolade.

Mir persönlich ist der Duft dann doch etwas zu "intensiv": Leicht überdurchschnittliche Sillage und Haltbarkeit, ausgeprägt süß, komplett statisch. Wer mich kennt, dürfte es erahnen, dass mir herbere Kakaonoten meist etwas lieber sind. Da ich zuvor die Erfahrung gemacht hatte, dass mir die meisten Schokoladen-Mono-Düfte einfach viel zu statisch und süß sind, habe ich solche Düfte eine ganze Weile gemieden... Bis mir zufällig das Duschgel Coccoloso von Bottega Verde (als Gratis-Beilage zum Paket) ins Haus flatterte. Was für ein schöner Schokoduft! Tatsächlich herber, nicht so süß, ich empfinde ihn irgendwie als facettenreicher und angenehmer (aber das ist wohl auch immer Geschmackssache). Jedenfalls: Zu diesem Duft soll es auch ein Parfüm geben (leider noch nicht in der Datenbank). Das wollte ich nur mal anmerken, für die, denen Chocomania zu süß ist. Alle Schoko-LiebhaberInnen, die damit kein Problem haben, sollten Chocomania aber durchaus mal testen - als gut gemacht empfinde ich ihn jedenfalls, Geschmack hin oder her.

Frosted Plum Shimmer Mist The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Frosted Plum fällt sehr süß aus, quasi wie gezuckerte Backpflaumen. Dazu findet man im Hintergrund noch einige Akzente zartpuderiger Blumen, vor allen Dingen rieche ich tatsächlich Pfingstrose heraus, aber auch kleine, scheue Nuancen von Magnolie. Eigentlich passen die Blütendüfte gar nicht mal schlecht zur Pflaumennote, allerdings mildern sie die enorme Süße nur geringfügig. Insgesamt ein thematisch durchaus passender Duft (US-amerikanische Weihnachten...), aber für meine Nase könnte er durchaus natürlicher(!) und sanfter, vor allen Dingen nicht so zuckerig, ausfallen. Für die Feiertage, wenn man in Kuchen- und Gebäckstimmung ist, vielleicht dennoch ein geeigneter Duft, aber ich persönlich wüsste nicht, wie und wann ich davon tatsächlich einen ganzen Flacon aufbrauchen sollte. Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit überdurchschnittlich.

Vanilla Brulee The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Der ab und zu limitiert (z.b. als Weihnachtsedition) erhältliche Duft Vanilla Brulee fällt deutlich süßer aus, als der reguläre Body-Shop-Vanilla-Duft. Er ist sehr zuckerig, fast auch ein wenig honigartig, und auffällig ist die - wie der Name ja schon sagt - röstige, karamellartige, an braunen Zucker erinnernde, Hintergrundnote. So kommt mir Vanilla Brulee irgendwie auch etwas klebig vor, leicht rauchig, leicht würzig, und ja, sehr süß. Mir persönlich leider fast schon etwas zu süß, auch ein wenig überwarm und relativ schwer, was mir nicht so gut gefällt, gerade auch, da der Duft komplett statisch ist, sich also über Stunden nicht im Geringsten verändert. Auf Dauer ist mir das einfach zu viel. Als Duschgel während der Weihnachtszeit durchaus noch ganz nett, aber das Eau de Toilette hat eine moderate bis leicht überdurchschnittliche Sillage und eine Haltbarkeit von gut 4-5 Stunden, da schlägt mir diese Wärme und Süße ehrlich gesagt einfach irgendwann etwas auf die Nerven. Für FreundInnen von sehr zuckerigen, süßen Düften ist Vanilla Brulee aber vielleicht dennoch einen Test wert.

Glazed Apple Shimmer Mist The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-07

Der Body-Shop-Weihnachtsduft Glazed Apple (herausgebracht in verschiedenen Konzentrationen, auch als beduftetes Schimmer-Spray) ist geprägt durch eine kräftige, fruchtig-frische Note von grünen Äpfeln, die allerdings auch eine gewisse Süße hat. Dafür sorgen Untertöne von gourmandiger Vanille und jahrmarktartiger Zuckerwatte. Meiner Meinung nach hat der Duft aber nicht nur vanillige und zuckerige Töne, sondern auch ein leichtes karamellartiges, also sanft röstiges, Aroma. Wobei die Aromen alle ziemlich künstlich ausfallen, ich muss eher an Apfelbonbons denken, als an echte Äpfel. In der Hinsicht ähnelt Glazed Apple dem alten Yves-Rocher-Kinderduft Pomme d'Api. Insgesamt fällt Glazed Apple relativ kräftig aus, auch das Shimmer-Spray hat immerhin eine moderate Sillage, was ich für ein Bodyspray schon als recht stark empfinde.

Vielen Dank für die Probe, Comfy!
Nach einigen getesteten Düften von Sven Pritzkoleit glaube ich, so etwas wie eine persönliche „Handschrift“ zu erkennen, ein oft wiederkehrendes Thema, und das ist unter anderem die Verwendung von Nagarmotha, eine Duftnote, die mir vor den Pritzkoleit-Düften völlig unbekannt war.
Auch in diesem Duft ist Nagarmotha sehr prominent zu riechen. Es handelt sich um die Wurzel des Nargamotha-Grases, für mich ein warm-rauchiger Dufteindruck, beruhigend dunkel, samtig erdig, leicht herb, aber nicht bitter, weich und transzendent.
Das Öl dieser Pflanze, Cypriol, erinnert mich an indische Räucherstäbchen. Und dieses Aroma begrüßt mich auch in diesem EdP als erstes und bleibt über mehrere Stunden.
In der Anfangsphase erscheint mir die Rauchigkeit sehr lebhaft ätherisch und leicht minzfrisch. Woher dieser Eindruck stammt, kann ich nicht sagen. Es ist schwer, eine Note zu fassen zu kriegen, die man in natura noch nie gerochen hat. Vielleicht ist dieses Minzige eine frisch-grasige Komponente dieses Nargamotha, vielleicht wirkt der Beifuß hier in dieser Umgebung so minzig frisch oder vielleicht ist es auch eine rauchige, grüne, sehr frische Holznote, die diese frische Brise durch den Wald wehen lässt. Ja, ich schreibe Wald, denn auf mich wirkt der Duft in den ersten 2-3 Stunden genau so, wie phoenix ihn beschrieben hat.
Ich rieche frisch geschlägertes Holz, die trockene Rinde von Bäumen, den weichen, mit Blättern übersäten Waldboden, der eine trocken-moosige und erdige Atmosphäre mitbringt, und ich rieche ebenfalls etwas, das mich an Pilze denken lässt. Ein bisschen modrig (auf eine angenehme Weise), nicht den frischen Duft nach Speisepilzen, sondern eher den leicht herben, dunkelgrünen Duft nach den Pilzen und Flechten, die auf Baumstämmen und Felsen wachsen. Auch etwas Animalisches, etwas Körperwarmes ist zu riechen, allerdings nur im Hintergrund, und nicht schmutzig wirkend, sondern nur warm und weich. Meine Assoziation dazu ist das sonnengewärmte Fell eines Tieres.
Nach ca. 3 Stunden ändert sich der Duftcharakter, und es entwickelt sich ein erdiger Patchouli-Duft mit sehr ruhigen Tönen des Nardenöls. Diese Phase erinnert mich ein bisschen an die letzte Phase im Drydown des „Patchouli“ von Villoresi, in dem mich die Narden-Note ebenfalls begeistert. Eine tiefenentspannte, dunkle, braune, samtige Wärme, die aber nicht dumpf und fad vor sich hindüftelt, sondern zugleich beruhigend und besänftigend als auch belebend wirkt.
Ein tiefenwarmer Patchouli-Duft mit einer sanft ätherischen Weihrauchigkeit und der leicht holzigen, dunkelgrasigen Wärme des Nargamotha. Ein Duft, der sich zum Meditieren gut eignen würde oder ein Duft für einen ruhigen Abend, wenn die aufgekratzten Tagesnerven heruntergefahren werden müssen.

Boum Vanille Sa Pomme d'Amour Jeanne Arthes von KarateArwen 2017-02-07

Der Liebesapfel ist ein wunderschöner verspielter Vanilleduft.Er erinnert wirklich an diese Kirmesköstlichkeit ,als wir noch jung waren und meistens nur den roten Zuckerbelag vom Apfel abgeschleckt haben und der Apfel eigentlich uninteressant gewesen ist.Dieser Duft wurde mir aus Frankreich mitgebracht.Dort gibt es eine Riesenauswahl an Arthes Düften.Ich freute mich sehr darüber , denn manchmal brauche ich Düfte die unkompliziert , unbeschwert sind.
Für alle Vanillejunkies ein leckeres Vergnügen ohne Reue.

White Diamonds Elizabeth Taylor von KarateArwen 2017-02-07

Weisse Diamanten , ein wunderbarer reiner , nostalgischer Wäscheduft.Er erinnert mich definitiv an reine , ganz frisch bezogene Betten.Dabei ist er aber richtig gehaltvoll und purer Luxus.Ein kleiner Sprüher reicht für einen ganzen Tag.Mehr darf es nicht sein , denn sonst wird er zu aufdringlich.Ich hätte ihn nie getestet , aber ich bekam eine großzügige Probe davon.Natürlich war es um mich als bekennender Wäscheduftjunkie geschehen.Der Duft erinnert mich an keinen anderen Duft.Er wirkt beruhigend und sehr gepflegt.Ein Duft für unkomplizierte Tage , nur für einen allein.Der Duft ist sehr erwachsen und weiß was er will.So wie ihn die tolle Schauspielerin Liz geschaffen hat.Für mich ein wunderbares Duftmeisterwerk mit hochwertigen Inhaltsstoffen.

Byzantium Tesori d`Oriente von KarateArwen 2017-02-07

Diese Köstlichkeit ist ein richtiger Schatz für Naschkatzen.Pudrige Zuckerware in den schönsten Pastelltönen eingebetet in feinstem Seidenpapier.Mandeln sind eingelegt in zart fliessenden Honig.Darüber werden zarte Zimtwölkchen mit Vanillepuderzucker gestreut.Dieser Duft geht definitiv in die Richtung von Loukhoum Poudree , nur ist er nicht so lange haltbar , aber für diesen Preis , kann ohne schlechtes Gewissen nachgesprüht werden.Ein feiner Marzipanduft mit pudrigen Ausklang.Sanft kuschelig und dazu gibt es noch eine Pflegelinie.Wer Puderdüfte mit Gourmandnoten mag kann ihn getrost blind bestellen.

The Little X-mas Factory essence von KarateArwen 2017-02-06

It is magic :) So steht es auf der Verpackung. Ja und was soll man sagen....es stimmt.Ohne große Erwartungen habe ich mir im Dezember diesen Duft aufgesprüht.In Gedanken , nein der kann nichts sein.Die Herznote gerochen und dachte , nein brauchst du nicht.Aus dem Laden raus und ..
? , was riecht hier so verdammt gut! Nein der Essence Duft doch nicht oder doch♡ Tatsächlich entwickelt sich diese limitierte Version in einen köstlichen Beeren,-Zimttraum.Er ist wirklich ungewöhnlich anziehend.Selbst Männer fragen was so köstlich riecht.Das ist mir noch nicht oft passiert.Essence hat ihn leider nur limitiert und ich hoffe er wird nochmals aufgelegt?Ich weiß wirklich nicht was es für eine geheime Duftzutat ist , es wirkt definitiv sehr magisch.Ein Beerengourmand:) Mit einer Prise Zimt und einen Hauch dunkler Schoki.Sehr haltbar und unschlagbar günstig!

Inlé Memo von aquaria 2017-02-06

Vielen Dank für die Probe, summertime!
Bergamotte, grüner Tee und Herbstduftblüte dominieren an mir den Duftcharakter, und zwar genau in dieser Reihenfolge bzw. Gewichtung.
Das Faszinierende an "Inlé" ist die überaus zarte Aura, die er erschafft. Ja, der Duft hat etwas Asiatisches an sich; er wirkt minimalistisch, licht- und luftdurchflutet, und er ist so zart wie ein hauchdünner Chiffonschal in Limonengrün. Teils aromatisch frisch, teils weich und mäßig warm, mit einer transparenten Süße, die die frischen, grün-bergamottigen Teenoten so richtig zum Leuchten bringt. Ein stilles, transzendentes Leuchten.

Memo beschreiben den Duft so:
„Time stands still over lake Inlé in Burma. Jasmine absolute. Boats like little palaces. Oil of bergamot. Floating gardens and orchards, laden with plants and vegetation, treasure troves of scents and flavours. Osmanthus absolute. The first light of day and the first sounds of a celebration, a farewell to night or a welcome to dawn. Oil of mint. A shimmering lake, a russet sky. Maté absolute. Drifting clouds, radiant lights. Inlé.“

Selten hat ein Werbetext einen Duft für mich so akkurat beschrieben. Inlé ist dank seiner Zartheit ein sehr ruhiger, beinahe transzendenter Duft. Er vermittelt mir das Gefühl, über eine ausgedehnte, stille Wasserfläche zu schauen und selber ganz still zu werden. Ein Zen-Duft.

Schon der Auftakt ist hauchzart und sehr frisch, grün, zitrisch und mild leuchtend. Der grüne Tee wirkt trocken, als würde ich an den getrockneten Pflanzen riechen, die Bergamotte steuert eine betörend aromatische Säuerlichkeit und Frische bei, ohne stechend zu wirken, eingebettet in eine beinah transparente Süße, die sich an mir sehr verhalten bemerkbar macht, weit entfernt am Horizont warm leuchtet.
Nach diesem wunderschönen Auftakt tritt die Herbstduftblüte deutlicher in den Vordergrund, begleitet von einer sanften, für meine Nase eher schwach dosierten Jasminnote. Der Duft wird wärmer und süßer, bleibt aber luftig und semi-transparent. Grüner Tee mit Kandiszucker, mit Zitrone und ganz feinen, hellen Blüten.
Nach ca. 2 Stunden hat der Duft seine Entwicklung abgeschlossen und verändert sich kaum mehr. Was ich die nächsten Stunden trage, lässt mich in einer grünen, lichten Landschaft stehen. Eine hauchzarte Melange aus freundlichen, frischen Zitruströpfchen mit hellgrünem, aromatischem Teearoma, mit einigen herben Duftfäden, wahrscheinlich vom Beifuß, die den angenehmen Frischeeffekt nach kühler, würziger Luft unterstreichen, und das alles eingerahmt von der milden Sonnenwärme der Herbstduftblüte.

„Inlé“ erinnert mich in seiner Aussage sowohl an den „Osmanthus“ von The Different Company, ist aber eine einerseits etwas wärmere, andererseits auch feinere und zartere Ausgabe davon, als auch an den „White Grapefruit & May Chang“ von Abahna, der ganz ähnliche grün angehauchte, aromatische Zitrusnotnoten bietet.

Maremma Tiziana Terenzi von aquaria 2017-02-06

Der Duft startet, wie ceb9002 schon anmerkte, mit einer intensiven, orientalischen Süße, die von weich-rauchigem, sehr warmem, balsamisch-süßlichem und über längere Zeit noch unbeschwert luftig wirkendem Holz eingerahmt wird. Die Süße von in Honig eingelegten Datteln scheint zunächst übermächtig, erhält aber rasch einen aromatischen Rahmen. Ich rieche die herbe Engelswurz und den Kreuzkümmel als leicht schneidend aromatische, dunkle Gewürzfäden heraus.
Maremma entwickelt sich zu einem pudrig-rauchigen, sehr warmen Duft, an dem nach der ersten halben Stunde die Holznoten und die aromatischen Noten dominieren, gebettet auf das süß-balsamische Duftzentrum, das zwar deutlich durchscheint, den cremigen Duftkern bildet, aber in der Duftprojektion weniger zu merken ist. Die ist trockener, holziger Wüstenwind.
Die holzigen Noten wirken in den ersten paar Stunden süßlich, angenehm warm und schmeichelnd (und das sage ich selten bei holzigen Düften). Sie sind nicht drückend schwer, zum Teil wirken sie fließend goldwarm harzig, was ich dem Oud zuschreibe, während der größte Anteil an Holznoten angenehm dunkelpudrig aufgewirbelt scheint.
Warmes, helles Eichenholz und trockenes Palisanderholz, die nach frisch geschnittenem, aromatischem Holz duften, vermitteln mir in Zusammenspiel mit einer dunklen, sehr trockenen Kakaonote und einer trockenen Iriswurzel diese warm-rauchige Pudrigkeit. Holzstaub bzw. Holzschnipsel, die sich auf der süß-cremigen Unterlage niederlassen.
Je länger der Duft auf der Haut ist, desto „maskuliner“ wirkt er auf mich. Die Holznoten intensivieren sich, werden dunkler, der Duft entwickelt einige bittere Duftfäden, die die balsamisch süße Sonnenholzwärme durchziehen, er wird dichter, kontinuierlich wärmer und balsamischer, bis er mir schließlich zu dicht und warm-holzig wird, was an meiner Haut einen leicht animalischen, beinahe schwitzigen Duft ergibt, nach sehr warmem, dunklem, auch leicht herbem Holz, in dem das Oud immer deutlicher dominiert.

Der langen Rede kurzer Sinn: Der Duft könnte das uneheliche Kind von Van Cleef&Arpels’ „Bois d’Iris“ und Tom Fords „Black Orchid“ sein.
Die ersten paar Stunden kommt er eher nach der Mutter, „Bois d’Iris“, Holzlocken von frisch gehobeltem, hellem Holz und rau-samtige Pudrigkeit, in der zweiten Hälfte des Drydowns ähnelt er dann immer mehr seinem Vater, „Black Orchid“, mit seiner dichten, süß-balsamischen und dunkel gehaltenen, „oudischen“ Holzigkeit.

Fijian Water Lotus The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-06

Fijian Water Lotus ist ein aquatisch-zartblumiger, allerdings auch ansatzweise fruchtiger, Duft. Die wässerige Note ist keineswegs frisch oder brisig, sondern erinnert mich eher an einen ruhigen, sonnenbeschienenen, idyllischen See. Sie wirkt auch relativ natürlich. Dazu passt auch die sehr ausgeprägte Lotusblüten-Note, die aber natürlich auch hier ihre Sanftheit und zarte Süße beibehält. Ein authentisches, auch ganz zart salziges oder würziges Aroma.

Soweit empfinde ich Fijian Water Lotus als recht typisch (und sehr gut gemacht) für einen Lotus-Duft. Dazu kommen nun aber auch nicht fruchtige und auch leicht säuerliche Zitrusnoten. Ein wenig Litsea cubeba, relativ viel fruchtige Mandarine. Ein kleiner, eher fruchtiger, Hauch Rose ist auch noch vorhanden. Aber vor allen Dingen die Mandarine bringt doch relativ viel Fruchtigkeit und Süße in den Duft hinein. Nicht falsch verstehen, es handelt sich trotzdem noch hauptsächlich um einen typischen aquatischen Lotusduft, aber man nimmt die Fruchtigkeit eben doch hintergründig relativ deutlich wahr.

Die Sillage empfinde ich als eher sanft, die Haltbarkeit liegt bei etwa 3-4 Stunden.

Fuji Green Tea The Body Shop von PhoenixNoctulus 2017-02-06

Fuji Green Tea ist ein gut ausbalancierter Grünteeduft. Einerseits bemerkt man, neben der namensgebenden und zentralen Grünteenote, frische und spritzige, leicht herbe Noten von Zitrusfrüchten (Zitrone, Bergamotte), andererseits auch etwas Süße durch fruchtige Orange; außerdem ist auch noch eine sanfte, luftig-leichte Blumigkeit durch zarte Akzente von Jasmin (den Tee-Eindruck noch etwas verstärkend), Veilchen und Kamelie vorhanden. Dass man neben dem Grüntee mit Kamelie und Jasmin auch noch andere japantypische Noten eingewebt hat, finde ich besonders stimmig.

Den gesamten Duft empfinde ich, im Vergleich zu anderen Grüntee-Düften, als relativ süß-fruchtig. Dennoch bleibt er schön erfrischend und sommertauglich und unverkennbar ein Grüntee-Duft. Die Sillage ist zwar eher hautnah, die Haltbarkeit aber schon moderat. Preislich liegt der Duft bei 18 Euro für 100ml (in Cologne-Konzentration), was ich, angesichts der Tatsache, dass der Duft ganz ergiebig ist, noch relativ kostengünstig finde.

Für Fans von Grüntee-Düften ist Fuji Green Tea definitiv einen Test wert. Ich persönlich habe mich aber bislang gegen einen Kauf entschieden, da ich schon diverse Grüntee-Düfte im Regal stehen habe (und alle sind sie Düfte der zarten, unauffälligen, gefälligen Art).

Glow Jennifer Lopez von PhoenixNoctulus 2017-02-06

2002. Jennifer Lopez war regelmäßig weit oben in den Charts, viele Mädchen himmelten sie an und wollten so sein, wie sie. Viele Jungs fanden sie zumindest attraktiv. Und dann kam Glow in die Läden. Viele Mädchen redeten von nichts Anderem mehr, wünschten sich den Duft zum Geburtstag, trugen sogar die Douglas-Taschen, auf denen Glow-Werbung aufgedruckt war, als "Sportbeutel" mit sich herum. An mir ging das alles irgendwie vorbei. Mir ist nicht einmal der Duft in Erinnerung geblieben, genau genommen habe ich ihn nicht einmal bewusst wahrgenommen. Seitdem ich heute aus Neugierde Glow selber mal testete (nach immerhin gut 15 Jahren), weiß ich auch, warum.

Glow ist (trotz gar nicht mal so geringer Sillage) wirklich sehr unauffällig. Ein cremiger, seifiger, undefinierbarer Weißblüher-Duft mit Moschus und etwas Zitrus. Etwas puderig, mit Jasmin, Orangenblüten, Neroli, Tuberose... im Auftakt noch etwas saure Grapefruit, als Basis Pudermoschus, cremige Vanille, helle Hölzer, bisschen Ambra, damit der Duft nicht extrem kalt wirkt. Aber egal, welche Blumennoten nun tatsächlich in Glow vorhanden sein sollen, in der Praxis rieche ich nur kühle Körperpflegecreme. Ein wenig an Nivea erinnernd, wobei, da dann eher an das Dry-Deo-Spray mit dem roten Schriftzug, das es früher mal gab.

Insgesamt scheint mir Glow ein typischer "Frisch geduscht"- oder Sauber-Duft zu sein. Jetzt im Winter ist er mir schon zu kühl, im Sommer könnte er aber vielleicht ganz angenehm sein. Leider hat er allerdings deutliche Synthetik-Anklänge, außerdem eine Seifigkeit, die den "Deo-Eindruck" für mich noch verstärkt. Ob man das mag (und es den Duft für einen persönlich noch weiter in die "Sauber-Ecke" rückt), oder es eher unangenehm findet, ist dann wieder Geschmackssache. Ich persönlich glaube nun, diesen Duft damals tatsächlich an einigen Klassenkameradinnen gerochen zu haben. Damals hielt ich es einfach für Deo. Über 30 Euro, um nach Deo zu riechen (nur mit größerer Sillage und schon ziemlich ausgeprägter Haltbarkeit)? Nun, wer den langanhaltenden Erfrischungseffekt mag, dem könnte Glow wohl gefallen.

Clea Yves Rocher von KarateArwen 2017-02-06

Clea war einer der Düfte die ich von Yves Rocher gemieden hatte.Zur Zeit gibt es ihn nicht mehr , ab und an wird er wieder aufgelegt.Er ist sehr pudrig und aldehydisch.Ich denke ,er wurde in Anlehnung an Chanel No 5 produziert.Er hat sehr viel Ähnlichkeit mit diesem Klassiker.Clea ist aber definitiv etwas wärmer und sonniger.Dabei entwickelt er sich auch pudriger.Trotzdem ist es ein Duft der an vergangene Tage erinnert.Als in den 80ger Jahren die Welt noch in Ordnung war ,die großen Klassiker mit schweren Duftakkorden ihre Zeit hatten.Clea ist einer davon.Nostalgisch ,feminin ,leicht seifig und aldehydisch.Definitiv für alle die den großen Chanel Klassiker sich nicht mal eben kaufen konnten ein absolutes preisgünstiges Duftjuwel.

Maigloeckchen bekommt man in Polen zur ersten Kommunion, denn diese katholische Feier findet im Mai statt.
Ich kann mich bis heute an den Tag erinnern und wieviel Maigloeckchen ich damals bekommen habe, von allen moeglichen Leuten. Unsere kleine Wohnung roch stark danach, so dass man die feinen weissen Bluemchen mitsamt gruener laenglichen Blaettern auf den Balkon bringen musste.
Dank Lily of the Valley von Dame Perfumery wurde ich genau an die Zeit versetzt, denn das Maigloeckchen hier wurde sehr weiss und cremig dargestellt, es ist nicht zu gruen, zu kuehl oder schattig, wie Maigloeckchen, die man im Wald findet.
Es riecht nach kleinen gebundenen Maigloeckchenstraeussen, die man im Mai den Kindern z.B zur Erstkommunion verschenkt oder die man einfach so kauft.
An der Haut ist die Halbarkeit gut, die Sillage schwer zu urteilen, denn ich beschreibe meine ersten Eindruecke vom Testen einer Probe.
Da ich Maigloeckchen Fan bin und dazu noch im Mai geboren bin und bekomme sie dann oft verschenkt,
finde ich diesen Soliflore superschoen. Allerdings hat der Duft am Anfang eine komische Phase, wo es mir ein wenig nach Waschmittel riecht, das ist aber von ganz kurzer Dauer.
Empfehlenswert!

Rajamusk Illuminum von noa69 2017-02-06

Ein Duft wie ein Chamaeleon...
Die Aufmachung ist zitrisch, es riecht nach einer gruenen frischen Limonenschale.
Rote Joahnnisbeeren kann ich hier nicht entdecken, vielleicht einen Hauch davon im weiteren Verlauf.
Die zitrische Komponente empfinde ich anfangs etwas undefinierbar, einerseits irgendwie komisch waechsern, andererseits anziehend, es ist nicht der typische zitrsche chemische Duft, oder doch ein wenig?
Die Geduld lohnt sich jedoch. Denn nach ca.20 Minuten beginnt die neue Phase. Von gruen zitrisch wird es hell, milchig, transparent und creme weiss, doch sehr leicht, vielleicht dank der fruchtigen suess sauren Johannisbeeren und erfrischendem warmen Lavenedel?
Man muss aber schon abwarten bis die Kopfnoten verfliegen. Denn das Herz und der Drydown werden vereint, verschmelzen zusammen zu einem subtilen leicht holzigen, warmen und weichen Moschusduft mit leichten vanilligen Nuancen...Es duftet nach milchigem feinem Griessbrei...Herrlich!
Und obwohl Rajamusk nach einem unkomplizierten nicht ueberladenen Duft riecht, hat doch etwas zu bieten, nur ist alles still und haelt sich fast meditativ im Hintegrund...
Die Sillage und Haltbarkeit mittelmaessig, wenigstens an mir.

Patchoulidüfte gibt es von 2 bis 500€ Preisspanne. Wenn nicht gar mehr (oder weniger).
Patchouli Sumatra befindet sich da weit im unteren Bereich. Ob das mit anderen Vertretern dieses Soliflor-Subgenres mithalten kann? Bei unter 10€ die Flasche?

Wie schon zuvor angemerkt wurde, ist es aber nur der Pyramide nach ein wirklicher Soliflor, denn da steckt mehr als nur Patchouli drin.
Ich muss aber widersprechen, für mich ist es kein Hippie-Patchouli und auch kein Hammer, dafür ist er nicht erdig und kratzig genug und hat eine zu moderate Sillage.

Es ist einer der Patchoulidüfte, die gewisse Schokoladennuancen zeigen. Das soll manchen zufolge eine Qualität einiger Patchouliöle sein. Doch je mehr ich lerne, desto weniger wahrscheinlich kommt mir das vor. Ich denke eher, das kommt von einer Note, die oft herangezogen wird, um das Patchouli zu unterstützen. Vielleicht komme ich dem Geheimnis noch auf die Spur.
Parallelen zu einem anderen schokoladigen Vertreter, dem Patchouli Noir, kann ich auch nicht von der Hand weisen. Doch erscheint mir letzterer holziger und balsamischer zugleich.
Beides findet sich auch im Duft von Jeanne Arthes, allerdings weniger ausgeprägt. Zudem zeigt er mehr von einer pudrigen Vanille.
Das Ergebnis ist sehr unisextauglich, wie man es von einem Patch-Duft eigentlich auch erwarten kann. Aber zunehmend denke ich auch, dass er etwas in die weiblichere Richtung von unisex tendiert, womöglich aufgrund der Pudervanille?

Ich hab den Duft blind bestellt, da er auf der Fragrantica-Mutterseite hin und wieder diskutiert wurde und ich Lust auf Patchouli hatte. Leider dachte ich an etwas, das mehr dem ätherischen Öl entspricht und weniger von den genannten Aspekten zeigt. Ich hatte es trotzdem nicht als missglückten Blindkauf gewertet, da es nichts desto trotz ein schöner Duft ist, vor allem für den Preis.
Leider muss ich sagen, dass ich irgendwie nie den Drang verspüre, ihn zu tragen. Wenn ich Lust auf dieses Genre habe, ggf. mit Kakao anbei, dann greife ich zum 'großen Bruder' von Il Profvmo. Sie sind sich zu ähnlich, aber eben doch nicht ähnlich genug, als dass dieser hier als kostengünstiger Ersatz herhalten könnte. In diesem Fall ist die Qualität des höherpreisigen Parfums auch wirklich besser.
Einen Vorteil hat Patchouli Sumatra jedoch gegenüber Patchouli Noir: letzteres tendiert dazu, an unterschiedlichen Tagen sehr unterschiedlich zu duften. Das ist ein etwas unberechenbarer Faktor, den ich bei Parfum eigentlich nicht unbedingt schätze. Dies entfällt hier.

Haltbarkeit und Sillage sind moderat. Das heißt dann wiederum, dass Patchouli Sumatra eigentlich vielseitiger tragbar ist. Ich muss allerdings glücklicherweise bei meiner Arbeit nicht auf Leisetreter zurückgreifen und kann gar besonders ausgefallene Düfte tragen.

Für Patchouliliebhaber, die auch etwas Alltagstauglicheres suchen, kann man hier durchaus eine Kaufempfehlung aussprechen. Den Preis riecht man hier jedenfalls nicht heraus.

Framboise Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-05

Framboise war, wie der Name schon sagt, ein Himbeer-Mono-Duft. Die Himbeer-Note wirkte nicht nur säuerlich, nein, im Gegenteil, eigentlich sogar relativ süß. Sie erinnerte mich eher an Himbeer-Gelee, oder sogar ein wenig (da möchte ich zustimmen) an Himbeer-Gummibärchen. Ja, jetzt, wo ich genauer darüber nachdenke, vielleicht sogar etwas an Himbeer-Brause (die von Ahoj, die hier sicher viele kennen)- nur eben ohne Geprickel. Was schon vermuten lässt: Da war auch ein leichter synthetisch wirkender Unterton. Ob der Duftstoff tatsächlich synthetisch war, darüber will ich nicht urteilen. Möglicherweise war es auch eine geringe Dosierung von Zitrusaroma, die diese brauseartige Frische ausgelöst hat, vielleicht auch irgendeine andere Substanz natürlichen Ursprungs (bei Gummibärchen wird dieser Eindruck durch Weinsäure verursacht).

Insgesamt ein fruchtiger, etwas geleeartiger Duft. Schlecht fand ich ihn nicht, natürlich als echter Mono-Duft absolut eindimensional, kein Wandel, kein beeindruckendes Stimmungsbild. Aber als das, was er sein will, nämlich ein einfacher Himbeer-Duft, durchaus gelungen, moderate Sillage und Haltbarkeit, und mit nicht einmal 4 Euro für den 20ml-Flacon auch recht kostengünstig. Er hätte einen guten Kinderduft abgegeben, wäre gleichzeitig auch für Jugendliche problemlos tragbar gewesen, für Erwachsene auf jeden Fall als Freizeitduft. Andererseits, wieso nur in der Freizeit? Heute, wo selbst bei Luxusmarken die Prestige-Düfte für erwachsene Damen manchmal riechen, wie ein Bonbongeschäft...

Fruits Rouges Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-05

Fruits Rouges gehörte zur YR-Sommeredition 2013 (nebenbei: Unglaublich, dass es schon wieder so lange her ist...) und roch, anders, als der Name es vermuten lässt, nicht nur nach roten Früchten. Ja, da waren Erdbeeren und Himbeeren, aber ich hätte definitiv auch noch Brombeeren darin vermutet, vielleicht auch noch eine kleine Menge an schwarzen Johannisbeeren. Insgesamt war es ein Duft von gemischten Waldfrüchten. Und er hatte leicht vanillige, joghurtähnliche Untertöne, sodass mich der gesamte Duft mit seinen verschiedenen süßen und säuerlichen, teils zuckerigeren, teils herberen, Beerennoten ein wenig an Waldfrucht-Eis oder -Joghurt erinnerte. Wobei der Joghurt-Eindruck beim Eau de Toilette nur leicht ausgeprägt war, das dazugehörige Duschgel schlug im Vergleich dazu noch sehr viel deutlicher die Joghurt-Richtung ein (was mir sehr gut gefiel, ich benutzte es damals wirklich oft). Sillage und Haltbarkeit waren moderat.

Mandarine d'Italie Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-05

Mandarine d'Italie gehört zu einer der vergangenen Sommereditionen von Yves Rocher und wurde in die Reihe "Les Plaisirs Nature" eingeordnet. Es war ein schöner, relativ natürlich wirkender Mandarinenduft, einerseits wunderbar süßlich und zartfruchtig, andererseits aber auch deutlich herb (vielleicht wird das von einigen Leuten als chemisch und seifig empfunden?). Einen sanften gezuckerten Aspekt hatte der Duft nebenbei aber auch noch, er erinnerte mich ein wenig an eingelegte Mandarinenstücke aus der Dose (nur mit einer gewissen natürlichen Frische, also keineswegs alt, matschig oder fade) - aber dazu eben mit einer ausgeprägten, ins Bittere gehenden Mandarinenschalen-Note. Insgesamt empfand ich den Duft weder als zu frisch noch als zu warm, für die wärmere Jahreshälfte war er auf jeden Fall geeignet, in der Adventszeit hätte er sich aber vielleicht auch ganz schön gemacht.

Gekauft hatte ich mir das Eau de Toilette damals nicht, da mir der Dufteindruck ein wenig zu statisch und einfach war, außerdem waren Sillage und Haltbarkeit nicht allzu stark (heute hätte ich es wohl dennoch mitgenommen). Aber: Ich habe gleich mehrere große Flaschen des Duschgels zu diesem Duft (das identisch roch) aufgebraucht. Denn für sommerliche Erfrischungsduschen gefiel mir das Aroma wirklich sehr gut, gerade die herben Akzente.

Pomme Delice Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-05

Pomme Delice war einer der Yves-Rocher-Weihnachtsdüfte von 2012. Von den angegebenen Duftnoten roch man den Apfel definitiv sehr deutlich heraus, aber Vanille? Das war nur ein Teil der Formel (und ich wundere mich gerade ein wenig über die andere Rezension). Genau genommen war der Apfel eher vermengt mit Unmengen an süßen, ja schon klebrigen, gourmandigen Noten: Zucker, Karamell, Honig, Zimt... Mein Eindruck lag irgendwo zwischen kandiertem Jahrmarktsapfel und weihnachtlichem Apfelstrudel frisch aus dem Backofen. Oder Backapfel, Bratapfel? Es war definitiv auch kein typischer "Grüner Apfel"-Duft, sondern eher ein roter bis goldfarbener Apfel, süß, mehlig, reif. Das passte ja gut zum Backapfel-Thema; mir persönlich war der ganze Duft allerdings zu eintönig klebrig-süß, irgendwie auch etwas überwarm mit Honig, Karamell, Zimt, etc. Fans von Bratapfel-Düften allerdings könnten vielleicht mal schauen, ob sie den Duft noch irgendwo second hand ergattern können (kleiner Tipp: bei Ebay findet man heute noch Unmengen an diversen alten YR-Düften, oftmals zu sehr günstigen Preisen), denn die Thematik wurde schon ganz stimmig umgesetzt, nur eben sehr sehr süß.

Pomme d'Api Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-05

Pomme d'Api war Yves Rochers Kinderparfüm. Es sollte nach grünem Apfel duften - tat es auch, aber irgendwie sehr gezuckert und auch mit leider ziemlich synthetischen Anklängen. Mich erinnerte es beim Testen nicht wirklich an echte Äpfel, sondern mehr an das Fructis-Shampoo in der grünen Flasche, das es mal von Garnier gab. Gleichzeitig sehr süß, undefiniert fruchtig, aber auch etwas frisch, irgendwie etwas wie künstliches Apfelbonbon-Aroma. Schade eigentlich, denn die anderen Frucht-Mono-Düfte von Yves Rocher (die nicht extra für Kinder gedacht sind) wirkten alle recht natürlich, was ich gerade auch für einen Kinderduft irgendwie hochwertiger wirkend gefunden hätte, als offensichtliche Synthetik. Die Haltbarkeit war nicht allzu ausgeprägt, die Sillage sanft, was mir für die Zielgruppe aber angemessen erscheint.

Diva Rose Emanuel Ungaro von KarateArwen 2017-02-05

In diesem Flacon steckt eine grüne Rosenknospe.Hier ist noch nicht zu erkennen in welcher Farbpracht sie sich zeigen wird.Ein richtig erfrischendes Rosengrün.Sehr lange haltbar und sehr edel und rein.Ein wunderbarer Frühlingsduft , in Hoffnung darauf , den Winter ziehen zu lassen.Auch perfekt für warme Sommernächte.Eine kleine Diva steckt in ihm , denn er ist anders , kühl und nüchtern.Wer einen reinen klaren Rosenduft sucht , sollte die Diva testen.

Scent of a Dream Charlotte Tilbury von verbeene 2017-02-04

der startschuss sitzt!
jasmin und weihrauch gehen ins rennen.aber pfirsich überholt,
dicht gefolgt von bergamotte und schwarzem pfeffer.
pfirsich steigert das tempo.....irgendetwas unbenennbares beflügelt ihn....
jetzt holt jasmin auf...
pfirsich und jasmin rennen kopf an kopf...
holz schliesst auf-
nun fliegen sie schon beinahe....

wie kann man bei diesem temporeichen rennen einen kühlen kopf behalten? man könnte....aber man will ja gar nicht
man möchte sich hineinstürzen.....

nur sollte man das nicht zu früh tun, denn
nach 30minuten wird der duft flacher, eindimensional,
ein wenig großmutterhaft
und, ja, der synthetische anteil beginnt zu stören.

nun riecht es etwas seifig.....seife mit kölnisch wasser.... das ist doch enttäuschend...
hoffentlich nur an meiner haut....

schade um den rasanten beginn

Night Scented Stock Penhaligon`s von PhoenixNoctulus 2017-02-04

Es ist Nacht geworden. Ich habe den Waldrand hinter mir gelassen und passiere die Vorstadt, auf dem Weg zurück nach Hause. Es ist eine altehrwürdige Gegend. Die Straßen sind gesäumt von uralten, knorrigen Bäumen. Dahinter: Jugendstilvillen mit großzügigen Gärten. Ich blicke hinter schmiedeeiserne Zäune, die große, steinerne Sockel verbinden. Nachtblühende Pflanzen, üppige Lilien, luftig-leichter Jasmin, aber auch intensiv süße Arten, Engelstrompete, Geißblatt, Wunderblume, veilchenartiger Goldlack, auch Exoten, die würzig und üppig puderig duften - oft kann ich sie im Dunkel eher riechen denn sehen. Und über allem - der überschwängliche, die Nacht erfüllende Duft von Levkojen! Ein ganzes Pflanzenorchester scheint da in der lauen Sommerluft zu spielen, aber die Levkoje ist eindeutig die Solistin, die Hauptrolle, der Fixstern. Und ich lausche ihr, der leicht melancholischen Sinfonie in der verschwommenen Dunkelheit. Halte einen Moment inne. Und lasse mich dann weiter von ihr durch die Nacht begleiten.

Bois d'Argent Christian Dior von PhoenixNoctulus 2017-02-04

Ein Waldspaziergang an einem späten Sommernachmittag. Ich laufe unter kühlen, Schatten spendenden Nadelbäumen, vereinzelt hängen abgebrochene Zweige herab, mit würzig-waldigem Grün. Abgebrochen? Der letzte stürmische Gewitterabend hatte sie heruntergerissen, aber bei den hohen Temperaturen des Tages war vom Regen natürlich schon lange nichts mehr zu riechen. Vielleicht noch ein Hauch von aufgewühlter Erde. Ansonsten: Gesplittertes Holz, fein, hell, an den Rändern ausgefranst, einzelne Späne, sonnenbeschienen, ansatzweise fast puderig, fein, mehlig, staubig. An den Bruchstellen sammelt sich tropfenweise das Harz, leicht würzig, aromatisch, fast schon ein wenig rauchig. Manchmal meine ich auch, süßliche, zart vanillige, fast schon wildhonigartige, Nuancen im sanften Wind des langsam vergehenden Tages wahrzunehmen. Und dann aber auch noch ein wenig Unterholz, ein paar Waldkräuter, etwas Wacholder. Ein paar Vögel huschen hervor, andere sitzen in den Baumwipfeln und singen. Die Äste der Bäume schwanken zart im Wind. Langsam taucht die sinkende Sonne den Wald in ein goldenes Licht.

Folies de Saisons Fantaisies d'Hiver Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-04

Fantaisies d'Hiver. Eine Winterphantasie im wahrsten Sinne des Wortes, irgendwie verzaubert, nicht ganz wie eine echte, natürliche Winterlandschaft, aber dennoch wunderbar stimmig im Gesamteindruck. Zwischen aquatisch-frischen, aber keineswegs unangenehm kalten Tönen, die tatsächlich an eine Schneelandschaft oder frisch gefallene Flocken erinnern, bemerke ich wilde Veilchen, puderig und cremig, aber auch leicht blumig, dazu eine wohlige, süßliche, aber auch relativ luftige Vanillenote, die an Gebäck oder sanft-cremigen Vanillepudding erinnert. Außerdem finden sich hintergründig zarte Töne von altem Holz. Als würde man im eisigen Wald Vanillepudding zu sich nehmen, umgeben von den ersten frühen Veilchen, die zaghaft aus dem verschneiten Boden herauswachsen. Eigentlich blühen Veilchen nicht mitten im Winter, aber für einen verzauberten Idealwald ist das in Ordnung, denke ich ;) Insgesamt ein schönes Bild. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Folies de Saisons Delires d'Automne Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-04

Delires d'Automne ist ein typischer ambratisch-warmer Herbstduft. Der Auftrakt ist geprägt durch eine Vielzahl von Gewürzen (eindeutig nehme ich Pfeffer, Koriander, Kardamom und auch etwas Nelke wahr), die allerdings nicht zu stark dosiert sind, außerdem von etwas Ingwer und eine ordentliche Portion Zimt. Diese Mischung liegt auf einer Basis aus süßlich-vollmundiger Vanille, warm-würzigem Ambra, angenehm mäßig temperiertem Holz (ein wenig meine ich auch, Walnussschalen zu riechen), und feinstem Pudermoschus.

Kurz gesagt: Ein puderig-vanillig-zartholziger Ambraduft mit Gewürzen. Schön wärmend, er lässt mich an Wollpullover und goldenes Herbstlaub denken. Und natürlich an Walnüsse ;) Ja, diese besondere holzige Note gefällt mir sogar besonders gut, sie passt einfach perfekt zu diesem herbstlichen Duft. Insgesamt würde ich sagen, Delires d'Automne ist ein kleines Duftschätzchen. Er hat auch etwas positiv Zeitloses an sich. Nur die Jahreszeit ist klar (kältere Monate - für wärmere wäre der Duft an sich sicher zu warm), außerdem würde ich ihn als Tagduft klassifizieren. Er hat eher etwas Ruhiges, Wohliges, Entspannendes, vielleicht sogar ein winziges bisschen Melancholisches, definitiv kein Ausgehduft für abends oder nachts.

Ein wirklich toller Duft, moderate Sillage, leicht überdurchschnittliche Haltbarkeit. Leider mittlerweile eingestellt, aber glücklicherweise gibt es ja das Internet ;) Erstaunlich übrigens, im positiven Sinne, dass dieser Duft aus Yves Rochers Jahreszeiten-Kollektion so wunderbar natürlich wirkt, im Gegensatz zu dem (für meine Nase!) deutlich synthetischen und mir so gar nicht gefallenden Frühlings-Duft. Der Winterduft hingegen ist auch in Ordnung, aber hat durchaus auch einen leichten künstlichen Anklang. Den Sommerduft konnte ich bisher nicht testen.

Duftet der Frühling nach geschnittenem Gras, wässerigem Tau, grün-frischen Maiglöckchen und einem Hauch undefinierbarer Kräuter? Wenn es nach diesem Duft ginge, dann wäre es offenbar so. Neben all den frischen, grünen, grasigen Noten rieche ich hintergründig aber auch noch eine kleine Menge an süßer Vanille, außerdem einen ebenso stark dosierten, schwer aufzuschlüsselnden, Blumen-Akkord (Jasmin? Kirschblüte? Gardenie?) der Marke "Badesalz, Blumenbouquet-Duft". Was ich damit sagen möchte: Für meine Nase wirken die Blumennoten leider synthetisch, generisch, wie bei Waschpulvern oder Flüssigseifen, wo als Duft einfach nur "Frühlingsfrische" oder "mit blumigem Duft" o.ä. angegeben ist. Tatsächlich irgendwie auch seifig-frisch.

Ja, leider riecht der ganze Duft für mich irgendwie synthetisch, nicht nur der Blumenakkord, sondern auch die Kräuternoten, auch die Vanille ist irgendwie einfach nur süß, nicht so facettenreich wie echte Vanille es für gewöhnlich ist (oder ist mein Duft etwa mittlerweile gekippt?). Und mir persönlich gefallen leider auch die frisch-grünen Noten nicht, sehr grasig, sehr frisch, brisig fast, für meine Nase ist das sogar ein wenig unangenehm. Ich mag allerdings den Geruch von geschnittenem Gras (der sich hier sehr deutlich wiederfindet) generell nicht. Vielleicht ist es besonders diese persönliche Aversion, die mir Caprices de Printemps verleidet, ich weiß es nicht (wobei man diesen synthetischen Anklang und seinen Einfluss auf den Duft wohl generell nicht leugnen kann). Ich bleibe, wenn es frühlingshaft duften soll, dann persönlich doch lieber bei natürlichen oder zumindest sehr naturnah wirkenden Blütendüften oder bei richtigen, echt wirkenden, Kräuterparfüms. Gehäckseltes Gras ist nichts für mich. Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Perle Rare Panouge von verbeene 2017-02-03

du versinkst
in einem weichen hauch
und grossem staunen

alles harte verfliegt,
der blütig-sanfte duft schillert wie perlmutt:
frische und üppigkeit vollreifer birnen changiert mit edlem osmanthus,
orangenblüten verschmelzen mit jasmin,

die basis ist subtil und niemals vordergründig.

so duftet urvertrauen:
hingabe, ruhe, großmut,
zärtlichkeit,
weichheit
offenheit.

La Belle et l`Ocelot Salvador Dali von KarateArwen 2017-02-03

Der schöne Ocelot ist in einem wunderbaren schweren , teils mattierten Flacon gefangen worden.Schon allein der Flacon ist eine Augenweide und bereichert jede Parfumsammlung.Er ist warm , ganz anschmiegsam und wohltuend.Ein eleganter femininer Amberduft , mit leichten Vanilletönen , die hier nicht gelistet sind.Es ist kein schwerer Duft , er hält aber locker einen Abend lang.Er ist geeignet für einen netten Abend zu zweit.Er hat ein sonniges , wärmendes Herz , welches er den Amber zu verdanken hat.Man fühlt sich beschützt und geborgen vom Oceloten.Er ist wie ein kleiner Glückbringer.Trotzdem erinnert er mich auch an Coco von Chanel , aber leichter und nicht zu schwer.Ich finde ihn wunderschön und eben anderes als die Düfte die zur Zeit auf dem Markt sind.

Emporio Armani Lei Giorgio Armani von PhoenixNoctulus 2017-02-03

Lei nehme ich als unauffälligen, zu jedem Anlass problemlos tragbaren Duft aus sauberen, weichen, auch leicht puderigen Sandelholz-, Iriswurzel- und Moschusnoten wahr. Neben dieser Basis rieche ich auf der einen Seite leicht warme und gourmandig-süßliche Noten von marzipaniger Tonkabohne, zarten Mandeln (ich würde schon eher sagen: Mandelblüte), Vanille, Heliotrop und auch ein wenig Ambra, auf der anderen ein wenig kühlere und erfrischendere Noten von grünlichem Maiglöckchen, herb-fruchtiger Bergamotte und Limette, leichtflüchtigem Jasmin und einer zart aquatischen Birne. Die Temperatur hält sich daher ziemlich genau die Waage. Ein paar winzige blumige Akzente von frühlingshafter Tuberose und etwas Fruchtigkeit durch kleinste Mengen von Mandarine und Ananas sind auch noch vorhanden. Der Gesamteindruck des Duftes ist allerdings auf jeden Fall holzig-puderig, sauber (mit einem kleinen bisschen süßlicher Vanille im Hintergrund). Im Sommer empfinde ich den Duft durch die Zitrusnoten sogar als ein wenig erfrischend.

Die Sillage ist moderat, die Haltbarkeit ebenso. Persönlich würde ich Lei eher den wärmeren Monaten zuordnen, im Winter geht er vielleicht durch die Kälte ein wenig unter, da er selbst nur wenige warme Noten besitzt. Ich würde den Duft außerdem als vollkommen unisex bezeichnen, er wirkt einfach gepflegt und sauber, vielleicht auch leicht sportlich (aber auf keinen Fall zu frisch). Preislich liegt Lei bei etwa 30 Euro für 30 ml, vereinzelt lässt sich aber auch mal ein Schnäppchen für rund 20 Euro machen. Wer sauber wirkende, zart puderige Moschus-Holz-Düfte mag, könnte Lei durchaus testen.

Jasmin Perle de Thé Fragonard von PhoenixNoctulus 2017-02-03

Feiner, luftig-leichter, frühlingshafter Jasmin trifft auf sanften Grüntee. Beide Noten wirken sehr natürlich, als habe man tatsächlich Teeblätter und frisch gepflückte Jasminblüten vor sich, und koche beides zusammen zum Tee auf.

Das ist der authentische Haupteindruck von Fragonards Jasmin Perle de Thé. Darüber hinaus hat der Duft noch einen leicht zitrischen Auftakt mit säuerlicher Zitrone und herberer Bergamotte; außerdem ist da ein grün-krautiger Hauch von Koniferen, und ein wenig Geißblatt. Diese Noten lassen mich an einen mediterranen Garten denken. Im Hintergrund wird der Duft auch noch ein wenig durch Ambra aufgewärmt, aber all diese Noten rahmen den Akkord aus Tee und Jasmin lediglich sanft ein.

Insgesamt ist Jasmin Perle de The ein eher sanfter Duft, der aber dennoch in wärmeren Monaten eine gewisse leichte Frische versprüht. Qualitativ wirkt er hochwertig und bestechend natürlich. Ein wenig erinnert mich dieser Duft an einen anderen Jasmintee-Duft, nämlich Poet's Jasmine von Ineke, wobei letzterer etwas kräftiger duftet und noch diverse kräuterartige und kühle holzige Noten besitzt, was mir persönlich noch ein wenig besser gefällt, da der Duft somit insgesamt etwas mehr Aussage hat (der Fragonard-Duft ist im Vergleich deutlich unauffälliger). Die Sillage von Jasmin Perle de The ist eher hautnah, die Haltbarkeit liegt bei 3-4 Stunden. Für Fans von Jasmintee-Düften definitiv einen Test wert.

Passage d'Enfer L`Artisan Parfumeur von PhoenixNoctulus 2017-02-03

Passage d'Enfer - der Durchgang zur Hölle. Ich weiß gar nicht, ob dieser Duft eher okkult oder kirchlich ist (beides hat einen Hang zum Weihrauch...), andererseits kann man sich auch darüber streiten, ob, angesichts des desolaten Zustandes dieser Welt, die Hölle tatsächlich erst (potentiell) nach dem Tod kommt, oder ob wir schon inmitten von ihr leben (und es nach dem Ende hier nur besser werden kann). Aber ich höre lieber auf, ins Philosophische zu gehen - hier sollen Düfte beschrieben werden, keine Weltanschauungen.

Eines ist Passage d'Enfer auf jeden Fall: merkwürdig still und sakral (ohne in eine bestimmte religiöse Richtung gehen zu wollen). Es ist ein sehr kühler, heller Weihrauchduft. Ätherisch, ohne jegliche Süße. Im Auftakt ist dafür eine gewisse Würzigkeit und leichte Schärfe vorhanden, ich würde glatt auf die Anwesenheit von Pfeffer und vielleicht etwas Koriander tippen. Dazu kommt eine helle Liliennote, auch wieder still, strahlend, rein. Untermalt ist das Ganze von einer ziemlich neutralen Moschusnote, minimal puderig, minimal würzig, minimal aufhellend.

Allerdings ordnet sich nach kürzester Zeit alles irgendwie der Weihrauchnote unter. Trotz ihres Strahlens wirkt diese dabei nicht einmal besonders positiv (wird Weihrauch doch nach manchen kirchlichen Traditionen als Verbindung zu Gott betrachtet, und das helle Strahlen als wunderschöne Reinheit). Nein, der Weihrauch hier ist irgendwie neutral. Weder warm, noch kalt. Die Assoziation ist irgendwie... "Leere", ja, irgendwie, wie man sich den Tod vorstellt (wenn man davon ausgeht, dass danach einfach nichts mehr kommt). Passage d'Enfer ist für mich demnach irgendwie "hellgrau". Das ist für mich eine neutralere Farbe, als das immer Reinheit und Licht symbolisierende Weiß oder das eher negativ interpretierte Schwarz. Passage d'Enfer ist deutlich zu riechen, fühlt sich aber irgendwie dennoch fast schon erschreckend neutral an.

Das wäre es übrigens nicht, was mich an diesem Duft stören würde. Ich finde ihn allerdings, trotz seiner vielfältigen Interpretierbarkeit, relativ simpel und - ich spreche es aus - ein wenig langweilig (aber vielleicht kommt meine Nase mit ihm auch nicht zurecht). Da ist einfach nur dieser statische Weihrauch, und er sagt nicht einmal sonderlich viel aus. Aber vielleicht ist es ja gerade das, was diesen Duft so unterschiedlich interpretierbar macht: Wenn nichts Bestimmtes da ist, kann man alles darin sehen - und jeder etwas Anderes.

Die Sillage ist eher körpernah, die Haltbarkeit moderat. Künstlerisch betrachtet ist Passage d'Enfer schon interessant, regelmäßig tragen würde ihn aufgrund seiner geringen Aussagekraft allerdings persönlich nicht.

Da ich nun doch wieder ins Fabulieren gekommen bin, ein ernüchternder Fakt zum Schluss (ich wusste es vorher schon, aber es hätte diesen Beitrag so viel langweiliger gemacht): Passage d'Enfer mag als Weihrauchduft absichtlich mit dem Thema Hölle spielen. Eigentlich ist Passage d'Enfer allerdings auch nur der Name der Straße in Paris, wo L'Artisan Parfumeur seinen ersten Standort hatte (über die Herkunft des schon ziemlich alten Straßennamens gehen die Meinungen heute auseinander; die Straße an sich, die nahe der Metrostation Raspail liegt, ist allerdings ziemlich klein und stinknormal... aber lustigerweise liegt genau gegenüber der Friedhof von Montparnasse, der sehr sehenswert ist - und auf dem der damals als Satanist verdächtigte Schriftsteller Charles Baudelaire ruht*).

*("Dir, Satan, Lob und Preis im hohen Himmelszelt,
Wo du geherrscht dereinst, bis zu der finstren Welt,
Wo du besiegt nun ruhst und träumst in tiefem Schweigen!
Lass meine Seele sich ganz nahe zu dir neigen,
Wenn der Erkenntnisbaum sein üppiges Geäst
Hoch über deinem Haupt zum Tempel werden lässt!"
- Charles Baudelaire: Die Blumen des Bösen, 1868)

Olympéa Intense Paco Rabanne von noa69 2017-02-03

Olympea originall mag ich nicht, die salzige Note stoert mich zu sehr.
Aber die Intense Version ist ein Traum!
Warmes, kuscheliges Ambra, mainstraemig also nix dunkles, schweres, hier regiert die sonnige, leichte, weibliche Variante von Ambra, etwas suess und strahlend, jedoch stil und kuschelig wie ein heller weicher Schal, den wir endlich etwas lockern keonnen, denn die Sonne strahlt, der Frost laesst nach und wir schmusen mit den Sonnenstrahlen und hoffen auf baldigen Fruehling.
Ja, ja so habe ich es gestern empfunden beim Tragen von Olympea Intense und wundere mich ueber so kleine Zahl der Komponente, mir scheint der Duft vielschichtiger zu sein, er ist schon linear aber ueppiger.
Wie schoen, dass ich bald an meine geliebte Ostsee fahre, am liebsten wuerde ich Olympea Intense mitnehmen, falls die Sonne ausfaellt...denn das Parfum riecht wirklcih nach einem sonnigen spaetherbstlichen oder winterlichen Spaziergang an dem sandigen hellen Strand des Baltikums, wenn die Sonne waermt und die Luft riecht nach Bernstein.
Haltbarkeit und Sillage werden bestimmt bei einem solchen Spaziergang nicht stoeren, intensivieren nur die goldenen Farben und Waerme der Sonne ;)

Ostara Penhaligon`s von aquaria 2017-02-02

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
Durch des Frühlings holden, belebenden Blick,
Im Tale grünet Hoffnungsglück;

Ein Osterspaziergang an einem knackig frischen Frühlingsmorgen, an dem der Kampf zwischen Winter und Frühling noch nicht fertig ausgetragen wurde. Der Wacholder liefert einen Eindruck nach glasklarer und sehr kühler Luft, während sich die ersten grünen Grashalme aus der Erde kämpfen, frisch grün und noch leicht herb. Rasch kommen eine außerordentlich liebliche Hyazinthe und schließlich auch die bald tonangebende Narzisse dazu. Eine Frühlingswiese ist zu riechen, eine authentische Umsetzung des blassgelben und grünen Duftes eines Narzissenfeldes.
Langsam erwärmt sich der Duft, zuerst durch etwas herbes Bienenwachs, in das sich später ein paar Tropfen süßer Honig mischen, dann durch die wärmeren, weicheren Töne von Ylang-Ylang und auch durch die sachte durchschimmernden Basisnoten. Der Duft wird gelb und cremig, mäßig warm und angenehm balsamisch-süß, das allerdings auf eine sehr zurückhaltende und eher luftige Art und Weise. Eine gelbe Pudrigkeit, die mich an leicht süßliche und leicht herbe Blütenpollen denken lässt und eine zarte Cremigkeit (Ylang), die zusammen mehr ein warmes Leuchten hinter den Blumen als dichte, balsamische Süße ergeben. Die trockene, pudrige Vanille und das Bienenwachs scheinen ihren Job gut zu machen.

Wäre ein sehr schöner, angenehmer Duft nach zarten Frühlingsblumen, nach frischer, leicht würziger Luft und nach sanfter Sonnenwärme, die olfaktorische Umsetzung eines Frühlingstages, der gute Laune, Fröhlichkeit und Optimismus verbreitet… wenn der Duft so bliebe! Leider weht ab den Herznoten ein indolischer Unterton, der einen Hauch von grüner Fäulnis verbreitet, durch den Duft.
Ob es die Glyzinie ist, die hier den Frühlingstag „verstinkt“ oder die Weißblüher in der Komposition, weiß ich nicht. Für mich verfliegt ab diesem Zeitpunkt jedenfalls regelmäßig die Fröhlichkeit und Unbeschwertheit im Duft, der sich für meine Nase immer deutlicher in einen animalischen Weißblüherduft mit grünen Anteilen wandelt.
Möglich, dass hier in dieser Zusammensetzung auch das Bienenwachs der Übeltäter ist. Die samtigen Blütenpollen, die vorher für die warme Umgebung sorgten, wirken nun immer mehr nach warmem Bienen-Pipi.
Dieser animalische Unterton ist, wie gesagt, nur relativ schwach zu vernehmen, der Duft ist zu 95% Blumen und Frühlingswiese, umgeben von 5% verblühenden Blüten und faulenden Blättern. Mich stört dieser Ton dennoch, andere nehmen ihn womöglich gar nicht so deutlich wahr.
Die Intention des Duftes ist jedenfalls erfüllt. „Ostara“ riecht sehr authentisch nach Narzissen und Osterblumen.
Narzissen stelle ich mir freiwillig in keine Vase, auch wenn es sie zu Ostern massenhaft zu kaufen gäbe. Für mich sind diese Blumen „Stinker“ in der Wohnung. Schnuppert man direkt an einer Narzisse, dann merkt man den „aasigen“ Anteil deutlich. In freier Natur stört er mich nicht; er macht zum Teil den Duftcharakter der Narzisse aus, in der Wohnung oder gar als Parfüm muss ich ihn aber nicht haben.

Ghost Anticipation Ghost von KarateArwen 2017-02-02

Dieser verspielte Geist riecht nach Kirschen mit leichten holzigen Untertönen.Ich meine auch eine Pure Poison Note wahrzunehmen.Es wird sicherlich die Orangenblüte sein.Insgesamt ein wunderbarer Duft der warm ist und gut in den Herbst und Winter passt.Zum Ende hin wird er immer süßer , die Kirschen gewinnen die Oberhand.Ich finde ihn sehr lecker und bin froh ihn gefunden zu haben.Für Liebhaber von Kirschendüften ist er definitv ein Kaufkandidat

L'Eau Froide Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-02-02

L'eau froide, das kalte Wasser, geht wieder in die luftig-frische Richtung, die alle Eaux von Serge Lutens besitzen. Allerdings hat es tatsächlich ein wenig mehr "Power": Sillage und Haltbarkeit sind zumindest moderat. Und statt nur einem Hauch Duft in kühler Luft bemerkt man hier doch ein wenig "Substanz". Insgesamt würde ich den Duft als sehr frisch, luftig, aquatisch und leicht erdig einordnen.

Neben Weihrauch, der wieder einmal die ätherische Richtung einschlägt, rieche ich eine kalte Meerwassernote, vermengt mit mindestens genauso frischer Minze. Durch etwas Ingwer und Pfeffer erhält dieser den Duft absolut prägende, ohnehin frische Akkord noch ein wenig mehr brisige Schärfe. Ein wenig Moschus ist da noch im Hintergrund, der mit seiner leichten "Wattigkeit" die Frische ein wenig eindämmt, dazu sorgt er auch für Substanz in den ansonsten eher aquatischen und luftigen Noten; denselben Zweck erfüllt das leicht heuartige, aber auch einen Hauch krautig-grüne und sogar sanft erdige Vetiver, von dem hintergründig auch noch ein wenig vorhanden ist. Der Haupteindruck des Duftes bleibt aber der von brisig-kaltem Meerwasser.

Eines muss man L'Eau Froide lassen: Man bekommt das, was angekündigt wird. Ich persönlich empfinde den Duft allerdings in seiner Brisigkeit als ein wenig unangenehm, auch wirkt er relativ synthetisch. So statisch, wie er ist, erscheint er für mich persönlich auf Dauer auch nicht sonderlich interessant - aber das ist ja auch immer Geschmackssache.

Wenn es um "Konzeptdüfte" geht, kommt mir persönlich natürlich auch immer gleich Alkemia in den Sinn. Die "Kaltes Meer"-Thematik wurde dort auch schon mehrfach behandelt, u.a. in "Fire & Ice". Und dieser Duft wirkte irgendwie deutlich facettenreicher, lebendiger und natürlicher. Serge Lutens' Duft erscheint im Vergleich dazu geradezu minimalistisch, aber das scheint zum Konzept zu gehören. Was man präferiert - ob ein atmosphärisch dichtes, detailliert gezeichnetes, bis auf kleinste Details ausstaffiertes Bild, oder lieber eine minimalistische, gezielt nur prägende Eckpunkte andeutende, Skizze - das ist dann wieder eine individuelle Geschmacksfrage.

L'Eau de Paille Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-02-02

L'Eau de Paille - Paille: das Stroh. Wer jetzt hier aber einen üppigen ländlichen, erdig-heuigen, sehr greifbaren, Duft erwartet, irrt sich. Wie alle Eaux von Serge Lutens hat auch dieses eine nahezu ätherische Leichtigkeit, eine unglaubliche Feinheit, Luftigkeit und Zartflüchtigkeit.

Und so riecht man hier hauptsächlich hellen, sehr luftigen Weihrauch, vermengt mit einem Hauch von Vetiver und Heu. Ein leicht grasiger, auch leicht kräuterartiger Eindruck hängt ganz zart in der Luft. Aber es ist eben nur so ein Hauch von Stroh, ansonsten nur Luft. Ich würde schwören, dass neben dem Weihrauch auch noch Aldehyde oder irgendetwas anderes Zartes, vielleicht auch sanft Aquatisches (Zitrus, Jasmin, Birne?) vorhanden sein könnte, was diesen luftig-zartbrisigen Eindruck erzeugt.

Mir persönlich ist L'Eau de Paille etwas zu wenig "greifbar", in Sillage und Haltbarkeit zu schwach, irgendwie auch zu wenig aussagekräftig. Aber das gilt eigentlich für alle Eaux von Serge Lutens, die ich bisher getestet habe. Nun stellt sich höchstens noch die Frage, wieso ich diese immer wieder bei Bestellungen als Zufalls-Proben mitgeschickt bekomme und nie einen der "regulären" Serge-Lutens-Düfte - rührt SL die Werbetrommel für seine Eaux besonders stark?

Laine de Verre Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-02-02

Laine de Verre: Glaswolle. Und tatsächlich hat der Duft etwas Gläsernes an sich, auch, wenn er mich persönlich eher an frisch gespülte Gläser oder - noch eher - an gerade geputzte Fenster erinnert.

Er hat etwas Durchsichtiges, Feines, Luftiges an sich. Ich rieche eine Menge frische Luft, dargestellt durch Aldehyde. Darüber hinaus noch eine Mischung aus etwas Moschus und Cashmeran, die einen leichten Hauteindruck erzeugt, und - auffällig - diverse Zitrusfruchtnoten. Fensterreiniger. Auch ein Hauch von Gewürzen hängt in der Luft und macht den Eindruck einer natürlichen Umgebung etwas lebendiger.

In künstlerischer Hinsicht ist diese Darstellung einer Person beim Fensterputzen ja wirklich interessant. Besonders tragbar finde ich Laine de Verre allerdings nicht. Der Duft ist zwar an sich nicht zwangsläufig unangenehm (wenn man nichts gegen Zitrusfrische hat), aber auch sehr unauffällig, geradezu minimalistisch, und von sehr schwacher Sillage und Haltbarkeit. Ein so lebhaftes Bild wie beispielsweise bei diversen Alkemia-Düften (für mich mittlerweile fast der Standard für bildhafte Düfte) hat man hier nicht zu erwarten, ja - ich spreche es aus - Serge Lutens' Duft mag für ein paar Momente für einen Aha-Effekt sorgen, aber irgendwie wird er mir persönlich recht schnell langweilig. Kein Wandel, keine Tiefe, kaum Aussagekraft. An sich aber schon ein interessantes, ungewöhnliches Konzept und auch sehr passend für die L'Eau-Reihe von SL.

L’Eau Serge Lutens Serge Lutens von PhoenixNoctulus 2017-02-02

Serge Lutens L'eau ist für mich tatsächlich sehr wässerig, luftig, leichtflüchtig, fast unsichtbar. Die Mischung aus Aldehyden, Minze, Salbei, Zitrus (soweit die frischen, luftigen Noten) und Moschus (für etwas Puderigkeit und Balance) riecht einfach nur nach sauberer Luft oder frisch gewaschenem Haar. Ein kleiner blumig-puderiger Hauch von Magnolie ist vorhanden, ein winziger fruchtiger Hauch, wie ein ganz minimal beduftetes Shampoo. Die Sillage und Haltbarkeit sind eher gering ausgeprägt, man riecht einfach nicht wirklich viel, und das auch nicht wirklich lange (oder liegt das an meiner Nase?). L'Eau, ein Hauch von "Nichts".

Ein durchaus interessantes Konzept, das muss ich auf jeden Fall zugeben! Ich frage mich, für wen der Duft typischerweise gedacht ist? Vielleicht für Menschen, die im Großstadtmief mitten in der Innenstadt leben (wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Duftnoten von L'Eau gegen starken Umgebungsgestank überhaupt ankämen)? Ich persönlich entwickelte beim Testen aber leider nicht das Gefühl, diesen Duft zu "brauchen". Wenn ich frisch gewaschenes Haar riechen möchte, dann wasche ich mir die Haare. Möchte ich frische Luft, laufe ich ein paar hundert Meter hier von meinem Stadtrand aus, und ich stehe am Waldrand. Andere Assoziationen hat der Duft bei mir leider noch nicht auslösen können. Mir persönlich(!) bringt der Duft nicht viel. Aber ich mag meine Düfte im Normalfall ja auch etwas intensiver, etwas dichter gewebt, etwas atmosphärischer, manchmal nahezu theatralisch. Für Fans von minimalistischen Düften, Sauberdüften oder sanft Luftig-Frischem ist L'Eau aber vielleicht ganz interessant.

Vielen Dank für die Probe, Comfy.
Ich empfinde „And Soul No.1“ als sehr intensiven und fülligen Moschusduft. In der Anfangsphase liefert er mir bei jedem Test das Bild einer „trüben“, milchig weißen Flüssigkeit; er startet mild und weich, hat Körper und Gewicht. Eine Art blumig duftender Tee mit viel Milch.
Der Duft verliert an mir allerdings rasch alle floralen Anklänge.
Was ich später über lange Zeit rieche, ist ein dichter, warmer Moschusnebel, der wie semitransparentes, beschlagenes Glas wirkt, mit leicht metallischen Anklängen, wenn ich direkt an der Haut schnuppere, und mit einer sich durch die Komposition ziehenden salzigen Note, zusätzlich noch aufgewirbelt durch eine sehr feine Brise ozonischer Noten.
Einerseits hat der Duft etwas leicht Asiatisches; er wirkt minimalistisch und hauchfein mit einer warmen, leicht süßlichen Teenote, die mich allerdings mehr an trockenes, aromatisches Teepulver als an aufgebrühten Tee denken lässt. Andererseits gibt mir der Duft das Gefühl, an einem grauen oder dunstigen Tag bei bedecktem Himmel an einem Strand in salziger Meeresluft zu stehen. Kompromiss: Ein Strand mit japanischem Teehaus in der Nähe. ;-)
Der Duft wirkt auf mich glatt und „gläsern“, gleichzeitig trocken-holzig wie sehr helles Holzmehl, das mit Moschus beträufelt wurde und erdig, nach Strand, Dünen und salziger Luft riechend.
Wie Bambus riecht, weiß ich nicht. Ich nehme an, die trocken-holzige, sehr feine und zurückhaltende Holz“mehl“-Note stammt von ihm.
Die ersten 2 Stunden liebe ich den Duft. Später geht mir der Dufteindruck etwas zu sehr in eine aquatische Richtung, mit einem bis zum Schluss kontinuierlich salziger und erdiger werdenden warmen, holzigen und glatten Moschus, der an meiner Haut ab und zu einen warm-animalischen Unterton nach warmer, salziger Haut entwickelt.
Alles, was ich hier beschrieben habe, passiert allerdings auf dezentem, unaufdringlichem Niveau. Der Duft ist zwar überdurchschnittlich lang anhaltend, verfügt aber über eine leise Sillage. An der Haut wirkt der Duft gehaltvoll, intensiv und moschusdicht, die Duftprojektion ist dagegen luftig und sehr zart.

Rеve d'Infini Lalique von verbeene 2017-02-01

eine weiche wolke voller zärtlichkeit umweht dich,
alles wird schwerelos, konturlos und geheimnisvoll wie ein traum...

auf einem cremig- vanilligen grund treten wie in einem schwebenden reigen die sinnlichsten frucht-und blütennoten abwechselnd in den vordergrund und in den hintergrund:

freesie,litschi,pfirsich,rose,....holztöne schimmern leise hindurch

das ist kunstvoll:
wie diese sanften noten verschmelzen, ohne zu süss zu werden; wie sie sich dicht an die haut schmiegen,
wie das sandelholz mit zarter pfeffrigkeit die traumtänzerischen blüten stützt, ohne ihnen leichtigkeit und eleganz zu rauben....

...und wie sich das duftbouquet nach einigen stunden zu einem ganzen fügt:
zeitlos und ausbalanciert schön....
ein hauch belle epoque...

Le Parfum de Therese Frederic Malle von verbeene 2017-02-01

vor meinem inneren auge entsteht sofort ein bild:
eine weiche, aschblonde frau,
still, ein wenig verschlossen, von versteckter sinnlichkeit.
mit blassblauen augen, die manchmal etwas verhangen schauen
sie ist nie laut,
großherzig, aber unsentimental
auch streng zu sich selbst...
sie liebt alte kirchen...und deren geruch von feuchtem, moosigen stein....
vielleicht eine belgierin? oder eine bretonin?

die wässrige note ist zeitweise auch etwas schilfig und kühl,und der kontrast zwischen dieser wässrigen kühle und dem fruchtig-süssen herzen bleibt über den gesamten duftverlauf hinweg erhalten.

Skarb Humiecki & Graef von verbeene 2017-02-01

es ist ein wunderbarer duft:
würzig ,bohrend zuerst, beinahe ein überfall;
man schreckt zurück und nun öffnet er beim zweiten annähern eine klare, endlose weite und frische.....so wie ein mund, der sich nach dem schrei nicht mehr schliesst
du atmest, heftig , langsamer, wirst ruhiger, deine wut ist verraucht,
und nun hast du eine völlig neue perspektive.


mag sein, dass der duftbeginn manche frau abschreckt...
aber diese weite und würzige klarheit, die sich dann immer mehr entwickeln.... die muss auch frau lieben...

selbst, wenn sie sie nicht (er)tragen würde.....

Vanille Yves Rocher von PhoenixNoctulus 2017-02-01

Diese - mittlerweile eingestellte - Version des Vanille-Mono-Duftes von Yves Rocher war ein schöner vollmundiger, natürlich wirkender, Bourbon-Vanilleduft. Einerseits süßlich, aber auch nicht übersüß, andererseits auch mit leicht herben Untertönen ausgestattet, gab Vanille einen schmeichelnden, wohligen, sehr leckeren Gourmandduft ab. Preislich war er auch überaus günstig, 20ml waren für etwa 4 Euro zu haben, der große 100ml-Flacon für etwa 9 Euro. Für Vanille-Fans ein guter Kauf. Vereinzelt ist der Duft heute noch über Ebay zu bekommen.

Den neuen Vanille-Duft im Sortiment werde ich demnächst testen (und mit diesem hier vergleichen), Review dazu folgt auf entsprechender Unterseite für den Duft hier bei Fragrantica.

Tainted Love Tokyo Milk Parfumarie Curiosite von PhoenixNoctulus 2017-02-01

Tainted Love präsentiert sich als enorm milchiger, cremiger, süßer Vanilleduft mit einer starken holzigen Basis und blumigen Nuancen.

Die Vanillenote erinnert mich sehr an Vanillemilch, ist also sehr gourmandig, üppig, cremig, milchig, leicht gezuckerte vollmundige Bourbon-Vanille. Diese Note ähnelt allein relativ stark der Vanillenote, die auch in J.F. Schwarzloses "Fetisch" zu finden ist (nur dass letztere sehr synthetisch wirkt). Dazu kommt in diesem Fall eine zarte, natürlich-frische Teenote, außerdem blumig-cremig-elegante Orchidee. Ein interessanter Kontrast dazu ist die Holznote des Duftes, die fast genauso stark ausfällt, wie die gourmandige Vanille. Das Holz ist hier als Sandelholz angegeben, aber es ist nicht einfach hell, cremig oder zart, sondern hat - obwohl durchaus auch ein milchiger Aspekt vorhanden ist - auch etwas Dunkles, Herbes und sogar leicht Rauchiges an sich. Und irgendwie kommen mir wieder - leicht - die Leder-, Weihrauch- und Styrax-Noten aus "Fetisch" in den Sinn... Ja, ich kann wirklich nicht anders, als eine gewisse charakterliche Ähnlichkeit zwischen den zwei Düften zu bemerken, auch, wenn Tainted Love insgesamt zarter, frischer, jünger, leichter, natürlicher(!) wirkt. Außerdem fehlt auch die merkwürdige Lackstoffnote, die bei "Fetisch" den synthetischen Gesamteindruck des Duftes verstärkt ;)

Mir persönlich gefällt Tainted Love ziemlich gut. Es ist ein süßer Duft, er hat etwas Außergewöhnliches an sich, ist relativ auffällig, aber trotzdem nicht aufdringlich und für die meisten Nasen wohl auch nicht unangenehm. Die Haltbarkeit und Sillage sind moderat.

Leder 6 J.F. Schwarzlose Berlin von PhoenixNoctulus 2017-02-01

Vanillemilch in der Fetisch-Bar. Aber interessanterweise nicht einmal hauptsächlich in Richtung Leder-Fetisch (auch, wenn ich durchaus ein wenig würziges Leder erkenne); ziemlich deutlich rieche ich eher diese quietschige Plastikartigkeit von Lackstoff (ich habe mal vor Jahren ein Kostüm mit Lackakzenten genäht - nicht für die Fetisch-Bar - und daran erinnert mich eine gewisse Duftnote hier irgendwie), offenbar das merkwürdige Ergebnis des Zusammenspiels diverser Noten hier - relativ kräftig (allerdings noch deutlich hinter der absolut dominantesten Note - Vanillemilch - zurück) rieche ich Styrax und Weihrauch, daneben noch, die Vanille unterstützend, Safran. Generell hat der Duft etwas seltsam Synthetisches an sich. Nicht nur der Lackstoff - auch die starke Note von Vanillemilch. Wie würde mein Vater sagen? "Direkt aus der Chemiefabrik, diese Milch hat noch nie eine Vanilleschote gesehen" - recht hätte er bei diesem Duft. Dazu kommt dann noch eine hautartige, leicht schwitzige Osmanthusnote.

Ganz kurz gefasst: Ziemlich viel synthetische Vanillemilch (mit etwas Safran). Dazu eine merkwürdige Lackstoffnote (Weihrauch, Styrax + ?, mit etwas Leder). Und ein Hauch würziger "Haut" (Osmanthus).

Insgesamt ziemlich merkwürdig. Verrucht? Naja, wenn man das Konzept, das hinter dem Duft stehen soll, kennt, vermutlich (sofern man darüber, dass in der Fetisch-Bar ausgerechnet zahme, kindliche Vanillemilch getrunken wird, nicht eher belustigt ist). Ansonsten eher seltsam. Aber: Nicht unangenehm! Was an meiner Vorliebe für etliche der Noten, die in diesem Duft vorkommen, liegen könnte (Vanille, Safran, Styrax, Weihrauch, Leder - auch, wenn letzteres für mich deutlich stärker dosiert hätte werden können). Anders gesagt, der Duft gefällt mir sogar. Obwohl - oder WEIL er seltsam ist?!

Was das sich selbst als Traditionshaus präsentierende J.F. Schwarzlose Berlin bei diesem Duft allerdings genau gedacht hat, weiß ich nicht so recht. Vermutlich etwas mit "modern", "sündig großstädtisch", "provokanter Name", "Fetisch = Skandal", "6 sells" oder so ;) Darüber schmunzle ich, aber macht ja nichts, der Duft gefällt trotzdem.

Sillage und Haltbarkeit sind ziemlich intensiv. Bislang gibt es Fetisch oder "Leder 6" nur im 50ml-Flacon für 129 Euro. Sobald auch eine Taschenzerstäuber-Variante erscheint (wie zu einigen anderen der Schwarzlose-Düfte), greife ich zu. Erst dann, denn, ganz im Ernst: Selbst, wenn mir der Duft sehr zusagt, es gibt nicht allzu viele Anlässe in meinem Leben, zu denen ich riechen will, wie eine Fetischistin, die sich Vanillemilch aus dem Kinder-Trinkpäckchen über ihr quietschendes Lackkleid geschüttet hat (oder ist der Duft hier vielleicht die olfaktorische Hommage an eine Domina während ihrer Frühstückspause?).

Masaki/Masaki Masaki Matsushima von verbeene 2017-02-01

litschi und passionsfrucht!!
so duftet frühling für gourmets!

frisch, köstlich, hell, fruchtig,
ein ganz klein wenig säuerlich, gerade genug, um in diesem fruchtwirbel nicht den verstand zu verlieren.
die rosen und magnolienblüten können den wilden tanz der fruchtaromen ein wenig beruhigen und schlussendlich lädt eine weiche, sanfte, himbeerige basis zum träumen ein....

passen sie auf, dass sie mit diesem köstlichen duft am hals nicht in gefahr geraten, plötzlich vernascht zu werden.)))

Secret Sucre Molinard von KarateArwen 2017-02-01

Zuckerwatte mit tiefen dunklen Haselnussaromen umwebt mit zarten Puder.Ich liebe Düfte mit Zuckerwatte.Dieser erinnert an Pink Sugar.Nur ist er nussiger und cremiger.Er hat keine Orange.Er wirkt dadurch erwachsener.Sehr köstliches Naschwerk.Dazu sehr lange haltbar mit einer großen Sillage.Wer gerne einen erwachsenen Zuckerwatte Duft probieren möchte , der tröstet und einhüllend ist , liegt hier richtig.

Akkad Lubin von noa69 2017-02-01

In meiner Kindheit liebte ich Griessbrei - gekocht mit Milch. Manchmal hat meine Mutter einen Tick zu lang den Topf auf zu grosser Flamme gehalten und schon war es etwas angebrannt. Diesen Duft vom leicht Angebrannten plus der sueese milchige Brei mochte ich auch, irgendwie musste ich immer mit der Nase der Rauchspur folgen.
Und genau diese Note finde ich bei Akkad: suesse, milchige, satte karamelige angerauchte Note. Es ist klar: fuer mich nur von positiven Konnotationen.
Und so wie ich dieses wunderschoene Parfum mag, so kann ich es nicht tragen...
Akkad - obwohl schoen kuschelig, anschmiegsam, suess aber etwas holzig und rauhig, originell und von sehr guter Qualiatet erscheint auf meiner Haut zu maennlich. Nach laengerem Tragen stoert es mich, ich fuehle mich, als ob ich einen Mantel oder lederne Jakce meines Vaters tragen wuerde. Das ist mir zu viel Maennlichkeit aber vielleicht kann es auf einer anderen Traegerin weiblicher wirken, bei mir kommen meistens blumige und suesse weibliche Parfum am besten zur Geltung, das ist so und will nicht anders ;)
Deshalb trenne ich mich heute von einer huebschen Abfuellung vom Akkad.
Haltbarkeit und Sillage ganz ok!
Der Flakon ein Traum...

Bekannte Marken und Parfums: